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1932

Irgendwie hat es Bordeaux mit den Mehrlingen. Es gibt die berühmten Zwillingsjahre und die darauf folgenden grausamen Drillinge. Nach 1899/1900 und 1901-03 war es mit 1928/1928 und 1930-32 wieder soweit. Und trotzdem bin ich fündig geworden. La Gaffelière kam nicht nur in einer Burgunderflasche – was damals Ende der 20er/Anfang der 30er in Bordeaux keine Seltenheit war – er hatte auch die faszinierende Kaffee- und Mokkanase eines großen, alten Burgunders und dabei einer erstaunlich dichte Farbe. Am Gaumen sehr lebendig mit spannender Aromatik, dabei frisch wirkend und elegant, trotzdem aber kraftvoll und lang – 92/100.

Grausames Jahr auch in Burgund. Bisher nichts verkostet und auch kein Bedarf.

Guter, mengenmäßig kleiner Jahrgang in Deutschland, den wegen der Wirtschaftskrise trotz niedrigster Preise kaum jemand haben wollte. Erstaunlich gut trinkbar immer noch 2012 ein Deidesheimer Kieselberg Riesling von Bassermann-Jordan mit sehr spannender, reifer, rosiniger Nase, der etwas gezehrte Gaumen kam da nicht mit - 86/100.

Dafür gab´s 2001 auf der großen Vega Sicilia-Probe mit dem 32er einen der wenigen Lichtblicke unter den alten Unicos: feine Süße, Kaffeetöne, etwas rostig, aber nicht oxidativ.