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1994

1994 ist ein großer. lagerfähiger Jahrgang mit immensem Sex Appeal – für kalifornische Weine. Für Bordeaux sieht das leider anders aus. Wie so oft hatten nach einem warmen Sommer die in Bordeaux häufig auftretenden September-Regenfälle die Hoffnungen der Winzer zum Teil zunichte gemacht. Rigorose Selektion war angesagt. Wo sie erfolgte, entstanden konzentrierte, sehr lagerfähige Weine mit guter Struktur und massivem Tanningerüst, den 88ern nicht unähnlich. Klar im Vorteil der früh reifende Merlot und damit nicht nur das Pomerol, sondern alle Weine mit hohem Merlotanteil. Einige meiner eigenen Bordeaux OHK´s – dem ersten Jahr, das ich nach dreijähriger Pause wieder in größerem Maße in Subskription gekauft habe – sind noch zu. Und besonders gereizt haben mich die Bordeaux des Jahres ohnehin nicht sehr. Schwappte doch damals gerade die Kalifornienwelle durchs Land. Und warum sollte ich mich für bittere Bordeaux-Kost erwärmen, wenn es nicht nur reichlich gut trinkbare Bordeaux aus besseren Jahren gab, sondern auch all die prächtigen, damals sehr bezahlbaren Gewächse aus dem amerikanischen Sunshine State. Natürlich gibt es auch positive Ausnahmen bei den Bordeaux und vor allem Ausnahmeflaschen. Wer einen dieser Wein im kurzen, optimalen, aber leider nicht vorhersehbaren Trinkfenster erwischt, hat großes Glück und viel Trinkspaß im Glas.

Cos d´Estournel fehlt es wie vielen 94ern einfach an Frucht und Charme. 2006 passte er mit seiner etwas burschikosen Art, mit seiner kräuterigen, lakritzigen Aromatik und den etwas ruppigen Tanninen perfekt zu einer Brotzeit auf einer Almhütte - 87/100. Zuletzt 2012 eine schöne, röstige Nase mit Kaffee und Schokolade, aber auch Paprika, etwas anstrengend und freudlos am Gaumen – 89/100. Wirkte 2016 eckig und rustikal mit viel Kraft, aber wenig Charme – WT88. Beim kräftigen, rustikalen Meyney hatte mich schon 2000 die deutliche grüne Note gestört – 83/100. 2006 aus der Imperiale hatte der viel Säure, war knochig, wenig Fleisch, ein guter, sehr einfach gestrickter, rustikaler Wein - 84/100. Montrose war 2006 aus der Jeroboam ein rabenschwarzer, dichter, rustikaler Powerstoff mit wenig Charme, massiven Tanninen, unter denen etwas feine, rotbeerige Frucht hervorlugt, viel Teer und Hustensaft. Potential hat der Wein schon, aber ob die Frucht ausreicht, um da in 20 Jahren zu einem Wunder zu führen? Vorsichtige 88+/100. Auch 2010 auf Elke Dreschers großer Montrose-Vertikale wirkte er immer noch dicht, kräftig und sehr anstrengend – 88/100. Stank 2012 wie alte Marathonsocken, war grün und anstrengend am Gaumen mit harschen Tanninen – 83/100. Erstaunlich zugänglich dann 2014 auf einer Best Bottle im Rössli mit süßer Frucht – WT94. Viel Luft brauchte 2012 der Phelan Ségur um wenigstens eine schöne Nase zu entwickeln, am Gaumen sperrig wirkend mit immer noch deutlichen Tanninen – 86/100.

Batailley ist ein eher belangloser Wein, den ich zuletzt 1998 mit 83/100 im Glas hatte. Gut trinkbar mit schöner Frucht 2012 der kräftige Clerc Milon, der sich noch einige Zeit auf diesem Niveau halten dürfte – 86/100. Großes Potential zeigte 1998 am Ende der Fruchtphase Lafite Rothschild, dichte Farbe, tolle, explosive Nase mit Kaffee und Leder, wie ein Mouton vom Feinsten, wandelte sich etwas im Glas und ging mit der Zeit sogar etwas zu – 91+/100. Sehr dicht 2012 die Farbe. Das war zwar keine 1er Cru Qualität, aber ein sehr gut zu trinkender Wein, der mit den Jahren noch etwas zulegen könnte. Aus dieser Flasche zumindest deutlich offener als die ruppige Doppelmagnum 2011 auf René Gabriels großer Lafite-Probe – 91/100. Latour war 2012 erstaunlich zugänglich und sehr gut zu trinken, weich, gefällig, röstige Nase mit Tabak, Schoko und Leder, druckvolle Aromatik am Gaumen – 94/100. 2013 aus der Magnum deutlich verschlossener und kantiger – 92+/100. Auch aus einer perfekt gelagerten 1tel hatte er 2013 Kraft und Substanz, aber die Tannine sind harsch, die dunkle Frucht zeigt sich verhalten und von der klassischen Walnussaromatik hat er derzeit nur das Bittere – WT88+. Nie anfreunden konnte ich mich mit dem mehrfach getrunkenen Lynch Bages. 2008 auf René Gabriels großer Lynch-Probe riss der mich aus der Doppelmagnum trotz dunkler, junger Farbe nicht vom Hocker. Er wirkte eckig, grün und rustikal - 85/100. 2012 Ein feiner, generöser, fruchtiger, sehr gut zu trinkender Schmeichler mit viel Tabak und Leder – 92/100. In seiner Fruchtphase bis 2000 war Mouton Rothschild ein von jugendlicher Röstaromatik geprägter, wunderbarer Wein, den ich oft mit 93-94/100 im Glas hatte. Danach kamen lange, enttäuschende Jahre, in denen der Mouton völlig zugenagelt und ziemlich enttäuschend war. Jetzt entwickelt er sich langsam wieder. 2009 erinnerte er mit seiner feinen Art, seiner ledrigen Bleistiftnase an 1983 – 92+/100. Da kommt noch mehr, auch wenn ich 2009 in einer Probe auch ein freudlose Flasche trinken musste. 2011 schien der Knoten endlich wieder zu platzen, Freude im Glas, very Mouton, 93+/100, mehr in Sicht und das für mindestens 15 Jahre. 2012 auf der 94er Probe in der Braui Kraft, Fülle, Frucht und Schmelz, brach aber am Gaumen ab und war recht kurz im Abgang, ich kenne diesen Wein deutlich besser – 91/100. Kurz danach 2012 eine Flasche im Passion du Vin, 2 Stunden dekantiert und ab ging die Post – 93+/100. Auf der Mouton-Vertikale 2012 im Balm sehr dicht die Farbe, Leder, ein Hauch Minze, Pferdestall statt Röstaromatik, ein buschikos wirkender und trotz etwas harscher Resttannine gut zu trinkender Wein – WT92. 2015 waren da immer noch etwas harsche Tannine und ein stabiles Säuregerüst, aber auch eine sehr schöne Frucht, die die 94er Herbe ausgleicht. Das wird wohl nie ein Riese, aber ein guter, solider Mouton – WT93. Erstaunlich füllig, kräftig, aromatisch, zugänglich und lang zeigte sich 2012 der Pichon Baron, mit reifer, dunkler Frucht, Zedernholz, mineralisch. Aus dieser Flasche einfach „rund“ und absolut stimmig – 94/100. Leider scheint es von der Pichon Comtesse zwei unterschiedliche, von außen nicht unterscheidbare Abfüllungen zu geben. Meine 24, inzwischen ausgetrunkenen halben Flaschen variierten zwischen 83 und 90/100 und gehörten wie viele enttäuschende 1tel zur schlechteren Sorte. Beispielhaft dazu zwei Erlebnisse aus 2008. Statt samtiger, Comtesse-typischer Fülle empfängt uns hier aus der DM eine Art Zweitwein von Montrose, sperrige Rustikalität, Staub statt Frucht und trockene Tannine. Zu mehr als 87/100 konnte ich mich da nicht überwinden. Und kurz danach in der Braui animalisch, sehr kraftvoll, dichte, junge Farbe, viel Leder und Tabak, sehr lang am Gaumen - 96/100. Anscheinend gibt es in Deutschland hauptsächlich die ärgerliche Variante, während die Schweiz mit der besseren Version bedient wurde. Zwei weitere Flaschen der „deutschen“ Variante 2012 mit wohlwollenden 90/100. Und 2014 zickte die Comtesse wieder rum – WT87. Deutlich gefälliger 2016, ob da noch ein Wunder passiert? – WT91. Der 94er gilt als erster Pontet Canet einer neuen Ära. Als Jungwein hatte ich ihn in der Fruchtphase mit 92+/100 im Glas. Danach verschloss er sich rasch zuletzt 2006 tiefe, undurchdringliche Farbe, massive Astringenz und kräftiges Tanningerüst bei recht wenig, aber feiner Frucht und nur einem Hauch von Schmelz zeigen einen etwas zurückgebliebenen Wein, der sich noch nicht ganz entschieden hat, ob er mal aufblühen will, oder lieber austrocknen. 88/100 waren im Glas. Je nach Entwicklung kommen da in 5-10 Jahren bis zu 5 dazu oder fallen weg.

Den sehr gut gelungenen Clos du Marquis hatte ich Ende der 90er mehrfach mit 90/100 im Glas. Doch 2015 hatte er selbst aus der Magnum seine beste Zeit hinter sich – WT84.. Ducru Beaucaillou hatte ich mehrfach recht kompakt und anstrengend mit 86-88/100 im Glas. 2009 auf der großen Ducru-Probe in Krems sehr schöne, klassische St. Julien-Nase mit schwarzer Johannisbeere, Leder und Zedernholz. Am Gaumen war er fleischig, speckig, hatte aber auch die etwas staubigen Tannine des Jahrgangs – 90/100. Geradezu euphorisch stimmte 2012 der erste Schluck mit Dichte, Kraft, Fülle und deutlichem Tanningerüst. Auf dem Niveau wären 93/100 fällig gewesen, doch der Ducru entwickelte sich nicht im Glas, er baute rasch ab, wurde dünn und wässrig, ein völlig anderer Wein nach 30 Minuten, für den allenfalls noch Kopfschütteln und gnädige 88/100 blieben. Gruaud Larose wirkte 2009 eckig und rustikal mit grünem Tannin und war dazu ziemlich muffig - 82/100. Etwas weiter entwickelt 2012, aber Eher einfach gestrickt und recht dünn, in der Nase etwas roter Curry, am Gaumen süße Frucht, aber auch grüne Tannine – 89/100. Auch 2014 ein immer noch kräftiger, robuster, jung wirkender Wein, ebenfalls weitgehend charmefrei – WT88. In bestechender Form präsentierte sich 2011 Lagrange mit saftiger, pflaumiger Frucht, viel Leder, Kraft – 92/100. Im richtigen Moment getrunken kann selbst so ein 94er verdammt schön sein. Zu Leoville Barton notierte ich 1997 im Ifen: sehr dichte Farbe, schon mit einigem Genuss trinkbar, wenn bloß diese irre Säure und diese massiven Tannine nicht wären, ein Klassiker, den man 10 Jahre vergessen sollte. Und genau 10 Jahre später, 2007 in der Braui, war er deutlich schöner, Viel Zedernholz, feine Frucht mit dezentem Schmelz, ausgewogen, balanciert und nach einer etwas frustrierenden, längeren Wartezeit jetzt voll da - 90/100. Leider war das dann 2010 im D´Vine ein rustikaler, kräftiger Wein mit dichter Farbe, absolut charmefrei. Besser wieder 2012 in der Braui, minzig, aber auch etwas medizinal in der Nase, baute gut im Glas aus und wurde runder und gefälliger – 90/100. Sehr überzeugend 2012 Leoville Poyferré, Schokonase mit Mokka, am Gaumen wunderbare Frucht, Fülle und feiner Schmelz – 92/100.

