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1989

Ein großes Weinjahr war 1989. Eigentlich wurden überall in Frankreich hervorragende Weine geerntet. Dazu war die Kellertechnik schon weit fortgeschritten, die unseligen Mostkonzentratoren, die heute jeder hat, über die aber keiner spricht, gab es noch nicht. In Bordeaux entstand ein großartiger Jahrgang. Frucht ohne Ende, durch den hohen Zuckergehalt der Trauben nicht gerade niedriger Alkohol, aber trotzdem Weine, die durch gute Säurestruktur und ein massives Tanningerüst ein gutes Gleichgewicht aufweisen und für längere Lagerung geeignet sind. Dadurch unterscheiden sie sich gravierend von den offeneren, fetteren 90ern. Letztere müssen deutlich rascher konsumiert werden. Die besten Weine aus 1989 haben noch locker 20-30 Jahre vor sich. Dafür haben sich aber auch etliche Weine nach klassischem Bordelaiser Muster nach einer längeren, heftigen Fruchtphase wieder verschlossen. Sollten Sie noch preislich akzeptable Bordeaux finden, so gilt im Restaurant: trinken! Und im Laden oder auf Auktionen: kaufen!

Zur überzeugenden Fassprobe des Cos d´Estournel bekam ich 1990 auf dem Chateau den 85er gestellt, weil sich beide so ähnlich seien. Lange ging dieser Wein danach durch eine schwierige Phase, entwickelt sich aber seit ein paar Jahren wieder sehr schön. 2006 auf der großen Cos-Probe wirkte er aus der Jeroboam noch etwas schwierig. 2007 in Linz dichte Farbe, sehr animalische Nase, viel Kraft und massive, aber reife Tannine, wirkt derzeit noch etwas verschlossen, dürfte aber bald wieder kommen. Ein gewaltiger Wein, der dem 90er in 10 Jahren die Rücklichter zeigen wird – 94/100. 2008 in Paris Zeigte sich trotz immer noch gewaltigem Tanningerüst erstaunlich offen mit süßer, würziger Frucht und trank sich einfach wunderbar – 94/100. 2009 auf 89*89 einfach hedonistisch schön, trank sich trotz immer noch massivem Tanningerüst mit süßer, fruchtiger Fülle am Gaumen einfach herrlich - 94/100. 2010 selbst aus der ½ mit offener, süßer, würziger Frucht, immer noch sehr jung mit deutlichem Tanningerüst – 94/100. 2013 und 2015 trotz deutlichem Tanningerüst offen mit süßer, würziger Frucht, aber auch mit sehr guter Struktur, dürfte langlebig sein und könnte durchaus noch zulegen – WT94. 2016 etwas offener – WT95.Haut Marbuzet war 2009 aus der Magnum ein reifer, sehr feiner und gefälliger Schmeichler – 89/100.Der schon sehr häufig getrunkene Montrose war lange ein massiver, rustikaler, animalischer Kraftbolzen mit irrer Länge am Gaumen, aber auch der klassischen Ungenerösität junger Montrose. Inzwischen öffnet er sich zunehmend. Zuletzt im Herbst 2007 in Linz dichte konzentrierte Farbe, lakritzig-animalische Nase, auch am Gaumen ein Muskelpaket mit viel Potential, aber auch erster, dezenter Schmelz und insgesamt für Montrose doch erstaunlich harmonisch und balanciert – 93/100. Noch besser als aus der 1tel gefiel mir der Montrose aus der Magnum(94/100) und der Doppelmagnum(95/100), die beide zu den Mahlzeiten geöffnet wurden. Ein Jahr später an gleicher Stelle eine leider nur kurz vorher dekantierte Magnum, hammerhartes Zeugs, noch sehr jung und konzentriert mit mundbeschlagenden Tanninen. 2009 dann einmal so süß, so üppig, so offen, machte so unglaublichen Spaß, ein exotisch-geiles Elixier mit 96/100 und kurz danach in der Braui wieder deutlich verschlossener – 94+/100. Von diesem Wein gibt es nun mal zwei verschiedene, von außen nicht erkennbare Versionen. In bestechender Form 2009 aus der Doppelmagnum. Dichte, konzentrierte Farbe, lakritzig-animalische Nase, am Gaumen ein gewaltiges Muskelpaket mit unerhörtem, aromatischem Druck und erster Süße, ein großartiger Wein, der in dieser Form einlöst, was der hoch gelobte 90er verspricht – 97/100. 2010 mehrfach aus der 1tel druckvolle Aromatik, geile Süße, ein riesengroßer Montrose zum Reinsetzen – 97/100. 2011 aus der Magnum, wunderbar aromatisch die Nase, viel Zedernholz, frische Kräuter, sehr ausgewogen, lang und balanciert, aber irgendwo sang dieser Wein nicht richtig, 89 Montrose geht noch deutlich besser – 94/100. 2012 mehrfach immer noch recht jung, animalisch mit dunkler Frucht und Lakritz die Nase, am Gaumen ein gewaltiges Muskelpaket mit enormem Druck, aber auch erster Süße und auch immer noch mit bissigen Tanninen – 96+/100. 2014 aus der Halben etwas offener – WT97. Wird sich sicher über 20 Jahre weiter entwickeln und könnte eines Tages dem 90er mal die Schau stehlen. Phelan Segur zeigte sich zuletzt 2007 von seiner besten Seite, so feinduftig, elegant und voll reif mit schöner, rotbeeriger Frucht, mit Zedernholz und so einer fantastischen, schwerelosen Eleganz und Länge. Sicher kein großer Wein, aber jetzt in einer unwiderstehlichen Phase - 92/100. 2009 ein sehr fleischiger, saftiger, leicht animalisch-erdiger, terroirbetonter Sauf-Bordeaux – 91/100.

D´Armailhacq war 2009 so ein runder, geiler Sauf-Bordeaux, der mit seiner tollen Struktur an die großen Weine dieses Gutes aus den 40ern und 50ern erinnerte – 92/100. Bereits sehr schön zu trinken 1995 auf einem Lufthansa-Flug in die USA ein Batailley – 90/100. Zuletzt 2009 Leder in der Nase, nur waren es hier eher Lederschuhe nach einer langen Wanderung, am Gaumen rustikal und eher einfach gestrickt - 88/100. Ausnehmend gut gefiel mir 2009 Clerc Milon, der sicher immer noch ein schlauer Kauf ist. Süße, röstige Kaffeenase, dazu Minze ohne Ende, die sich am Gaumen fortsetzt und zusammen mit dem deutlichen Schokoton zu einer perfekten After Eight Interpretation wird – 92/100. Gut gelungen auch der balancierte, sehr feine Duhart Milon, sechsmal getrunken bis 2006, konstant mit 90/100. Zuletzt 2008 eine voll ausgereifte Flasche, die zeigte, wie schön ein Wein ist, wenn man ihn auf dem Höhepunkt trinkt - 92/100. Ohne Fehler zwar, aber doch ziemlich langweilig war 2009 ein Grand Puy Ducasse – 84/100. Einer meiner Lieblingsweine ist Grand Puy Lacoste. 2005 dichte Farbe, intensive rotbeerige Frucht, kleidet wunderbar den Gaumen aus, da lohnt nachkaufen - 94/100. Mehrfach 2011 und 2012 ein sehr feiner, eleganter Wein mit dichter Farbe, intensiver rotbeeriger Frucht, schöner Süße, kleidet wunderbar den Gaumen aus - 94/100. Dürfte noch recht langlebig sein und schien sich zuletzt 2013 wieder etwas zu verschließen mit mehr Zedernholz als Frucht und noch deutlichen Tanninen - 93/100. Eine weitere Flasche 2013 dagegen jung, dicht, offen und fröhlich - WT94. Zuletzt 2014 ein feiner Pauillac mit rotbeeriger Frucht, Zedernholz, Mineralität, feinem süßem Schmelz und gutem Rückrat für ein langes Leben – WT95. Immer noch ein absoluter Geheimtipp für kluge Bordeaux-Käufer. Haut Bages Liberal hatte 2009 in der Nase die etwas seltsame Mischung aus frischen Champignons, schwarzer Johannisbeere und schwarzem Pfeffer, am Gaumen war er etwas bitter – 87/100. Eine erstaunlich frische, junge, schöne Nase hatte 2009 Haut-Batailley, leider aber am Gaumen zuviel Säure, etwas unausgewogen und ziemlich dünn – 85/100. Lafite Rothschild war lange verschlossen. Zuletzt 2007 zeigte er bei aller Kraft und immer noch mächtigen Tanninen sehr viel Eleganz, Zedernholz, kräuterige Noten, etwas Minze. Ein klassischer Lafite, der in gut gelagerten Flaschen erst in 5-10 Jahren zur Hochform auflaufen wird - 94+/100. 2008 bei Jörg Müller aus einer perfekt gelagerten Halben sehr spröde mit herbem Charme, kräuterig mit etwas dezenter Minze und massiven Tanninen – 90++/100. 2009 endlich mal wieder erstaunlich schön und sehr elegant mit feiner Frucht, mit Zedernholz und etwas Minze. Klar lauerten da immer noch die massiven Tannine, aber die Frucht hat sich zumindest in dieser Flasche ein stückweit freigekämpft – 94/100 mit mehr in Sicht. 2009 auf der 89*89 dann aus der Jeroboam eine irre dichte Farbe, eine wunderbar konzentrierte, rotbeerige Frucht und bei aller Kraft die unnachahmliche Eleganz klassischer Lafites aus der Zeit, bevor dieses Chateau die vermeintlichen Segnungen des Konzentrators entdeckte, und mit unglaublicher Länge am Gaumen. Auch das hier eine Legende im Werden, ein Wein jetzt schon sehr nahe der Perfektion mit großem Suchtpotential, gemacht für ein weiteres, halbes Jahrhundert - 99+/100. 2011 auf René Gabriels großer Lafite-Probe ein klarer 100/100 Kandidat, 1er Cru in Perfektion und deutlich offener als 86, süchtig machende Nase mit konzentrierter, rotbeeriger Frucht und verschwenderischer Süße, dazu die unnachahmliche Eleganz großer Lafites, eine moderne Version des 53ers mit unendlicher Länge am Gaumen – 98+/100. 2012 ein traumhaft stimmiger Pauillac mit puristisch schöner Frucht, erster Süße, viel Mineralität, enormem Druck am Gaumen und gewaltiger Länge. Dabei so unglaublich elegant und fein, ein unsterblicher Lafite auf dem Weg zur Legende – 97+/100. 2013 etwas jünger und verschlossener – WT96+. 2015 war das aus der Halben einfach die Kraft und die Herrlichkeit, superbe Frucht, enorme Statur und Länge, der Bleistift von Mouton und die unnachahmliche Eleganz klassischer Lafites – WT99.

