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2000

2000 ist ein grandioses Bordeaux-Jahr, für mich das letzte, große, klassische. Am Ende einer denkwürdigen Probe am 12.12.2012 (von der auch etliche der aktuellen Notizen stammen, stand für uns fest: nach diesem Jahrgang werden wir weiter die Augen offen halten. Bei den 2000ern stimmt das Verhältnis zwischen Frucht, Extrakt, Säure und Tannin. Sie sind in sich voll stimmig und zeigen, was in den letzten Jahrzehnten im Weinberg und im Keller dazugelernt wurde. Dazu haben sie im Gegensatz zu den Nachfolgejahrgängen einen moderateren Alkoholgrad. Auch ich werde weiter nach guten 2000ern suchen. Dabei fokussiere ich mich weniger auf die unsterblichen Granaten, die ich in dieser Probe genießen durfte. Deren Preise sind mir inzwischen zu hoch. Aber es gibt in 2000 noch großartige, einigermaßen bezahlbare Preis-/Leistungssieger. Zu meinen Favoriten gehören da d´Aiguilhe, Grand Puy Lacoste und Gruaud Larose.

Schlichtweg traumhaft 2011 die Nase der Calon Ségur beim Dekantieren, doch im Glas hatte ich später das Gefühl, dass sich dieser gelungene Calon Segur gegen das Trinken wehrte, einfach noch zu früh - 91+/100. Cos d´Estournel, der sich 2013 auf Elke Dreschers Cos-Probe in Bestform zeigte, ist ein großer, absolut stimmiger Cos mit langer Zukunft – WT96. Zeigte sich 2017 etwas verschlossen, aber der kommt wieder – WT93+. Montrose war 2003 in den Arrivageproben ein konzentrierter, noch etwas eckiger Powerstoff mit massiven Tanninen, eben klassisch unzugänglich Montrose, zuwenig reife Frucht, um an 89/90 heranreichen zu können – WT92+. Einen ganzen Wald voll Zedernholz brachte Ende 2006 auf Muottas Muragl der Phélan Ségur ins Glas, dazu eine schöne Minzfrische, rund und lang am Gaumen, kein zweiter 1990er, aber ein traumhaft balancierter Wein – 93/100.

Eher enttäuschend und nicht mit der Klasse des Jahrgangs 2017 der D´Armailhac – WT89. Batailley war 2008 in bestechender Frühform mit wunderbarer, fruchtiger Fülle. Da muss auf nichts mehr gewartet werden – 92/100. Reif und weich zeigte sich 2017 der Clerc Milon – WT90. Der inzwischen über 20mal getrunkene Grand Puy Lacoste war auch zuletzt 2013 und 2014 auf Sylt mehrfach die elegante, schmelzige Wiedergeburt des großen 82ers und ein GPL wie er im Buche steht – 95/100. Haut Batailley hatte 2010 eine gute Struktur, war kräftig, am Beginn der Trinkreife, baute gut im Glas aus, sehr mineralisch, Tabak – 90/100. Lafite Rothschild war 2011 ein dichtes, kräftiges, gewaltiges Konzentrat mit präzisen Konturen, bereits jetzt deutlichem Charme, bleibt ewig am Gaumen und hat großartiges Potential – 97+/100. Der häufig getrunkene Carruades de Lafite war zuletzt 2014 kein "Lafitchen" mehr, sondern ein richtiger Lafite. Kirschige Frucht, Leder, Bleistift, superbe Struktur und Eleganz, konservative WT93. Auch 2015 auf diesem Niveau. Ein Riese auch der etwas verschlossene Latour, der von allem reichlich hat, Substanz, Kraft, Frucht und Fülle, verbunden mit einem perfekten Tanningerüst. Komplex und unglaublich lang im Abgang, aber auch das nicht fett oder plump, sondern einfach mit Grazie. Durfte ich jetzt zweimal kurz hintereinander mit identischen 98+/100 trinken. Für die 100/100 wird der Latour wohl noch 5, eher vielleicht 10 Jahre brauchen, also ebenfalls ein Legendenkandidat. Zuletzt 2014 ein sehr beeindruckendes Monument im werden mit irrer Substanz, konzentrierter Frucht, mit Kraft ohne Ende und perfektem Tanningerüst – WT95++. Les Forts de Latour war 2013 und 2014 mehrfach ein sehr kräftiger, immer noch junger Wein, der erst in ein paar Jahren richtig zeigen wird, was er drauf hat - WT92+. Lynch Bages war 2008 viel zu jung natürlich, aber schon erstaunliche Zugänglichkeit vortäuschend, üppige Frucht, opulente Fülle, hat alle Anlagen für einen großen Wein, eben wie der größte Teil der jüngeren Lynch Bages ein echter Edelspaßwein, auf den zu warten es lohnt - 93+/10. Zeigte sich dann 2017 als moderne Wiedergeburt des 82ers. So ein einfach geiler, schmelziger Saft mit wunderbarer Röstaromatik, irrer Länge am Gaumen, aber auch genügend Substanz und großartiger Struktur für eine lange Entwicklung – WT97. Der hedonistisch elegante Mouton Rothschild war am 2012 einfach „tout Mouton“, ein großer, typischer Mouton auf dem Wege zu etwas ganz großem. Klassisch die einfach nur süchtig machende Mouton-Nase mit Cassis, Minze, Bleistift und Leder, am Gaumen kräftig, mineralisch, aber auch mit süßem, opulentem Schmelz – 97+/100 und da kommt mit den Jahren noch deutlich mehr. 2014 aus der Magnum einfach großer Mouton, Cassis, Bleistift, Leder, aber auch dieser irre Röstaromen-Operette mit Kaffee, Pralinen und süßem Schmelz, macht von der süchtig machenden Nase bis zum langen Abgang einfach irren Spaß – WT97+. Auch 2015 wieder ein riesengroßer, typischer Mouton mit gewaltigem Hedonismus-Faktor – WT97+. Pichon Baron war 2012 ein gewaltiger Brocken mit konzentrierter Frucht, Leder und Zedernholz, perfekt strukturiert mit enorm kraftvollem Auftritt am Gaumen und langem Abgang – 98/100. 2013 und 2014 wieder ein Riese und der vielleicht bisher beste Wein des Gutes, so dicht, so kräftig, sehr maskulin wirkend, aber auch fleischig und sehr lang am Gaumen – 98/100. Und auch 2015 spielte die Musik wieder mehrfach auf diesem Niveau. Auf der Alpina Auslese 2017 war er völlig neben der Spur, aber das gibt sich in ein paar Jahren wieder. In den Arrivage-Proben 2003 war die Pichon Comtesse de Lalande ein schöner Wein auf WT94 Niveau. 2009 wirkte sie jung, vanillig, oberflächlich, etwas hohl, dünn und eindimensional, wurde mit der Zeit nur marginal besser - WT90. 2012 war das eine jugendlich-giftige Comtesse mit hohem Hedonismus-Faktor – WT95. Erstaunlich offen, sehr fein und elegant mit schöner Frucht zeigte sich 2015 der Pontet Canet, die immer noch massiven Tannine gut maskiert, da kommt noch deutlich mehr – WT93+. Kam 2017 mit puristisch schöner Frucht, mit reichlich Kraft und Fülle ins Glas und hat sicher noch längere, große Zukunft – WT95.