Cantemerle war Ende der 90er mehrfach an Bord diverser Lufthansa-Langstreckenflüge ein kleiner, etwas ruppiger Wein mit zuviel Tannin und zuwenig Frucht. Dürfte inzwischen zu alt sein. Recht gefällig war Ende der 90er mehrfach Sociando Mallet mit konstant 89/100.

Ob bei Margaux irgendwann noch mal was kommt? Einmal, 2000, hatte ich ihn auf einer Probe jung mit schönen Röstaromen und dichte Farbe im Glas - 92/100. 2007 auf René Gabriels großer Margaux-Probe zeigte er trotz des großen Flaschenformates bereits deutliche Reifetöne in der nicht sonderlich dichten Farbe und diesen leichten Rostton meinte man dann auch am Gaumen zu schmecken. Sperrig, ungenerös, tanninlastig - 88/100. Und zuletzt 2009 im Rössli in Bad Ragaz war dieses zugenagelte, abweisende Tanninmonster praktisch untrinkbar. Palmer empfand ich 2009 auf René Gabriels Palmer-Vertikale eher als so eine Art aggressive Gaumenbeleidigung, wenig Frucht, harsche Tannine, ungehobelt und ruppig - 84/100. Auch 2012 auf der 94er Vertikale in der Braui ziemlich mickrig und nichtssagend – 86/100. Und zuletzt 2013 auf Elke Dreschers Probe ein typischer, eckiger, charmefreier 94er, den die Welt nicht braucht, und der mit Palmer wenig zu tun hat – WT86. Da wird auch nichts mehr draus. Pavillon Rouge hatte 2000 eine relativ helle Farbe mit deutlichem Wasserrand, feine rote Früchte, filigran, aber wenig Substanz – 83/100.

Haut Bailly war 2006 aus der Imperiale ein reifer, etwas rustikaler Wein, der mit Großflaschenbonus auf 90/100 kam. In der Fruchtphase 1997 habe ich Haut Brion als feinen, schmelzigen Schmeichler mit der klassischen Cigarbox-Nase mit 93/100 bewertet. Danach ging es kontinuierlich bergab. 2006 auf der großen Haut Brion Probe kernig, drahtig und schlank, leider machte er zumindest aus der Großflasche nicht allzu viel Spaß, da waren sicher noch mal 5-10 Jahre Warten angesagt – 87+/100. 2011 deutlich reifer und dabei erstaunlich süß und karamellig, kein großer Haut Brion, aber ein wunderbarer Schmeichler – 93/100. 2012 etwas dürrer – 91/100. 2016 rustikaler, kräftiger, dichter und langlebig. Da kommt sicher noch mehr - WT92+.Auch La Mission hätte 2002 ein sehr schöner Wein sein können, wären da nicht die kräftigen, grünen Tannine gewesen – 89/100. Viel Tannin, wenig Frucht und am Gaumen die große Langeweile. 2012 aus der Magnum auf hohem Niveau etwas nichtssagend und trivial mit immer noch astringierenden Tanninen – 89+/100. 2014 waren da aus der Doppelmagnum immer noch die etwas grünen, astringierenden Tannine, die den Genuss dieses sonst klassischen Pessac in Grenzen halten – WT89. Aber die Zeit mag es richten. Den 1998 mit 83/100 getrunkenen La Tour Martillac muss man sich wohl nicht merken.

Einer der großen Erfolge des Jahrgangs ist Angelus. Gut 20mal getrunken, mehrfach 2011 mit erster Reife und feiner Süße, aber immer noch mit viel Kraft – 93/100. Ende 2009 auf einer Best Bottle in Emmen die bisher beste Flasche, exotisch üppig die Nase mit Vanille, Kokos und süßer Frucht, am Gaumen immer noch eine kräftige Statur mit derzeit noch leicht bitter wirkenden Tanninen. Bleibt für mich einer der besten Weine aus 1994 und ist nach wie vor jede Suche wert – 95/100. Doch auch der lebt nicht ewig. 2013 hatte ich das Gefühl, dass er langsam austrocknet und die harschen Tannine die Frucht überleben - 91/100. Trank sich 2016 bei aller, etwas herber Jahrgangstypizität mit erstaunlich saftiger Frucht wunderschön – WT94. Canon war stets rustikaler, staubtrockener Kraftbolzen ohne jede Frucht, am Gaumen austrocknend mit deutlichem Bitterton im Abgang, nie mehr als 80/100 wert. Doch zuletzt 2008 auf Sylt überraschte er mich mit feiner Frucht und Eleganz. Da kamen gut und gerne 88/100 ins Glas. Nie sonderlich gemocht habe ich Cheval Blanc. 2008 auf der großen Cheval Blanc Probe die bisher beste Flasche, ein eckiger, rustikaler Kraftprotz ohne jeden Charme und leider ohne die nötige Substanz und das nötige Fett, um nach Abschmelzen der harschen Tannine einmal groß zu werden - 89/100. 2010 aus der Doppelmagnum rettete ihn nur ein Korkton vor einer erneuten Blamage. Muss man nicht im Keller haben. 2014 war das sus der ersten Magnum ein rustikaler, charmfreier, kompakter Kraftprotz mit mehr Zedernholz als Frucht, am Gaumen schlank mit kurzem Abgang – WT87. Aus der zweiten Magnum war er deutlich schöner, aromatischer und schon eher an Cheval Blanc erinnernd – WT90. Figeac hatte 2011 eine feine, schlanke Nase mit roten Johannisbeeren und Holunder, auch am Gaumen recht schlank und verhalten mit wenig aromatischem Druck – 86/100. 2012 ein harter, anstrengender Knochen, frucht- und freudlos mit hoher Säure– 85/100. Gut gefiel mir 1997 in der jugendlichen Fruchtphase Tertre Roteboeuf. Müsste die damaligen 90/100 auch heute noch bringen. Über 92/100 bin ich lange beim kräftigen, floralen Valandraud nie hinaus gekommen. Da störten bei allem schokoladigem Schmelz zu sehr die grünen Noten, auch 2009 in Bremen aus der Doppelmagnum. Doch zuletzt 2012 zeigte schon die sehr dichte Farbe, dass da über die Jahre noch mehr zu erwarten ist. Macht aber heute mit verschwenderischer, schokoladiger Süße und enormem, aromatischem Druck am Gaumen schon enormen Spaß und hat sich über die letzten Jahre mächtig weiterentwickelt – 93+/100. Zeigte 2014 aus der Imperiale statt den leicht grünen Noten früherer Jahre eine röstige, schokoladige Opulenz und wirkte dabei immer noch recht jugendlich – WT94.

Belle Brise habe ich nur einmal, 1997 in der Fruchtphase, getrunken. Hat mich nicht sonderlich begeistert. Gut entwickelt hat sich Clinet, der sich 2016 und 2017 mehrfach mit Leder, Zedernholz, leicht animalischen Noten, aber auch feinem schokoladigen Schmelz schön trank – WT92. La Conseillante hatte 2010 aus der Imperiale noch eine sehr junge, dichte Farbe, in der Nase rotbeerige Frucht, aber auch der verschwitzte Turnschuh, am Gaumen fleischig, kräftig und noch ganz am Anfang, ein Charakterwein mit Ecken und Kanten, der sich wunderbar trank und rasch leer war – 91/100. 2012 aus der 1tel nicht so generös, eher Paprika-Bitterschokolade, aber die Impi läßt hoffen - 89+/100. Entwickelte sich aber in den Jahren danach, 2016 so stimmig und harmonisch – WT91. l´Evangile zeigte sich 2012 als schöner After Eight Wein mit Minze, Bitterschokolade und viel Kraft – 91/100. 2013 und 2014 deutlich offener mit herrlicher Frucht und generöser, schokoladiger Süße – WT93. Auch 2016 auf diesem Niveau. Gazin war in der Fruchtphase ein weicher Schmeichler und guter Struktur mit Potential für 90/100. 2010 aus der Magnum ein tanninbetonter Wein mit leicht grünen Noten in der eher anstrengend wirkenden Nase, entwickelte sich kaum im Glas und war auch etwas kurz im Abgang – 89/100. Kurz danach auch aus der 1tel wieder ein typischer 94er, Frucht hatte er, jung war er noch, aber eben auch reichlich sperrige Tannine und trotz dezenter Süße diese störenden, grünen Noten – 88/100. 2012 sehr schön und vielversprechend die Nase mit Röstaromen ohne Ende, mit viel Kaffee, Mokka und Schokolade, der Gaumen kam da leider nicht ganz mit – 91/100. Aus der Imperiale machte Lafleur 2005 als sehr gut gelungener Kraftbolzen eine hervorragende Figur und war schon gut trinkbar. Dichte, junge Farbe, frische Minznase, Schokonoten, dunkles Toffee, feine Süße, am Gaumen druckvolle Aromatik und tolle Länge - 95/100. Deutlich verschlossener 2007 aus der 1tel, mächtiger, von kräftigen Tanninen dominierter Stoff mit lakritzig-kräuteriger Aromatik – 90+/100. 2009 auf Sylt ein durchaus mit Vergnügen antrinkbares Kraftpaket – 93+/100. Zeigte sich 2010 aus der Doppelmagnum recht offen und zugänglich, wunderbar komplexe, kräuterige, süße, schokoladige Nase, am Gaumen kraftvoll mit spürbaren Tanninen, aber auch hier einfach schokoladig-lecker mit feiner Süße – 95/100. 2014 aus der aus der Jeroboam recht offen und zugänglich, wunderbar komplexe, kräuterige, süße, schokoladige Nase, am Gaumen kraftvoll mit immer noch spürbaren Tanninen, aber auch hier einfach schokoladig-opulent mit feiner Süße – WT95. Lagrange war 1999 ein kleiner, feiner Wein mit schöner Schokonase, bei dem aber etwas die Substanz fehlte – 87/100. Latour-à-Pomerol hatte 2011 eine sehr würzige, ausdruckstarke, kräuterige Nase, am Gaumen kraftvoll, maskulin mit viel Bitterschokolade, deutliche, aber reife Tannine, kein weicher Schmuse-Pomerol, aber sehr gut zu trinken – 89/100. Petrus war 2000 noch ein massiver, dichter, etwas rustikal und ungehobelt wirkender Klotz, mehr Power als Charme aber mit Potential. Doch 2005 auf René Gabriels großer Petrus-Probe war er schon offener, sehr kraftvoll und schön, in der Stilistik dem 88er nicht unähnlich, aber zugänglicher, sehr viel Potential, pflaumige Frucht, große Länge am Gaumen - 95/100. Auch 2016 war das mit dieser Sexyness von Petrus, dieser wunderbaren Frucht und dieser Länge ein großer, immer noch so junger Wein, der noch über längere Zeit zulegen kann – WT95+. Großartig fand ich 2001 in einer Best Bottle den Le Pin, geile Nase, am Gaumen Röstaromen mit Mokka - 95/100. 2005 dann feine, rotbeerige Frucht, zeigt zwar noch kein Alter, ist aber deutlich schlanker und hat große Teile seines Sex Appeals verloren - 93/100. 2010 dann aus der Doppelmagnum war da soviel Süße und Fülle, aber auch noch ungeheure Kraft, dekadent die immer mehr süße Himbeeren zeigende und noch von Röstaromen geprägte Nase, einfach eine gewaltige, berauschende Droge, dieser noch nie so gut getrunkene Wein – 96/100. Zuletzt 2015 erstaunlich schön mit süßer Frucht, reife Himbeeren, auch am Gaumen feiner, opulenter Schmelz mit nur einem Hauch von 94er Grünnoten, einfach eine wunderbar zu trinkende Weindroge – WT94. In Belgien habe ich 1997 etliche, sehr preiswerte Flaschen eines deklassierten Le Pin erworben, der als einfacher Pomerol verkauft wurde. Der trank sich sehr schön und schokoladig auf konstant 88/100 Niveau, war aber 2003 schon sehr reif.

