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2007

Kein berauschendes Bordeaux-Jahr in der "Tradition" der 7er Jahre, 1977, 1987, 1997. Zu teuer, zu schlecht. Ich habe zumindest in der Subskription einen Bogen um diese Weine gemacht. Und doch findet man aus 2007 durchaus schön zu trinkende Weine, die jetzt und für die nächsten paar Jahre Freude machen. Nur der Preis muss halt stimmen.

Easy drinking und auf dem Punkt 2017 der Cos d´Estournel – WT90.

Ein kleiner, feiner, weicher Schmeichler war 2016 in Bordeaux der Grand Puy Lacoste – WT89. Positiv überrascht hat mich 2017 der Pontet Canet, der sicher nicht für die Ewigkeit gemacht ist, sich jetzt aber mit erstaunlich gutem Rückgrat sehr gut trinkt – WT93.

Ducru Beaucaillou war 2009 offen, gefällig und zugänglich mit jugendlicher Röstaromatik – 91/100. Nett und gefällig präsentierte sich 2014 auf dem Chateau der Sarget de Gruaud Larose – WT85. In erster Zugänglichkeit mit feiner Frucht zeigte sich 2015 mehrfach der immer noch tanninige Leoville las Cases. Könnte einer der wenigen, langlebigen 2007er Bordeaux werden und dürfte noch zulegen - WT91+. Zeigte 2016 schon mehr, aber noch längst nicht alles – WT92+. Sehr schön trank sich 2017 der Leoville Poyferré mit guter Struktur für noch viele Jahre – WT92.

Palmer wurde 2017 seiner Rolle als Rich Man´s Table Wine voll gerecht – WT93

Erstaunlich kräftig und mineralisch mit noch guter Zukunft 2015 aus der Halben der Pape Clement – WT92. 2017 auf der Alpina Auslese noch eine Ecke drüber – WT93. Einfach wunderschön zu trinken war 2017 der Smith Haut Lafitte, der jetzt voll auf dem Punkt ist – WT92.

Ausone war 2012 auf der großen Vertikale in Bad Ragaz ein kleiner, feiner Ausone, dem aber die innere Dichte fehlte. Für einen durchaus gelungenen Spaßwein ist er einfach erheblich zu teuer – 92/100. Nicht anfreunden konnte ich mich 2017 mit dem schlanken Canon-la-Gaffelière – WT87. Gut gefiel mir 2011 Figeac, der in einer bestechenden, ersten Trinkphase war. Wunderbar die Nase mit präziser, süßer Beerenfrucht, etwas schlank am Gaumen, aber wiederum mit sehr guter Struktur und guter Länge, ein feiner Figeac für die nächsten 10 Jahre – 90/100. Ein offener Charmeur mit wunderbarer Frucht war 2017 der Pavie Macquin – WT93. Unkomplizierter, hedonistischer Genuss 2017 der gut gelungene Valandraud – WT92.

Gut gelungen zeigte sich 2017 der Clinet – WT91. Erstaunlich fruchtig und zugänglich 2012 der Lafleur, der zu den besseren Weinen dieses Jahrgangs gehört – 92/100. Latour-à-Pomerol trank sich 2011 gut, war gefällig, aber auch etwas dünn und nichtssagend mit oberflächlicher Frucht und wenig Rückrat – 86/100.

Erstaunlich gut gelungen fand ich 2017 den Domaine de L´A aus Côtes de Castillon, der jetzt in einem wunderbaren Trinkstadium ist – WT91.

Nicht sonderlich gut altern dürfte der Grand Village, aus Fronsac, 2012 ein kleiner, kurzer, weicher Wein, dem es einfach an Substanz und Rückrat fehlte – 83/100.

Der Nectar des Bertrands war 2016 Easy Drinking auf hohem Niveau mit wunderbarer, fast noch Primärfrucht. Da störten weder Tannine noch Säure. Der macht einfach jetzt und in den nächsten 2-3 Jahren enormen Spaß – WT90.

Besser die Weißen Bordeaux. Frisch, filigran und animierend 2012 und 2014 der Fieuzal, Aprikose, exotische Früchte, Lychees, frisch angezündetes Streichholz, so eine Art Riesling aus Bordeaux mit langer Zukunft – 92/100. So frisch, so vibrierend 2016 mehrfach mit wunderbarer Frucht, Limette, Mandarine und Lichee, mineralisch mit knackiger Säure und toller Struktur - WT93+. Reynon Blanc war 2010 ein sehr fruchtiger, duftiger, eleganter, leichter Wein mit den klassischen Holunder- und Stachelbeeraromen – 86/100.