Beychevelle war 2004 ein gewaltiger, für Beychevelle ungewöhnlich kräftiger Wein, Powerfarbe, schwarze Johannisbeere, Lakritz, Röstaromen - 93/100. Die rauchige, satte Blaubeernase des Ducru Beaucaillou war 2009 noch geprägt von jugendlicher Röstaromatik, am Gaumen mächtige, aber reife Tannine, ein sehr dichter, kräftiger Wein mit beachtlicher Länge am Gaumen, der jetzt erste Trinkreife zeigt, aber da kommt noch mehr – 94+/100. Gloria war 2007 ein mächtiger, fleischiger Wein mit tiefdunkler Farbe und gewaltigem Tanningerüst. Kräftig, nachhaltig mit dicht gewobener, würziger Frucht. Brauchte sicher noch ein paar Jahre zur entgültigen Entfaltung – 90+/100. Dichter, kräftiger Power Gruaud mit genügend Frucht für das viele, aber reife Tannin, und finessig, das wird mal der legitime Nachfolger des 61ers als Essence von Cabernet, hatte ich 2003 bei der Mövenpick Arrivage Probe notiert. Danach verschloss sich der Gruaud Larose für einige Jahre etwas, brillierte aber zuletzt 2013 wieder - WT96. Täuscht 2014 Zugänglichkeit vor mit schöner Röstaromatik und wunderbarer Frucht, aber die Reise ist hier noch lange nicht zu Ende. Hat sehr viel Kraft und Substanz mit massiven, aber reifen Tanninen – WT95+. Zeigte sich 2017 mit enormer Substanz etwas verschlossener – WT93+. Ziemlich verschlossen 2008 der Lagrange. Der hatte zwar eine schöne, schwarzkirschige Frucht, aber am Gaumen hing über den massiven Tanninen das große Schild „vorübergehend geschlossen“ – WT88+. 2017 verhaltene Frucht, viel Zedernholz, erdige Mineralität - WT92+. Noch sehr verschlossen wirkend 2010 der Langoa Barton mit massiven Tanninen – WT88+. Sehr jung 2014 noch der Leoville Barton mit enormer Kraft, Fülle, Dichte und Länge, hat genügend Substanz für ein langes Leben – WT94+. Leoville las Cases hatte 2012 eine dicke, üppige Neue Welt Nase mit reichlich Eukalyptus und auch Minze, süße, präsente, aber auch präzise Frucht, am Gaumen sehr fleischig mit immer noch massiven Tanninen – 95+/100. Das ist ein großer Las Cases, aber mit völlig anderer Stilrichtung als z.B. 1982 und 1986, deren Klasse er wohl nie erreichen wird. Leoville Poyferré war 2017 ein Riesenteil mit enormer Kraft, Frucht und Länge, voll trinkbar, aber mit viel Zukunft – WT96. Der Clos du Marquis, der Zweitwein von Leoville-las-Cases mit einer ähnlichen Aromatik, nur etwas leichter und deutlich zugänglicher, war 2005 bereits in einem Stadium erster Trinkreife. Mit dichter, junger Farbe, reifer Cassis- und Kirschfrucht, guter Mineralität und dezenter, erdiger Herbe war das der schönste Clos du Marquis seit langem - WT91. Eine große Zukunft hat sicher der 2013 noch etwas verschlossene Leoville Poyferré, sehr dicht, kräftig und mit noch massivem Tannin- und Säuregerüst – 96+/100. Talbot verband 2008 mit runder, schmelziger Frucht und weichen, aber durchaus präsenten Tanninen die Zugänglichkeit des 2003er mit mehr Struktur und deutlich besserer Lagerfähigkeit - 92/100.

Bernadotte hatte Ende 207 im Engadin eine sehr dichte, junge Farbe, war immer noch jugendlich-kräftig mit schöner Röstaromatik, aber auch mit guter Textur und dieser Aromatik, die auch junge Pichon Comtesse immer schon so zugänglich machen – 90/100. Lanessan hatte 2012 ein tiefes Dunkelrot, eingelegte Pflaume mit einem Hauch Zimt, Schwarze Johannisbeere, Zedernholz, erdige Aromen, am Gaumen Fruchtsüsse, kräftige, aber reife Tannine, sehr würzig und vielschichtig, Medoc pur auf hohem Niveau - 92/100. Maugey war 2012 mit dunkler Frucht und reifen Tanninen ein solider, gut trinkbarer Wein – WT88. Poujeaux zeigte sich 2009 aus der Magnum noch sehr jung und bissig – WT87+.

Cantenac Brown war Ende 2007 im Engadin noch ganz am Anfang, viel schwarze Johannisbeere, aber wir hatten den Eindruck, dass er sich im Glas wieder etwas verschloss. Besser 3-5 Jahre warten und dieses Chateau unbedingt im Auge behalten – WT90+. Erste Trinkreife zeigte zuletzt 2013 Giscours, reife, dunkle Früchte, Sattelleder, frischer Espresso, sehr mineralisch, Holzkohle, kräftig und animalisch, und das durchaus mit Grazie – 93/100. Lascombes hatte 2007 eine fruchtbetonte Nase mit üppigem, großem Beerencocktail. Ein recht kräftiger, gut gemachter Wein mit strammem Tanningerüst. Schon gut (an)trinkbar mit genug Standvermögen für eine lange Zukunft – WT91+. Malescot-St-Exupery war 2013 ein sehr feiner, eleganter, stimmiger Margaux – WT92. Leider nicht rechtzeitig dekantiert war 2012 im Weggis Margaux ein dichter, konzentrierter Brocken mit Legendenpotential, der sich aber jetzt förmlich gegen das Trinken wehrte – 93+/100. Hin und weg war ich dagegen Ende 2012 schon beim Dekantieren und vom kleinen Probeschluck. Das war sie wieder, diese berühmte Eisenfaust im Samthandschuh, traumhafte Nase, puristisch schöne, süße Frucht, Eleganz und Rasse, enorme, aber subtil rübergebrachte Kraft, bleibt ewig am Gaumen – 100/100. Marojallia hatte sich 2011 prächtig entwickelt, reife, aber nicht überladene Frucht, immer noch dezente Röstaromatik, Kaffee, Trüffel, kraftvoll, aber dabei auch sehr elegant und im besten Sinne sexy, jetzt voll und mit viel Genuss trinkbar, doch reife, weiche, aber noch mächtige Tannine versprechen ein längeres Leben, um Längen über dem 99er des Gutes - 94/100. Zeigte sich 2016 deutlich reifer mit weniger Schmelz – WT92. Sehr weit entwickelt und schon gut trinkbar 2012 der Marquis de Terme, der aber auch etwas hohl und langweilig wirkte – 86/100. Sehr überzeugend 2013 Rauzan-Ségla, fleischig mit süßer Frucht, aber auch kräftigen, reifen Tanninen, wird noch zulegen – WT93+. Sehr gut hat mir bis 2006 mehrfach der du Tertre mit dichter Frucht und schöner Rötaromatik gefallen – WT93.