Noch vor dem Septemberregen konnten gute, fruchtige Weiße Bordeaux geerntet werden. Die besseren davon sind immer noch eine Suche wert.

Mehrfach hatte ich bis 2000 den frisch-fruchtigen Aile d´Argent mit konstant 89/100 im Glas. Dürfte wohl inzwischen am Ende seines Lebenszyklus sein. Auch Carbonnieux kenne ich nur aus seiner Jugend, wo ich ihn 1997 im Hummerstübchen mehrfach mit 89-90/100 im Glas hatte. Da dieser Wein gut altert, müsste er noch trinkbar sein. Traumhaft schön Fieuzal, von dem ich seit 1997 mit größtem Vergnügen auf stets mindestens 92/100 Niveau 24 halbe und 24 ganze Flaschen getrunken habe. Würde ich immer noch aus guter Quelle nachkaufen. Sehr gut gefiel mir 1997 bei Alain Ducasse in Paris der sicher immer noch gut trinkbare Pape Clement – 91/100. Pavillon Blanc dagegen war 2007 abgestanden, leicht faulig, vegetal, Gemüse statt Frucht, ein weißer, uralt wirkender Rioja - 79/100. Smith Haut Lafitte fand ich 1997 in Brügge eher leichtgewichtig – 87/100.

Ein sehr variables Burgunderjahr, bei dem Licht und Schatten dicht beieinander liegen. Meine bisherigen Erfahrungen sind eher mäßig.

Überhaupt nicht klar kam ich 1998 mit Echezeaux von DRC. Wenig Frucht, spitze Säure und sehr harsche Tannine – 83/100. Besser und mit mehr Potential 1997 der Romanée St. Vivant mit sehr schöner, üppiger Nase, aber am Gaumen ebenfalls mit schon fast brutaler Säure – 88/100. Richtiggehend unangenem auf dem Weinforum 1997 ein Charmes Chambertin von Géantet-Pansiot. Enttäuschend auf dem Weinforum auch ein Clos de Vougeot von Leroy mit wenig Körper und zuviel Säure – 84/100. Ein Vosne Romanée Les Chaumes von Meo Camuzet war 1997 im Ifen bis auf die unangenehme 94er Säure ziemlich dünn – 78/100, ebenso ein Vosne-Romanée aux Cros-Parantoux vom gleichen Erzeuger 1997 auf dem Weinforum in Arosa.

Deutlich gleichmäßiger und in der Summe besser die Qualität der Weißen Burgunder.

Der Corton Charlemagne von Bonneau du Martray war 2006 ein Charakterwein mit deutlichem Stinker in der Nase, sollte sicher in den nächsten Jahren getrunken werden - 90/100. Sehr gut gefiel mir mehrfach Ende der 90er ein Meursault Genevrières von Boyer Martenot auf konstant 93/100 Niveau. Sollte noch gut trinkbar sein. Ebenso vom gleichen Erzeuger der Meursault Perrières. Sehr gut und nachhaltig, deutlich kräftiger als die Drouhin-Variante Ende der 90er mehrfach der Clos des Mouches von Chanson – 92/100. Der Le Montrachet von Ramonet war 2006 ein etwas ruppiger Kraftbolzen mit kräftiger Säure, guter Statur und Länge. Für das schwierige Jahr aber durchaus ein gelungener Wein - 92/100. Ein Batard Montrachet von Sauzet wirkte 1998 wie großer, weißer Bordeaux, schöne Frucht, massiver Holzeinsatz, aber nicht aufdringlich, bleibt lange am Gaumen – 93/100. Hat sicher ebenso Potential wie der 1996 viel zu junge, verschlossene Le Montrachet von Sauzet. Das zeigte 2009 ein im Keller vergessener Puligny Montrachet Folatières dieses Erzeugers, immer noch ein holzbetontes Kraftpaket, sehr erdig-mineralisch - 92/100.

Ein guter Jahrgang an der nördlichen Rhone.

Der Côte Rotie Grandes Places von Gerin entwickelte sich 2002 und 2003 im Adler in Rosenberg sehr schön im Glas 92/100 und wirkte beim 2. Mal dekantiert noch etwas druckvoller 93/100. Durchweg gute Weine gab es von Guigal. Der pfeffrig-würzige, recht zugängliche Hermitage hatte 2001 immer noch ein gutes Tanningerüst – 89/100. Von den drei auf der Prowein 1998 mehrfach und ausgiebig verkosteten LaLas gefiel mir

La Turque am Besten mit 95/100. Zuletzt 2007 im La Vinesse zwar sehr fein, würzig, pfeffrig und hocharomatisch, aber doch auch sehr kurz am Gaumen. Vermutlich hatten wir nicht den richtigen Trinkzeitpunkt erwischt, denn sonst müssten da etwas mehr als 93/100 sein. 2017 einfach sexy – WT95+. La Mouline war 1998 auf der Prowein sehr weich, feminin und elegant – 90/100. Schien 2008 in einer Best Bottle bei Schorn seine besten Zeiten längst hinter sich zu haben. Trank sich immer noch recht schön mit reichlich Karamell in der Nase und am Gaumen, aber ein guter La Mouline kann eigentlich mehr - 91/100. Noch so jung und vital 2015, legte jetzt erst richtig los. Kann reichlich Luft brauchen bis sich das volle La Mouline Verwöhnaroma mit allen Gewürzen des Orients entfaltet – WT97. 2017 das große Pfauenrad der Gewürze – WT96+. La Landonne dürfte der langlebigste der Drei sein. 1998 war er noch sehr verschlossen mit gewaltigen Tanninen – 91+/100. War 2017 strukturiert, straff und klassisch - WT94+. Nur einmal, 1997, habe ich bisher den damals noch jugendlich fruchtigen, kräftigen Hermitage la Chapelle von Jaboulet Ainé getrunken, der eine gute Zukunft zu haben schien, aber nicht die Klasse früherer Chapelles – 91/100.

Wenig anfangen konnte ich 2001 auf der großen Vega-Probe mit dem hochgelobten Vin de Paille von Chapoutier. Aber da dieser Wein, von dem es nur 1000 Flaschen gibt, ja 100 Jahre altern soll, gibt es sicher irgendwann eine zweite Chance.

Als eher schwach gilt das Jahr an der südlichen Rhone. Hatte ich bisher noch nicht im Glas.

Hellauf begeistert waren wir 1998 vom dichten, komplexen Silex von Dageneau und bewerteten ihn mit 93/100. Da kam die zweite Flasche ein Jahr später im Anne Bell mit 90/100 nicht mit. Trotzdem einer der wenigen, trockenen Loire-Weine, die gut altern können. Sehr charmant, komplex und gefällig 2010 der Coulée de Serrant – 91/100.

Sehr gutes Elsass-Jahr. Hier sind vor allem die rechtzeitig geernteten Weine im edelsüßen Bereich eine Empfehlung.

Der Riesling Burg von Marcel Deiss ging 2008 im Regalido runter wie Öl, sehr füllig, komplex und dazu leicht restsüß mit endlosem Abgang, einfach traumhafter Stoff - 94/100. Ein Silvaner Cuvée Vielles Vignes von Ostertag war 1999 ein solider, kräftiger Wein mit erdigen Aromen, dem eindeutig die Frucht fehlte - 85/100.

Der Grange des Pères war 1998 ein konzentriertes, lakritziges Monstrum mit viel Tannin und großem Potential – 88+/100. Montus Cuvée Prestige war 1997 ein schöner, rustikaler Bauernwein – 90/100.

Ein sehr gutes Jahr für Deutsche Weine. Gerade im edelsüßen Bereich gibt es da noch reichlich Entdeckungen zu machen.

Sehr wenig konnte ich 1997 bei Lafer mit einem Spätburgunder S von Meyer Näkel anfangen. Auch dessen Spätburgunder Weißherbst Extra Brut erinnerte mich im gleichen Jahr eher an Rotkäppchen Sekt.

Rauf und runter habe ich seit 1996 in größeren Mengen die Brauneberger Juffer Sonnenuhr von Fritz Haag in den unterschiedlichsten Qualitäten mit stets großer Begeisterung getrunken. Aus weit über 100 Flaschen waren die letzten, eindrücklichen Erlebnisse 2008 mehrfach die Auslese #20, traumhaft balanciert mit wunderbarer Frische, keinerlei Alter – 91/100. 2009 aus der halben Flasche ohne Alter – 92/100. 2014 wieder aus der halben frisch wie Morgentau und klar wie ein Gebirgsbach, gute Säure, feines Süße-/Säurespiel, einfach die Leichtigkeit des Seins – WT93. 2015 mit präsenterer Fülle und Süße nicht ganz so ausgeglichen – WT92+. Die Auslese #11 aus der Magnum zeigte 2016 bei aller Leichtigkeit eine schöne Fülle, Honignoten, Bienenwachs und ein feines Süße-/Säurespiel – WT93. Die Auslese #4 lange Goldkapsel aus der Magnum hatte 2006 etwas Boytritis, wirkte sehr füllig, immer noch jugendlich frisch, traubig, kleidete wunderbar den Gaumen aus und besaß eine rassige Säure - 95/100. Immer noch taufrisch 2013 die sehr elegante, feine Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese GK #9, die mit schönem Süße-/Säurespiel auf der Zunge tänzelte – 92/100. Legte 2016 aus der Halben noch mal deutlich eins drauf – WT96. Die BA #18 war mir 2006 schon fast etwas zu dick. Reifes Goldgelb, füllig, leichte Boytritis - 92/100. Selbst aus der halben Flasche war die normale Spätlese 2009 immer noch wunderschön – 90/100. Ein großes Haag-Jahr, aus dem ich von den meisten Weinen noch gute Bestände habe und keinerlei Eile sehe. Die Trittenheimer Apotheke TBA von Grans-Fassian war 2001 eine stoffige, boytritis-betonte TBA, der aber etwas Säure fehlt – 93/100. Die Wehlener Sonnenuhr Auslese von JJ Prüm wirkte 2006 auf der großen Prüm Probe sehr ausgewogen mit wenig Süße, ein delikater, pikanter Saufwein. Entwickelt sich Richtung halbtrocken und ist durch die kräftige Säure ein guter Essensbegleiter - 90/100. 2014 war das zweimal bei Steinheuer einfach die Leichtigkeit des Seins, immer noch taufrisch, sehr finessig und filigran mit unendlicher Eleganz – WT93. 2015 auf Sylt reifer, mit tiefem Goldgelb, Schmelz und Fülle – WT94. Die über 15mal getrunkene Spätlese war 2007 im Regalido taufrisch mit unendlicher Eleganz, feinem Süße-/Säurespiel und mächtigem Extrakt - 92/100. 2008 auf Sylt nur dezent reifer, aber ebenfalls noch fast taufrisch mit faszinierendem Süße-/Säurespiel - 92/100. Noch recht jugendlich 2011 die Maximin Grünhäuser Herrenberg Auslese Fuder 45 mit knackiger Säure, schöner Süße, Fülle und Kraft. Wird sich über die nächsten 10-15 Jahre weiter entwickeln, nur die etwas fehlende Finesse kommt sicher nicht mehr hinzu – 91+/100. Großartig 1997 eine Graacher Domprobst TBA von Molitor – 97/100. Perfekter Begleiter eines Kaiserschmarrns war 2015 auf Sylt die Graacher Himmelreich Auslese** von Molitor, die einfach perfekt balanciert war und sehr mineralisch mit nur dezenter Süße und gutem Säuregerüst – WT94. Sehr mineralisch, druckvoll mit guter Säure und Struktur die Zeltinger Sonnenuhr Auslese trocken** von Molitor – WT95. Der Scharzhofberger Riesling Kabinett von Egon Müller war 2007 in der Braui ein kleiner, netter, weitgehend alkoholfreier Begrüßungsschluck ohne die Müller´sche Klasse - 85/100. Da habe ich die Scharzhofberger Spätlese aus 1997 mit 90/100 deutlich besser in Erinnerung. Die Scharzhofberger Auslese von Egon Müller zeigte 2016 feine Honigsüße gepaart mit Schiefermineralität, gute Säure und Länge, ein sehr stimmiger, balancierter Wein – WT95. Auch die Graacher Domprobst BA von Willi Schäfer konnte Ende der 90er mehrfach mit intensiver Frucht, schöner Süße und irrer Säure überzeugen – 95/100. Ein gelungener Apero war 2012 eine Saarburger Rausch Spätlese von Zilliken aus der Magnum, fruchtige Nase mit Bienenwachs, gute Säure, immer noch so frisch, dabei eher halbtrocken in der Anmutung und natürlich mit dem sehr angenehm niedrigen Alkohol derartiger Weine – 92/100. Die Saarburger Rausch Riesling BA von Geltz-Zilliken hatte 2014 kräftiges Goldgelb, feine Honigsüße, Schiefermineralität, schone Fülle und immer noch gute, balancierende Säure – WT94.

