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1875

In Bordeaux die größte Ernte des 19. Jahrhunderts und qualitativ sehr hochstehend. Ein La Magdelaine hatte 2005 eine eine immer noch intakte, helle Farbe, wirkte leicht pilzig, Champignons, feine Fruchtsüße, sehr harmonisch. Dieser große Wein aus der Vorreblauszeit stand perfekt im Glas und baute nicht ab, da war immer noch Frische, immer noch Tannin, blieb lange am Gaumen, so wie ich es auch von anderen Weinen aus der Zeit kenne, bevor sich die Reblaus durch die Bordelaiser Weinberge gefressen hatte - 95/100. Erstaunlich lebendig war 2010 auf der großen Comtesse-Probe am Attersee immer noch eine Pichon Comtesse, nicht nur in der zwar hellen, aber voll intakten Farbe, die in ihrem Ziegelrot eher an einen dunkleren Rosé erinnerte. Schlichtweg ein Traum die generöse Nase mit feiner Süße, burgundischer Pracht und Fülle und an reife Himbeeren erinnernder Frucht, am Gaumen deutlich schlanker, sehr pikant mit etwas dominierender Säure, entwickelte sich und zeigte gute Länge am Gaumen – 97/100.

Beeindruckend im Herbst 2005 ein Yquem. Kräftige, dunklere Farbe wie Coca Cola, etwas unangenehme Nase mit stechendem Ton, am Gaumen Fülle, wird immer Hustensaft-ähnlicher, Optipect mit Codein, Aceton-Note, Bittermandeln, tolle Länge – 94/100.

Auch ein großes Burgunderjahr. Ich durfte im November 2002 auf einer Probe einen Romanée Conti probieren. Dieser fast 130 Jahre alte Wein(von der Domaine authentifiziert!) besaß noch eine sehr dichte Farbe, immer noch Kraft, aber spürbares Alter, wunderbarer Pinot und ein ganz großes Weinerlebnis.