Langeweile im Glas 2006 beim Carbonnieux. Klar war da, wie in so einem großen Jahrgang selbst bei kleinsten Weinen nicht anders zu erwarten, viel reife Frucht und auch Kraft, nur zeigte sich das alles auf eine eindimensionale Art ohne Finesse – 87/100. Les Carmes Haut Brion wirkte 2011 etwas hochgezüchtet, weniger wäre mehr gewesen - 89/100. Clos Marsalette trank sich jung bis 2005 mehrfach sehr schön auf WT88 Niveau, dürfte aber seine besten Zeiten hinter sich haben. Domaine de Chevalier war 2013 wieder ein echter Klassiker mit reifer Frucht, Zedernholz, Tabak, erdiger Mineralität, einem Hauch Schokolade, frischem Espresso und immer noch sehr stabilen Tanninen - WT92. Sehr spannend 2012 wieder der ewige Vergleich zwischen Haut Brion und La Mission. Der erinnerte mich an 1961 und 1989, wo diese Weine auf Augenhöhe gegenüberstehen und sich am Tisch meist für jeden der beiden Weine 50% der Teilnehmer entschieden. Diesmal war der schon mehrfach auf hohem Niveau getrunkene, sehr kräftige, konzentrierte, mineralische Haut Brion der offenere, charmantere, süßere, ja geradezu verschwenderischere, aber auch mit enormem Druck am Gaumen – 99/100. Zeigte sich auch 2015 bei aller Kraft und bei allem aromatischen Druck schon erstaunlich offen und geradezu charmant – WT99. Ebenfalls mit dieser unwiderstehlichen Pessac-Aromatik 2012 der jünger wirkende, komplexere, komplettere, gewaltige La Mission Haut Brion, ein echter Jahrhundertwein mit gewaltiger Zukunft, auf unbeschreiblich hohem Niveau diesmal klar vor Haut Brion – WT100. 2014 ein Wein, der mit seiner Konzentration, seiner Komplexität und Dichte, aber auch mit seiner typischen Pessac-Aromatik, die den gesamten Gaumen und die Nase sofort in Beschlag nahm, einfach nur sprachlos machte. Das ist die moderne Wiedergeburt von 1982 La Mission – WT100. Pape Clement war 2012 böser Stoff, sehr mineralisch, rauchig, mit süßer Frucht, sehr nachhaltig und lang am Gaumen. Zeigte sich trinkfertig, dürfte aber auf diesem Niveau noch gut zwei Jahrzehnte bleiben – 96/100. Smith Haut Lafitte war 2003 in der Arrivage ungewöhnlich zugänglich und aromatisch mit niedriger Säure, nur im Abgang haperte es etwas, toller Wert, der jetzt schon viel Spaß machte – WT95. 2009 ein sehr dichter, konzentrierter Wein, der nur wenig raus ließ, aber gewaltiges Potential zeigte – WT90+. 2017 deutlich offener, zeigte nach 2 Std in der Karaffe generöse Süße – WT95.

Angelus kam 2012 noch etwas ungestüm daher mit enormer Kraft und geprägt von den massiven Tanninen. Aber das wird sich in den nächsten Jahren legen, ein großer Wein mit enormem Entwicklungspotential – 96+/100. Ausone war 2012 wie schon vor ein paar Wochen auf der großen Ausone-Probe in Bad Ragaz ein großer, rassiger, eleganter, zupackender, absolut stimmiger Wein. Blutjung violett noch die Farbe, das massive Tanningerüst überdeckt durch herrliche, süße Frucht, wodurch der Ausone erstaunlich offen wirkte. Enorm entwickelte sich dieser, für 50+ weiter Jahre gemachte Ausone im Glas, dreimal habe ich meine Bewertung hochgesetzt und landete schließlich bei voll gerechtfertigten 100/100. Der Beauséjour Bécot war 2012 sehr kraftvoll mit deutlicher, fast zu intensiver Säure – WT91+. Canon-la-Gaffelière gefiel mir 2003 in den Ankunftsproben mehrfach auf WT93-94 Nivau sehr gut. Schlichtweg atemberaubend war Ende 2003 eine Doppelmagnum – WT97. Zeigte sich auch 2015 in Topform und erst ganz am Anfang der Trinkreife – WT94. 2017 ein wunderbarer Charmeur – WT95. Cheval Blanc war 2012 ein Weltklassewein, der mit diesem perfekten Spagat aus seidiger Eleganz und dem kraftvollen Auftritt mit konzentrierte, süßer Frucht einfach nur sprachlos machte. Ein absolut stimmiger Wein, noch so jung und doch so faszinierend. Hätte Leonardo da Vinci einen Wein entworfen, das wäre er wohl gewesen. Erinnert deutlich an die 100/100 Legenden, die bei Cheval Blanc in 47, 48, 49, 50, 53, und 55 entstanden und ist die 100/100 vollwert. Da kam der Petit Cheval nicht mit, der sich schon 2004 auf niedrigem Niveau sehr offen und zugänglich zeigte – WT88. Clos des Menuts war 2006 aus der Magnum ein solider, nicht aufregender St. Emilion – WT86. La Clusière war 2015 ein heftiger, mächtiger, kräftiger Wein, der mit seiner konzentrierten, dunklen Frucht schon fast ins Likörige geht, dabei aber nicht überreif wirkt und mit guter Mineralität und Länge überzeugt. Hätte jetzt nach 15 Jahren offener sein müssen. Ob der jemals reif wird? - WT95(+?). Reif, rund und auf dem Punkt mit pflaumiger Frucht 2015 der Côte de Baleau – WT90. La Couspaude war 2003 in der Arrivage ein füllig-üppiger Wein, voll trinkbar, fett und hedonistisch lecker, reife Frucht, wenig (spürbares) Tannin und säurearm – WT94. Zeigte sich 2015 deutlich feiner und wirkte reif – WT93. Der 2012 noch so überzeugende Ferrand Lartigue zeigte 2013 erste Reife, erstaunlich wenig Frucht, sehr mineralisch, gute Struktur und Länge - 89/100. Mit süßer, Frucht, hoher Mineralität, feiner Röstaromatik und reifen, weichen Tanninen punktete 2012 der Grand Murailles - 93/100. Dicht und kräftig 2011 die Farbe von Figeac, eine wunderbare Nase, die Struktur, Rasse und Klasse versprach, was der Gaumen mit guter Frucht voll halten konnte, in dieser Form ein großer, junger Wein mit Langstreckenpotential – 94+/100. Grandios 2014 und 2015 mit sehr dichter, junger Farbe, mit verführerischer Röstaromatik, superber Frucht, mit Struktur, Rasse und Klasse. Da stimmten Nase und Gaumen – WT96. Reif und hedonistisch 2012 in St. Moritz der Grands Murailles – WT93. Pavie war 2012 ein großer, dichter Wein mit unglaublicher Präzision und sensationeller Struktur, der ewig lang am Gaumen bleibt. Erinnert mich an die unsterblichen Pavie-Legenden aus 1928 und 1929 – 100/100. Perfekt auch zuletzt 2014 in der Wiin Kööv – WT100. Schwierig zu verkosten 2007 der Magrez Fombrauge, dieses hochgezüchtete, etwas überextrahierte Powerteil, Bitterschokolade mit 80% Kakaoanteil und Graphitfüllung, Kraft ohne Ende, wenig Frucht, ich glaube nicht, dass das eine Weinlegende im Werden ist, sondern eher ein Monster in der Pubertät - 90?/100. Monbousquet war 2003 in den Arrivage-Proben mit traumhafter Frucht und druckvoller Aromatik ein großer Wein aus einem Guß – WT96. Zeigte 2015 viel Frucht, Druck und Fülle, wirkte aber etwas ziviler – WT93. La Mondotte war 2006 eine noch viel zu junge Legende im Werden – WT93++. Péby Faugeres zeigte 2017 aus der Magnum noch jugendliche Röstaromen, verschwenderische, süße Frucht, samtige Eleganz und ein gutes Rückgrat für längere Alterung – WT95. Häufig habe ich schon den unglaublich guten Pavie getrunken, ein gewaltiges Konzentrat, das trotzdem Leichtigkeit und Finesse zeigt, erinnert an die Pavie-Legenden aus 1928 und 29, zuletzt 2014 wieder klare WT100. 2015 und 2016 mit seiner genialen Nase, am Gaumen ein gewaltiges Konzentrat, das trotzdem Leichtigkeit und Finesse zeigte – WT100. 2017 ein Gigant mit genialer Struktur, der sich als gewaltiges Konzentrat mit unglaublichem, aromatischem Druck und enormer Länge trotzdem recht stimmig und elegant präsentierte – WT100. Pavie Decesse war 2012 schon in der irren Nase ein gewaltiges, spannendes Konzentrat, das zur enorm dichten Farbe passte, am Gaumen ein gewaltiges, aber nicht überextrahiertes Kraftpaket mit minziger Frische und schöner Länge – 97/100. Pavie Macquin war 2008 üppig-fruchtig mit viel Fruchtsüße, ein Showwein, der heute viel Spaß machte - WT94. Tertre Roteboeuf war 2012 mehrfach einfach ein unbeschreiblicher, süßer, hedonistischer Traum. Dekadente, explosive Traumnase mit reifer, süßer Frucht und reichlich Röstaromatik, was sich nahtlos am Gaumen fortsetzte. Dabei ist der Tertre Roteboeuf, der beste, je auf dem Gut erzeugte, keineswegs simpel gestrickt. Unter dieser Geschmacks- und Geruchsorgie verbergen sich immer noch präsente Tannine und eine sehr gute Struktur. Ich habe diesen Wein in seiner ersten Fruchtphase mehrfach mit perfekten 100/100 bewertet und bin mir sicher, dass er wieder auf dem Weg dahin ist – 99+/100. 2013 etwas zu üppig in einer Flasche, die etwas die Struktur vermissen ließ – 97/100. 2014 wieder auf dem richtigen Weg – WT97+. La Tour Figeac hatte 2012 auf einer Best Bottle im Balm herrliche Frucht, Schwarze Johannisbeere, Schwarzkirsche, einfach sexy mit hohem Spaßfaktor, aber alles andere als simpel, viel Druck am Gaumen und gute Struktur – 92/100. Troplong Mondot hat über die Jahre gut zugelegt und war zuletzt 2012 ein konzentrierter Wein mit toller Struktur – WT96. Trottevieille wirkte 2016 für den großen Jahrgang etwas dürr – WT88. Valandraud war 2009 aus der Doppelmagnum ein dichtes, zupackendes, konzentriertes Monstrum ohne den gewohnten Spaßfaktor – WT93.