Unsaubere Nase, riecht nach Diehls Heizungskeller, nicht mein Wein, notierte ich mir 1997 bei Lafer zum Cuvée Victor von Diel – 83/100. Immer noch taufrisch mit toller Struktur 2014 die Hermannshöhle von Dönnhoff – WT94.

Erstaunlich gut 2012 ein Wallufer Walkenberg Kabinett trocken von J.B. Becker. Unglaublich, welche Fülle, welche Kraft und welchen Extrakt dieser elegante, schlanke, aber trotz angenehm geringer 11,5% Alkohol nicht spürbar leicht wirkende Wein ins Glas brachte. Reif und im positiven Sinne petrolig die Nase, am Gaumen intensive Mineralität und immer noch frische, stahlige Frucht, beeindruckende Länge, da stand Kabinett auf der Flasche, aber Cabinet(=Schatzkammer) war drin – 92/100. Eine Wallufer Walkenberg Spätburgunder Weißherbst TBA von JB Becker hatte 2004 im Ifen eine güldene Farbe, knackige Säure, feine Süße, noch ganz am Anfang - 94/100. Mit tiefgoldener, brillianter Farbe, reifer gelber Frucht, immer noch guter Säure und gewaltiger, mineralischer Dichte und so cremig am Gaumen zuletzt 2013 der Nonnenberg 1.G von Breuer - WT95. Sehr aromatisch, saftig, rund und rassig 2012 der Schlossberg von Breuer – 93/100. Eine Rüdesheimer Berg Rottland Spätlese halbtrocken von Schloß Groenestein war 2015 mit güldener Farbe deutlich über den Punkt mit noch verhaltener Restsüße und dunklem Karamell – WT80. Sehr spannend, rassig, mineralisch und mit massiver Säure noch sehr jung und frisch wirkend 2012 die 1994 Hölle Auslese trocken von Künstler – 92+/100. Die Kiedricher Gräfenberg BA von Robert Weil war 1999 ein toller Stoff mit TBA-Qualität, extrem hohe, aber reife Säure, sicher 50+ Jahre 96/100.

Ein großartiges Erlebnis war 1997 in Las Vegas eine Nackenheimer Rothenberg TBA von Gunderloch, purer, am Gaumen nicht enden wollender Nektar Säure und Süße in riesigen, perfekt abgestimmten Dimensionen – 99/100. Frisch gemähter Rasen 2012 in der floralen Nase der Bruderberg Spätlese trocken von Heyl zu Herrnsheim, viel Säure am Gaumen, wenig Freude – 86/100.Den Keller voll habe ich von restsüßen Weinen von Klaus Keller, die ich bei einer beeindruckenden Präsentation 1996 im Restaurant Schorn erwarb. Da ist sicher keine Eile geboten. Der Dalsheimer Hubacker Riesling von Keller war 2014 auf Sylt noch so frisch, furztrocken, sehr mineralisch mit hoher Extraktsüße – WT94.

Sehr reife Farbe 2012 bei der Ruppertsberger Gaisböhl Spätlese trocken von Bürklin-Wolf, Süße, Kraft und Fülle – 89/100. Sehr schön mit guter Säure 1998 bei Schorn eine Hainfelder Kapelle TBA von Lergenmüller – 92/100. Grandios die 1997 und 98 mehrfach getrunkenen Weine von Müller Catoir. Den Haardter Herrenletten Riesling Eiswein und den Mußbacher Eselshaut Rieslaner Auslese hatte ich mehrfach mit 95/100 im Glas, die außerweltliche Mußbacher Eselshaut Rieslaner TBA sogar mit 100/100. Alle Weine haben genug Standvermögen und sind sicher auf diesem Niveau noch jede Suche wert.

Für Italiens Weine war der Jahrgang in der Toskana deutlich besser als im ähnlich Bordeaux im September von Regen gebeutelten Piemont.

Der Barbera dell`Uccelone von Giacomo Bolgna war 1999 schon sehr reif(87/100) und dürfte inzwischen zu alt sein.

Il Caberlot war 2014 und 2016 ein kompletter, großer, stimmiger Wein, mit süßer Frucht, feinem Schmelz, enormem Druck am Gaumen und guter Länge – WT95. Cetinaia war 2000 ein unkomplizierter, leckerer Trinkwein ohne Kanten und Höhepunkte – 85/100. Masseto hatte 2011 eine großartige, junge Pomerol-Nase, superdichte Farbe, so jung, so präzise in der Struktur, ein majestätischer Wein, am Gaumen noch etwas kompakt mit guter Säure und beachtlicher Länge, kann sicher noch deutlich zulegen und hat eine große Zukunft – 96/100. Ein großartiger Wein war in der zweiten Hälfte der Neunziger Montevetrano, den ich mehrfach mit 95/100 im Glas hatte. Doch ab 2001 ging es deutlich bergab. Zuletzt 2005 war der Montevetrano nur noch ein leicht gezehrter Schatten seiner selbst – 88/100. Nach einer großartigen Flasche, einem gewaltigen Fruchtkonzentrat(93/100), hatte ich 1998 von Ornellaia noch zwei sehr enttäuschende Flaschen auf 88/100 Niveau. Seitdem nicht mehr probiert. Sehr zivil und reif präsentierte sich 2002 schon der Saffredi von Le Pupille – 92/100. 2013 Eine seltsame Mischung, vorne Pferd, hinten Elisenlebkuchen. Viel Weihnachtsgewürz mit generöser Süße – 94/100. Durchaus interessant könnte immer noch Sammarco sein, den ich leider seit 1998(90/100) nicht mehr getrunken habe. Die älteren Sammarcos altern erstaunlich gut. Sassicaia konnte 1996 als Faßprobe durchaus überzeugen. Auch eine etwas vorgereift wirkende Flasche 1998 in Paris beim Italiener war sicher auf 92/100 Niveau. 1999 im Munkmarscher Fährhaus dann hell, dünn und völlig daneben. Erste Reife im Stile eines großen Medoc zeigte 2009 der Solaia, ledrige, kräuterige Aromatik mit Zedernholz, Tabak und dunklen Früchten – 94/100. 2011 reifer mit viel Bittermandel, kräuterig-ledriger Aromatik, Süße, Fülle, Kraft und trotz der Struktur eines großen Medoc eine etwas ausladende Opulenz – 94/100. Wird sich sicher noch 10 Jahre gut weiter entwickeln. Gut gefallen hat mir Ende der Neunziger mehrfach Tignanello. Müsste aus gut gelagerten Flaschen die damaligen 92/100 immer noch ins Glas bringen.

Hoffnungslos überteuert 1997 ein Gaja&Rey Chardonnay mit sehr viel Holz und Kraft, dafür aber wenig Frucht und Finesse – 90/100. Da dann doch lieber den eleganten, floralen Löwengang Chardonnay von Alois Lageder, den ich 1998 und 99 mehrfach mit konstant 91/100 im Glas hatte.

Für Österreich und insbesondere die Wachau gilt 1994 nicht als großer Jahrgang. Aber das schien die großen Winzer wie F.X. Pichler und Hirtzberger nicht daran gehindert zu haben, großartige, langlebige Weine zu erzeugen.

Der Riesling Kellerberg Smaragd von F.X. Pichler war schon 1995 im Landhaus Bacher mein Favorit unter den Smaragden des Jahrgangs. Seitdem habe ich in zahllose Male im Glas gehabt, 2004 dreimal als großer gereifter Wachauer Riesling – 96/100. 2006 aus einer sehr weiten, wohl deutlich wärmer gelagerten Flasche – 92/100 und noch mal 2009 bei Jörg Müller aus einer Top-Flasche, perfekt gereift, sehr komplex, nachhaltig, mineralisch mit fantastischer Länge und Fülle, hatte ich noch nie so gut im Glas - 97/100. In guten Flaschen wie dieser noch für etliche Jahre gut und jede Suche wert. 2010 im Wine Live ein sehr komplexer, perfekt gereifter Grüner Veltliner ohne jedes Zeichen von Alter, pfeffrige Frucht, kraftvoll, sehr mineralisch, rauchig, geröstete Mandeln, etwas Honig, sehr lang am Gaumen – 94/100. 2014 aus der Magnum noch so frisch, so druckvoll und komplex – WT96. Auf ähnlichem Niveau war 1998 und 99 der Riesling M, den ich leider ebenso wie den großartigen Grünen Veltliner Kellerberg Smaragd seitdem nicht mehr im Glas hatte. Der Riesling von den Terassen Smaragd hatte 2010 in der Nase deutlicher Petrolton und einen, an einen alten Fahrradschlauch erinnernder Stinker, am Gaumen sehr mineralisch mit geradliniger Struktur und erdigen Aromen – 90/100. Von Hirtzberger wirkte der Riesling Ried Hochrain Smaragd 2007 auf Jörg Müllers 60. aus der Magnum jugendlich frisch mit dekadent leckerer Frucht und intensiver Mineralität. Da sprang die Marille förmlich aus dem Glas - 94/100. Leider hatte ich den großartigen Honivogl Grüner Veltliner Smaragd seit 1998 nicht mehr ins Glas bekommen, beide Male bei Jörg Müller. Damals war das ein Kraftbolzen mit gewaltigem Potential und enormer Dichte, der sich nur sehr zögerlich öffnete. Jetzt, 2010 und wieder bei Jörg Müller, war das ein geradezu explosiver, sehr würziger, unglaublich komplexer Traum. Allein die vor 12 Jahren noch sehr verhaltene Nase sprang förmlich aus dem Glas, am Gaumen so mineralisch, so druckvoll, so lang und zeigte nicht die Spur von Alter. Da kamen bei allen vier, im Verlaufe des Sommerurlaubs getrunkenen Flaschen locker konstant 97/100 ins Glas. Auch beim wuchtigen, kräftigen Singerriedel Riesling Smaragd hatte ich 2004 aus einer perfekten Magnum das Gefühl, dass er noch zulegen kann – 95/100. 2011 allerdings bei Jörg Müller in der Nase feine Frucht und viel Bienenwachs, am Gaumen eher schlank, zwar mit guter Länge, aber irgendwie machte dieser Wein auf hohem Niveau einen verhaltenen, verschlossenen Eindruck – 92/100. 2014 Drahtig, schlank, sehnig mit feiner Würze, brauchte vielLuft – WT90. Nachholbedarf habe ich bei den älteren Knoll Weinen. Hier habe ich nur zuletzt 1998 den sehr aromatischen, würzigen Loibner Loibenberg Riesling Smaragd getrunken – 92/100. Der Senftenberger Piri Riesling Privat von Nigl wirkte 2004 schon etwas flach und abbauend – 87/100. Eine 2004 bei Jörg Müller auf Sylt getrunkene Dürnsteiner Hollerin Riesling Auslese von Prager müsste eigentlich mit 13% ein halbtrockener Wein gewesen sein, trotzdem hatte er eine Nase wie eine hochkarätige, gereifte Mosel-Auslese mit Boytritis, am Gaumen wunderschön ausbauend mit dezenter Restsüße, ein nicht alltägliches Weinerlebnis - 93/100. Nur jung kenne ich aus 1996 und 97 den gewaltigen Tiglat Chardonnay von Velich mit schierer Kraft und viel Holz – 92/100.