Latour hat mir sowohl 1990 auf dem Chateau als Fassprobe als auch 1996 in seiner Fruchtphase sehr gut gefallen. Da waren locker 95/100 drin. Seitdem hat er sich deutlich verschlossen und wirkt sehr sperrig. Zuletzt dann 2009 aus der Jeroboam so dicht, so konzentriert, so kraftvoll, so ein irres Fruchtkonzentrat, aber nicht üppig, sondern so pur und so geradlinig, an den 59er erinnernd, dazu die leicht nussig-bittere Aromatik eines ganzen Walnussbaumes. Ja, ich war von den Socken. Dieser Wein zeigt langfristig dem 90er die lange Nase und wird sich zu 70 und 82 in die Riege der großen, modernen Latours einreihen. Nur Zeit braucht dieses gewaltige Teil mit seiner irren Säure- und Tanninstruktur halt noch - 97+/100. 2010 aus einer 1tel noch etwas verschlossener – 94+/100. Eine weitere Flasche im Herbst 2010 95+/100 und dann noch mal auf dem Unger Weihnachtstasting, immer noch mit mächtigem Tanningerüst, so jung, so druckvoll am Gaumen mit herrlicher, präziser Frucht, aus dieser Flasche hier etwas weiter als ich ihn kenne mit erster Süße, ein großer Latour mit gewaltigem Potential, der für mich das Zeug zum zweiten 59er hat – 96+/100. Für mich in 20 Jahren ein 100/100 Kandidat. 2013 und 2014 mehrfach immer noch deutlich zu jung, aber mit gigantischem Potential – WT94+ . Etwas offener 2015 bei Jörg Müller auf Sylt aus der ½ - WT95+. Sehr gut gefiel mir 1990 auf dem Chateau als Fassprobe auch der Les Forts de Latour, der fast auf dem Niveau des Erstweines lag. Ist mit seitdem leider nicht mehr begegnet. Prächtig hat sich Lynch Bages entwickelt, von dem ich sicher schon mehr als zwei Kisten vernichtet habe. Bis auf zwei seltsame Großflaschen 2001, eine Jeroboam und eine Imperiale, in denen der Lynch Bages seltsam diffus und überreif wirkte, waren alle Flaschen auf hohem Niveau, konstant seit ein paar Jahren mit 95/100 bewertet. Zuletzt mehrfach 2008 ein gewaltiges, komplexes Konzentrat, gemacht für die nächsten 20-30 Jahre. Eine deutlich offenere Flasche Ende 2008 einfach hedonistisch schön – 95/100. 2009 eine Doppelmagnum, groß mit offener, süßer Frucht, viel Zedernholz und immer noch mächtigen, aber weichen Tanninen – 95/100. Dann auf der 89*89 ein dekadent schönes Prachtstück mit einer Traumnase und einfach geiler, süßer Fülle am Gaumen, doch die opulente, süße Frucht täuscht volle Reife nur vor. Mächtige Tannine, die gut verpackt darunter lauer, sorgen dafür, dass der Spaß hier die nächsten 20 Jahre nicht endet – 97/100. 2010 auf Sylt ein hedonistischen Spaßwein auf hohem Niveau mit perfekter Tanninstruktur für ein langes Leben – 95/100. 2012 mehrfach auf konstantem 97/100 Niveau. 2013 aus der Magnum ein großartiges Cassis-Konzentrat, rauchig, mineralisch, mit süßem Schmelz, aber auch noch mit mächtigen, reifen Tanninen, intensiv und lang am Gaumen. Ja, dieser Riesenwein mit seinem Mörderpotential ist möglicherweise auf dem Wege zur Perfektion - WT97+. Zeigte sich 2014 so unglaublich jung, so konzentriert mit superdichter Farbe und süßer Frucht, aber bei aller Kraft am Gaumen zwar sehr nachhaltig, aber auch gleichzeitig so elegant, seidig und spielerisch, dabei immer noch mit perfektem Tanningerüst, das ist ganz großes Kino mit gewaltiger Zukunft – WT97+. Auch 2017 aus perfekter Lagerung genauso, und dann 2 Wochen später eine Flasche in der der Lynch deutlich weiter und offener auf WT99 Niveau war. Sehr umstritten war Mouton Rothschild. Sicher schöpft dieser Wein nicht die Qualität des Jahrgangs voll aus. Ich habe ihn über die letzten 12 Jahre gut 20mal trinken dürfen. Ein eher etwas schlank geratener Wein mit feiner Röstaromatik, bei dem in meinen Notizen häufig die Worte „Schmeichler“ und „Blender“ vorkamen. Bis auf eine sehr überzeugende, fleischige Jeroboam 2001 in Arosa auf dem Weingipfel und eine erstaunlich junge, bissige Magnum 2004 auf der Stromburg war das immer ein recht zugänglicher, leckerer, aber auch etwas schlanker Wein, bei dem meine Bewertungen immer zwischen 91 und 93/100 schwankten, mehrfach 2007 und 2008. 2009 wieder eine sehr schöne Flasche mit erstaunlicher Fülle und tollem Schmelz, dazu mit feiner Röstaromatik – 93/100. 2009 auf der 89*89 aus der Jeroboam eine geile Weinoperette, dieses gewaltige Röstaromatik-Feuerwerk, Minze, Leder, Bleistift und Zedernholz, dazu reichlich süßer Schmelz - 95/100. 2011 mit süßer, hedonistischer Frucht, doch darunter lauerten erstaunlich kräftige Tannine, dieein längeres Leben versprechen – 93/100. Und kurz danach 2011 eine grandiose Magnum und auf Sylt eine ähnlich perfekte 1tel – 95/100. 2012 aus der Halben Wahnsinnsfarbe, Wahnsinnsaromatik, Mouton pur mit Cassis, Leder, Bleistift und Minze, noch so jung und mit so enorm druckvoller Aromatik, noch langes Leben – 96/100. Danach 2013 und 2014 viele weitere Flaschen mal etwas mehr, mal etwas weniger verschlossen, zwischen WT94 und 96. 2015 trotz schöner Frucht etwas sperrig und verschlossen mit kräuterigen Noten – WT92+. Aus der Halben 2015 Mouton pur, sexy mit viel Röstaromatik, mit Cassis, Minze, Bleistift und Leder, dazu eine gewaltige Struktur und viel Kraft. Möglich, dass es von diesem Wein unterschiedliche Flaschen gibt. Diese hier war einsame Klasse – WT97. Ende 2015 aus einer weiteren 1tel nicht nur sexy mit Röstaromatik, da ist auch Struktur und Dichte. Und das Beste kommt erst noch – WT95+. Brillierte auch 2016 wieder – WT95. Im Schneckentempo nähert sich der schon häufig getrunkene Pichon Baron der Genussphase. 2007 dicht, jung, kräftig mit schöner, Frucht und perfekter Struktur, im Gegensatz zum fast exotisch-üppigen 90er ein geradliniger, klassischer Pauillac mit großer Zukunft - 94+/100. Auf der 89*89 etwas verhalten in der Nase und zeigte eine leicht medizinale Note, doch am Gaumen ging auch hier mit schon fast überreif wirkender, süßer Frucht die Post ab, auch hier noch kräftige Tannine und eine gute Struktur, die ein längeres Leben garantieren – 94/100. Extrem jung zuletzt 2011 aus der Doppelmagnum, mit jugendlicher, sehr dichter, undurchdringlicher Farbe, in der Nase und am Gaumen noch ein Weinbaby, aber mit prächtigen Anlagen – 94+/100. Sehr kräftig, etwas verhalten und verschlossen wirkend 2012 – 93+/100. 2014 im Vergleich zu 90 zu meinem Erstaunen der 89er der offenere, üppigere war und die reifere Frucht zeigte – WT95. Da machte die deutlich offenere, schokoladige, füllige Pichon Comtesse nicht nur im direkten Vergleich derzeit deutlich mehr her. Einfach derzeit noch der zugänglichere, hedonistischere Wein. Mehrere dutzend mal getrunken, ziemlich konstant, mehrfach in 2007 mit 95/100. 2009 hedonistisch schön mit schokoladigem Schmelz, würzig, anmachend, animierend mit immer noch jugendlicher, purer Frucht. Eine Comtesse, die in gut gelagerten Flaschen wie dieser noch ein paar Jahre von der vollen Trinkreife entfernt scheint und Langstreckenpotential besitzt – 95/100. Kurz darauf auf der 89*89 war wenigstens die leicht animalische Nase mit massig Leder stückweit entwickelt, am Gaumen war die Comtesse tanninig, zupackend und noch erheblich zu jung, aber mit gewaltigem, deutlich spürbarem Potential – 93+/100. Ähnlich habe ich die Comtesse mehrfach 2009 und 2010 erlebt, aber auch wie bei der großen Comtesse-Probe am Attersee hedonistisch schön mit schokoladigem Schmelz, würzig, anmachend, animierend mit immer noch jugendlicher, purer Frucht. Eine große Comtesse, gemacht für lange Zeit – 95+/100. Mehrere Flaschen danach in 2010, 2011 und 2012 je nach Lagerung offener mit 95-96/100 oder deutlich zugeknöpfter mit 93+/100. 2013 aus der Halben Comtesse pur mit saftiger, jugendlicher Frucht, mit schokoladigem Schmelz, aber auch mit immer noch sehr stabilem Tanningerüst – WT95. 2016 war das mehrfach Comtesse pur mit betörendem Schmelz, seidiger Eleganz und mit genügend Substanz und Rückgrat für lange Jahre – WT95. Pontet Canet war 2007 wieder Pauillac in Reinkultur. Erdig und ledrig mit Zedernholz und auch mit etwas schwarzem Pfeffer die Nase, mit dunkler Frucht und einem Hauch Bitterschokolade, am Gaumen perfekt strukturiert mit immer noch sehr präsenten Tanninen. Öffnete sich zunehmend und präsentierte sich als großer Wein mit noch enormem Potential, 93/100, wobei bei diesem Langstreckenläufer über die nächsten 2 Jahrzehnte noch mal gut ein Punkt dazu kommen kann. Immer noch eine unbedingte Kaufempfehlung, vorausgesetzt, der Wein wurde gut gelagert. 2009 hatte ich einmal eine Flasche aus zu warmer Lagerung im Züricher Doctorhaus, verdammt reife Farbe, etwas unsaubere Nase mit ersten oxidativen Tönen, viel kaltem Rauch und einer großen Ladung Pappkarton. Am Gaumen wirkte er vor allem durch die hohe Säure frischer mit immer noch schöner Frucht, aber auch etwas eindimensional – 90/100. Eine weitere Flasche aus eigenen Beständen wirkte 2014 zwanzig Jahre jünger mit sehr dichter Farbe, noch recht verschlossen und etwas monolithisch 89+/100. Erst 2017 zeigte sich der Pontet Canet aus gleicher, kühler Lagerung als halbwegs gereifter, klassischer Pauillac mit kühler Frucht, Tabak, Leder und guter Mineralität. Präsente Tannine und gute Struktur garantieren noch längere Zukunft – WT93.

Branaire Ducru war 2009 ein solider, guter Wein ohne Höhepunkte – 87/100. Enttäuscht war ich mehrfach von Beychevelle, etwas staubige, rustikale Tannine, Zedernholztöne, wenig Frucht. Erst die vorletzte Flasche 2004 ließ etwas mehr raus und kletterte auf 89/100. 2008 zeigte sich der Beychevelle deutlich gefälliger und runder - 90/100. Gute Frucht zwar 2015 und mit der Zeit etwas generöser und süßer werdend, aber so richtig sang dieser Beychevelle nicht – WT89. Als großer, kleiner Leoville las Cases entpuppte sich der Clos du Marquis schon 1990 auf dem Chateau aus dem Faß. Meine letzte von 24 Flaschen habe ich 2000 wie stets zuvor mit 90/100 geleert. Ducru Beaucaillou hatte 2006 in der großen Ducru-Probe eine sehr dichte Farbe, wirkte verschlossen, aber auch etwas dumpf – 88/100. In guten Flaschen könnte das durchaus ein Wein mit großem Potential sein, doch gibt es leider viele Flaschen mit dem typischen Fehlton. Eine der wenigen Top-Flaschen 2009 in der Braui, das war einfach Cabernet in Perfektion, sehr komplex und nachhaltig, immer noch mit gutem Tanningerüst, aber hohem Genussfaktor. Ducru geht nicht viel besser – 95/100. Leider dann auf der großen Ducru-Probe in Krems eine bittere Gaumenstrafe. Gut trinkbar 2009 immer noch Gloria, erstaunlich dichte Farbe, in der Nase viel Brett aber auch feine Süße – 88/100. Mehrfach habe ich in den Neunzigern aus unterschiedlichen Formaten den damals ziemlich schwachen Gruaud Larose getrunken, doch mehr als 87/100 hatte ich da nie im Glas. War auch 2009 eine herbe Enttäuschung, malzige Süße mischte sich mit der Hausapotheke und einer etwas staubigen Aromatik - 89/100. Doch auf der 89*89 dann aus der Imperiale dann eine gewaltige, jugendliche Orgie aus Minze und Zedernholz mit immens druckvoller Aromatik - 95/100. 2010 Elegant, süß, füllig, komplex mit guter Frucht, einem Hauch Minze und viel Zedernholz, hat sicher noch gute Zukunft – 93/100. 2014 aus der Magnum noch sehr jung und verschlossen. Dürfte sich aber in ein paar Jahren öffnen und hat dann Potential für deutlich mehr als die heutigen WT92+ und eine lange Zukunft. Langoa Barton hatte 2009 immer noch deutliche Tannine, war etwas weiter und offnener als Leoville, dafür kürzer im Abgang – 90/100. Leoville Barton hatte 2009 mehrfach eine schöne, süße Frucht, aber eben auch dieses stramme Tanningerüst, das diesen Wein am Gaumen etwas ungenerös wirken ließ. Kommt da noch was, oder wird dieser Wein eher längerfristig austrocknen? Ich tendiere mit meinen bisherigen Erfahrungen mit Bartons aus den 80ern eher zu Letzterem. Wer ihn hat, sollte ihn also mit den heutigen 91/100 genießen. Leoville las Cases hat mich schon als Fassprobe 1990 auf dem Chateau begeistert. Während seiner Fruchtphase bis in die zweite Hälfte der Neunziger habe ich ihn mehrfach mit 95/100 bewertet. Danach verschloss er sich deutlich. Während meine eigenen, kühl gelagerten Flaschen auch beim letzten Versuch 2007 immer noch nicht so weit waren, konnte ich 2007 sowohl in der Braui als auch auf einer Düsseldorfer Probe den Leoville las Cases wieder auf dem damaligen Niveau trinken, ein sehr feiner, fast puristischer Wein – 95/100. 2008 ein großer, klassischer Leoville las Cases mit Lagerpotential für sicher noch 20 Jahre – 95/100. Wirkte 2009 in der Braui wirkte etwas anstrengend und trank sich wie mit angezogener Handbremse mit stahliger, kühler Frucht – 90/100. Ende 2009 in einer Probe eine reifere Flasche, fein, fast puristisch und klar, Eleganz in Reinkultur mit sehr reintöniger Frucht, schöner Süße und das alles mit unglaublich präzisen Konturen, schon sehr gut antrinkbar, aber da kommt mit den Jahren noch mehr – 94+/100. 2010 mehrfach puristisch schön, Eleganz in Reinkultur mit sehr reintöniger Frucht, schöner Süße und das alles mit unglaublich präzisen Konturen, durchaus fleischig, aber nicht überladen mit fantastischer Länge am Gaumen – 96/100. Nach wie vor jede Suche wert. 2011 aus der Magnum nicht so richtig in Form mit leicht animalischer Nase, Zedernholz, Paprika, aber auch rotbeeriger, süßer Frucht, insgesamt recht schlank, etwas anstrengend und schwierig – 93/100. Auch aus der 1tel 2011 mehrfach schlank, elegant mit feiner Cabernet-Würze – 92/100. 2013 jünger wirkend mit präziser Struktur und immenser Strahlkraft – WT95. 2015 eine faszinierende Magnum – WT95. Als wunderbar weicher, voll trinkreifer St. Julien mit intensiver, rotbeeriger Frucht zeigte sich zwischen 2000 und 2002 mehrfach Leoville Poyferré – 92/100. 2009 voll da aus der Imperiale mit berauschender, süßer, exotisch-kalifornisch anmutender Frucht, fast etwas überreif, auch am Gaumen üppig, füllig und süß - 93/100. Schon häufig getrunken habe ich den zugänglichen, gut gelungenen Talbot. 2007 auf Sylt ein eleganter Wein mit feiner, rotbeeriger Frucht, Leder, dezenter Süße und guter Länge am Gaumen - 92/100. 2008 in der Talbot Vertikale Sehr fein, fast filigran, wunderbare Nase mit rotbeeriger Frucht, Feige und Leder, sehr elegant am Gaumen mit dezenter Süße, ein herrlicher Schmeichler – 91/100. 2009 ein erstaunlich kräftiger, rotbeeriger Schmeichler, rauchig, tiefgründig mit guter Länge – 92/100. 2015 sehr fein, elegant mit süßer Frucht und genügend Struktur für längere Jahre - WT92.

Camensac war 2009 ein mageres, dünnes, schon ziemlich plattes Gesöff – 76/100. Sehr gut gelungen und noch lange nicht am Ende Chasse Spleen, den ich seit Mitte der 90er gut 20mal aus unterschiedlichen Formaten mit 90-92/100 getrunken habe. Zuletzt mehrfach in 2010 und 2011, entwickelt inzwischen im Glas eine schöne Süße, konstant 91-92/100. Sicher noch eine Suche wert. Sehr jung und tanninbetont wirkte 2009 La Lagune. Auf diesen Wein muss man ja fast immer ewig warten, aber ich bezweifle, dass der 89er jemals groß wird. Dafür fehlt im einfach das Fett – 87/100. Fülle und Freude 2009 bei Poujeaux. Der ist weder besonders komplex und lang, aber ein richtig schöner, reifer Sauf-Bordeaux – 89/100.

