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1887

1887 kam in Bordeaux mit einer kleinen, aber guten Ernte wieder Hoffnung auf.

Ein 1994 auf einer Drawert-Probe getrunkener Branaire Ducru zeigte für das Alter eine tolle Farbe und war erst sehr vielversprechend. Leider verdarb dann ein immer stärker werdender Kork den sonst sicheren Genuß. Batailley war 2013 richtig alter Wein. Ältlich und braun die Farbe, in der Aromatik die ausgelesene Zeitung in den inzwischen kalten Kaffee getaucht. Immerhin starb man nicht beim Trinken – 70/100. Lafite Rothschild bot 2011 auf René Gabriels großer Lafite-Probe einen erstaunlichen Trinkspaß. Die zu Anfang staubig-muffige Nase wurde immer besser und zunehmend kräuteriger mit Anklängen von Lakritz und Fernet, am Gaumen erstaunlich generös und lang mit feiner Süße, baute im Glas nicht ab, sondern legte enorm zu – 92/100.

Sehr gut war der Jahrgang in Burgund.

Ende 2006 trank ich einen Corton aus einer nicht näher identifizierbaren Händlerabfüllung. Spürbar heißes Jahr, korinthig, eingedickter Birnensaft, Currynoten, immer mehr Kaffeetöne, dicht und irre voll und lang, burgundische Pracht und Fülle, Faszination pur – 98/100. Ein unkaputtbares Weindenkmal aus der Vorreblauszeit. Die Zwillingsflasche 2013 tiefe, dunkelbraune Farbe, massig Kaffee, frischer Orangensaft, Currynoten, getragen von deutlicher Säure, baute enorm mit Luft aus. 90/100 für die Weinbuchhaltung, fürs Erlebnis 10 mehr. Die Dritte 2017 stand wie eine Eins im Glas, entwickelte eine feine Süße und baute nicht ab, sondern deutlich aus. Unfassbar, welche Statur die Weine der damaligen Zeit von wurzelchten Reben hatten. Da waren locker WT95 für die Weinbuchführung und WT100 fürs Gänsehauterlebnis fällig.

Ein Ferreira Port Reserva Granja T aus einer 0,2l Flasche begeisterte 2011, was für ein Traum, wunderbare Marzipan-Süße, nichts Spritiges, weich, reif, unendlich lang mit ewig anhaltendem Schmelz - 97/100.