Ein Blaufränkisch im Eichenfaß gereift vom Weingut Kayserhof war 2002 im Alpenhof Jäger aus der Doppelmagnum sehr gefällig mit guter Frucht und dezentem Vanilleton – 90/100. Völlig zugenagelt mit massiven Tanninen und sehr dichter, junger Farbe 1998 im Ifen ein Paul Kerschbaum Cabernet Sauvignon. Immer noch eine Suche wert müsste der Ried Hallebühl von Umathum sein, den ich 1999 und 2001 sehr jung und kräftig mit guter Frucht verkosten durfte – 91+/100. 2009 im Landhaus Bacher aus der Magnum gut gereift – 88/100.

Nicht klar kam ich 1997 auf einer Paulson-Probe in der Krone Assmanshausen mit der Grande Cuvée von Kracher. Die war mir seinerzeit zu parfümiert und zu exotisch. Viel exotische Frucht, dazu auch reife Marille und Honig im sehr kräftigen, aber 1998 mit 13% eigentlich auch zu alkoholischen Ruster Ausbruch von Triebaumer – 89/100.

Sehr guter Jahrgang in Spanien.

Alion war zuletzt 2007 einfach ein geiler Saufwein, exotisch, würzig, gefällig – 93/100. Sehr gut gelungen Finca Dofi mit konzentrierter Frucht und viel Tiefgang, den ich bis 2007 sechsmal konstant mit 95/100 im Glas hatte, noch viel Zukunft. Weicher, reifer, üppiger, ausladender, in der Nase erst leicht animalisch, reife Kirsche, trotz immer noch präsenter Tannine sehr schöne Aromatik 2005 der l´Ermita von Alvaro Palacios - 95/100. In den Jahren davor mehrfach mit 93-95/100 getrunken. Ratlos machte mich dieser Wein 2010 auf Sylt. Superjunge, dichte Farbe, konzentrierte, dunkle Frucht, Kraft ohne Ende, Charme ohne Anfang, erinnert an 1986 Mouton vor ein paar Jahren, man lutscht an einem Stück Holz und hofft auf bessere Tage. Ist das des Rätsels Lösung? Also geben wir diesem l´Ermita noch mal 10 weitere Jahre im Keller und hoffen, dass aus den heutigen 88/100 mal 98/100 werden. Großartig immer der Artadi Grandes Ananas. Zuletzt 2007 war das auf René Gabriels großer Spanien-Probe Kokos im Schokomantel, massig rote Früchte, kräuterige Würze, reichlich jugendliche Kraft, intensiv, fast stichig, sehr lang am Gaumen mit immer noch viel Potential - 97/100. 2012 wirkte er dicht, kompakt und mächtig mit immer noch deutlichem Tanningerüst, etwas rustikal mit erdigen Noten, die Frucht versteckt sich etwas, gewaltige Länge, keine Sorge, der kommt in ein paar Jahren wieder – 93+/100 .Langweilig und durchschnittlich mehrfach Baron de Ley Gran Reserva, zuletzt 2007 aus der Magnum mit 86/100 die bisher beste Flasche, sonst nie mehr als 84/100. Der Imperial Reserva von CVNE war 2002 in Genf ein noch sehr junger, hocharomatischer Wein mit Langstreckenpotential – 91+/100. Nur einmal, 2001, hatte ich den Dalmau von Marques de Murrietta im Glas, den ich gewöhnungsbedürftig und nicht groß fand – 84/100. Unkompliziert, fruchtig und saftig 1998 sowohl der normale Enate als auch die Reserva. Dürften inzwischen beide zu alt sein. Der Mauro Vendemnia Seleccionada war 2006 voll auf dem Punkt, frisch gegerbtes Leder, Mokka, Röstaromen, leicht animalisch, am Gaumen so weich, reif und dabei so nachhaltig und üppig mit feiner, karamelliger Süße. Das ist moderner, reifer Rioja vom Allerfeinsten - 96/100. 1998 und 99 mehrfach konstant auf 92/100 Niveau ein kraftvoller Hacienda Monasterio Reserva, der sicher immer noch voll da ist. Gut gelungen in 1994 die Weine von Alejandro Fernandez, die mir allerdings zur Jahrtausenwende am besten gefielen und zum Teil schon wieder abbauen. Die Pesquera 2000 Cuvée aus der Magnum explodiert 2000 am Gaumen mit irrer aromatischer Dichte, riesiges Teil, als Essensbegleiter eigentlich zu mächtig – 95/100. Auf gleichem Niveau habe ich um die Jahrtausendwende auch mehrfach die Pesquera Reserva Especial getrunken. Der zuverlässigste, langlebigste Wein ist für mich aber die normale Pesquera Reserva, bisher gut 10mal mit konstant 93-94/100 im Glas. Kopfzerbrechen bereitet mir der Pesquera Janus. Parkers 97/100 hatte ich da noch nie im Glas. Immerhin reichte es 2001 und 2003 mal für 95/100. Doch dann ging es schagartig bergab. 2005 in einer Best Bottle bei Schorn in erbärmlicher Verfassung – 86/100. Stand 2007 bei René Gabriels großer Spanien Verkostung völlig neben den Schuhen – 87/100. Und 2008 aus eigenen, top-gelagerten Beständen notierte ich nur: was für eine üble Plörre, keine Frucht, dafür reichlich bittere Blumenerde, war´s das schon ? - 85/100. Die Überraschung dann 2011, dekadent leckere, süße, würzige Frucht, eingelegte Pflaumen, weiche Tannine, cremige Textur, so seidig am Gaumen mit wunderbarer Länge, auf dem Punkt - 96/100. Auch 2014 identisch. Zweimal hatte ich die Remirez de Ganuza Reserva im Glas, 2002 als 1tel und 2005 als Magnum. Beide Male war der Wein verschlossen, tanninig, fruchtlos – 85/100. Deutlich zu jung war 1999 der Roda I Reserva, der sich inzwischen geöffnet haben müsste. Torre Muga begann 2002 begann mit korkähnlicher Figeac-Nase, dazu deutlicher Medizinal-Ton mit massig Jod, sehr weich und im Abgang ganz schön dünn – 89/100. Vega Sicilia Unico war 1995 zweimal ein mächtiger Wein mit süßer, schwarzbeeriger Frucht und faszinierender Aromatik, für einen Unico erstaunlich zugänglich und trinkreif - 96/100. 2007 auf René Gabriels Spanien-Probe Ein sehr vielschichtiges, großes Konzentrat mit gewaltiger, druckvoller Aromatik. Damit kann man eine stundenlange Rundreise durch alle großen Gewürz- und Kräuterläden dieser Welt machen - 96/100. Die bisher jüngste Flasche 2008 in der Braui, kam eher nobel, distinguiert und vornehm zurückhaltend daher. Ein sehr feiner, eleganter Wein, mineralisch, mit kräftiger Säure, viel Hollunder und reifen Kirschen. Baute mit der Zeit sehr schön aus und wurde deutlich süßer und üppiger - 94+/100. 2010 extrem dicht die Farbe, gewaltiges Fruchtkonzentrat mit hohe Mineralität, dicht, komplex, sehr kraftvoll mit hoher Säure- und Tanninstruktur, wirkte etwas wie ein unnahbares Monstrum, das noch für 5-10 Jahre in Ruhe gelassen werden möchte. 95/100 kamen trotzdem ins Glas. Zuletzt 2013 tiefdunkel in der Farbe, konzentrierte, süße Frucht, Kraft ohne Ende, sehr mineralisch, rauchig, Teer, Tabak, immer noch mächtiges Tannin- und Säuregerüst. Wirkt noch leicht unfertig, könnte sich aber mal zu den Höhen von 68 und 70 aufschwingen – 95+/100. Nicht viel schlechter mehrfach die 94 abgefüllte (erkennt man an der Lot Nr.) VegaSicilia Unico Reserva Especial.

Großartiger Jahrgang in Kalifornien. Gehört unter den modernen Kalifornien-Jahrgängen zu meinen Favoriten, häufig und immer sehr gerne verkoste.