Deutlich zugelegt hat Cantemerle über die Jahre. Aus dem sehr gefälligen Schmeichler, von dem ich ein gutes Dutzend auf 91/100-Niveau getrunken habe, ist ein sehr nachhaltiger, überzeugender Bordeaux mit immer noch dichter Farbe und einem gelungenen Spagat aus Kraft und Eleganz geworden. Zuletzt 2007 bei Jörg Müller 93/100. Sehr jung und verschlossen wirkte 2009 Cantenac Brown, der in ein paar Jahren noch für Überraschungen sorgen könnte – 86+/100. Auf dem Punkt 2009 der minzige, lakritzige Giscours. Ein sehr feiner, reifer Wein, der sich derzeit sehr schön trinkt – 89/100. Lascombes hatte 2009 eine feine, rotbeerige Frucht und ein immer noch kräftiges Tanningerüst – 89/100. Mit Margaux habe ich bis auf eine herrliche Jeroboam 2001 auf dem Weingipfel in Arosa eigentlich nur Enttäuschungen erlebt. Erst 2007 auf René Gabriels großer Margaux-Probe zeigte dieser Langstreckenläufer erstmals, was er potentiell drauf hat, schält sich jetzt so langsam aus seinem massiven Tanningerüst heraus und zeigt verschwenderische Frucht, Fülle und eine schöne Süße, alles mit der Margaux-typischen Eleganz. Ein großer Wein, den ich lange unterschätzt habe, und der erst am Anfang einer sehr langen Entwicklung steht - 95+/100. Ähnlich Ende 2008. 2009 delikate, süße Frucht, viel Substanz und noch mächtiges Tanningerüst, kraftvoll und elegant zugleich, gewaltiges Potential – 94+/100. Wirkte 2011 trotz delikater Frucht noch etwas bissig und zugenagelt. Ein Wein mit immensem Langstreckenpotential – 93+/100. 2013 ungewöhnlich kräftig und noch ziemlich zugenagelt, aber mit großem Potential – WT94+. 2015 stand vor mir ein Traum-Margaux in Bestform, so elegant, so balanciert, aber auch mit enormer Kraft und Substanz, die berühmte Eisenfaust im Samthandschuh – WT99. Sehr fein auch Monbrison, der mich schon 1990 auf dem Chateau als Fassprobe beeindruckte. Ein häufig getrunkener, eher etwas schlanker, aber recht aromatischer Wein mit schönem Minzton, ziemlich konstant, zuletzt 2007, mit 90/100. Die bisher beste Flasche dann 2009 mit viel Körper, Frucht und Dichte – 93/100. Was war Palmer in seiner Fruchtphase bis Mitte der Neunziger doch ein toller Wein, der stark an den 83er in der ähnlichen Phase erinnerte. Doch seitdem habe ich mir an diesem Wein mehrfach im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne ausgebissen, so 2007 in der Braui und im Pfefferschiff. Ein total verschlossener, bissiger Stoff mit astringierenden, trockenen Tanninen. Machte überhaupt keinen Spaß und wirkt im Abgang leicht seifig. Die relativ helle Farbe darf nicht darüber wegtäuschen, ist in gut gelagerten Flaschen noch 10 Jahre von der Trinkreife weg. Wer ihn jetzt aufmacht, bekommt für viel Geld eine enttäuschende Tanninmischung ins Glas, die kaum 85/100 wert ist. Und dann noch mal 2008 noch mehrere ähnlich verschlossene, enttäuschende Flaschen. Nur einmal im Herbst 2008 in Linz konnte der Palmer ansatzweise seine Größe zeigen – 92+/100. Doch dann 2009 auf der Palmer-Vertikale eine Flasche wohl eher aus Dachbodenlagerung statt aus einem kühlen Keller, denn sie war erstaunlich reif und weit. So süß, so üppig, so dicht, mit saftig-süßer, pflaumiger Frucht, knallte richtig am Gaumen. So ähnlich habe ich diesen Palmer aus seiner Fruchtphase in Erinnerung – 96/100. Und wie gut gelagerte Palmers derzeit schmecken, zeigte dann wieder eine Flasche auf René Gabriels großer 89er Verkostung, die wirkte ziemlich langweilig und hohl, ließ wenig raus - 83+/100. Besitzer guter Keller werden halt noch mindestens fünf Jahre warten müssen. 2011 schon fast erstaunlich offen mit saftiger Frucht, Eleganz, Kraft und Länge, doc unter der Frucht lauern noch massive Tannine, aber der 89er ist auf dem richtigen Weg – 94+/100. Ende 2013 und mehrfach 2014 burgundisch im besten Sinne mit viel Süße und Schmelz, erstaunlicherweise offener als der 83er, aber ebenfalls erst am Anfang einer langen Entwicklung – WT96+. Auch 2015 wieder ein beeindruckender, hoch aromatischen Wein mit feiner Minze, der noch über lange Zeit zulegen wird – WT96+. Sicherlich noch trinkbar dürfte der nette, gefällige, nicht sonderlich konzentrierte Pavillon Rouge sein, von dem ich meine 12 Flaschen und 24 Halben bis Ende der Neunziger auf konstant 86-87/100 Niveau ausgetrunken habe. Rausan Ségla war 2008 ein weicher, eleganter, schon sehr reifer Schmeichler – 89/100.

Sehr gut gelungen in 89 der Bahans Haut Brion, ein sehr zugänglicher, schmeichelnder Haut Brion für Schlaue, mehrfach getrunken, zuletzt 2003, und konstant mit 92-93/100 bewertet. Sehr angetan war ich 2007 bei Jörg Müller von Domaine de Chevalier. Ein sehr tiefgründiger Wein, eine perfekte Mischung aus Eleganz, aromatischer Dichte und unglaublicher Länge, feine rotbeerige Frucht, Maulbeeren, auch Teer und Tabak, cremige Textur - 94/100. 2009 aus der Doppelmagnum aus der Doppelmagnum sehr fein, elegant, aber auch tiefgründig mit klassischer Pessac-Nase, Teer und Tabak, eine perfekte Mischung aus Eleganz, aromatischer Dichte und schöner Länge mit feiner rotbeeriger Frucht - 93/100. Sicher noch trinkbar müsste auch Fieuzal sein, kein großer, aber ein solider Wein, der an die Klasse des Weißen nicht heran kommt, zuletzt 1997 mit 87/100 bewertet. Ein unbedingter Kauftipp der gut gelungene, konstant mit 93/100 bewertete Haut Bailly. Zuletzt 2009 wie eine sehr gelungene Junior-Ausgabe des La Mission aus der Imperiale, dicht, kraftvoll, teerig mit der klassischen Aromatik der großen Vorbilder – 93/100. Zu den modernen Weinlegenden unserer Zeit gehört der sicher über 20mal getrunkene Haut Brion. Nach einer kleinen Verschnaufpause um den Jahrtausendwechsel, in der sich dieser immer noch jugendliche Wein etwas verschlossen zeigte, sind da jetzt wieder ohne Wenn und Aber 100/100 im Glas, mehrfach in 2007 und 2008. Inzwischen fast unbezahlbar, aber trotzdem jeden Cent wert. Zuletzt 2012 vielleicht nicht mehr ganz das jugendliche 100-Punkte Feuerwerk, mit dem dieser Gigant so oft begeistert hat, aber 99/100 sind ja auch ein Wort. Die letzte Abschiedsvorstellung vor einer längeren, verschlossenen Phase? Wir waren dabei. 2014 aus der Magnum einfach ein Mörderteil, so eine Art modernere Wiedergeburt des 61ers. Ein dichter, komplexer Powerstoff mit Tabak, Leder, Teer, Cigarbox, dunklen Früchte, sehr mineralisch mit süßem Schmelz, sehr langem Abgang. Ein großartiger Wein, dessen Bann man sich nicht entziehen kann – WT98+. 2015 voll da und explodierte förmlich im Glas. Ja, auch das waren klare WT100. Ebenso 2016 – WT100. Knallte Ende 2016 aus der Magnum und drei Tage später noch mal aus ähnlich perfekter 1tel dermaßen am Gaumen mit wunderbarer Süße, besser geht einfach nicht – WT100. Auf gleichem Niveau der ähnlich oft getrunkene La Mission Haut Brion. Auch das ein klarer 100/100 Tropfen, der sich mit den größten La Missions des letzten Jahrhunderts messen kann. Einen Abend lang habe ich 2006 mit meinem Freund Gregor La Mission und Haut Brion miteinander verglichen. Da mag La Mission der etwas feinere, finessigere sein. Aber das ist wie mit dem Vergleich der 61er beider Weine reine Geschmackssache. Zuletzt durfte ich diesen faszinierenden Vergleich 2008 und 2009 genießen und beide Weine noch mehrfach solo, wobei die 100/100 nie in Frage standen, La Mission der etwas feinere, der Haut Brion der etwas kräftigere. Beides einfach Jahrhundertweine mit Potential für mindestens 20-30 Jahre, die jede Sünde wert sind. La Mission auch 2010 in Geisels Vinothek wieder ein perfekter 100/100 Wein. Zuletzt noch mal 2011 beide Giganten gegeneinander. Auf allerhöchstem Niveau war diesmal der offenere, explosivere La Mission eindeutiger Sieger mit unbestreitbaren 100/100, während sich der Haut Brion etwas verhaltener zeigte – 98+/100. Das Duell der beiden, einzigartigen 89er lässt sich sicherlich noch 30+ Jahre wiederholen, so man hat. Allerdings hatte sich der La Mission inzwischen verschlossen und trug 2012 das ungeschriebene Schild „wegen Winterschlaf geschlossen, besucht mich in 10 Jahren wieder“. Schlichtweg perfekt auf WT100 Niveau war er dann wieder 2014, aus dieser sehr kühl gelagerten Flasche entweder noch nicht verschlossen, oder 10 Jahre sind deutlich kürzer als gedacht. 2016 ein irres, noch etwas verschlossenes Konzentrat – WT98+. Pape Clement kannte ich nur als untypisch üppige Fassrobe 1990 auf dem Chateau. 2008 war das ein wunderbarer Wein mit Eleganz, Fülle und schöner Süße – 93/100. 2009 und 2010 mehrfach dicht und konzentriert mit von Milchkaffee und Lakritz geprägter Nase, am Gaumen Eleganz, Fülle und schöne Süße – 94/100. Zeigte sich 2017 mit klassischer Pessac Aromatic – WT94.

Ein großer Wein mit Langstreckenpotential ist Angelus. Seit 1995 gut 12mal getrunken, zuletzt 2007 und konstant mit 95-96/100 bewertet, einmal, 2000 in einem großen 89/90 Vergleich sogar nahe der Perfektion. Dürfte in 5-10 Jahren noch für manch große Überraschung gut sein und ist immer noch ein absoluter Kauftipp. 2012 gnadenlos gut – 97/100. 2014 so jung, so dicht, so druckvoll, geile Frucht, hohe Mineralität, schwarze Trüffel, Weihnachtsgewürz, tolle Länge - WT97. Nie sonderlich vom Hocker gerissen hat mich der etwas hohle, rustikale und von staubigen Tanninen geprägte Ausone, 2001 aus der Magnum 88/000. Zuletzt 2008 dicht, konzentriert, hier sind noch reichlich Geduld und Hoffnung angesagt – 91/100. Belair hatte 2004 bereits eine hellere Farbe mit ersten Reifetönen, aber immer noch den herben Charme der Anfangszeit – 89/100. 2012 und 2015 ein weicher, eleganter, nicht sonderlich komplexer Wein auf dem Höhepunkt – 88/100. Eher enttäuscht war ich bisher stets von Cheval Blanc, der meist wie zuletzt 2007 eine sehr kräuterige Nase hatte, auch mit floralen und etwas grünen Tönen. Zeichen eines nicht perfekt ausgereiften Cabernet Franc. Am Gaumen recht kräftig mit viel Tannin und wenig Eleganz. In allen 12 Begegnungen der letzten Jahre stets auf 89-90/100 Niveau. Auch 2008 auf René Gabriels großer Cheval-Probe wieder ungenerös mit harschen Tanninen, fruchtlos und charmefrei. Wäre mir das nicht schon so häufig mit diesem enttäuschenden Wein passiert, hätte ich auf einen schleichenden Kork getippt – 88/100. Und dann Ende 2008 in Linz eine völlig aus dem Rahmen fallende Flasche mit verschwenderischer Süße und Fülle – 94/100. 2009 wieder so eine verschossene Flasche. 2013 aus der Halben noch deutlich von kräftigen Tannine geprägt, immer noch etwas verschlossen und leicht herb, gab aber zumindest schon mal einen deutlichen Ausblick auf eine spannende Zukunft WT93+. 2014 Enorm kräftig mit enormer, eisenhaltiger Mineralität, mit gewaltigen Tanninen, die langsam reifer werden, mit großartiger Struktur und, ja!, da kommt plötzlich dieses unnachahmliche Cheval-Parfüm – WT93+. Feine Schmeichler ohne viel Tiefgang waren mit stets 85-86/100 die 24 halben Flaschen Clos des Jacobins, die ich bis 1997 getrunken habe. Clos Fourtet aus der Magnum war 2009 sehr reif, ins rostig-braune gehende Farbe, in der Nase unreif mit viel Paprika, am Gaumen unharmonisch, gezehrt und leicht stallig, lange über den Höhepunkt hinaus – 81/100. Figeac war 2001 aus der DM noch sehr unnahbar. 2009 roch und schmeckte aus der Magnum nach den kork-ähnlichen Figeacs, über die ich mich seit Jahr und Tag ärgere, sehr anstrengend, schwierig und derzeit absolut genussfrei. So auch 2011 bei der Figeacprobe der Linzer Gang aus der Imperiale, während er sich in dieser Probe aus der 1tel als feiner, eleganter Wein mit pikanter Frucht, Johannisbeere, Kirsche und Hollunder, etwas Tabak, Leder und Zedernholz, am Gaumen kräftig, mineralisch, lang mit einer leichten Bitternote zeigte – 91/100. Elegant, finessig, mit feiner Zedernholz-Würze und schmelziger Süße 2012 der reif wirkende Grand Mayne aus der Magnum – 92/100. La Magdelaine war 2009 noch ein robuster, kerniger Wein, der sich zögerlich öffnet - 89+/100. Zeigte zuletzt mehrfach 2012 etwas mehr, hat aber noch Potential für lange Jahre – 90+/100. War 2014 endlich ein geiler, lakritzig-minziger Powerstoff, der sich nach frustrienden 25 Jahren Wartezeit mit unglaublicher Länge förmlich in den Gaumen frisst - WT94. Nie richtig anfreunden konnte ich mich mit Pavie. 2007 bei Jörg Müller Verhaltene Nase, am Gaumen Kirsche, viel Kraft und immer noch deutliches Tanningerüst - 89/100. Warten mag etwas helfen. 2009 immer noch jung und mit deutlichem Tanningerüst aus der Doppelmagnum. Gute Frucht, feine Süße am Gaumen, aber die etwas staubige Eleganz aus der Vor-Perse-Ära zeigte auch, dass hier Dornröschen noch darauf wartete, wach geküsst zu werden - 90/100. Ausnehmend gut gefiel mir 2000 in einer großen 89/90 Vergleichsprobe der sehr reif und portig-füllig wirkende Tertre Roteboeuf – 95/100. 2014 und 2015 war das Hedonismus pur, portig-füllig mit eingelegten Pflaumen, kräftig mit guter Struktur und balancierender Säure, aber auch mit feinem Schmelz, traumhafte Länge. Dürfte noch etliche Jahre auf diesem Niveau bleiben, was sich auch 2016 wieder zeigte - WT96. Schon fast etwas überreif wirkte 2000 der ebenfalls sehr überzeugende Troplong Mondot – 94/100. 2009 war in einer Probe eine Flasche dieses Weins aus guter Lagerung völig daneben und wirkte 60 Jahre älter.