Ein schokoladig-dekadenter, sehr zugänglicher Traum war 2012 im Waldhaus in St. Moritz der Bon Pasteur - 93/100. Reif mit pflaumiger Frucht wirkte 2017 der Clinet – WT90. Der häufig getrunkene Conseillante war 2013 ein großer Wein mit enormem Potential, der sicher mal deutlich an die Qualität des 90ers rankommt – 96+/100. Zeigte auch 2015 und 2017 wieder ein Pfauenrad an Aromen und erinnerte in seiner verführerischen Art an den 90er, nur mit mehr Struktur – WT96+. Gewaltiges Langstreckenpotential zeigte 2012 l´Eglise Clinet, ein großer, sehr konzentrierter Merlot, die Bitterschokolade derzeit noch mit 90% Kakaoanteil – 97+/100. Auf gleichem Niveau mit großartiger Struktur, aber mehr hedonistischer Opulenz mehrfach 2013 und 2014 der süchtig machende l´Evangile - WT97+. 2016 war das wie auch 2017 wieder ein etwas offenerer, schokoladig-schmelziger Traum – WT98. La Fleur Petrus wirkte 2010 etwas zugänglicher mit Bitterschokolade und sahnigen dunklen Storck-Karamellen, kann aber noch deutlich zulegen - WT93+. Legte 2017 weiter zu, aber da kommt noch mehr – WT94+. Franc-Maillet war 2011 ganz nett und gefällig – 88/100. Fleischig, muskulös war 2010 der Gazin, der aber noch ein paar Jahre Lagerung vertragen konnte – WT91+. Lafleur wirkte 2009 modern vinifiziert, ist das nicht mehr der alte Stil. Einfach geil diese süße, zugängliche, dekadent-opulente, verrückte Nase. Da ist satte, süße Kirschfrucht und statt der Kräuter viel Schwarzer Trüffel. Dazu eine unerhörte Mineralität, die – welch Frevel! – an Aalto PS 2001 erinnert, und eine gewaltige Dichte, für mich ein klarer WT100 Kandidat. Latour-à-Pomerol wirkte 2011 wie aus dem Konzentrator oder zu spät gelesen. Überreif, konzentriert, aber auch etwas mostig und diffus, von Frische und Säure eines großen Weines wenig zu spüren. Gut möglich, dass ich diesem Wein unrecht tat und er derzeit einfach durch eine schwierige Phase lief – 87(?)/100. Nenin war 2010 kräftiger, rustikaler Wein, etwas dunkle Frucht, Bitterschokolade, erdige Aromen, Trüffel, kräftige Tannine, noch ein paar Jahre vom Trinkhöhepunkt weg - WT90. Petrus war 2008 auf der Ungerprobe voll ausgereifter Merlot oberster Güte mit viel Kraft und Schmelz. Derzeit etwas verschlossen, aber die große Klasse dieses Weines schon deutlich zeigend. Und bei der Nachverkostung am Ende der Probe, also gut 5 Stunden später, hatte ich dann auch locker 98/100 und einen absolut prächtigen, üppigen, hedonistischen Petrus mit präzisen Konturen im Glas. Trotanoy wirkte in den Arrivageproben erstaunlich zugänglich mit guter Frucht und toller Länge, dürfte langlebig sein und deutlich zulegen – WT93+.

Ein Spaßwein par Excellence auf sehr hohem Niveau ist der bereits weit über 50mal aus allen Flaschengrößen, zuletzt wieder mehrfach 2013, 2014 und 2015, getrunkene d´Aiguilhe mit sensationellem Preis-/Genussverhältnis, konstant 93-94/100. Zeigte sich 2015 so jung, kräftig und druckvoll – WT94. Zuletzt Ende 2015 hatte ich das Gefühl, jetzt wächst er langsam ins Charakterfach, wird etwas ernster, aber das ist nur ein Übergangsstadium, da kommt demnächst wieder mehr -WT92+. Jede Suche wert. Nectar des Bertrands war 2005 in traumhafter Fruchtphase, ein hedonistisch-leckerer Wein, mit cremiger Frucht, Expresso, Bitterschokolade und tollen Röstaromen - 95/100. Zeigte 2010 erste, reifere Töne – WT91. Der bis 2012 häufig getrunkene Paloumey war stets ein gefälliger, unkomplizierter Saufwein – WT88. Ein wunderbarer Gaumenschmeichler mit pfaumiger Frucht war häufig, zuletzt 2006, der Presidial von Thunevin – WT92. Fruchtig, lecker und gefällig war 2003 der Villa Bel Air aus Graves – WT88. In der Magum 2005 noch eine Ecke drüber – WT90.

Der Aile d´Argent wirkte 2004 auf der Stromburg ziemlich langweilig – WT87. Unkomplizierter Genuss war 2005 der Lynch Bages Blanc. Helles Gelb, sehr frische, fruchtige Nase, Lychees, blumig, am Gaumen jung, frisch mit guter Säure, aber ohne viel Tiefgang – WT87. Pape Clement Blanc war 2013 wuchtig, viel Holz, brauchte Zeit, Luft und Karaffe, entwickelt schöne Kräuternote mit viel Anis, bleibt aber etwas schwierig. Solo kamen wir da über 92/100 nicht heraus. Doch mit Luft, Wärme und forderndem Essen explodierte der Pape Clement förmlich, wurde komplexer, länger. Da waren wir dann bei 94/100. Smith Haut Lafitte Blanc war 2007 im Fährhaus mehr Kraft als Freude, zuviel Holz, zuwenig Frucht. Von rauchigen Barrique-Tönen dominierte Nase mit verhaltener, frischer, blumiger Frucht. Am Gaumen sehr kräftig und nachhaltig, wirkte auch hier etwas rustikal und holzlastig – WT88. Ein Tour Leognan startete 2010 mit einer seltsamen, nach Brie de Meaux riechenden Nase und war am Gaumen eher flach und langweilig – 80/100.

Ein Castelnau de Suduiraut war 2004 ein fein balancierter Wein mit leichter Boytritis, Blütenhonig, dezenter Süße, feiner Frucht, akzeptabler Säure. Schmelzig und voll trinkbar – 88/100.

2000 war in Burgund kein einfaches Jahr, deutlich besser an der Côtes de Nuits als an der Côtes de Beaune. Aber die Winzer, die gute Weine machten, die machten richtig gute Weine.