Der seit 1999 mehrfach getrunkene Abreu zeigte 2005 immer noch ein superdichtes, junges Schwarzpupur, wirkte insgesamt sehr jung und entwickelt sich im Schneckentempo, konzentrierte süße, aber nicht überladene Frucht, Minze, viel Mineralität im Abgang, ein großer kalifornischer Bordeaux mit 20 Jahren Zukunft – 95/100. 2011 immer noch so jung, so dicht und konzentriert, aber mit perfekter Struktur, süße, sehr präzise Cassis-Frucht, Potential für lange Jahre – 96/100. Auch 2016 wieder auf diesem Niveau – WT96. Ein Alban Edna Valley Syrah Reserve ging 2009 mit seiner rauchigen Aromatik, dem gebratenen Speck, der puren Cassis-Frucht als deutlich jüngerer Côte Rotie durch - 92/100. Spektakulär 2016 der immer noch so blutjunge Alban Edna Valley Syrah Reva mit geradezu explosiver Aromatik, Shiraz in Perfektion – WT96. Altamura Cabernet Sauvignon wirkte 2010 schon recht reif und weich am Gaumen, aber doch mit faszinierender, eher von Sekundäraromatik bestimmter Aromatik, elegant mit feinem Schmelz – 92/100. Sechsmal hatte ich bis 2005 den inzwischen gut gereiften Anderson´ s Conn Valley Vineyard Reserve mit 92-94/100 im Glas. Ein gutes Dutzend Mal hatte ich den wie ein Zwilling von Abreu wirkenden Araujo Eisele Vineyard mit konstant 95+/100 im Glas, wirkt zwar reif, hat aber noch viel Zukunft. Zeigte sich 2015 in Topform und verband in idealer Weise kalifornische Frucht und Kraft mit der Eleganz eines Cheval Blanc. Sehr minzig, sehr fein, geradezu seidig, aber auch druckvoll und komplex mit ewiger Länge – WT97. Reif müsste inzwischen der 1998 noch arg tanninige John Arns sein. Beaulieu Cabernet Sauvignon Reserve George de Latour hatte 1998 nicht die Klasse früherer Jahrgänge, wirkte offen, weich und etwas gemacht – 88/100. Der mehrfach getrunkene Beringer Bancroft Vineyard Merlot war zuletzt 2004 geiler vollreifer Merlot mit viel schmelziger Schokolade und noch mehr Alkohol - 93/100. Macht sicher noch Spaß. Der gut 15mal getrunkene Beringer Cabernet Sauvignon Private Reserve war 2009 dreimal ein einfach ein perfekt gereifter, großer Bordeaux mit ledriger, tabakiger Nase und feiner kalifornischer Frucht, konstant - 95/100. 2012 in der Wiin Kööv und 2014 im Berens am Kai aus der Magnum reif, weich, minzig – WT94. 2015 ein seidig-eleganter, nachhaltiger Traum. Betörende Frucht, Rote und Schwarze Johannisbeere, Minze, ein Hauch Eukalyptus, Leder, Tabak. Reife Tannine, gute Säure, am Gaumen absolut stimmig mit guter Länge. Geht auch als großer Bordeaux durch und legt im Glas immer mehr zu - WT95. Der Beringer Chabot Vineyard war 2004 voll auf dem Punkt mit feiner, reifer Frucht und einer schönen, kräuterigen Note. Sehr Bordeaux-typisch mit einem Schuss Exotik - 95/100. 2012 herrliche, betörende Frucht, Cassis, Brombeere, dazu viel Minze, ein Hauch Exotik, auch am Gaumen fruchtige Fülle, aber nicht überladen, gute Struktur und Säure, sehr elegant, kein Alter und noch lange Zukunft – 96/100. Noch etwas feiner, aber nicht auf diesem Niveau der Beringer Rhine House Selection, zuletzt 2003 – 91/100. Kein Vergnügen mehr 2009 der etwas staubig und ausgetrocknet wirkende Grenache Clos de Gilroy von Bonny Doon – 81/100. Schlichtweg perfekt ist der mehrfach getrunkene Bryant Family Vineyard. 2009 dichtes Rubinrot, sehr präzise Frucht, minzig-frisch, unglaublich druckvolle Aromatik am Gaumen und noch so jung wirkend, ein komplexer, zeitloser Riese, bei dem alle Elemente in perfekter Harmonie zusammenpassen - 100/100. Die einstige Fruchtbombe hatte sich 2013 in einen großartigen Pauillac verwandelt. Klassische, rotbeerige Bordeauxnase mit viel Leder, Pferd, Minze und Veilchen, sehr lang, komplex aber auch harmonisch am Gaumen – 99/100. Schlichtweg sensationell hat sich der schon häufig getrunkene, normale Caymus entwickelt. 2009 auf der American Beauty II war das ein großartiger Wein, minzig, Eukalytus, aber auch eine klassische Bordeaux-Aromatik mit viel Leder und Schokolade. Viel Süße, sehr fein und gefällig - 97/100. 2011 feine, fast puristisch schöne, rotbeerige Frucht, Eukalyptus, Minze, altes Sattelleder und etwas Schokolade, am Gaumen elegant, feingliedrig mit schöner Süße, Bordeaux mit einem Schuss Kalifornien – 95/100. 2014 und auch 2015 und 2016 wieder aus der Magnum wieder jugendlicher Traumstoff – WT97. Damit läge er für deutlich kleineres Geld auf einem Niveau mit dem Caymus Special Selection. Der wirkte 2007 reif, sehr offen mit herrlicher Frucht, süß mit Karamell, aber auch etwas Eukalyptus und Minze, immer noch kraftvoll, dicht, komplex und sehr lang am Gaumen - 97/100. 2010 gleich zweimal auf der Farnsburg und im Parkhotel Weggis ein hedonistischer Wein mit herrlicher Frucht, süß mit Karamell, aber auch etwas Eukalyptus und Minze, immer noch kraftvoll, dicht, komplex und sehr lang am Gaumen – 95/100. Und auch 2012 zweimal, auf der American Beauty V und zuhause mit süßer Frucht, Minze, Schokolade, Leder, auch hier am Gaumen Rasse und Klasse, großer Bordeaux mit einem Schuss Kalifornien – 97/100. Ein hemmungsloser, aber nicht überladener Spaßwein ist Colgin Herb Lamb, den ich seit 2000 sechsmal euphorisch im Glas hatte, zuletzt wieder auf der American Beauty I 2008 mit 97/100. Verkaufte sich dann aber 2012 auf der American Beauty V unter Wert – 94/100. Nur einmal, 1998, habe ich den seinerzeit trotz schöner Frucht etwas verhaltenen Corison getrunken, der sich inzwischen zu einem soliden 90+/100 Wein entwickelt haben müsste. Eine tiefe, dunkle Farbe hatte 2012 der Dalla Valle Cabernet Sauvignon, der sich sehr süß und schon fast etwas aggressiv am Gaumen präsentierte – 93/100. Der Dalla Valle Maya begann 2012 auf der American Beauty V sehr vielversprechend mit sehr dichter, junger Farbe, konzentrierter, dunkler Frucht, erdigen Noten, mineralisch, kräftig, zupackend, und soff dann nach einiger Zeit im Glas plötzlich ab. Schlechte Flasche? – 93/100. 2017 ein Riese im werden mit dunkler, geradezu tintiger Farbe und der dazugehörigen Nase, die immer minziger wird, am Gaumen unbändige Kraft, Jugend, Länge und geradezu irres Zukunftspotential - WT98+. Sehr gut haben mir alle Weine von Diamond Creek gefallen. Der extrem rare Lake war 1997 im Spago in Las Vegas ein sehr feiner Sitzenwein mit fantastischer Brombeernase – 95/100. Erstaunlich leicht (12,5%) und zugänglich, fruchtig, mineralisch 1998 in Las Vegas der Red Rock Terrace - 92/100. Groß und immer noch sehr jung ist der inzwischen gut über 40mal in unterschiedlichster Form getrunkene Dominus. 1998 in seiner Fruchtphase habe ich ihn einmal gegen Harlan getrunken, wo er sich erst auf der Zielgrade geschlagen geben musste – 99/100. Danach hatte ich ihn noch gut 15mal im Glas, je nach Lagerung und Flaschenzustand mit 95-99/100. 2009 im Rössli in Bad Ragaz in tiefer Nacht leicht animalisch in der Nase. Da war nicht nur der Ledersattel, sondern auch das zugehörige Pferd samt Stall, in der Machart Bordeaux pur, aber endlich auch mal mit einem Schuss Hedonismus, erstaunlich süß für einen Dominus, der machte wirklich große Freude - 97/100. Kurz danach auf der American Beauty II sehr jung, sehr lakritzig und kräuterig, kraftvoll, jung mit puristischer Frucht und Struktur - 96+/100. 2009 auf Sylt 97/100 und dann 2010 auf der American Beauty III einfach verrückt diese Nase mit Cassis, Holunder, Blaubeere, Minze, Leder, Kräuter und Zedernholz, nicht plump und aufdringlich, sondern unglaublich vielschichtig, am Gaumen immer noch mächtige, aber reife Tannine, beeindruckender Tiefgang, perfekter Spagat zwischen kalifornischem Hedonismus und der Struktur eines großen Pauillac, kann sicher noch etwas zulegen und hat Potential für gut 2 Jahrzehnte – 97+/100. 2010 in der großen Dominus-Vertikale nahe der Perfektion – 99/100. Hat Potential für 20+ Jahre. 2011 und 2012 noch mehrfach aus etwas verschlosseneren Flaschen – 97+/100. Und auf Sylt 2012 die letzte Flasche von Karsten Wulf präsentierte sich – wohl wärmer gelagert als meine – in perfekter Trinkreife. Dominus 94 pur, das berühmte Pferd samt Sattel, in bester Bordeaux-Stilistik - 97/100. In Bestform mehrfach 2013 und 2014 als großer Bordeaux aus Kalifornien, aber je nach Lagerung auch noch etwas unfertig oder voll da – WT95+ bis WT99. Lange warten muss man meist auf die sehr langlebigen Weine von Randy Dunn. Der Dunn Howell Mountain hatte 2006 eine pfeffrig-minzige Aromatik, üppige Frucht, Kraft ohne Ende, schien für Dunn erstaunlich trinkbar, aber da kommt innerhalb der nächsten 10 Jahre noch deutlich mehr - 92++/100. 2016 zeigte er bereits unglaublich viel. Einfach puristisch schön mit superber Frucht, perfekter Struktur, Kraft und Länge – WT97. Noch zugänglicher scheinend, aber nicht ganz auf diesem Niveau 2009 der Dunn Napa Valley – 92/100. Zuletzt 2011 tief und undurchdringlich immer noch die Farbe, Kraft ohne Ende, puristisch schöne Frucht, lang am Gaumen, aber immer noch mit massiven Tanninen, ob der in 10 Jahren reif ist, oder eher in 20? – 94+/100.Der schon häufig auf 95/100 Niveau getrunkene Etude war 2008 aus der Magnum Faszination pur, klar war da jede Menge satte, reife Frucht, Cassis in Reinkultur, aber nicht aufdringlich, sondern mit sehr nachhaltiger, dabei fast seidiger Eleganz und Frische, aus der Magnum immer noch jugendlich wirkend - 95/100. Auf gleichem Niveau danach noch mehrfach, zuletzt 2010, aus der 1tel. 2014 sehr elegant und balanciert mit wunderbarer Frucht WT94. Trotz schöner, süßer Frucht auf hohem Niveau eher etwas simpel und einfältig fand ich 1997 den Far Niente – 90/100. Sehr kräftig und würzig war 1999 in Las Vegas der Ferrari Carano Tresor, der inzwischen reif sein müsste – 92/100. Sehr würzig, pfeffrig mit deutlichen Tanninen und nicht unbedingt mein Ding 1997 ein Fetzer Zinfandel Barrel Select – 85/100. Der schon häufig mit konstanter Bewertung getrunkene Flora Springs Rutherford Hills Reserve war zuletzt 2006 ein Powerwein mit dichter Farbe und einem leichten Touch Überextraktion. Dadurch zeigt er neben reifer, würziger Frucht, Lakritze und Veilchen auch oxidative und balsamische Noten und Amarone-Anklänge - 93/100. Der Grace Family Vineyard war 1997 im Spago in Las Vegas ein unglaubliches Konzentrat mit massiven Tannine, das nach 10 weiteren Jahren Lagerung schrie mit Potential für 96-100/100. Habe ich seitdem nur noch einmal 2012 auf der American Beauty V aus einer allerdings üblen Flasche im Glas gehabt. Grgich Hills war 1997 in Colorado ein klassisch strukturierter Wein mit präziser Frucht – 92/100. Gut 15mal hatte ich seit 1998 Harlan im Glas, konstant mit 100/100(!). Im Sommer 2008 im Wiin Kööv machte dieser kalifornische Super Pauillac wieder sprachlos. Es fällt schwer, diesem Monument mit Worten überhaupt gerecht zu werden. Die Quadratur des Kreises, der junge reife Latour nahm vom gesamten Gaumen Besitz. Da stimmte einfach alles, dichte, reife, dezent süße Frucht, unerhörte Mineralität mit leichten Bleistift-Anklängen a la Mouton, perfekte Struktur, wie aus feinstem Marmor gemeißelt, unglaubliche Länge. Mit seiner faszinierenden Aromatik und seiner Strahlkraft ist dieser Harlan jetzt schon eine Weinlegende, ein 100/100 Wein ohne Wenn und Aber. Zuletzt wieder in dieser einmaligen Form 2014 auf der großen Harlan-Vertikale in Bad Ragaz, stilistisch wiederum eher Pauillac als Kalifornien mit der Eleganz von Lafite, der Power von Latour und der Sexiness von Mouton – WT100. Schien 2015 reif, dabei riesengroß und druckvoll mit – was sich eigentlich widerspricht – präziser Opulenz – WT100. Perfektion 2017, zeigte mit seiner einfach geilen, kalifornischen Bordeaux-Nase am Gaumen wieder die Quadratur des Kreises, ein junger, gereifter Latour - WT100. Heitz Bella Oaks wirkte 2011 sehr schlank, „austere“ mit trockenen Tanninen, wenig Frucht und noch weniger Freude – 87/100. Für einen normalen Heitz Cabernet konnte ich mich 1999 auf dem Gut nicht erwärmen, relativ helle Farbe, leicht oxidativer Ton, wenig Frucht und Substanz – 82/100. Heitz Trailside hatte 2003 dichte Kirschfrucht, schön trinkbar trotz immer noch deutlicher Tannine, im Abgang feine Süße - 91/100. Zuletzt 2011 auf der großen Heitzprobe der Ungers sehr kraftvoll mit guter Struktur, viel Tabak, Minze und Eukalyptus, die dominierende Minze blieb ewig am Gaumen, trotzdem ein recht balancierter Wein – 93/100. Der Heitz Pinot Noir war 2011 ein schlanker, feiner Vertreter seiner Art mit delikater Frucht und generöser Süße, schlank und recht kurz auch am Gaumen – 89/100. Hess Collection war 2008 top-gereift, weich, sehr würzig mit intensiver Minze und etwas Eukalyptus - 91/100. Ein dekadent-geiler Superstoff auf 96/100 Niveau war der La