In Burgund galt 2007 als sehr variables Jahr mit frühreifen Weinen. Ich habe bisher einige, sehr gute Erfahrungen gemacht.

Der Nuits Saint Georges 1er Cru Clos de l´Arlot von der Domaine de l´Arlot war 2014 ein sehr eleganter, feiner, weicher Wein, der eher mit Harmonie und leisen Tönen punktete – WT90. Der Vosne Romanée Les Suchots von der Domaine de l´Arlot startete 2014 sehr animalisch mit viel Tannin und einer ziemlichen Härte am Gaumen, baute gut aus, wurde gefälliger mit schöner Frucht, da könnte noch mehr draus werden – WT89+. Kräftig mit schöner Beerenfrucht 2014 der Charmes-Chambertin von René Bouvier – WT92. Ein Jahr weiter 2015 auf Sylt schon deutlich reifer und weicher – WT92. Der Clos des Lambrays hatte 2012 eine helle Farbe, war filigran mit pikanter Erdbeer- und Himbeerfrucht, fein, auch am Gaumen elegant, aber Komplexität und Tiefgang fehlten – 89/100. Sehr fein mit schöner Würze und guter Säure 2017 der Vosne Romanée Les Suchots von Confuron-Coteditot – WT92. Der Clos des Mouches von Drouhin hatte 2010 zartes, helles Rot, feine Himbeernase, sehr elegant, filigran, spielerisch, ganz feiner, süßer Schmelz, voll da – WT88. Der Gevrey Chambertin Clos Saint-Jacques von Sylvie Esmonin hatte an Sylvester 2014 im Dal Mulin eine süchtig machende Nase mit enormer Tiefgründigkeit, am Gaumen Kraft, Struktur und Substanz für eine lange Entwicklung – WT95. Frisch und gut ausbauend, sehr aromatisch 2014 der Corton Clos des Cortons von Faiveley – WT93. Ein Gevrey Chambertin 1er Cru Cherbaudes Vieilles Vignes von der Domaine Fourrier war 2010 ganz ok mit schöner Kirschfrucht und reifer Himbeere in der leicht rauchigen und floralen Nase, am Gaumen wirkte er etwas rustikal – 89/100. Zeigte 2011 deutlich mehr und dürfte noch zulegen – WT90+. Viel Brett in der Nase hatte 2015 der Clos Vougeot von Jadot, war kräftig und etwas korpulent am Gaumen, Finesse Fehlanzeige – WT89. Der Clos St. Denis von Jadot hatte 2015 eine feine Frucht, ebenfalls viel Kraft und auch hier haperte es mit der Finesse – WT91. Tolle Frucht, enormen Druck und gewaltige Länge zeigte 2014 der Grands Echezeaux von Dominique Laurent, große Zukunft – WT94+. Würzig, fruchtig und voll da 2013 ein Volnay Santenots 1er Cru von Pierre Matrot - WT91. Die Kraft und die Herrlichkeit 2013 in Form eines Pommard 1er Cru Les Rugiens von Lucien Le Moine, ein großer, maskuliner Burgunder für Bordeauxfans – 94/100. Der noch (zu) junge Romanée St. Vivant wirkte 2015 bei aller Klasse sehr kräftig und eher wie ein Neue Welt Pinot, was sich mit den Jahren geben könnte – WT94+. Eleganz pur war 2013 ein Beaune 1er Cru Les Grèves von der Domaine La Montille mit feiner, rotbeeriger Frucht und erster Süße, dabei sehr mineralisch – WT91+. Wenig Substanz hatte 2010 der Corton Clos du Roi der Domaine de la Pousse d´Or, ein kleiner Wein mit viel Säure und wenig Frucht – WT85. Nomen est Omen 2013 beim Charmes Chambertin von Armand Rousseau, einem Charming Chambertin mit feinem, fruchtigem Schmelz, der uns aber wie schon 2012 nicht umhaute – 92/100. Erstaunlich zugänglich und trtz aller Kraft sehr elegant mit guter Kirschfrucht und erdiger Mineralität zeigte sich 2013 der Chapelle-Chambertin von Ponsot - 93/100. Wie eine lachsrote, zuckerfreie Sauerkirschlimonade wirkte 2013 der Chassagne Montrachet 1er Cru Clos Saint-Jean von Ramonet - 87/100. Der Chambertin Clos de Bèze von Armand Rousseau brachte 2016 burgundische Pracht und Fülle ins Glas, dieses wunderbare Spiel reifer roter und blauer Beeren, eine intensive Mineralität und eine gewaltige Länge. Macht jetzt schon unglaublichen Spaß, aber dürfte wohl noch zulegen – WT96.