Der Chambertin Clos de Bèze von Bart war 2016 voll da mit Dampf ohne Ende. Burgundische Pracht und Fülle, so druckvoll mit erster, feiner Süße, ein Chambertin, wie er im Buche steht - WT96. Der Clos Vougeot von Bouchard hatte 2009 eine verführerische Nase, am Gaumen gute Säurestruktur und immer noch deutliches Holz – 92/100. Eine Bonnes Mares Magnum von Champy war 2015 großes Kino mit der typischen Wucht dieser Lage. Entwickelte sich über die 3 Stunden, in der wir sie tranken, wurde zusehend offener und entwickelte erste feine Süße - WT93+. Der Clos de la Roche Cuvée Lucie von Hubert Lignier wusste 2010 als druckvoller Burgunder mit schöner rot- und blaubeeriger Frucht und für 2000 erstaunlicher Struktur zu überzeugen – WT92.Ein Musigny von Mugnier zeigte sich 2012 geradezu luftig und erfrischend, ätherisch, tänzelnd mit sublimer, samtiger Eleganz – 96/100. Der Chambertin Clos de Bèze von Raphet überzeugte 2016 mit mit beeriger Frucht, mit Fülle, Kraft, Schmelz, Süße und Länge – WT94. Ein Grands Echezeaux von Remoissenet&Fils war 2010 und 2012 voll auf dem Punkt, reif, warm-würzig, sehr komplex, füllig und hocharomatisch - 92/100. Ein Bonnes Mares von Hervé Roumier war 2012 in der Eichmühle am Beginn einer sicher noch längeren Trinkreife, Sehr fein mit Himbeeren und Kirschen, immer noch leichte Röstaromatik, bei aller durchaus vorhandenen Kraft sehr elegant und feingliedrig - 93/100.

Eher schwieriges Jahr für Weiße Burgunder.

Sehr enttäuschend 2009 ein Meursault Perrières von Boyer-Martenot, der im Glas rasch abbaute - WT86. Schon sehr reif war 2006 der nussig-würzige Meursault Clos de la Barre von Comte Lafon – 91/100. Der Montrachet von Ramonet zeigte 2006 in der feinen Nase florale Töne. Am Gaumen war er weich, schon zugänglich mit für den Jahrgang durchaus guter Säure. Entwickelte sich gut im Glas - 93/100. Der Chablis Montée La Tonnerre von Raveneau wirkte 2014 grasig, absolut trocken, sehr mineralisch mit messerscharfer Präzision, etwas Bienenwachs, sehr finessig, ein Wein in klassisch konservativem Stil mit noch reichlich Zukunft – WT90+.

La Turque von Guigal wirkte 2004 sehr trinkreif. Mitteldichte, jugendliche Farbe mit leichtem Wasserrand, in der Nase feine, rote Beerenfrüchte, dezente Würze, wurde mit der Zeit immer süßer und wirkte etwas dropsig, am Gaumen etwas Veilchen, Lakritz und eine leichte Süße. Wenig Tannin und Säure. Ein für diese Qualität hoffnungslos überteuerter, leckerer Schmeichler, der früh getrunken gehörte - 91/100. Der La Mouline war 2004 deutlich konzentrierter mit sehr würziger Nase und hoher Säure – WT92.

Der Ermitage Blanc de l´Orée von Chapoutier hatte 2004 in der Nase Karamell, Zitrusaromen, Honigtöne, am Gaumen ätherisch, wenig Säure, macht verschlossenen Eindruck, entwickelt mit der Zeit massive Anis-Nase – 92/100. 2008 kräftige Farbe, deutlich oxidative Noten, helle Pflaumen, Orangenschalen, viel Bitterstoffe, wie ein furztrockener Sauternes ohne jede Süße, sehr erdig-mineralisch, eher bittere Medizin als großer Wein – 88/100.

Der Beaucastel Hommage Perrin aus der Magnum hatte 2007 eine sehr dichte, undurchdringliche Farbe, unter der reifen Frucht - Erdbeere, Blaubeeren - lauertenn massive, aber erstaunlich reife Tannine, am Gaumen sind da auch Teer und Lakritz, dazu eine unglaubliche Dichte und Länge, erstaunlich, wie offen dieses konzentrierte Superteil bereits ist und mit wieviel Noblesse die schiere Kraft hier rüberkommt, der Vorschlaghammer, mit dem der Gaumen hier traktiert wird, hat einen Stil aus feinen Edelhölzern und einen vergoldeten Kopf - 96+/100. 2009 eine lakritzige, ungemein vielschichtige Aromenbombe, da liegt eine mit Blaubeeren gefüllte, alte Ledertasche auf dem Holzkohlengrill, eine richtig dicke Weinsau, trüffelig, anmachend, süß und sehr lang am Gaumen – 97/100. Allgemeines Stirnrunzeln 2008 bei der Cuvée Marie Beurrier von Henri Bonneau. Von der Farbe her, aber leider auch in Gaumen und Nase war das ein 50 Jahre alter Wein. Deutliches Rostbraun, in der Nase reifer Pinot und alter Rioja, am Gaumen lakritzig und rustikal, kaum Frucht – WT88?. Deutlich jünger in der Anmutung vom selben Winzer 2008 die Réserve des Celestins. Ein dichter, komplexer, fleischiger Wein mit guter Länge am Gaumen, sehr kräuterig – 92/100. Den Chateauneuf-du-Pape Bosquet des Papes fand ich 2005 sehr offen, aber auch etwas poliert und langweilig – 87/100. Sehr reif und gefällig 2017 die Cuvée des Cadettes von La Nerthe – WT90. Der Pegau Cuvée Reservé war 2016 reif, sehr würzig mit dekadent süßer Kirschfrucht – WT95. Der schon häufig getrunkene Da Capo von der Domaine du Pegau zeigte 2013 bei aller Fülle und Mächtigkeit eine erstaunliche Struktur und Frische, dazu likörige Kirschfrucht und viel Garrigue. Die wohl annähernd 16% dieses Monsters spürt man erst, wenn langsam der Boden unter den Füßen verschwindet – WT96. Chateau Rayas Reserve wirkte 2008 durch die geringe Säure und die reifen Tannine erstaunlich reif und zugänglich. Feine Erdbeernote, reichlich Kräuter, Lakritz und einfach viel hedonistischer Weingenuss – 93/100. Einfach saugut und saujung war 2012 die geniale Chateauneuf du Pape Cuvée Reservé der Domaine Vieille Julienne. Enorm reichhaltig, würzig, mineralisch, mit viel Lakritz, Veilchen und Kräutern, ein gewaltiges Konzentrat, das den Gaumen komplett mit Beschlag belegte, trotz der sicher deutlich mehr als 15% Alkohol aber nicht brandig oder überladen wirkend – 96+/100.Wirkte 2015 trotz aller Kraft erstaunlich elegant – WT96.

Beaucastel Blanc Vieilles Vignes war 2011 sehr kräuterig, Fenchel, deutliche Bitternote, entwickelte sich im Glas, war aber schon über den ersten Punkt, in dem weiße Chateauneufs Spaß machen – 88/100.