Jota 13th Anniversary häufig bis 2000. Dann war plötzlich der Lack ab. Nach mehreren, sehr enttäuschenden Flaschen kam er schließlich 2007 deutlich ziviler wieder mit 93/100 ins Glas. Ging 2014 in Richtung eines erstaunlich balancierten Weines mit Bordeaux Stilistik, könnte in 5 Jahren mal wieder richtig groß werden - WT92+. Ähnlich beim einfachen La Jota Howell Mountain. Das war allerdings zuletzt 2008 auf Sylt ein unendlich weicher, zugänglicher Wein mit feiner Minze, voll auf dem Punkt mit toller Länge, einfach betörend schön - 94/100. konzentriert, total verschlossen und tanninig 1998 ein Laurel Glen Counterpoint – 85+/100. Ein Russian River Merlot Reserve von Martini hatte 1998 in Zürich bereits eine leichte Brauntönung, auch in der Nase erste oxidative Töne, die sich am Gaumen fortsetzten – 82/100. Sehr enttäuschend 1999 in San Francisco das Edelteil von Matanzas Creek, der Merlot Journey in superschwerer Flasche mit Goldbändchen, aber ziemlich flachem enttäuschendem Inhalt – 87/100. Sicher immer noch ein Genuss aber der normale Matanzas Creek Merlot, ein kraftvoller, schokoladiger Wein mit guter Struktur, den ich bis 2000 stets mit 92/100 im Glas hatte. Mayacamas wirkte 2007 sehr unbalanciert, immer noch massive Tannine, aber auch Reifetöne, Kirschfrucht, mal wirkt der Wein gereift, dann wieder total verschlossen, dann lugt wieder etwas süße Frucht hervor, hat mich ziemlich ratlos gemacht - 86/100. Breit und langweilig war der Mondavi Reserve wie schon so oft in den Jahren davor auch bei der American Beauty im Frühjahr 2008. Doch bei unserer Weihnachts Best Bottle im Dezember 2008 zeigte sich, dass dieser Wein nur im Stile großer Bordeaux für einige Zeit in der Versenkung verschwundenwar , sich jetzt aber wieder langsam öffnete. Immer noch sehr jung wirkend, viel Veilchen und Lakritz, sehr fein, elegant, finessig, aber auch sehr nachhaltig, entwickelt sich in Richtung eines großen, klassischen Medoc und hat eine lange Zukunft – 94+/100. 2015 zeigte er sich etwas zahmer – WT93. Legte 2017 wieder deutlich zu – WT94. Schon etliche Jahre nicht mehr getrunken habe ich den seinerzeit sehr verschlossenen, aber gewaltiges Potential anzeigenden Chateau Montelena, der sich aber inzwischen am Beginn einer langen Trinkreife auf sicher 95/100 Niveau befinden müsste. Leider zeigte er sich 2012 auf der großen Montelena-Vertikale Absolut bockig, störrisch und voll daneben, stank in der Nase und schreckte am Gaumen mit viel flüchtiger Säure ab. In dieser Form weder bewert- noch trinkbar. Mount Veeder Winery Reserve hatte wohl 2010 die besseren Zeiten schon gesehen, wenn es die jemals gab, viel Säure, wirkte schlank, eher etwas karg, bissig, wie der kalifornische Versuch, einen Montrose zu machen – 89/100. Top-gereift war 2003 ein Oakford Vineyards – 92/100. Bis 2000 habe ich Opus One mehrfach mit konstant 92/100 getrunken, voll trinkbar, aber noch kräftige, weiche und gut maskierte Tannine, keine kalifornische Opulenz, eher Bordeaux, aber auch etwas glatt. 2009 in der Stilistik einem Mouton nicht unähnlich mit ähnlicher Mineralität und Struktur, aber auch mit generöserer, süßerer Frucht und kräuteriger Note, bei aller Komplexität und Länge sehr weich und üppig, einfach ein Spaßwein auf hohem Niveau – 93/100. 2011 Ein Spaßwein auf hohem Niveau mit seiner reifen, dunklen Frucht, ein dichter, kräftiger, kerniger, aber auch generös süßer Opus mit langem Abgang – 95/100. Weit über ein Dutzend mal hatte ich Pahlmeyer als gewaltiges, konzentriertes, hedonistisches Weinerlebnis im Glas, Kalifornien pur mit satter Frucht, konstant 96/100. Doch ab etwa 2003 hatte der Wein einen Durchhänger. Nach mehreren, erstaunlich zahmen und eher enttäuschenden Flaschen war der Pahlmeyer zuletzt 2009 wieder voll da und wunderbar mit guter Frucht und Struktur - 95/100. Sehr gut gefiel mir mehrfach auf konstant 94-95/100 Niveau der langlebige Les Pavots von Peter Michael, von dem ich allerdings 2007 auch eine fruchtlos-bittere, wohl fehlerhafte Flasche vor mir hatte. Zuletzt 2010 auf der American Beauty III meine bisher beste Flasche, sehr würzig, Mokka, Espresso, Zedernholz, salzige Mineralität, samtig am Gaumen, aber enorm druckvoll und mit gewaltigem Abgang – 97/100. 8mal hatte ich zwischen 1998 und 2003 Phelps Insignia mit konstant 96/100 im Glas, ein offenerer, üppigerer, gefälligerer Stil als die klassischen Insignias und ein gewaltiges Fruchtkonzentrat. Aus einer sicher nicht optimal gelagerten Flasche 2011 in München im Schuhbeck wirkte die dichte Farbe immer noch sehr jung, wunderbar die Cassis-Nase, nur am kräftigen Gaumen fehlte der feine Schmelz, der diesen Wein sonst auszeichnet. Auf hohem Niveau wirkte der Insignia etwas müde – 92/100. Ein paar Wochen später in Luzern auf Leisis 40. war das aber wieder ein faszinierender Wein mit reichlich Frucht, Süße, Struktur und Länge – 96/100. Auf der American Beauty V 2012 immer noch sehr konzentriert, sehr fruchtig, sehr dicht, reife Frucht, seidige, nachhaltige Fülle, gute Säure – 95/100. 2014 blutjung mit seiner perfekten Struktur, verschwenderische Frucht, Cassis ohne Ende, unterlegt mit feiner Minze, dazu Tabak und junges Ledert – WT96. Da ist in guten Flaschen noch reichlich Musik drin, während der in den 90ern häufig getrunkene Phelps Merlot seine besten Zeiten lange hinter sich hat. Nur einmal, 1997 in Las Vegas, habe ich Quintessa getrunken. Das war damals Easy Drinking auf hohem Niveau – 91/100. In den letzten Zügen müsste inzwischen der mehrfach Ende der Neunziger auf 90/100 getrunkene Raymond Private Reserve liegen, ebenso der schwächere Raymond Generations. Gut 50mal habe ich inzwischen aus diversen Flaschenformaten mit konstant 94-95/100 Ridge Monte Bello getrunken, zuletzt mehrfach 2009, diesen perfekt balancierten, sehr extraktreichen, fruchtigen, inzwischen weitgehend reifen Wein, von der Aromatik her ein Medoc aus Kalifornien mit nur 12,5% Alkohol, der sicher noch 10-15 Jahre auf diesem Niveau halten wird. 2011 mehrfach sehr jung dicht und fruchtig, mit seiner klaren, präzisen Struktur die kalifornische Version eines großen Latour und mit seinen mal gerade 12,5% Alkohol bei dieser aromatischen Dichte ein Wein, der einige Winzerkollegen nachdenklich machen sollte – 95/100. Auch 2015 wieder auf diesem Niveau. Was für ein großartiger Wein mit Struktur, Biss und Länge, immer noch mit reichlich Zukunft 2016 – WT96. Der mehrfach getrunkene Heritage Reserve von Schug war 2005 reifer mit leicht karamelliger Süße, dazu die Minze und der kalifornische Eukalyptus, faszinierende Mischung aus einem 59er YGAY und einem reifen Insignia, dabei ohne jede Schwere – 92/100. 2014 aus der Jeroboam war das ein blutjunger Wahnsinnswein mit intensiver, Schwarzer Johannisbeere und großartiger Struktur und Länge. Ein intensiver, druckvoller Wein, dem aber jedes Überladene abgeht, einfach ein großartiger Kalifornien-Klassiker - WT97. 2016 aus meiner letzten 1tel traumhaft balanciert mit betörender, rotbeeriger Frucht, der feinen Minze, dem Hauch Eukalyptus und dieser finessigen Leichtigkeit. Cabernet mit hoch eleganter Pinot Stilistik. Nichts für die Wuchtbrummen-Fraktion, aber für mich locker WT95. Screaming Eagle hatte 2010 eine herrliche Nase mit pflaumiger Frucht, Bitterschokolade und Tabak, am Gaumen saftig und voll da mit feinem, süßem Schmelz im endlosem Abgang, ein großer, kompletter Wein – 97/100. Zeigte sich 2016 erstaunlich zurückhaltend und schien im Übergang, da kommt demnächst wieder deutlich mehr – WT94+. Ein Sonoma County Pinot Noir von William Selyem war 2006 in Las Vegas perfekt gereift und genau auf dem Punkt erwischt. Machte trotz sehr heller, reifer Farbe einen unglaublichen Spaß mit reifer Himbeere, feiner Fruchtsüße und beachtlicher Länge am Gaumen - 92/100. Und was ist mit Shafer Hillside Select los, der Ende der 90er mehrfach ähnlichen Spaß machte wie heute die 2001er und 2002er? 2003 notierte ich: Übergangsstadium? Wo ist die Frucht geblieben? Immer noch viel Tannin, Bitterstoffe, kommt mit der Zeit, beachtliche Länge am Gaumen, in 5 Jahren wieder probieren 93/100. Und genau dies fünf Jahre später dann 2008: Statt Lebensfreude eher Schwermut, etwas dumpf und verschlossen wirkend mit dunklen Früchten. Immer noch massive Tannine, wirkt etwas bitter am Gaumen – 91/100. Und dann 2010 die Erlösung, in der sehr spannenden, vielschichtigen Nase süße Frucht, Cassis, Schwarzkirsche, Bitterschokolade, Teer, Tabak, auch Leder und natürlich Minze. Die immer noch sehr dichte Farbe natürlich nicht mehr mit diesem überdrehten jugendlichen Purpurmetallic, eher erste, ganz dezente Reifetöne. Am Gaumen sehr elegant und harmonisch mit viel Minze, stilistisch eher etwas Richtung Bordeaux tendierend, nicht mehr der hedonistische, jugendliche Knaller, eher feiner, immer neue Facetten zeigend mit sehr viel Spiel. Keine Frage, dieser Shafer ist auf dem Wege vom jungen Helden zum Charakterdarsteller, ein großer Wein, bei dem die gute Tannin- und Säurestruktur noch ein langes Leben garantiert – 98/100. Auch kurz danach bei der großen Hillside-Vertikale und zuletzt 2011 wieder auf diesem Niveau. 2013 auf der American Beauty satte, üppige Nase mit süßer, generöser Brombeere, unterlegt von Holzkohle-Mineralität und Espresso, auch am Gaumen süße, kräftige, schmelzige Fülle – 97/100. 2014 sehr gefällig und fein mit betörender, geiler Cassisfrucht. Sehr fein, sehr elegant 2015 mit betörender Beerenfrucht und herrlicher Minzfrische, mineralisch, etwa Lakritz, nicht mehr der jugendliche Knaller, einfach perfekt gereifter Kalifornier mit Bordeaux-Anklängen, so unglaublich harmonisch und stimmig, dürfte auf diesem Niveau noch lange bleiben – WT97. Gut 10mal hatte ich zwischen 1998 und 2006 den an seiner typischen Dillnot leicht zu erkennenden Silver Oak Alexander mit konstant 92/100 im Glas. 2016 war der immer noch so frisch und einfach sexy – WT94. 92/100 gab ich 2008 auch dem inzwischen reifen Silver Oak Napa, den ich in früheren Jahren mehrfach mit bis zu 96/100 getrunken habe. 2010 dann noch mal eine schöne Magnum, reif mit schöner Fülle, feiner, rotbeeriger Frucht und der typischen Dillnote – 94/100. In Topform zuletzt 2015 mit süßer, verschwenderischer Frucht, viel Cassis, feinem Schmelz und der typischen Dill-Note – WT94. Eher auf der leichteren Seite und nicht mehr mit der alten Klasse 1997 ein Simi – 88/100. Spottswoode war mehrfach in 1998 ein sehr fruchtiger Powerstoff. Ein Wein zum Kauen – 92/100. Sehr gut entwickelt hat sich der zu Anfang total verschlossene Stag´s Leap Cask 23. Trank sich 2004 und 2005 wunderschön auf 94/100 Niveau. 2012 erstaunlich reif, sehr weich, fruchtig, geradezu schmusig, Leder, Minze und ein Hauch Eukalytus, voll auf dem Punkt – 94/100. Eine weiter Flasche aus eigenen Beständen 2012 schlichtweg außerirdisch gut, ledrig, Tabak, viel Minze und Eukalyptus, dazu die dekadent leckere Süße eines großen Weines auf dem Höhepunkt, ein Traum - 96/100. 2013 und 2015 schlichtweg außerirdisch gut, ledrig, Tabak, viel Minze und Eukalyptus, dazu die dekadent leckere Süße eines großen Weines auf dem Weg zum Höhepunkt, ein Traum – 96/100.Rasch abgebaut hat dagegen der Stag´s Leap Fay Vineyard, der schon 2002 deutliche Schwächen zeigte. Ein druckvoller Superstoff mit toller Frucht war 1998 im Spago in LasVegas der Staglin Family Vineyard – 94/100. Ein Sterling Reserve war 1999 weich, zugänglich und sehr aromatisch, allerdings ohne die Konzentration der großen 94er Cabs – 92/100. Sullivan hatte 1998 schon in der Nase aufdringliche Fruchtigkeit wie ausgepreßte Maoams, am Gaumen nicht viel besser – 83/100. Noch ganz am Anfang und erst seit wenigen Jahren überhaupt trinkbar ist Togni. 2009 in der Traube Trimbach hatte der eine superdichte, junge Farbe ohne jedes Alter, in der Nase reichlich schwarze Johannisbeere mit toller Minzfrische. Am Gaumen war er puristisch, geradlinig und einfach traumhaft schön mit gewaltigem Potential bis in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts - 96+/100. 2017 puristisch-kernig mit Mega-Potential – WT95+. Ein 1997 an Bord eines United-Fluges getrunkener Trefethen hatte eine schöne Cassis und Brombeernase, gute Tannine, war aber ansonsten eher einfach gestrickt mit kurzem Abgang – 84/100. Viader war 1998 und 99 mehrfach voll da, trotz aller Kraft fast weicher, eleganter Wein ohne Ecken und Kanten – 92/100. Der ultrarare Vineyard 29, von dem nur 100 Kisten produziert wurden, hatte 1997 in Las Vegas eine sehr dichte Farbe, stahlige, verschlossene Frucht, und massive Tannine. Mit längerer Lagerung waren da auch mehr als die damaligen 90/100 drin.