Bon Pasteur hatte 2006 auf René Gabriels Petrusprobe aus der Imperiale ein pflaumiges Bouquet mit überreifen Aromen, bereits leichte Oxidationstöne, Süße, wirkte am Gaumen etwas ausgetrocknet, habe ich Ende der 90er schon mehrfach deutlich besser getrunken, wirkte wie ein Wein auf dem langsamen Abstieg - 90/100. Certan de May hatte 1997 eine sehr kräftige Farbe und gute Struktur, schöne Nase und Beginn einer wunderschönen Süße am Gaumen, sicher 92/100 wert. Zuletzt 2009 soviel Kraft und soviel Substanz, bleibt aber in seiner erdigen, rustikalen Art weit unter seinen Möglichkeiten – 91/100. Gut 20mal habe ich in den letzten Jahren Clinet getrunken. 4 Flaschen waren weitgehend daneben, 3 auf 100/100 Niveau, die übrigen, wie auch die letzten fünf in 2007 und 2008 auf 96-97/100 Niveau. 2009 in einer Best Bottle eine ernstere Version, eher Medoc als Pomerol – 94/100. Und 2009 auf der 89*89 Probe baute er rapide im Glas ab. 2013 zweimal ein großer, jung wirkender, enorm druckvoller Pomerol, einen 89er Clinet, der sich wieder dorthin entwickelt, wo er herkommt – 97+/100. 2016 zeigte sich dieser Clinet als einfach irres Konzentrat mit reifer, süßer Frucht, opulent mit fruchtigem, süßem Schmelz am Gaumen, hat einfach alles, was man sich von einem großen Pomerol wünscht – WT99. Ein kräftiger, schokoladiger Merlot war 1997 Clos René – 88/100.Sehr unterschiedlich habe ich Conseillante erlebt, die erste Flasche 1992 dichter, üppiger, fantastischer Stoff – 97/100. 1994 eine total verschlossene Magnum. 1995 in Las Vegas erstaunlich helle Farbe, sehr weit, süß, würziges Holz, schiere Wollust – 98/100. Ein Jahr später ebenda wieder mit dieser irritierenden, hellen Farbe und deutlich weniger üppig – 94/100. So ging es weiter auf und ab. 2006 eine enttäuschende Flasche mit angezogener Handbremse und dann 2007 dichte Farbe, kein Vergleich zum hellen 90er, erst leicht animalisch in der Nase, dann immer mehr reife, schwarze Johannisbeere, Schokolade, aber auch Lakritze, wird zimtig, Kardamon, entwickelt schöne Süße, dabei so kräftig und lang, riesengroß mit toller Struktur, bleibt ewig am Gaumen, ein "junger 47er" - 97/100. 2008 Pomerol at it´s very best. Junge, rubinrote Farbe, ein dekadent süßer Cocktail aus roten und schwarzen Beeren, dazu etwas Lakritz, am Gaumen burgundische Pracht und Fülle, bei aller Kraft sehr seidig und elegant – 98/100. 2011 etwas verschlossen wirkend – 95+/100. 2013 offen und weich, geradezu schmusig, ein süßer Cocktail aus roten und dunklen Beeren mit einem Schuss Schokolade – WT96. Auch 2014 ein offener, dekadenter, schokoladiger Wein, einfach eine irre Spaßnummer zum beidhändig trinken – WT98. 2015 war dieser „Petrus für Arme“ einfach so saulecker, reif und schmelzig, da ist jedes Glas zu klein – WT97. Ein üppig-leckerer, schokoladiger Spaßcocktail war in den 90ern mehrfach Croix du Casse, stets 90-91/100. Ein Langstreckenläufer mit gewaltigem Potential ist l´Eglise Clinet. Gut 12mal habe ich diesen, zu Anfang unnahbaren Brocken aus allen Formaten bis zur Imperiale getrunken. 2007 immer noch ein massiver Brocken mit Bitterschokolade ohne Ende, mit reifer Kirschfrucht, etwas portigen Noten und einem endlosen Abgang. Immer noch ganz am Anfang. Immerhin hatte ich jetzt schon 94/100 im Glas. 2008 bei Jörg Müller noch ein Stück weiter, kraftvoll und unglaublich dicht, komplex und lang, ein Riese mit gewaltigem Potential – 95+/100. Und ein Jahr später, 2009, an gleicher Stelle mit sehr überzeugenden 96/100 im Glas. Ähnlich gut, noch etwas jünger in der Anmutung auf der 89*89. 2013 mit enormer Dichte, Kraft und Fülle, Portwein-Bitterschokolade mit reifen Kirschen von Zott, da ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht – WT96. Verschließt der sich vorher wieder? 2014 ein richtiges Tier von Wein, Kraft ohne Ende, erdige Mineralität, schwarze Trüffel, Portwein, nur Frucht und süßer Schmelz sind derzeit weitgehend Fehlanzeige – WT92+. 2016 reif, aber auch sehr dicht mit enormem Tiefgang und gewaltiger Länge – WT95. Deutlich misslungen erscheint mir dagegen l´Evangile. 2007 war das wieder so ein dünnes, medizinales Zeugs mit wenig Frucht, mit den grünen Tönen unreifer Tannine im Abgang - 86/100. Wenig Frucht und noch weniger Freude, sehr tanninbeladen, 2009 aus der Magnum. Mag sein, dass der sich mit Abschmelzen der Tannine noch etwas verbessert, ein großer Wein wird das aber wohl kaum werden – 89/100. Von Anfang an sehr viel Spaß machte der seit 1991 ein Dutzend mal getrunkene Fleur de Gay. 2005 wirkte er zu Anfang üppig und lecker, ein Wein, der spontan anmachte. Doch da fehlt die Konzentration, mit der Zeit kamen Sellerietöne, ein Blender, der rasch getrunken gehört - 92/100. Kurz danach eine Flasche bei Jörg Müller auf Sylt. Dumpfe, portige Aromen, Rumtopf, natürlich noch trinkbar, aber der Lack ist ab – 84/100. Auch 2008 in Linz war einfach nur enttäuschend – 85/100. Doch 2014 war er aus dem Loch wieder raus. Weich, stimmig und elegant mit edler Schokoladennote – WT92. Und meine letzte Flasche 2015 legte noch eins drauf – WT93. Zeit braucht wohl La Fleur Petrus. 2007 war da zunächst eine verhaltene, leicht muffige und schweißige Nase, auch am Gaumen sehr verhalten, fast dürr und eher flach wirkend. Mit der Zeit wurde aber nicht nur das Nasenbild besser, etwas mehr Frucht kam zum Vorschein, aber auch Bitterschokolade mit 80% Kakao. Auch am Gaumen legte der La Fleur Petrus deutlich zu, allerdings nach wie vor mit strammen, etwas staubigen Tanninen. War es das schon mit dieser 89/100 Vorstellung? Ich wage die Wette, dass sich dieser Wein über die nächsten 10 Jahre weiter entwickeln wird. Wenn dann die Tannine abgeschmolzen sind, könnte sich da noch einmal eine große Überraschung anbahnen. Leider war er 2009 auf René Gabriels großer 89er Verkostung korkig, zeigte aber trotzdem sein enormes Potential. 2010 bei Jörg Müller sehr jung, kompakt, verschlossen mit etwas Bitterschokolade, aber großes Potential andeutend. 2011 an gleicher Stelle erst ganz am Anfang. Kräuterig-schokoladige Nase, sehr schöne, seidige Fülle, aber auch enorme Kraft und Potential für sicher noch zwei Jahrzehnte 92+/100. Ein Riesenwein mit gewaltigem Potential der seit 1998 gut 15mal getrunkene Le Gay, in seiner kräuterigen Art ein Lafleur für Schlaue, Konstant steigende Bewertungen, 2007 dreimal 95/100. Legt immer weiter zu, 2009 so kräuterig, lakritzig und schokoladig, so druckvoll am Gaumen. Das ist der etwas weitere Lafleur für Schlaue – 97/100. Auch Jörg Müllers letzte Magnum 2013 auf diesem Niveau – WT97. 2014 und 2015 ein nicht uncharmanter Kraftbolzen, sehr kräuterig mit viel Lakritz, aber auch mit etwas Bitterschokolade, so unglaublich druckvoll und lang am Gaumen mit noch massivem Tanningerüst. Erst ganz am Anfang einer sehr langen Entwicklung – WT96+. 2016 mehrfach stückweit offener – WT97.Zu Unrecht im Schatten des 90ers steht auch Gazin. Ein vollreifer, druckvoller, schokoladiger Merlot, schon sehr häufig getrunken, in den letzten Jahren konstant mit 94/100 bewertet und gerade erst wieder nachgekauft! Zuletzt sehr häufig in 2010, 2011 und 2012 ein saftiger, fleischiger, schokoladiger Vollblutmerlot mit toller Struktur, voll da, aber mit Potential für locker noch mal 15+ Jahre – 95/100. Machte 2016 einen stückweit verschlossenen Eindruck und brauchte sehr viel Luft. Ich würde ihn aber nicht abschreiben – WT91+. Nur einmal, 2000, hatte ich bisher den sehr verschlossenen Lafleur getrunken, der in einer großen 89+90 Vergleichsprobe gegen die Topweine keinen Stich bekam. Doch 2009 auf der Lafleur Best Bottle fiel Zurückhaltung schwer. Das war ein derart üppiges, vollbusiges, süßes, dekadentes Teil, kräuterig, lakritzig – und bei aller Zugänglichkeit noch lange nicht fertig. Obwohl es sicher schwer fällt, da heute von zu bleiben, würde ich es dringend empfehlen. Hier ist ein 100/100 Lafleur im Werden, eine moderne Version von 47 oder 49, nicht heute, eher in 10-20 Jahren – 96+/100. 2012 ein recht üppiger, süßer, kräuteriger, lakritziger Lafleur, rund und schmelzig mit viel Sex Appeal, aber auch mit genügend Struktur für eine lange Zukunft, kann noch weiter zulegen – 97/100. Unsauber, mickrig und grün 2009 mehrfach der Latour-à-Pomerol – 87/100. Deutlich schöner 2010 ohne die grünen Töne – 91/100. Mazeyres war 2009 aus der Imperiale ein kleiner, leckerer, schokoladiger Tischwein, nicht gerade aufregend, tat aber auch nicht weh – 84/100. Voll auf dem Punkt, aber etwas simpel wirkend 2002 der Petit Village – 87/100. Doch zuletzt 2009 aus der Magnum so schokoladig, so generös, so ausladend, ein Pracht-Pomerol mit hohem Spaßfaktor – 93/100. An die aberwitzigen Preise des extrem hoch bewerteten und gesuchten Petrus mag ich gar nicht denken. Ich hatte diesen Wein seit 1993 5mal im Glas, darunter einmal 2001 aus einer Doppelmagnum, die wie alle anderen Flaschen zu jung war. 2005 auf René Gabriels großer Petrus-Probe total verschlossene Nase, am Gaumen zu, man spürt viel Kraft und bissiges Tannin. Da ist nur Potential, kein Genuss, mehr als 85/100 Trinkgenuss waren da leider nicht im Glas. Ganz anders 2008 bei den Ungers, so offen, so reif, so weit, mit pflaumiger Frucht, sehr süß, sehr rosinig, entwickelte lakritzige Töne und ging schon etwas Richtung Amarone Großer, aber eigentlich viel zu reifer Stoff – 97/100. Zuletzt 2009 auf der 89*89 absolute Perfektion – 100/100. So ganz verstehen konnte ich den Hype um Le Pin nie. Den 89er hatte ich das erste Mal 1992 auf einer großen Le Pin Probe aus der Magnum im Glas. Damals eher verhalten – 91/100. Drei Jahre später noch mal in Bargum, dichte Farbe, viel Kraft, würzig, getoastetes Holz, erst am Anfang seiner Entwicklung, derzeit nicht mehr als 93/100. 2005 auf René Gabriels großer Petrus-Probe burgundisch-elegant, aber auch simpel-süß. Ein völlig überteuerter Blender, 92/100 mit deutlicher Tendenz nach unten. Und dann die Überraschung 2007 in der Braui. Der hatte nicht nur die berühmt-berüchtigte, perfekte 100-Punkte-Pomerol-Nase, auch am Gaumen konnte er überzeugen und wies einen erstaunlichen Körper mit immer noch kräftigen Tanninen und guter Säurestruktur auf. Sollte das der erste Le Pin sein, der altern kann? - 96/100. 2009 auf der 89*89 verdammt gut gemachter Stoff. Geradezu süchtig macht diese dekadent füllige, üppige, süße Nase. Auch am Gaumen ist das Hedonismus pur, so üppig und süß. Gut, auf sehr hohem Niveau mag der auch etwas einfältig gestrickt sein, was mich aber nicht daran hindern würde, jedes angebotene Glas gerne, zügig und mit viel Genuss auszutrinken - 94/100. 2010 auf der Le Pin Vertikale zu Anfang deutlich reifer, süßer in der Nase, Mokka mit viel Zucker, am Gaumen sogar leicht gezehrt. Und als ich ihn gerade abschreiben wollte, drehte er plötzlich wie schon im letzten Herbst auf der 89*89 Probe auf und baute ungeheuer aus, wurde fruchtiger, fülliger üppiger. Der hat ein zweites Leben und noch Kraft für 20+ Jahre – 94/100. Langstreckenpotential dürfte Trotanoy besitzen. In den 90ern habe ich diesen Wein mehrfach aus ziemlich verschlossenen Großflaschen trinken dürfen. 2005 bei Jörg Müller auf Sylt aus der 1tel, sehr verhaltene Nase, am Gaumen sehr kräftig, Bitterschokolade mit 80% Kakao, pflaumig, erdig und lang, im Abgang leichte Bitternoten - 92/100. 2009 auf der 89*89 ein gewaltiger Wein aus der Magnum. Dieser dichte, kraftvolle, konzentrierte Wein mit dem immer noch massiven Tanningerüst ist auf dem Wege zu den 97/100, die da in etlichen Jahren mal ins Glas kommen werden, derzeit bei etwa 93/100 angekommen, etwas weiter Ende 2009, 2010 und 2011 bei Jörg Müller aus der 1tel mit 94+/100. Sehr unterschiedlich meine Notizen zu Vieux Chateau Certan. 2001 bei Jörg Müller ein wunderbarer Pomerol, voll auf dem Punkt mit ersten Reifetönen in der Farbe aber sicher genügend Tanninstruktur für 10+ Jahre Genuss – 93/100. 2005 auf der großen Vieux-Probe sehr viel Tannin und zuwenig Frucht. Trinkt sich nicht schlecht, aber mehr als 88/100 waren da beim besten Willen nicht drin. Nur zwei Wochen später auf René Gabriels Petrus-Probe aus der Impi deutlich frischer und fruchtiger, ein sehr leckerer, unkomplizierter, reifer Spaßwein mit toller Süße - 92/100. 2009 aus der Jeroboam ein leckerer, unkomplizierter, reifer Spaßwein mit schokoladiger Süße zwar, aber auf hohem Niveau auch etwas gewöhnlich und eindimensional - 91/100. Zuletzt 2011 mehrfach ein leckerer, unkomplizierter Spaßwein, der aber genügend Kraft und Struktur für eine längere Entwicklung besitzt – 93/100. Sehr schön trank sich 2000-2002 Clos du Vieux Plateau Certan, dichte, dunkle Farbe, viel Kraft, Schmelz und Bitterschokolade – 92/100. An der letzten Flasche 2007 nagte schon der Zahn der Zeit – 89/100.