Der Gewürztraminer Vendages Tardive von Léon Beyer war 2007 bei Pierre Gagnaire wie Studentenfutter in einem großen Rosenbeet, ein würziger, fruchtiger, sehr komplexer und druckvoller Wein, sehr nussig, getrocknete Aprikosen, gut eingebundene Restsüße und immer wieder dieser an ein großes, aber nicht aufdringliches Parfüm erinnernde Rosenduft des Gewürztraminers – 93/100. Riesling Hengst von Josmeyer war 2011 ein sehr edles, feines Gewächs, noch so jung wirkend mit guter, aber reifer Säure, nicht mal ein Hauch von Petrol, sehr feiner, süßer Schmelz, superbe Frucht, weißer Pfirsich – 94/100. Der Kanzlerberg Grand Cru von Lorenz hatte 2008 eine sehr reife Nase, in Petroleum eingelegter Weinbergpfirsich, wenig Säure, schon etwas gezehrt – 84/100. Der Clos St. Hune von Trimbach war 2007 ein gewaltiger, druckvoller Wein, der sehr viel Luft braucht 92+/100. 2010 kräftiges Goldgelb, sehr mineralisch, petrolig-fruchtige Nase, am Gaumen eine gelungene, noch sehr jugendlich wirkende Mischung aus unbändiger Kraft, cremiger Zitrusfrucht und hoher Mineralität, ein Unikat mit großer Länge am Gaumen – 94/100. Kein Alter 2015, goldgelb, furztrocken, sehr mineralisch mit toller Struktur und viel Biss - WT95. Der Tokay Pinot Gris Clos Jebsal SGN von Zind Humbrecht war 2009 im Adler in Hurden noch ein Weinbaby, aber mit was für Anlagen. Ein goldgelber Nektar mit ungeheurer Viskosität, herrlicher Aprikosenlikör mit knackiger Säure, durch die die hohe Süße perfekt balanciert wurde, sicher ein großer Süßwein für die Ewigkeit, der aber jetzt schon gut trinkbar ist - 96/100.

Der Sancerre Cuvée Lucien von der Domaine Raimbault-Pineau hatte 2008 eine reintönige, feine Frucht, gute Säure, für Sancerre erstaunliche Finesse und Vielschichtigkeit – 87/100. Wunderbar 2011 zu Anfang auch die Nase des Silex von Dageneau, Quittte, Brotkruste, erinnerte an einen alten Champagner, am Gaumen deutlich älter und furztrocken, auch die Nase dieses fetten Teils wurde immer petroliger – 87/100.

Der sehr häufig, zuletzt 2010, getrunkene Montpeyroux Cote Rousse von der Domaine l´Aigueliere zeigte stets eine irre, würzige Süße mit faszinierender Lavendel- und Veilchennase, einfach Provence pur – WT92.

Sehr gewöhnungsbedürftig 2007 im Saittavini beim Recher Herrenberg Frühburgunder JS von Stodden die schweißig-käsige Nase. Die wurde mit der Zeit deutlich süßer, auch aufdringlicher und zum Schluss strenger. Auch am Gaumen keine richtige Offenbarung, immer noch jung, fast etwas bissig mit kräftiger Säure, wirkte eher wie ein rustikaler Bauernwein – 87/100.

Der Malterer von Huber präsentierte sich 2005 viel harmonischer, balancierter. Ein saftiges, in 2000 ziemlich fetter Wein mit gut eingebundenem Holz, Zitrusfrüchten, Mandelaromen, feiner Mineralität und guter Säure. Einfach ein perfekter Begleiter auch kräftigerer Speisen – 93/100.

Ein Eschendorfer Lump Silvaner Spätlese trocken von Horst Sauer war 2012 im Tsun-Gai mächtiger, konzentrierter Wein mit viel Alkohol, an leider nichts Silvaner-typisches mehr dran war - 88/100.

Füllig, reif und animierend war 2016 die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm – WT90.

Absolute Sünde und Babymord 2007 eine Kallstädter Saumagen Riesling Spätlese trocken von Koehler-Rupprecht aus der Doppelmagnum. Dieses, für die Ewigkeit gemachte Gewächs konnte auch nicht ansatzweise zeigen, was sich der geniale Bernd Philippi dabei gedacht hatte. Sehr dicht, konzentriert, kräuterig und mit enormer Länge 2012 die Kallstädter Saumagen Auslese trocken von Köhler-Rupprecht – 93/100.

Der 2004 noch sehr junge, kräftige Granato von Foradori (WT92) müsste immer noch gut trinkbar sein. Lamarein war 2011 eine jugendliche Aromenbombe, sehr pfeffrig, hohe Extraktsüße, Kräuter, frisch bestückter Heuschober, Lakritz, kraftvoll und sehr lang im Abgang. Ein Phänomen, wie dieser Wein auch ohne Säurestruktur so gut altert und immer noch taufrisch wirkt – WT98. Auch 2015 wieder heftig und kräftig. Damit kann man auch den stärksten Holzfäller fällen – WT97.

Der Chardonnay Terlan, der 11 Jahre auf der Feinhefe gelegen hatte, brauchte 2013 enorm viel Luft zur Entfaltung und zeigte dann seine ganze Pracht und Vielschichtigkeit – WT93.

Der Barolo Falletto von Giacosa war 2010 trüffelig, Lakritz, reife, gekochte Früchte, Pflaumenkompott, am Gaumen mächtige, aber seidige Tannine, druckvolle Aromatik und tolle Länge – 94/100. Der Barolo Rocche dell'Annunziata Riserva von Scavino zeigte sich 2015 als moderner gemachter, großartiger Barolo, schon erstaunlich offen und würzig mit süßer, schmelziger Frucht, Kirschen und Erdbeeren, Rosenblättern, teerig-erdiger Mineralität und gut verpackten, weichen Tanninen - WT96. Faszinierend zuletzt 2009 in Emmen im Kreuz die Nase des Barolo Yursu Campé von La Spinetta, so offen, süß und üppig, die große Kirsch/Himbeer- Schoko Oper mit süßer Frucht und Bitterschoggi von Zott, da kam der doch noch von deutlichen Tanninen geprägte Gaumen nicht ganz mit - 94/100. An ein großes Rosenbeet auf einer frisch geteerten Straße erinnerte 2015 der Barolo Sarmassa von Voerzio. Wie schön, dass dieser Riese mit seiner explosiven Aromatik von seinem edlen Spender in der Magnum gebracht wurde – WT97. Der Barolo La Serra von Voerzio war 2007 ein sehr terroirbetonter Wein, intensiv und kräftig am Gaumen mit langem Abgang, der sich im Glas gut entwickelte und sicher deutlich mehr Alterungspotential hat, als die helle Farbe andeutete – WT93.

Die Nase des Brancaia Il Blu war 2009 durch eine große Fuhre Brett geprägt. Am Gaumen weich und reif wirkend mit schöne Fülle, nicht sonderlich komplex, aber mit hohem Spaß- und Genussfaktor – 90/100. Weich gefällig mit internationaler Stilistik bis 2010 häufig der Ca’ Marcanda – WT91. 2015 eine immer noch so frische, jugendliche Magnum des Ca´Marcanda Magari, mit reifer, aber auch kühler, eleganter Kirschfrucht, mit Sattelleder, einem Hauch Minze, erstem feinem süßem Schmelz, aber auch guter Säure und intaktem Tanningerüst - WT94. Der Calzalunga war 2007 ein spannender Wein mit junger, dichter Farbe, dunklen Beeren, reifer Schwarzkirsche in Bitterschokolade, aber auch Lakritz und etwas Teer, gut eingebundenes Holz mit Röstaromatik, reife, seidige Tannine, bei aller Kraft und hohem Alkohol(14.5%) recht harmonisch wirkend - 91/100. Der Monepeloso Eneo war 2003 auf Sylt aus der Imperiale ein echter Showstopper – WT93. Montepeloso Gabbro war 2012 einfach unwiderstehlich. Ein halbes Dutzend mal hatte ich diesen konzentrierten Powerstoff in den letzten 10 Jahren im Glas, immer war er zu jung. Jetzt endlich zeigt er in dieser Magnum, was er drauf hat. Superbe Frucht, Cassis, Kirsche, Brombeere, fantastische Struktur, gute Säure, etwas Lakritz, mineralisch, enorm vielschichtig und spannend. Nur vom Etikett her störten mich die 15% Alkohol, sie waren verdammt gut verpackt, ein Supertoskaner im besten Sinne, hat sicher noch lange Zukunft – 95/100. Der Brunello von Vasco Sassetti hatte 2006 aus der Doppelmagnum eine anstrengende Nase mit Brett ohne Ende, schöne Frucht, aber war auch ein gewöhnlicher, relativ dünner Wein – 88/100. Dominierten da beim Solaia 2008 noch die Tannine, so war das 2009 jetzt rechtzeitig dekantiert eine riesengroße Praline, so schokoladig, reif und lecker, enorm im Glas ausbauend und bei aller Zugänglichkeit mit toller Struktur - 94/100. 2015 aus der Magnum in der Nase außer dunklen Früchten viel Tabak, Leder, Kräuter und Bitterschokolade, dazu neben mentholiger Frische erstaunlich viel Eukalyptus. Am Gaumen rund mit durchaus noch präsenten, aber reifen Tanninen - WT93. Der Tua Rita Redigaffi wirkte 2006 trotz unbändiger Kraft nicht überladen oder alkoholisch, wunderbare Frucht, Bitterschokolade, Espresso und viel Lakritz, dazu auch noch eine feine Mineralik. Perfekte Struktur und irre Länge – 98/100.