Entgegen der landläufigen Meinung können gute, kalifornische Chardonnays teilweise recht gut altern. Da lassen sich aus einem Jahr wie 1994 immer noch gut trinkbare Weine finden.

Sicher immer noch gut trinkbar ist der bis 1999 mehrfach in sehr jugendlicher Form mit 90+/100 genossene Au Bon Climat Bien Nacido Chardonnay. Recht langlebig sind auch die Beringer Chardonnays. Der häufig auf konstant hohem Niveau getrunkene Private Reserve hatte zuletzt 2004 keinerlei Zeichen von Alter, war sehr finessig und harmonisch – 95/100. Ein Northern Sonoma Chardonnay von Gallo war 1998 schon ziemlich hin und kein Genuss mehr. Der seit 1997 häufig getrunkene Grgich Hills Chardonnay war 2004 zweimal ein komplexer, perfekt gereifter Chardonnay. Noch längst nicht am Ende - 92/100. Der Durell Vineyard Chardonnay von Kistler war 1997 ein gewöhnungsbedürftiges, massives, holzlastiges Monstrum mit wenig Frucht, dafür intensivem Stinker mit bitteren Walnüssen. Sechs Jahre später, 2003, war das ein irrer Powerstoff, der sich ganz toll entwickelt hatte und als großer Burgunder durchging - 95/100. und 2014 war der immer noch so frisch, nicht nur in der Farbe, sehr mineralisch, von Statur und Finesse her sehr burgundisch wirkend – WT95. Sehr langlebig und nach etlichen Jahren Lagerung verlangend sind die Kistler Chardonnays. Gerne würde ich noch mal den McCrea trinken, der 1997 noch viel zu jung war. Der Vine Hill war 2004 ein sehr finessiger, würziger, noch immer frisch wirkender Chardonnay mit Zitrusaromen, deutlichem Holzton und guter Länge am Gaumen - 93/100. Sehr fein, elegant und nachhaltig 1998 ein Mays Canyon Russian River Valley Chardonnay von Littorai – 90/100. Mehrfach 1998 und 99 auf Sylt im Veneto ein ausgewogener, schöner Merryvale Chardonnay, der aber inzwischen schon zu alt sein dürfte, damals 90/100. Peter Michaels Mon Plaisir hat mir 1998 ausnehmend gut gefallen. Könnte wie alle Peter Michael Chardonnays aus kühl gelagerten Flaschen noch gut sein. Ebenso der großartige, sehr klassisch strukturierte Talbott T Diamond Chardonnay, den ich noch sehr jung und kräftig 1998 und 99 jeweils mit 95/100 getrunken habe.

Der Violetta Late Harvest von Grgich wirkte 1999 mit schöner Honignase wie eine etwas zu fette, säurearme BA – 87/100.

Ein Adelsheim Pinot Noir Seven Springs Vineyard aus Oregon wirkte 1997 wie eine wie Cuvée aus Pinot und Shiraz mit bonbonhafter Süße und Intensität, am Gaumen völlig trocken, damals 92/100, inzwischen wahrscheinlich zu alt. Ein Leonetti Columbia Valley Cabernet Sauvignon hatte 1999 dichtes, junges Purpur, offensive, üppige kalifornische Nase im besten Sinne, am Gaumen mit kräftigen, aber sehr reifen und weichen Tanninen und wunderbarer Fruchtsüße. Euphorisch gaben wir damals für diese süße Orgie 95/100 und mehr. Ich habe aber Zweifel, dass solch ein Wein gut altert.

Sehr guter Weinjahrgang in Australien.

Sechsmal, zuletzt 2005, habe ich den The Armagh von Jim Berry getrunken, einen Vollblut Shiraz mit pfeffrig-würzige Nase, süß, portig, Erdbeerkonfitüre, ein Wein, den man so auf ´s Brötchen schmieren könnte, tat mit seiner irren noch jugendlichen Süße 2005 immer noch fast weh am Gaumen – 95/100. Ein Domaine A Pinot Noir aus Tasmanien war 1997 auf dem Weinforum in Arosa sehr fein, seidig und weich – 88/100. Henschke Hill of Grace war 1999 im UVA in Boston rabenschwarz, kräftig, lang aber völlig anders als Grange, angeblich soll´s die französische Eiche sein, in jedem Fall ein feiner, echter Klassiker mit hohem Alterungspotential – 97/100. Zuletzt 2013 wie ein Bordeaux unter den Shiraz der das animalische, rustikale, kraftvolle, exotisch-opulente, Süße eines großen Shiraz mit der Eleganz eines gut (an)gereiften Bordeaux verbindet. Der noch so junge „Hügel der Grazie“ trägt seinen Namen zu Recht – 97/100. Ein großer Fan war ich früher von Penfolds Bin 707. Der hatte 2008 immer noch eine altersfreie, sehr dichte Farbe, sehr üppige, süße Frucht, Blaubeere, Cassis, irre Süße auch am Gaumen, sehr intensiv, mir zu dick, wirkte immer noch recht jung, andererseits sind die Tannine kaum spürbar. Ich kann mich noch gut an die ersten 1997 getrunkenen Flaschen dieses Weines erinnern, schwarz wie Ägyptens Nächte, kräftiges, forderndes Tannin. Seitdem hat der 707 deutlich an Kontur verloren. Er ist breiter und leider auch etwas langweiliger geworden, macht aber immer noch viel Spaß - 92/100. 2010 ein generöser, fülliger, schmelziger, minziger, süßer Kalifornier Made in Australia, einfach ein geiles, hedonistisches Teil zum hemmungslos genießen – 93/100. 2015 Einfach sexy 2015 mit opulenter, kalifornisch anmutender Frucht – WT93. Penfolds Grange war 2013 ein dichter, kräftiger, komplexer Wein mit enormer Zukunft, braucht viel Zeit und Luft, oder besser noch etliche Jahre im Keller - WT94+. Eile besteht bei diesem Wein mit Sicherheit nicht. Süß, lecker, bonbonhaft, aber auch etwas eindimensional und aufdringlich war 1997 der Balmoral Syrah von Rosemount – 87/100.

Bei der Grange-Probe 1999 in Lehrbach war der Penfolds Chardonnay Bin 99A eine dicke, fette, australische Sau mit deutlichen Röstaromen und viel Gewicht, Holz, viel spürbarem Alkohol – 90/100. Zuletzt 2006 zeigte er sich deutlich ziviler und harmonischer, aber immer noch erstaunlich frisch mit guter Säure und breitem Strauß exotischer Frucht - 91/100. Noch schön anzusehen war der Roxburgh Chardonnay Hunter Valley von Rosemount 2008 im Wiin Kööv mit seiner brillianten Farbe von Orangenmarmelade. Das war es dann aber auch. Trinken konnte man dieses Zeugs nicht mehr.

Der Providence Matakana aus Neuseeland hatte 2004 in der Traube Grevenbroich eine helle, sehr reife Farbe, machte auch am Gaumen den Eindruck eines zweifellos sehr schönen, aber voll ausgereiften 50 Jahre alten Bordeaux, aromatischer Trinkgenuss auf 90/100 Niveau, aber sicher nicht mehr lange.

Ein wundervoller Süßwein war 2001 ein Vin de Constance aus Südafrika mit der Süße einer guten Crême Brulée und sehr guter Säure – 95/100.

Schlecht sah es 1994 mit Champagner aus. Reichlich Regen zur Erntezeit machte die Hoffnung auf Jahrgangschampagner zunichte.

Sehr gutes Portweinjahr.

Dow war 2012 sehr zugänglich mit viel Süße und Schmelz – WT94. Sehr zugänglich und reif zeigte sich 2015 der dichte, schokoladige, lakritzige Graham – WT94. Erstaunlich gut war 1998 im Landhaus Bacher schon Niepoort zu trinken – 93/100.