Ein kleiner, netter Wein Mazeris aus Canon Fronsac, von dem ich in der ersten Hälfte der Neunziger eine Kiste auf 84-85/100 Niveau geleert habe. Sehr gut gefiel mir auch Roc de Cambes, von dem ich zwischen 1992 und 2000 24 für unter €9(!!!!) gekaufte Flaschen mit großem Vergnügen stets mit 89-91/100 im Glas geleert habe.

Durch die Bank wurden 1989 in Bordeaux auch sehr gute und vor allem lagerfähige trockene Weißweine erzeugt. Gut zu trinken auf 85/100 Niveau in der ersten Hälfte der Neunziger der feine, leichte Alpha, von dem man heute nichts mehr viel hört. Carbonnieux Blanc vereinte 2009 das tiefe Goldgelb einer reiferen BA mit der oxidierten Nase eines zu alten, trockenen Weißen, am Gaumen ein untrinkbares Säuremonster der Sorte „ich habe fertig“ – 71/100. Sehr gut gefiel mir 2002 der sehr langlebige Domaine de Chevalier – 92/100. Eher merkwürdig 2007 eine weitere Flasche, sehr gewöhnungsbedürftig, wirkte mal alt und dann oxidativ, im nächsten Augenblick wieder jung und vanillig, so ging das hin und her, nur richtige Freude kam keine auf – 87/100.Zuletzt 2009 wieder völlig neben der Spur. Grandios in der zweiten Hälfte der Neunziger meine 12 Flaschen Fieuzal. Die sind jetzt weg, und der Wein sicher auch deutlich über den Höhepunkt hinaus. Zuletzt 2009 immer noch eine wunderschöne Nase mit frisch gemahlenen Mandeln und Kamille, wirkte am Gaumen erst etwas ausgetrocknet und deutlich über den Zenit, baute dann aber mit Luft noch aus und war gut zu trinken – 86/100. Viel Zeit brauchte dagegen der mehrfach getrunkene Haut Brion Blanc. Zuletzt 2006 war er groß, feine Säure, dezente Süße, baut unheimlich im Glas aus und wirkt immer noch sehr jung - 95/100. Recht verschlossen, kräftig, kräuterig und vom Holz dominiert präsentierte sich Laville Haut Brion 1998 und 2000. Da kamen kaum mehr als 90/100 ins Glas. Zuletzt war 2009 die Nase recht schön mit reifen Zitronen, doch am Gaumen war der Laville flach und enttäuschend – 84/100. Sehr gerne und auch häufig habe ich in den Neunzigern Pavillon Blanc getrunken. Doch der hat seine besten Zeiten hinter sich. 2007 auf René Gabriels großer Margaux-Probe viel Gummi in der Nase, ein nicht unattraktiver Wein, der am Gaumen aber etwas plump und füllig wirkte mit deutlich hervortretendem Alkohol - 87/100. Sicherlich hinüber ist inzwischen Smith Haut Lafite. Das war schon 1995 auf Sylt ein kleiner Wein, der viel Holz und sonst von allem wenig hatte.

Sehr guter Jahrgang auch für Sauternes. Langlebige Weine, von denen die besten aber auch noch eine Weile brauchen. In der Nase hatte Climens 2009 das komplette Honigprogramm, am Gaumen wirkte er erfreulich schlank, sehr elegant mit gutem Süße-/Säurespiel und fantastischer Länge, großes Potential – 93+/100. Schöne Frucht und Säure, üppig ohne klebrig zu sein 1997 auf dem Weinwisser-Fest Doisy Vedrines - 92/100. Zuletzt 2009 Satte, exotische Fruch, Mango, Papaya, reife Ananas, am Gaumen sehr fett, fast ölig, für die intensive Süße derzeit zuwenig Säure, die Jahrzehnte mögen es richten – 92/100. Sehr reif und cognacfarben 2009 der de Fargues, Akazienhonig, Kumquats, Kaffee, feine Süße und gute Säure, wirkt ausgewogen mit guter Länge – 90/100. Lafaurie-Peraguey packte 2009 alles aus, was er so drauf hatte. Brilliantes, tiefes Goldgelb, faszinierende, süße Nase mit tropischen Früchten, gerösteten Mandeln, Honig, am Gaumen buttrig, süß, generös mit bitterer Orangenmarmelade und Karamell, aber auch mit sehr guter Struktur – 94/100. Einfach nur süß und einfältig wirkte 2009 Rabaud-Promis – 85/100. Raymond Lafon stand 2009 erst am Anfang einer sehr langen Karriere, exotische Frucht, nicht zu süß mit der Bitternote guter Sauternes, gewaltiger Extrakt – 91/100. Aprikose und Quitte 2009 beim Rayne-Vigneau, am Gaumen sehr harmonisch mit angenehmer Bitternote – 90/100. 1997 in Atlanta ein sehr überzeugender Rieussec – 94/100. Zuletzt 2009 unsauber war die Nase mit Ammoniak und Bohnerwachs, am Gaumen ganz ok, aber wohl auch nicht die beste Flasche – 85/100. Aprikosenlikör hatte der Suduiraud 2009 in der Nase, am Gaumen fein mit Amaretti-Bitternote und guter Länge, ein sehr ausgewogener, schöner Sauternes – 92/100. Eine unsaubere, reduktive Nase, die nicht zur brillianten, goldgelben Farbe passte, hatte 2009 der La Tour Blanche. Auch am Gaumen war der diffus und zu süß, wahrscheinlich keine gute Flasche. Der sehr hoch bewertete d´Yquem hatte 1996 er zwar Kraft und Länge sowie reichlich exotische Frucht, war aber insgesamt etwas verschlossen – 93/100. 2009 total verschlossen, sehr verhaltene Nase, am Gaumen viel Power und spürbares Potential, aber es gehörte schon viel Fantasie dazu, den in diesem Stadium groß zu finden. Zuletzt 2010 tiefes Goldgelb, Traumnase, die jedes Dessert ersetzen kann mit süßem Schmelz ohne Ende, insgesamt auch am Gaumen etwas dicker und fetter als der 76er, aber ohne jede Schwere, jetzt in einem faszinierenden Zwischenhoch, aber die richtige Musik spielt da erst in 20 Jahren – 95+/100.

Weiche, reife Rotweine in Burgund, allerdings nicht mit dem Standvermögen der großen Bordeaux.

Gefällig 1997 ein Nuits St. Georges Aux Boudots von Jean Jacques Confuron – 87/100. Echézéaux von DRC hatte 2006 aus der Magnum eine fragile Nase elegante Nase mit Himbeer- und Erdbeertönen. Am Gaumen war da noch viel Kraft und eine gute Statur. Der Wein baute im Glas sehr schön aus und wurde mit jedem Schluck besser und generöser. Mit der Zeit entwickelte sich eine feine Süße. Da ist noch keine Eile geboten - 91/100. Grand Echézéaux von DRC hatte 2005 eine faszinierende Aromatik, reife Erdbeere, kräftige Säure, auch gewisse Rustikalität, sehr kräftig, baute ganz toll im Glas aus und entwickelte feine Süße 94/100. Richebourg von DRC wirkte 2014 aus wohl nicht der besten Flasche schon verdammt reif, auch in der schon bräunlichen Farbe. In der Nase Unterholz, Waldpilze, feuchter Waldboden, aber auch Backpflaumen, am Gaumen noch erstaunliche Kraft und gute Säure – WT86. La Tâche von DRC war Silvester 2008 im Engadin ein großer nobler, sehr feiner, eleganter Burgunder, trotz erstaunlich heller, reif wirkender Farbe immer noch ganz am Anfang mit delikater Frucht, viel getrockneten Kräutern und einer immer noch prägnanten Säure, die ihm ein längeres Leben bescheren wird. Enorm vielschichtig und komplex, baute sehr schön im Glas aus – 95+/100. Gefällig, aber ohne viel Tiefgang Clos des Mouches von Drouhin, seit 95 10mal aus der Halben getrunken auf 88-89/100 Niveau. Die letzte Flasche 2015 war die schönste, altersfrei und dabe so elegant und feingliedrig – WT91. Der Clos Vougeot von Jean Grivot war 2013 ein perfekt strukturierter Riese mit Muschelkalk ohne Ende und gewaltiger Struktur und Länge, große Zukunft – WT96. Absolut faszinierend 2009 ein Chapelle Chambertin von Ponsot. Sehr feine Himbeerfrucht, am Gaumen sehr komplex, vielschichtig und lang, ein großer Burgunder mit Rasse und Klasse, der erst am Anfang eines längeren Trinkfensters steht – 95/100. Sehr weit und reif mit heller Farbe und feiner Süße war 1997 schon ein Chambertin von Armand Rousseau – 91/100. Ein perfekt balancierter Burgundertraum mit verschwenderischer Frucht 2015 der Charmes Chambertin von Armand Rousseau – WT96. Sehr jung, bissig und fordernd, aber auch mit guter Frucht und sehr präzisen Konturen 2009 ein Musigny Vieilles Vignes von Comte de Vogüe, aber auch mit den immer noch deutlichen Tanninen eine gewisse Härte zeigend – 90+/100. 2015 offener mit junger, präziser Frucht und erster, traumhafter Aromatik, aber immer noch mit deutlichen Tanninen und Säure – WT94+.

Insgesamt ein gutes Jahr für Weiße Burgunder, aber in Burgund gibt es ja bekanntlich keine guten Jahrgänge, sondern nur gute Erzeuger. So fällt denn auch der Gesamteindruck wieder recht uneinheitlich aus. Die Besten sind immer noch sehr gut trinkbar.

Jung, kräftig und vanillig 1995 der Le Montrachet von Thénard – 93/100. Eher enttäuschend mehrfach 1993 ein Batard-Montrachet von Blain-Gagnard – 87/100. Ein Corton Charlemagne von Bonneau du Matray hatte 2006 eine sehr helle Farbe, wenig Körper, eher elegant und feinduftig, schöner Abgang 89/100. Zeigte sich 2017 mit kräftigem Goldgelb völlig anders, reife Zitrusfrucht, Feuerstein, enormer Tiefgang und Länge – WT95. Genial und noch so taufrisch 2016 der sehr mineralische Batard-Montrachet von Chartron-Trebuchet - WT95. Meursault-Perrières von Comte Lafon war 2005 würzig-rustikal, kräftiger Holzeinsatz, füllig, sehr lang, kaum Alter - 95/100. Bienvenue Batard Montrachet von Louis Carillon war 2009 neben einem deutlichen Stinker in der Nase am Gaumen bitter, ungenerös, oxidativ und schlichtweg zu alt – 79/100. Perfekt gereift war 2001 der seit 97 8mal getrunkene Clos des Mouches von Drouhin, konstant mit 92-94/100 bewertet. Aus der Halben baute er 2000 schon etwas ab. Mehrfach bis Ende der Neunziger auf 90/100 Niveau ein Meursault Perrières von Jadot, der aber zuletzt 1999 schon deutliche Reife zeigte. Ähnlich im selben Zeitraum mehrfach der Puligny Montrachet. Mehr Potential und Kraft zeigte von Jadot 2001 der Le Montrachet – 93/100. Hochklassig 1997 ein Chevalier Montrachet von Leflaive – 96/100. Dürfte sicher immer noch gut sein, denn ein Puligny Montrachet Les Pucelles von Leflaive war 2007 immer noch taufrisch – 92/100. Weniger überzeugend 1997 ein Batard Montrachet von Olivier Leflaive – 87/100. Leider nur zweimal, 1992, habe ich Le Montrachet von Ramonet getrunken. Das war jeweils ein gewaltiger Wein mit Potential nahe an der Perfektion, aber noch 10 Jahre vom Höhepunkt weg. Chablis 1er Cru Montée la Tonnerre von Ravenneau war 2007 ein großer, kompletter, immer noch frischer Chablis mit perfekt eingebundener Säure. In der Nase florale Aromen, frisch gemähte Wiese, Geranien, entwickelt sich in der ersten Stunde perfekt im Glas und gewinnt an Gewicht und Struktur, erst danach baut er wieder etwas ab, gehört in den nächsten Jahren getrunken - 95/100. Kurz, spritig und unnahbar wirkte 1994 am Arlberg ein Corton Charlemagne von Voarick.