Der mehrfach getrunkene Sole die Padri von Spadafora war 2007 auf der Best Bottle in der Braui und danach aus der Doppelmagnum ein leicht exotisch wirkender, großer Syrah, der gekonnt die Brücke zwischen Rhone und Australien schlägt - 95/100.

Der Loibner Loibenberg Riesling Smaragd von Alzinger war 2007 immer noch jugendlich-kräftig mit deutlicher Säure und massiver Struktur – WT92 Mit tiefem Gold kam 2013 der üppige Riesling Singerriedel Smaragd von Hirtzberger ins Glas, die Nase wurde mit Luft immer süßer, kräuteriger und würziger, auch am säurearmen Gaumen kam immer mehr Extraktsüße und spürbare Boytritis – WT92. 2014 war das die fülligere, üppigere Version des 99ers mit weniger Säure und mehr Boytritis, sehr gut (wer diesen Stil liebt, betet diesen Wein an) aber nicht groß - WT94. Der Grüne Veltliner Vinothek von Knoll war 2006 üppig, füllig mit praller Frucht, aber mit wenig Finesse – 92/100. Wuchtig, kräftig, pfeffrig-würzig und fast etwas barock war 2013 der noch sehr junge Grüne Veltliner Smaragd Kellerberg von F.X. Pichler. Der gehört die nächsten 3-4 Jahre in dieser jugendlichen Form genossen. Wer kann, legt die Hälfte der Kiste danach für 10 Jahre weg und freut sich anschließend über einen gereiften Riesen, der in Blindproben große Montrachets auf die Plätze verweist – 96/100. Der häufiger getrunkene, schon in seiner Jugend sehr überzeugende, monumentale Grüne Veltliner M von F.X. Pichler war 2013 ein wuchtiges, komplexes Geschoss mit enormem Druck am Gaumen, dass jetzt so langsam zur Hochform aufläuft - 96/100. Schlanker, ohne Boytritis 2015 der sehr kräftige, druckvolle Dürnsteiner Kellerberg Riesling Smaragd von FX Pichler mit salziger Mineralität und irrer Länge, hat sicher noch etliche Jahre Zukunft – WT96. Spektakulär 2012 die sehr ausdrucksstarke Nase des Riesling Unendlich von FX Pichler mit reifem Steinobst, würziger Mineralität, feiner Kräuternote und einem Hauch von Petrol, baut, wie der Gaumen auch, enorm aus. Am Gaumen Kraft, Dichte und enorme Länge, aber auch perfekte Harmonie und Balance. Ein Weltklassewein, jetzt im idealen Trinkstadium und auf Augenhöhe mit den besten Weißweinen der Welt. Würde ich gerne mal gegen einen Montrachet von DRC trinken – 98/100. Wirkte 2016 auf hohem Niveau etwas reifer – WT96. Der Sauvignon Blanc Smaragd von F.X. Pichler war 2009 noch unglaublich frisch wirkend mit deutlichem Hefeton und etwas Boytritis, eher etwas schwermütig, rohes Fleisch, leicht metallisch – 90/100.

Cuvée Kerschbaum war 2012 ein netter, gefälliger Crowd Pleaser mit süßer, offener Beerenfrucht. Nicht sehr komplex und mit wenig Struktur. Viel Trinkspaß im Glas, aber nach den großen Bordeaux wirkte er doch etwas einfältig und simpel – 92/100. Der M1 von Markowitsch wirkte 2009 auf Sylt kräftig und dicht, sehr nachhaltig am Gaumen - WT92. Genesis von Pöckl war 2008 ein Wein-Chamäleon, das sich ständig wandelte. Wer den einen Abend lang genießt, macht damit eine Weltreise und kann über seine Eindrücke ein ganzes Buch schreiben – 91/100. Der Mystique von Pöckl hatte 2009 herrliche Frucht, süßen Schmelz, mineralisch, sehr komplex mit gewaltiger Statur und bei aller Kraft betörender Eleganz, ein großartiger Wein, jetzt am Beginn der Trinkreife – WT95. Zeigte sich 2015 unverändert auf diesem hohen Niveau – WT95.

Der Quinta do Crasto Vinha da Ponte war 2008 in der Traube Trimbach süß, reif, voll und herrlich saftig-fleischig - 93/100.

Der Fläscher Blauburgunder von Gantenbein war 2005 ein großer Pinot Noir internationalen Zuschnitts. Dichtes Schwarzrot, verschwenderisch-üppig-fruchtige Nase, süße Himbeer- und Erdbeerfrucht, reife Schwarzkirsche, würzig, ausladend und mit viel Schmelz, gut eingebundenes Holz und sicher gut lagerfähig – 93/100.

Der in den ersten Jahren so hedonistische (mehrfach WT93) Aalto ließ 2012 im Saittavini die jugendlich üppige, hedonistische Frucht vermissen, die diesen Wein sonst so unvergleichlich macht. Wirkte deutlich ernster mit weniger Spaß - 89/100. 2015 aus der Magnum immer noch gute, nicht mehr so üppige Frucht, sehr mineralisch, würzig, nicht mehr der hedonistische Jungspanier, eher leicht gereifter St. Julien in der Anmutung. Aber so stimmig und balanciert - WT93. Der Aalto PS sprühte noch 2006 nur so von konzentrierter, reifer Frucht, von Gewürzen, von Graphit und rauchigen Tönen und blieb trotzdem sehr finessig und elegant – 96/100. Der Vina el Pison von Artadi war 2008 auf Muottas Muragl erstaunlich leichtfüßig, reife Beerenfrüchte, viel Hollunder, sehr elegant mit burgundisch anmutender Pracht und Fülle - 95/100. Süß, kräftig, würzuig und druckvoll 2015 der Clos Erasmus – WT94. Der sehr fruchtige Pingus ging 2012 als Kalifornier aus Spanien durch – WT95. 2016 eine müde, enntäuschende Flasche – WT88. Nie so richtig überzeugen konnte mich der zuletzt 2007 getrunkene Flor de Pingus – WT89. Finca Sobrena Reserva war 2007 ein jugendlich-geiler, von Röstaromatik geprägter Wein mit irrem Schmelz, eine unkomplizierte, hochleckere Mokka-Espresso-Orgie – 93/100. Den üppigen, hedonistischen Numanthia habe ich bis 2005 mehrfach auf WT95 Niveau getrunken, inzwischen dürfte der Lack weitegehend ab sein. Der Termanthia zeigte mehrfach 2003, 2005 und 2006 deutliche Muskeln in Form massiver Tannine. Aber es war ebenfalls ein dichter, üppiger, fülliger Wein konzentrierter Frucht und mit toller Fruchtsüße und perfekter Struktur, ein ganz großer Wein mit sehr viel Zukunft - 96+/100. Zuletzt 2013 in der Wiin Kööv war das ein faszinierender Kraftbolzen – WT95. Auch 2016 war das ein faszinierender, würziger Muskelprotz – WT95. Torre Muga war 2005 ein sehr moderner, zugänglicher Wein, der bei aller Kraft fast seidig und etwas poliert wirkte. Reife Frucht, Vanille, Barriquearomen, dabei sehr finessig – 91/100. Mit modernem, gefälligem Stil und geprägt von süßer, wahrscheinlich amerikanischer Eiche zeigte sich 2012 der sehr gefällige Vega Sicilia Valbuena 5° mit feiner, süßer Cassis-Nase und immer mehr Veilchen, am Gaumen erstaunlich schlank – 95/100.

Der Belondrade y Lurton aus Rueda war 2008 in Barcelona ein ganz schön fetter, Barrique-geprägter moderner Wein aus 100% Verdejo, allerdings auch mit viel Frucht, ganz leichter Honignote und guter Säure – 88/100.

Gilt als kleinerer Kalifornienjahrgang mit schnell reifenden Weinen. Ich habe trotzdem auch in jünster Zeit noch einige, sehr gute Erfahrungen mit den 2000ern gemacht.

Caymus war 2015 hedonistisch mit dieser dekadent leckern, süßen Caymus-Frucht - WT93. Ein echtes Prachtstück war 2016 meine leider letzte und mit Abstand beste Flasche Colgin Herb Lamb. Kräftige Fülle mit wunderbarer Frucht, mit Minze und etwas Eukalyptus,trank sich einfach göttlich – WT95. Dominus wirkte 2012 wie ein Pauillac in erster Reife mit guter Frucht und viel Leder – WT95. In bestechender Form zeigte sich 2016 der Foley Claret, der sich fast auf dem Niveau des legendären 99ers zeigte. Üppig, druckvoll, mit süßer, dunkelbeeriger Frucht, sehr mineralisch und erstaunlich frisch und präzise. Für den Jahrgang einfach irre – WT97. Sehr weit entwickelt wirkte 2014 der Harlan. Sehr süße, reife Nase, auch am Gaumen reif, weich, schmeichlerisch ohne viel Rückrat – WT94. Eine Klasse besser wirkend und noch so jung, sehr minzig, 2015 auf Sylt – WT97. Heitz Martha´s Vineyard wirkte 2011 trinkreif, sehr aromatisch und überzeugt mit süßer Fülle – 92/100. War 2015 minziger und zeigte etwas mehr Struktur, kann sicher noch einige Jahre altern – WT92. 2016 saftige Kirschfrucht in Bitterschokolade mit viel Minze, Eukalyptus und einem Schuß Cola – WT94. Voll trinkreif trotz seiner Jugend war 2012 der immer noch recht holzbetonte Chateau Montelena, der aber eine wunderbare, süße Frucht und reife Tannine zeigte – 92/100. Opus One wirkte 2011 weich, reif, ganz nett mit etwas Tabak, Sattelleder und Zedernholz, aber auch etwas einfach gestrickt und dünn – 90/100. Ridge Monte Bello war 2008 auf der American Beauty ein Klassestoff mit präzisen Konturen, reife Frucht, aber nicht so opulent, immer noch massives Tanningerüst, sehr muskulös, kraftvoll und komplex, gemacht für die Ewigkeit. Gibt Gas in einem Jahr, wo die anderen Kalis passen mussten - 96/100. 2009 Hat Struktur, Rasse, herrliche Kirschfrucht und schöne Süße, dazu ein gutes Tanningerüst für längeres Leben - 94/100. 2011 deutlich weiter und reifer – WT93. Auch 2016 und 2017 wieder offen mit fruchtiger Fülle, aber auch mit guter Struktur und ohne Alter, da besteht keine Eile – WT93. Sloan war 2006 in Weggis so offen, mit fantastischer Frucht, mit jugendlichen Röstaromen, etwas Tabak, viel jugendlichem Schmelz - WT96. 2009 in der Wiin Kööv war das ein gewaltiges, tintiges Konzentrat mit rauchiger Barrique-Nase, reifer Blaubeere und Brombeere sowie einer Wagenladung Graphit. Am Gaumen fast erschlagender Druck, aber wenig Finesse - 93/100. Spottswoode war 2010 offen, reif und schön zu trinken, ein ledriger, leicht medizinaler, eher etwas schlankerer Wein mit guter Säure, der bald getrunken gehört – 90/100.

Der mehrfach getrunkene immer noch für zu jung befundene Aubert Ritchie Vineyard war 2005 noch so frisch, sehr elegant und finessig wirkend, trotz aller Kraft und Fülle am Gaumen, Klassestoff, der jetzt erst richtig in Fahrt kam - 94/100. Der Chardonnay Belle Côte von Peter Michael war 2008 voll da mit reifen, exotischen Früchten, frisch gebrannten Mandeln und dezenter, kräuteriger Würze. Einfach ein üppig-hedonistisches, aber trotzdem nicht überladenes Fest für die Sinne mit animierender Fruchtsüße – 94/100. Der Testarossa Chardonnay Bien Nacido Vineyard war 2006 fein-fruchtig und fett zugleich, noch kein bisschen müde – 88/100.

Erstaunlicherweise 2013 schon ziemlich kaputt aus einem schwächeren Jahr der Penfolds Grange, der in der Anmutung eher an einen kleineren, reifen Bordeaux aus den 20ern erinnerte, Horror die Nase, am Gaumen noch etwas pflaumig-portige Frucht - WT88 mit rasch fallender Tendenz.

Der Sena aus dem Joint Venture von Errazuriz und Mondavi war 2006 ein sehr feiner, eleganter Wein mit Cassis ohne Ende, aber auch guter Mineralität und sehr reifen, weichen Tanninen. Sehr gefällig, Easy Drinking auf hohem (Preis)niveau – 90/100. Eine noch sehr viel offensichlicher Wein mit ansonsten nicht unähnlicher Stilrichtung war 2006 aus dem Hause Errazuriz der Don Maximiniano. Eine üppige, wollüstige Fruchtbombe mit Cassis ohne Ende, wirkt aber auch etwas glatt und gemacht, voll trinkbar, geiles, unkompliziertes Zeugs, auf und weg - 90/100.

Der Merlust Merlot aus Stellenbosch in Südafrika war 2006 ein unkomplizierter, vollmundiger, kräftiger Merlot – 88/100.

Superb 2013 an der Algarve mit kraftvollem Auftritt der Billecart-Salmon Cuvée Nicolas-Francois Billecart– WT94. Generös, reif, weich in der Nase wirkte 2015 der Clos du Mesnil. Am Gaumen Eleganz pur, aber auch eine straffe Säure, viel Tiefgang und eine gute Mineralität – WT94. Bei Dom Perignon war 2012 die erste Flasche jung, frisch, mit strammem Mousseux, floralen Aromen, guter Frucht, Aprikose und einem Hauch Minze, cremiger Textur – 94/100. Die zweite Flasche mit eigentlich gleichem Inhalt, nur anderem Etikett als Andy Warhol Edition muss mal irgendwo unter Neon als Ausstellungsstück gedient haben. Sie war fast gülden in der Farbe und ziemlich oxidiert. Füllig, rund, intensiv und sehr lang war 2015 der immer noch jung wirkende Krug – WT95. Pol Roger Blanc de Blancs aus der Magnum war 2012 ein großer Champagner mit gewaltiger Struktur und hoher, kalkiger Mineralität – 94/100. Taittinger Comtes de Champagne war 2014 auf Sylt voll da, sehr reif, flüssiges Brioche – WT93.Schlichtweg sensationell war 2012 aus der Magnum der Taittinger Prelude. Ein großer Champagner, frisch und gereift zugleich, sehr kräftig und doch elegant, mineralisch und nussig, aber auch schmelzig, machte einfach unglaublichen Trinkspaß und war mit das Beste, was ich in diesem Jahr als Champagner im Glas hatte – 96/100.

Der Niepoort Vintage Port hatte 2007 mehr Frucht als Süße und Marzipan. Irritierend reduktives Teil, das die Sinne forderte. Der wird sich in 10-20 Jahren beweisen müssen und dann zeigen, ob da 94/100 oder sogar mehr drin sind.