Sehr guter Jahrgang auch an der Rhone mit langlebigen Weinen.

Absolut reif und an einen kleineren, reiferen La Landonne erinnernd war 2009 der Côte Rotie von Chapoutier. Ein klassisch rustikaler Brocken mit nur noch wenig dunkler Frucht, viel Kaffee und etwas Süße – 89/100. Sehr jung und mit seinen präsenten Tanninen auch noch recht bissig wirkte 2014 der sehr maskuline Hermitage von Chave, ein kerniger Charakterstoff mit großer Zukunft – WT96. Aus einer weiteren Flasche 2015 ungewöhnlich offen, so schmelzig mit verschwenderischer – WT97. Traumhaft schön und voll trinkbar die Weine von Guigal. Selbst der oft so rustikal-sperrige La Landonne war 1997(97/100) und 2004 ein hedonistisches Feuerwerk – 98/100. 2011 kernig im besten Sinne, ein klassischer, edel-rustikaler La Landonne mit Potential für noch ein halbes Jahrhundert – 97+/100. Auch 2014 bei Jörg Müller wieder ein Riese – WT98. 2015 zeigte er sich sehr kräftig und immer noch stückweit verschlossen. Öffnete sich im Glas mit Zeit und Luft immer mehr. Die Nase wurde speckiger mit süßer, dunkler Frucht und schwarzen Trüffeln, am Gaumen gewaltiger Druck und immer noch präsente Tannine, große Zukunft – WT97+. Mehrfach getrunken mit konstanten Bewertungen habe ich La Mouline, 2007 die komplette Würze des Orients und eine unglaublich druckvolle Aromatik am Gaumen, in der Nase auch etwas geräuchert und speckig, unendliche Eleganz, großer Stoff, sehr balanciert und mit Potential für noch gut 2 Jahrzehnte - 97/100. 2011 sehr würzig, leicht speckig, sehr cremig, dicht, noch so jung mit gewaltigem Potential – 98+/100. Auch 2013 bei Jörg Müller wieder – W98+. 2015 bei Jörg Müller so jung, so (ge)würzig, so unendlich lang, Perfektion – WT100. Auf ähnlichem Niveau der schon häufig getrunkene und inzwischen voll entwickelte La Turque. 2005 exotisch, so konzentriert, so würzig und so dicht. Dazu ein leicht rauchiger Ton, aber nicht mehr der intensive, gebratene Speck, mit dem er mich vor Jahren noch abschreckte. Am Gaumen sehr komplex und unglaublich lang - 97/100. 2011 mehrfach sehr offen, exotisch, erotisch, würzig, explosiv und füllig am Gaumen, ein sensationelles Feuerwerk der Aromen – 99/100. 2015 noch so jung und schlichtweg perfekt – WT100. 2017 einfach sexy, dabei reif, weich und zugänglich mit leicht exotischer Aromatik – WT99. Der Hermitage von Chave war 2014 ein blutjunges Mörderteil, das einfach alles von allem hatte – WT97+. Unterschiedlich meine Bewertungen des Hermitage la Chapelle von Jaboulet Ainé. Jung, dicht und verschlossen in den Neunzigern, eine Traumflasche mit herrlicher Süße 2003 – 97/100, eine weitere mit 95/100. 2007 im direkten Vergleich mit dem legendären 90er dicht und kräftig, aber eher wie eine deutlich reifere, ältere, kleinere und rustikalere Version des 90ers wirkend. Mit der unglaublichen aromatischen Dichte des 90ers kam dieser durchaus sehr schöne Wein auf verdammt hohem Niveau einfach nicht mit, er wurde schier erschlagen - 94/100. Zweimal 2009 auf Sylt und bei René Gabriels großer 89er Verkostung ein intensiver, lakritziger Traum, ein jetzt trinkbarer 90er für Schlaue - 95/100. Ähnlich 2010 auf Sylt. 2011 mehrfach in bestechender Form mit toller Struktur und guter Säure, vom 90er des Gutes nicht weit entfernt – 97/100. 2012 ein intensiver, süßer, lakritziger Traum – WT95. 2016 wieder ein genialer 90er für Schlaue – WT97.

Der Hermitage Blanc von Chave tat sich 2012 zu Anfang schwer. Furztrocken, florale Nase, leicht medizinal, Lakritz, getrocknete Kräuter, erdig, mineralisch, wenig Säure, aber enorme Kraft. Baute im Glas aus und schrie förmlich nach fester Begleitung, die er perfekt in einem göttlichen Hummerraviolo auf Hummerschaumsuppe fand. Solo getrunken kam ich da kaum über 90, in der Kombination waren es dann 93/100.

Ein stückweit geöffnet hat sich inzwischen je nach Lagerung der langlebige, große Beaucastel, seit Mitte der Neunziger ein Dutzend Mal getrunken mit ständig steigenden Bewertungen, 2005 mit 94+/100. 2009 im Parkhotel Weggis Ein wilder, verrückter Wein mit geradezu explosiver Aromatik, Eisen, Blut, Steak vom Holzkohlengrill, Teer, Leder, animalische Noten und natürlich reife Frucht, auch am Gaumen unglaublich komplex und lang – 97/100. 2012 einmal fast filigran, ein zwar sehr nachhaltiger, aber auch eleganter, zugänglicher Wein mit süßer Frucht, Erdbeeren, Himbeeren, sehr lang am Gaumen, reifer als ich ihn sonst kenne – 96/100. Und dann noch mal auf gleichem Niveau deutlich dichter, jünger und explosiver. Auch 2013 und 2014 mehrfach auf diesem Niveau. Legte 2017 noch etwas zu – WT97. Noch eine Ecke drüber der mehrfach getrunkene, sehr konzentrierte Beaucastel Hommage à Jacques Perrin – 97+/100. Beide Weine noch mit enormem Potential. Der Hommage dann 2012 bei und mit Holger Berens die Essenz von Beaucastel in der Nase, am Gaumen und im Abgang, ein Pfauenrad an Aromen, so ein unglaublicher, explosiver, fordernder Wein – WT100 ohne wenn und aber. Auch 2016 zeigte sich dieses irre Konzentrat wieder auf diesem Niveau – WT100. Viel süßen Schmelz und eine leicht parfümiert wirkende Erdbeernase zeigte 2015 der Chateauneuf-du-Pape Reserve des Célestins von Henri Bonneau der wohl jetzt auf dem Punkt war – WT96. 2009 noch sehr jung der Les Cailloux Cuvée Centenaire, etwas zurückhaltende Nase mit feiner Himbeer- und Erdbeerfrucht, am Gaumen sehr kraftvoll und noch sehr jung wirkend mit viel Säure und massivem Tanningerüst, sehr gute Länge – 94/100. Der Chateauneuf-du-Pape Clos des Papes hatte 2010 schon eine wunderbare, schöne Erdbeernase, aber am Gaumen sind da noch mächtige Tannine, gehört noch eine Weile weggelegt – 92+/100. Seltsam 2009 der Chateauneuf La Bernardine von Chapoutier aus der Magnum. Die fleischige Nase war wunderbar, aber am Gaumen waren da Brausebrocken, da stimmte irgend etwas nicht – 83/100. Um so schöner dafür 2009 ein Chateauneuf-du-Pape von Jacques Mestre, würzig-füllig mit dunkler Frucht und schwarzem Pfeffer, trank sich einfach wunderbar – 90/100. Der Chateauneuf-du-Pape Cuvée Reservé von Pegau war 2014 zwar reif, aber immer noch muskulös mit süßer, reifer Frucht, reichlich Kräutern und erdiger Mineralität, dazu mit einem guten Schuss Hedonismus – WT95. Die Cuvée Laurence von Pégau war 2015 ein großer Chateauneuf, einfach sexy mit reifen, süßen Tanninen, würzig, mit schöner Fülle und wunderbarer Länge, ein Wein zum Verlieben - WT95. Chateau Rayas war 2009ein verrückter, immer noch etwas unfertiger Wein, animalische Charakternase, wird rauchiger, lakritziger, kräuteriger und süßer, am Gaumen schon fast etwas extreme, aufgesetzte Fruchtsüße, entwickelt sich enorm im Glas und wird immer komplexer und länger – 95+/100.

Sehr gutes Jahr für Rote wie Weiße Loirweine

Coulée de Serrant war 2008 auf Sylt mausetot, was hoffentlich nur ein Flaschenfehler war. 2010 dann ein spannender, großartiger Wein, komplex mit viel Tiefgang und toller Länge – 91/100.Ein Vouvray Cuvée Constance von Huet hatte 1999 eine feine Honignase, cremige Textur, gute Säure und schöne Länge am Gaumen – 93/100.

Ansprechend 1995 ein Chinon Clos de la Dioterie – 87/100.

Hervorragendes Jahr im Elsass, insbesondere für Riesling und Gewürztraminer. Viele hervorragende Weine auch im edelsüßen Bereich.

Süße zeigte ein Gewürztraminer VT von Leon Beyer 2007 keine mehr, die war schon fast komplett aufgezehrt. Dafür aber den typischen Rosenduft, eine herrliche Würze und kandierte Trockenfrüchte. Blieb sehr lang am Gaumen - 91/100. Nicht klar kam ich 2005 mit einem Gewürztraminer SGN von Josmeyer. Reifer Petrolton überdeckt die Aromen des Gewürztraminers, am Gaumen und im Abgang Bittertöne, bittere Orangenmarmelade, groß ist anders - 89/100. Riesling Geisberg Grand Cru SGN von Kientzler war 2008 ein Aprikosenlikör mit deutlicher Bitternote, guter Säure und fast ins Güldene gehender Farbe – 92/100. Störend die 13,5% Alkohol. Sehr parfümiert, kräftig, alkoholisch und etwas unharmonisch wirkte 1997 ein Gewürztraminer Cuvée Anne von Schlumberger – 84/100. Da mag Warten helfen. Mit kräftigem Goldgelb kam 2009 eine Clos St. Hune VT von Trimbach ins Glas, in der Nase dezenter Petrolton, viel Zitrus, reife Ananas und eine leicht karamellige Süße, am Gaumen wiederum Zitrusfrüchte, eine knackige Säure, hohe Mineralität und immer noch Restsüße – 94+/100. Ostern 2009 auf Sylt eine weitere, stärker entwickelte Flasche. Kräftiges Goldgelb, in der Nase nur ganz dezenter Petrolton, viel Zitrus, reife Ananas, florale Aromen und eine leicht karamellige Süße, am Gaumen hohe Mineralität und kaum noch spürbare, gut eingebundene Restsüße. So dicht, so komplex, ein weißer Lafite für Rotweintrinker – 97/100. 2013 In bestechender Form und optimaler Trinkreife, explosiv schon die füllige Nase, nur ein dezenter Hauch von Petrol, reife Frucht, Zitrus, Ananas, leicht karamellige Süße, auch am Gaumen Pracht und Fülle, sehr mineralisch, enormer, aromatischer Druck, nicht enden wollender Abgang, die Restsüße inzwischen perfekt eingebunden und praktisch nicht mehr spürbar. Ein großer, legendärer Wein, der sicher noch mal 2 Jahrzehnte vor sich hat – WT99. Sicher mit Potential für 10+ Jahre. Schon mehrfach habe ich den Riesling Brand VT von Zind Humbrecht getrunken. Der brauchte sehr lange, um sich voll zu entfalten. 2006 war es endlich soweit. Gewaltiger Stoff mit unglaublicher Strahlkraft. Die ehemals störende, deutliche Restsüße war perfekt integriert und als Einzelkomponente nicht mehr spürbar, zeigte eine wunderbare, reife Frucht, immer noch gute Säure, nur ganz dezente Petrolnoten, dafür irre Komplexität und Länge. Einfach die Perfektion und totale Harmonie eines großen Weines - 96/100. Ebenfalls 2006 wirkte von Zind Humbrecht der Gewürztraminer Clos Windsbühl zu Anfang nicht nur kräftig und alkoholisch, sondern auch leicht brandig, doch das verschwand schnell. Immer mehr kam das typisch würzige des Gewürztraminers durch, dazu eine schöne Mineralität und erdige Töne. Mit der perfekt eingebundenen, praktisch nicht spürbaren Restsüße wirkte er sehr harmonisch, dazu absolut frisch mit toller Länge am Gaumen. Ein faszinierender Weinriese mit sicher noch 15+ Jahren Potential - 96/100. Den Clos Windsbühl hatte ich als RieslingSGN schon mal 1998 in Paris im Lucas Carton getrunken. Der war damals eher enttäuschend und wohl einfach noch nicht entwickelt genug – 91/100. Ein

Tokay Pinot Gris Heimbourg Selection des Grains Nobles von Zind Humbrecht war 2009 ein schlichtweg spektakulärer, extrem konzentrierter Süßwein mit irrer Süße, die aber durch eine außergewöhnlich rassige Säure perfekt balanciert wurde, Aprikose pur, auch Honig und eine Geschmacksdichte, die man erlebt haben muss, dabei nichts Klebriges und eine erstaunliche Frische, sicher ein Wein, der endlos altern kann – 97/100.

Mehrfach habe ich mit Genuss den Mas de Daumas getrunken, zuletzt im Sommer 2005 mehrere Flaschen im Grand Plage am Kampener Strand. Ein kantiger, eigenständiger, etwas rustikaler Rotwein alter Schule, der viel Zeit und Luft brauchte. Ein Wein, in den man sich reintrinken musste und der mit jedem Schluck mehr überzeugte. Tiefes Dunkelrot mit ersten Reifetönen am Rand, eingekochte, dunkle Früchte, Feigen, erdig, Waldboden nach einem Regenschauer, Trüffel, portige Töne, wirkt reif und hat trotzdem immer noch spürbare, trockene Tannine – 91/100.

Ein guter, aber kein herausragender Jahrgang in Deutschland. Viele, sehr schöne trockene Deutsche Weine habe ich in den 90ern getrunken, vor allem in der ersten Hälfte. Sehr gut gefielen mir damals die Weine des Gutes Graf Adelmann, um das es inzwischen deutlich ruhiger geworden ist. Die trockenen deutschen Weine aus 89 dürften aber inzwischen fast ausnahmslos das Zeitliche gesegnet haben. So z.B. 2009 eine Ihringer Winklerberg Muskateller Spätlese trocken von Heger. Die Nase dieses furztrockenen Weines war etwas parfümiert, am Gaumen war er ziemlich nichtssagend und fertig - 79/100. Höchst erstaunlich allerdings 2012 ein Weißer Burgunder von Johner, was für ein schöner, frischer Wein, immer noch mit guter Frucht, viel Säure und feinem Spiel – 93/100.

Deutlich langlebiger natürlich die restsüßen Weine, wobei hier der größte Teil der Kabinette und Spätlesen langsam ausgetrunken gehört. Geprägt ist der Jahrgang von hoher Reife, viel Boytritis und oft wenig Säure. So sind zahlreiche Süßweine verdammt fett geraten.

Ziemlich daneben 2008 ein Veldenzer Kirchberg Eiswein vom Weingut Conrad-Schreiber, sehr reif und weit, viel Boytirits, immer noch süße Fülle, aber leider inzwischen auch reichlich Möbelpolitur – 83/100.Eine Eitelsbacher Karthäuserhofberg Riesling Auslese eignete sich 2005 auf René Gabriels Petrus-Probe in ihrer finessigen Art mit schöner, klarer Frucht, guter Säure und nur dezenter, feiner Süße perfekt als Aperitif und wirkte insgesamt noch recht jung - 91/100. Wirkte 2009 fast trocken, nur ganz dezent war noch etwas Restsüße zu spüren, Grapefruit war hier die beherrschende Note und eine erstaunlich präsente Säure – 89/100. Der Eitelsbacher Karthäuserhofberg Eiswein war 2009 für einen Eiswein ziemlich fett und süß mit wenig Säure, dafür um so mehr Boytritis und einem störenden, unsauberen, pilzigen Ton – 85/100. Wunderschön die Brauneberger Juffer Sonnenuhr von Fritz Haag. Die Spätlese wirkte zwar 2005 schon etwas weit, breit und diffus. Traumhafte Eleganz und Leichtigkeit aber 2005 die Auslese #4- 93/100, auch 2009 wieder. Ebenso 2008 die balancierte LangeGoldkapsel Auslese #9 – 93/100. 1997 die Auslese Lange Goldkapsel #6 – 95/100. Sehr finessig mit ebenfalls unglaublicher Leichtigkeit 2004 die BA – 96/100. Schlichtweg sensationell die bisher nur einmal, 1996 in der Traube Grevenbroich getrunkene TBA – 100/100. Saftig, reif und rund wirkte 2009 die Wiltinger Braune Kupp Auslese von Le Gallais mit viel Boytritis, guter Mineralität und immer noch strammer Säure – 92/100. Ein Saarburger Rausch Riesling Kabinett von Geltz-Zilliken hatte 2006 viel Boytritis, deutliche Firne und wenig Säure. Immer noch gut zu trinken, doch es wird langsam Zeit - 85/100. Auf dem Punkt und reif 2009 die Ürziger Würzgarten Beerenauslese vom Weingut Sanitätsrat Dr. Hermann, frisch die Nase, am Gaumen füllige, rosinige Süße, viel Honig, wenig Säure – 90/100. Eher breit und langweilig mit zuwenig Säure 1997 eine Piesporter Goldtröpfchen Riesling Auslese lange Goldkapsel von Kesselstatt – 87/100. Gut gelungen die Maximin Grünhäuser Weine von der Ruwer. Recht füllige Weine, denen vielleicht etwas die Finesse fehlte. Sehr schön 1995 und 97 die Herrenberg Auslese # 94 – 92/100. Zuletzt 2011 im Rössli in Bad Ragaz eine faszinierende Abtsberg Auslese #133 vorgesehen, unter derer cremiger Honigsüße noch eine knackige Säure steckte, die diesem Wein eine enorme Frische verlieh, wunderbarer Nektar, den man tröpfchenweise genießen konnte – 94/100. Gewaltiger Stoff 1999 mit satter Frucht und knackiger Säure der Abtsberg Eiswein – 95/100. Auch die füllige Abtsberg BA konnte 1997 bei Jörg Müller überzeugen – 93/100. Eher leichtgewichtig 1998 in Luzern ein Neumagener Nußwingert Riesling Eiswein von Milz-Laurentiushof – 88/100. Eine Zeltinger Sonnenuhr TBA Goldkapsel von Molitor war 2010 ein wunderbarer Aprikosen-Likör mit feiner Kräuterwürze und nicht aufdringlicher Süße, erstaunlich zahmer Säure und viel Kraft, unglaublich dicht lang, ähnelte nicht nur im für die Mosel erstaunlich hohen Alkohol (12%) einem großen Sauternes – 96/100. Eine Serriger Schloß Saarstein BA war 2005 schon erstaunlich weit und reif mit kräftiger, goldgelber Farbe. Ganz schön dick mit viel Boytritis und Honigtönen, für einen Saarwein geradezu opulent, aber auch ein feiner Schieferton und immer noch gute Säure. Ein großer Wein, der insgesamt sehr ausgewogen wirkte, finessig, mit toller Länge am Gaumen - 95/100. 2009 bei Schorn zwei Weine eines unbekannteren Winzers, Franz Josef Steffen. Dabei gefiel mir die Trittenheimer Apotheke Auslese Goldkapsel (89/100) deutlich besser als die Mehringer Zellerberg Auslese Goldkapsel – 85/100. Die Trittenheimer Apotheke Auslese präsentierte sich 2013 sehr stimmig, immer noch frisch mit guter, die inzwischen verhaltenere Süße balancierender Säure und feiner Schiefer-Kräuter-Würze – 90/100. So saftig, so spannend, so animierend 2016 die großartige Scharzhofberger Auslese von Van Volxem, die deutlich zeigte, welches Potential dieses Gut mit seinen Lagen schon früher besaß. Mineralisch, Bienenwachs, reife Aprikose, gute Säure – WT94. Wie schnell die 89er reifen, zeigte sich auch an einem Leiwener Klostergarten Eiswein vom Weingut Werner. 1998 brilliante, schon leicht ins Güldene gehende Farbe, wunderschöne Honig- und Rosinentöne gepaart mit kräftiger, aber reifer Säure – 95/100. Sechs Jahre später, 2004, ebenfalls im Kleinwalsertal in der Nase etwas blechern, sehr viel Boytritis, rosinige Frucht, immer noch knackige Säure, aber deutlich reifer - 92/100.

Furztrocken 2016 die Monzinger Halenberg Spätlese trocken von Anheuser mit frischer Frucht, guter Säure, leicht salziger Mineralität und für schlappe 10,5% Alkohol erstaunlichem Extrakt – WT90. Eine schon mehrfach auf diesem Niveau getrunkene Bockenauer Felseneck Auslese von Schäfer-Fröhlich hatte 2013 wieder eine frische, fruchtige Nase mit Honignoten und Melone, am Gaumen harmonisch trocken wirkend mit schöner Fülle, Mineralität und immer noch guter Säure, dazu bescheidenen 9,5% Alkohol. Dürfte sich noch lange halten – WT92.

Eine herbe Enttäuschung 2014 eine Martinsthaler Rödchen Riesling Auslese trocken von J.B. Becker. Tiefe Farbe, die Nase erinnerte mit Orangen-Bittermarmelade entfernt an einen ‚Y’, am Gaumen einfach nur anstrengend – WT84. Sehr enttäuschend 1997 eine strukturlos wirkende Steinberger Auslese von den Staatsweingütern – 82/100. Deutlich besser, aber bereits sehr reif, fett und füllig 1997 in der Versteigerungsversion – 91/100.

Angetan war ich 1997 bei Lafer von einer mineralischen, fülligen Schloßböckelheimer Kupfergrube Riesling Auslese von der Staatsdomäne – 91/100.

Sehr angetan war ich 1996 von Klaus Kellers erster TBA, einer Dalsheimer Hubacker Riesling TBA, die mit ihrer hohen Säure sehr langlebig sein dürfte.

Nicht viel anfangen konnte ich 1993 mit einer Spätburgunder Rosé TBA Selektion von Friedrich Becker, die wenig Süße hatte, aber einen mächtigen Alkohol von 15,9% - 86/100. Ein Traum war 2015 die Wachenheimer Gerümpel Auslese von Bürklin-Wolf mit Kraft, Säure und Länge – WT95. Eine Essinger Osterberg TBA von Frey&Söhne hatte 1997 eine kräftige Säure mit herrlicher Frucht und wunderschöner Süße gepaart, intensiver, beeriger Rosinenton - 95/100.

Langsam begann auch wieder die Zeit der deutschen Rotweine. Ein Philippi Pinot Noir wäre 2008 mit seiner süßen Fülle dem vielen Kaffee und Mokka auch als gut gereifter 59er Burgunder durchgegangen. Dabei immer noch pikante Frucht, viel Kraft und stützende Säure, jetzt sicher auf dem Höhepunkt – 94/100. Baute mit der Zeit leider etwas ab und wurde zunehmend kräuterig-malzig. Eine Ihringer Winklerberg Spätburgunder Auslese trocken von Dr. Heger war 2009 bei Jörg Müller auf Sylt warm, würzig, mollig, mit bester Spätburgunderart voll auf dem Punkt. Machte einfach immensen Trinkspaß – 93/100. Die Zwillingsflasche 2010 noch einen Tick drüber – 94/100.

Kein großes Weinjahr in Italien. In der Masse eher leichtere, fruchtige Weine, aber auch ein paar sehr wohltuende Ausnahmen.

Sehr modern wirkte 2009 die kalifornisch-üppige Nase des Vigna Larigi von Elio Altare. Am Gaumen war der Wein unter der Süße anstrengend, bissig, astringierend, grün und nur mit Schmerzen trinkbar, baute ab und war längst über den Höhepunkt weg – 81/100. Der Arte von Domenico Clerico dürfte zwar auch seine besten Tage schon gesehen haben, überzeugte aber 2009 trotzdem als kerniger, piemontesischer Charaktertropfen. Rustikal, animalisch, trüffelig, Steinpilze, erdig, deutliche Säure und etwas sperrig am Gaumen, der Herbst in Flaschen – 88/100. Riesengroß, nicht ganz so offen wie 88, aber mit deutlich mehr Struktur, Komplexität und Länge 2010 der Barolo Granbussia von Aldo Conterno – 97/100. Zuletzt 2011 gewaltiger Stoff, kräuterig, mineralisch, erdig mit viel lakritziger Süße, wie ein roter Pastice, so spannend, so komplex – 97/100. Der Barolo Sperss von Gaja war 2013 eine Aromenbombe, die wie ein etwas schlankerer, aber sehr nachdrücklicher Kalifornier mit Minze und Eukalyptus aus dem Piemont wirkte – WT96. Nicht überzeugen konnte mich 1994 aus der Doppelmagnum der noch etwas verschlossene Darmagi, der auch nicht entfernt an den 88er heranreichen konnte – 87/100. Der Sori San Lorenzo von Gaja war 2016 ein immer noch so jung wirkender, kerniger, animalischer und zupackender Wein, dicht, lakritzig, käuterig und sehr lang – WT97. Der Sori Tildin von Gaja hatte 2006 eine erstaunlich reife Farbe, in der Nase deutlicher Hauch von Möbelpolizur, aber auch etwas Tabak, Zigarrenkiste und welke Rosen. Baute im Glas nicht aus, sondern ab. Ein eigentlich zu reifer Wein auf dem Abstieg. Die Frucht verschwand immer mehr, die bitteren Tannine blieben - 92/100. Wohl ein Flaschenfehler, denn eine weitere Flasche 2008 war schlichtweg sensationell. Sehr dichte Farbe ohne Alter, schon die Nase zeigte eine grandiose Wucht und Fülle, massig Teer und dunkle Früchte, aber auch eine sehr kräuterige Aromatik, am Gaumen ein massives Tannin- und Säuregerüst, wobei die Säure weich und die Tannine erstaunlich reif sind. Ein sehr komplexer, spannender Wein, so eine Art Mischung aus Lafleur und La Mission mit einem Schuss Vega Sicilia Unico. Gehört sicher zum Besten dessen, was ich bisher aus dieser Region getrunken habe – 97/100. Ein Löwengang Cabernet von Alois Lageder zeigte 2004 ein helles, dünnes Ziegelrot, grüne Töne, deutlich über den Punkt – 78/100. Als großer Pomerol ging 2009 der Masseto durch, süß, weich, schokoladig, sehr generös mit feinem Schmelz, dabei sehr finessig und elegant in bester Bordeaux-Stilistik – 97/100. Auch 2012 nicht so dick und massiv wie die aktuellen Jahrgänge, eher auf der eleganten, finessigen Seite. Mehr Bordeaux als Italien, ein großer, sehr schokoladiger Pomerol war hier im Glas mit süßem Schmelz ohne Ende – 97/100. 2016 aus der Magnum nicht so dick und massiv wie die neueren Jahrgänge, eher auf der eleganten, finessigen Seite. Mehr Bordeaux als Italien, ein großer, sehr schokoladiger Pomerol mit süßem Schmelz ohne Ende - WT97. Ornellaia war schon 1994 recht reif und zugänglich. 12 Flaschen besaß ich von diesem eher kleineren Ornellaia, die ich auf 88-90/100 Niveau bis 1997 zügig ausgetrunken habe. Immer noch trinkbar ist Sassicaia, ein eher kleiner, aber sehr feiner Sassicaia, den ich 1992 für unter € 23 gekauft habe. Meine vorletzte Flasche 2005 hatte eine helle Farbe, perfekt gereift, Bleistiftnase, schöne Frucht und Mineralität auch am Gaumen, wirkt keine Spur alt - 91/100. 2009 erstaunlich dicht die Farbe, kräuterig, schokoladig und mit etwas Bleistift die Nase, am Gaumen kompakt mit viel Paprika und Zedernholz – 89/100. Wirkte zuletzt 2014 einmal schon verdammt reif – WT88. Aus einer weiteren, perfekt gelagerten Flasche deutlich besser, sehr elegant – WT92. Als großer Bordeaux mit perfekter Struktur und Länge kam 2013 der immer noch so jung wirkende Solaia ins Glas – WT94+. 2014 schlank, aber sehr elegant mit viel Zedernholz und einer deutlichen Paprikanote – WT92.

Ein guter Jahrgang auch in Österreich, aus dem ich aber noch nicht viel getrunken habe.

Stets auf 91/100 Niveau habe ich in der ersten Hälfte der 90er den geschmeidigen Bründlmayer Chardonnay getrunken. Schöne Frucht, aber für meinen Geschmack zuviel Säure 1992 Cuvée Cécile von Bründlmayer – 87/100.

Erstaunlich dicht und jung war 2009 beim Blaufränkisch Ried Marienthal von Triebaumer noch die Farbe, schmeichlerisch die Nase mit Waldbeergrütze, am Gaumen schlank und frisch mit kräftiger Säure – 89/100.

Aus der Schweiz hatte 2009 der Blauburgunder von Gantenbein eine helle, reife Farbe. Faszinierend die Nase mit ihrer verschwenderischen Süße, am Gaumen wirkte dieser Wein eher stahlig kühl und sehr kompakt, etwas bitter und austrocknend im Abgang – 87/100.

Kein besonderes Spanienjahr. Bisher kaum getrunken.

Relativ hell, weich und deutlich älter wirkend 1997 eine ansonsten sehr gefällige

Condede Valdemar Reserva – 90/100. Vega Sicilia Unico war 2007 ein klassischer, feiner, delikat-würziger Unico mit fast überreifer Frucht und viel Nelke. Etwas kurz am Gaumen – 93/100. 2015 sehr fein, sehr elegant und sehr würzig mit enormem Tiefgang, brauchte viel Luft zur Entfaltung, ein großer Unico mit Langstreckenpotential, der enorme, gut verpackte Kraft zeigt und an die klassische Eisenfaust im Samthandschuh von Margaux erinnert – WT 96.

Kein großer, eher uneinheitlicher Jahrgang in Kalifornien, aber trotzdem mit vielen schönen Weinen und einigen hochinteressanten Langstreckenläufern.

Viele sehr schöne Chardonnays habe ich in der ersten Hälfte der 90er getrunken. Da dürfte heute nicht mehr viel Trinkbares bei sein.

Beaulieu Private Reserve George de Latour war 2015 nur noch eine grenzwertuge Mischung aus Jod, Liebstöckel und Minze – WT81. Stilistisch als Medoc ging 2008 ein Beringer Private Reserve durch. Viel Paprika, kompakte Frucht, immer noch deutliches Tanningerüst, entwickelt sich sehr schön im Glas und dürfte noch Reserven für viele Jahre haben – 91/100. Dalla Valle Maya war für mich 1995 in Atlanta mit jugendlichem Purpur, sehr dichte Farbe, kräftig am Gaumen ohne kalifornische Opulenz mit verhaltener Frucht der interessante Versuch eines kalifornischen Pauillac – 90+/100. 2001 zugänglicher, aber immer noch ein dichter Powerstoff mit etwas Eukalyptus und Minze, sehr lang am Gaumen – 95/100. Mineralisch, schlank, etwas leichtgewichtig 2016 der Diamond Creek Red Rock Terrace – WT88. Nie klar kam ich mit Dominus. 2005 in der großen Dominus-Probe war das für mich ein überholztes Tanninmonster mit zuwenig Frucht – 89/100. Präsentierte sich 2010 mehrfach als großer, gereifter Klassiker in bester bordelaiser Art. Kraftvoll mit fantastischer Struktur, viel Leder, Minze, Tabak, schöne Süße, sehr komplex und lang am Gaumen – 96/100. Warum habe ich davon nichts im Keller? Da sind jetzt gut bis zu 2 Jahrzehnte Trinkspaß auf hohem Niveau angesagt. Zuletzt 2011 erst wieder eine noch deutlich verschlossenere Flasche(94/100) und kurz danach in Weggis eine offene, kraftvoll mit fantastischer Struktur, leicht animalisch, viel Leder, Minze, Tabak, schöne Süße, sehr komplex und druckvoll am Gaumen, da stimmt von der Nase bis zum Abgang alles - 96/100. Erstaunlich zugänglich bereits 1999 der Dunn Napa Valley mit schöner Frucht, etwas Minze, aber immer noch kräftigen Tanninen – 92/100. Der Dunn Howell Mountain hingegen wirkte 2009 noch sehr kompakt, immer noch jugendlich mit deutlichen Tanninen. Viel Substanz zeigte 2014 der Harlan, bei dem leider ein deutlicher Kork den sonst sicheren Trinkspaß verdarb. Immer noch nicht reif war lange der seit 1999 häufig getrunkene Heitz Martha´s Vineyard. 2006 viel Minze, Graphit und auch etwas Eukalyptus - 92/100. Dreimal 2009 prächtige Kirschfrucht, viel Kräuter, Anis, Minze, Eukalyptus, mächtiger, aromatischer Druck am Gaumen. Macht viel Spaß dieser Heitz und hat eine sicher noch lange Zukunft – 94/100. 2009 eine noch offenere Flasche auf 95/100 Niveau. 2011 auf der großen Heitzprobe der Ungers erstaunlich süß, generös, weich, reif und mit viel Schmelz, ein Martha´s als Schmusewein, mal was ganz Neues – 92/100. 2012 noch so blutjung mit superber Frucht, entwickelte sich enorm im Glas und brachte immer mehr Eukalyptus und Minze, sehr lang am Gaumen, immer noch gute Tanninstruktur, da scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht – 95+/100. 2014 offener, sehr minzig, Eukalyptus satt, dazu ein Schuss Coca Cola und viel fruchtsüße, bei aller Offenheit noch mit guter Struktur – WT95. Zwei weitere Flaschen 2014 auf der Farnsburg deutlich jünger und druckvoller – WT95+. Und auch 2016 zweimal noch so jung, Martha pur mit viel Potential – WT95+. Heitz Trailside Vineyard war 2008 potentiell wohl ein großer Wein, aber er sang aus dieser Flasche nicht wirklich. Eukalyptus, kräuterige Würze, Hustensaft, hoffentlich löst da bald mal jemand die Handbremse – 91/100. Deutlich schöner 2011, reif und sehr ausgewogen – 93/100. Ausnehmend gut gefiel mir 2003 aus der Magnum Mondavi Cabernet Sauvignon Reserve. Ein perfekt gereifter Bordeaux aus Kalifornien mit Reserven für noch viele Jahre – 94/100. Zum ersten Mal, 1998 in Zürich mit René Gabriel, habe ich Chateau Montelena getrunken. Der war damals trotz guter Frucht erstaunlich reif, auch in der Farbe, und schien auf dem Abstieg – 85/10. 2010 im Villino reichte ein Glas. Dumpfe, dunkle Frucht, schwermütig, spaßfrei. 2012 traumhaft balancierter Cabernet mit wunderschöner Frucht, noch viel Zukunft und jede Suche wert - 94/100. Auf der Montelena-Vertikale 2012 ein feiner, reifer, weicher und eleganter Charmeur – 91/100. Sehr gut gefiel mir 2002 ein Monticello Vineyards Corley Reserve aus der Magnum, ein delikater, finessiger Wein mit feiner Süße – 92/100. Weniger begeistern konnte ich mich 1999 für den etwas eindimensionalen, rustikalen Niebaum CopollaRubicon – 86/100. 2008 war dieser Wein erstaunlich fein und weich, gut gereift mit etwas Süße und Schmelz, hatte einen lakritzigen Abgang und wurde leider im Glas mit der Zeit etwas schwächer, gehört sicher in den nächsten Jahren getrunken – 89/100. Weich, gefällig und aromatisch 1999 der Opus One – 90/100. Zuletzt 2011 reif zwar, aber ohne Schwächen, dunkle Früchte, Leder und Waldboden in der sehr feinen Nase, am Gaumen elegant mit guter Säure und viel Rückrat, sicher noch eine Suche wert – 92/100. Ein Sangiovese von Robert Pepi war 2010 ein kleiner, noch trinkbarer, völlig unscheinbarer Wein ohne erkennbaren Fehler, aber auch ohne jede Form von Höhepunkt – 82/100. Sehr fein und reif 1997 Phelps Insignia – 90/100. Ridge Monte Bello war für mich immer ein eher kleinerer, schlankerer, tanninbetonter Wein, den ich meist bei 89-90/100 eingeordnet habe. Erst in der letzten Flasche 2008 ging dieser Wein aus sich heraus, wirkte reif zwar, auch mit gewisser Überreife, aber in dieser Flasche noch lange nicht am Ende mit erstaunlicher Kraft und Fülle, immer noch mit viel Schwarzkirsche, Pflaume und auch Schokolade, blieb auch spannend vom ersten bis zum letzten Tropfen - 92/100. Großartig entwickelt hat sich Shafer Hillside Select. 2006 auf Sylt minzig-eukalytische Aromatik, die reife Brombeere, aber am Gaumen auch etwas austrocknende, staubige Tannine. Doch baute der Wein einfach fantastisch in Glas und Karaffe aus, wurde runder, vielschichtiger, länger - 96/100. 2010 auf der großen Hillside-Probe war kaum zu glauben, dass das der gleiche Wein sein sollte, ein fruchtiger, netter, schön zu trinkender, etwas simpler Saufwein ohne Alter – 89/100. Silver Oak Napa Valley Cabernet hatte 2008 zweimal in der Traube Trimbach ein dichtes, warmes Rot mit dezenten Reifetönen, Minze, der alte Ledersattel, mit dem John Wayne durch den Wilden Westen geritten ist, kein fetter Kali, sondern elegant mit fast spielerischer Eleganz, eigentlich Bordeaux im besten Sinne mit feiner, roter Johannisbeere und viel aromatischem Druck. Einen solch perfekt gereiften, großen Wein genau im Punkt optimaler Trinkreife genießen zu dürfen, das ist schon ein einmaliges Erlebnis – 95/100. Leider war bei der dritten und letzten Flasche in der Traube 2009 der Lack völlig ab – 81/100. Ein Storybook Zinfandel Reserve hatte 1997 eine junge, nicht besonders dichte Farbe, Nase exotisch, medizinisch, auch am Gaumen leicht exotisch, Anis Lakritze, Kräutergarten, würzig - 89/100.

Selbst mit einem israelischen Wein kann ich aus 89 dienen, dem Gamal Golan Heights. Das war 1999 ein leckerer, unkomplizierter Stoff auf 85/100 Niveau, der aber heute sicher seinen Höhepunkt längst hinter sich hat.

Gut 12mal hatte ich zwischen 1995 und 2001 den Penfolds Grange im Glas, einen üppigen, hedonistischen, begeisternden Wein, den ich stets mit 96-98/100 bewertet und mit größter Freude getrunken habe. War auch eines der Highlights der großen Grange-Probe 1999 in Lehrbach. Zuletzt 2009 war das Hedonismus pur mit so herrlich süßer, aber nicht überladener Frucht, eine geile Weinpraline, einfach dekadent lecker. Für mich ist das einer der schönsten Grange überhaupt – 97/100. 2013 ledrig die Nase mit beeriger Frucht, am Gaumen ein betörendes Maul voll Wein, dabei immer noch so blutjung mit gewaltiger Struktur, kann und wird wieder zulegen - WT94+. Sehr gut auch 2011 der Penfolds Cabernet Sauvignon Bin 707 mit Kraft, Reife und Fülle, aber auch toller Struktur, da ist nichts australisches, schon gar nichts marmeladiges, viel Minze, Leder, ein großer, perfekt gereifter Cabernet – 95/100.

Sehr schön und perfekt gereift, aber ohne Alter trank sich 2016 ein sehr eleganter Rust En Vrede Cabernet Sauvignon aus Südafrika, der auch als gut gereifter St. Julien durch ging – WT93.

Ein sehr gutes Champagnerjahr mit einer großen Ernte und relativ schnell reifenden Weinen.

Sehr reif wirkte 2015 die Nase des Clos du Mesnil mit Ananas, Toffee, Marzipan, Honig und Bienenwachs. Auch am Gaumen wirkte er weich, reif, rund und voll trinkbar – WT94. Spontan mit 97/100 bewertete ich am Silvesternachmittag 2006 den komplexen, noch recht jungen Krug Vintage. Deutlich reifer präsentierte er sich dekantiert in Weißweingläsern 2007 auf Chateau Latour – 94/100. Und auch eine weitere Flasche Ende 2007 auf Muottas Muragl war erheblich reifer und weiter als im Vorjahr – 95/100. Weil es so schön war, setzten wir das an gleicher Stelle auf gleichem Niveau 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 fort. Sehr schön und noch jung, frisch und fordernd 2009 auf Sylt ein Bruno Paillard Blanc de Blancs – 92/100. War 2016 auf Sylt immer noch so frisch und hatte etwas zugelegt – WT93. Taittinger Comtes de Champagne war 2011 reifer Champagner vom allerfeinsten, jetzt in bestechender Trinkform, reife Farbe, sehr gutes Mousseux, in der Nase dicke Brotkruste, am Gaumen reife, gelbe Früchte, buttrig, nussig, cremige Textur, aber auch erstaunlich gute Säure, baut enorm aus und zeigt gewaltige Länge am Gaumen – 96/100. Sehr reif und weit wirkte 1998 im Landhaus Bacher eine Veuve Clicquot La Grande Dame – 90/100.

Nur wenige Jahrgangs-Portweine gab es in einem nur eher durchschnittlichen Jahrgang. Bisher nicht getrunken.