Noch sehr jung 2014 ein Ruchottes Chambertin von Roumier – WT92+. Zugänglich, sehr fruchtig mit reifer Himbeere, guter Mineralität sehr fein und elegant 2014 ein Bonnes Mares von Comte de Vogüe, der aber noch längst nicht alles zeigte, was er drauf hat. Da kommt noch deutlich mehr – WT93+. 2017 auf der Alpina Auslese noch etwas offener druckvoller – WT94.

Premox hatte 2013 auf Sylt der Meursault Charmes Les Charmes Dessus von Michel Bouzerau. Blutjung 2014 der Chevalier Montrachet von Philippe Collin mit perfekter, kalkiger Mineralität, superber Struktur und fast filigraner Leichtigkeit, trotzdem enorm druckvoll am Gaumen – WT95. Der Meursault Les Charmes von Pierre-Yves Colin-Morey war 2014 im Dal Mulin in St. Moritz taufrisch mit sehr gutem Säuregerüst , würzig, mineralisch und sehr elegant – WT95. Der Meursault Charmes von Comte Lafon war 2012 ein Charmeur auf hohem Niveau, nicht sehr komplex, aber mit explosiver, anmachender Aromatik - WT93. Der Le Montrachet von Comte Lafon schien 2014 einen Fehlton zu haben. Wir ließen ihn 2 Stunden stehen, dann explodierte auch in der Nase und wurde immer minziger, what a treat! – WT97. Pikant, frisch, mineralisch 2013 der Chablis 1er Cru Beauroy von Agnes et Didier Dauvissat – WT91. Verhaltener zu Anfang mit intensiver Kräuternote 2013 der Chablis Les Clos von Vincent Dauvissat, gewaltige Länge, explodierte nach einiger Zeit förmlich im Glas, erst ganz am Anfang - WT94. Sensationell 2013 der Chablis Les Clos von William Fevre mit unerhörter Mineralität (man lutscht am Felsen) und Präzision. Hat der Dönnhoff als Berater? Reife Zitrusfrucht, Jodnoten und gut eingebundenes Holz - WT96. Der Batard Montrachet aus der Magnum von Jean-Noel Gagnard kam 2014 mit deutlicher Spontinase ins Glas, aber auch mit Orangenblüte und Mentholfrische. Am Gaumen war er knochentrocken, mit enormem Druck, guter Struktur und Säure, aber auch Fülle und feinem Schmelz, lang am Gaumen – WT95. Würzig-füllig 2015 ein Meursault Perrière Clos de la Perrière von Albert Grivault mit reifen Zitrusfrüchten, salziger Mineralität und einer erstaunlichen Opulenz – WT93. Ein großer, kompletter, noch sehr junger Wein mit enormem Tiefgang auf Grand Cru Niveau 2013 der Puligny Montrachet 1er Cru Clavaillon der Domaine Leflaive, hohe, aber reife Säure, gewaltiges Alterungspotential - WT95. Mit würziger Fülle überzeugte 2013 in Emmen im Kreuz der Meursault Charmes von Lucien Le Moine - WT94. Blutjung, sehr konzentriert und kraftvoll 2014 der Le Montrachet von Lamy-Pillot – WT94+. Der Meursault Perrières von Lucien Le Moine trieb 2013 Meursault auf die Spitze, sehr mineralisch und würzig mit hedonistischer Fülle und gewaltiger aromatischer Dichte, knallte trotz cremiger Textur richtig am Gaumen - 95/100. Eher etwas enttäuschend 2011 ein Meursault Charmes 1er Cru von Philippe Pacalet, der hatte die Würze, wurde aber dominiert von kräftiger Säure und Zitrusaromen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Offenbarung – 89/100. Ein Chassagne Montrachet La Romanée von Paul Pillot war 2013 ein moderner, brillianter, sehr straffer und mineralischer Burgunder mit enormer Strahlkraft - 94/100. Hatte 2015 weiter zugelegt – WT95. Der Chassagne Montrachet 1er Cru Morgeot von Ramonet wirkte 2011 grün, säurebetont, ruppig, die Zeit mag es teilweise richten – 86/100. Sehr gut gelungenen und mineralisch 2010 der Chablis 1er Cru Montée de Tonnère von Raveneau mit viel Spannung – 92/100. Geradezu bissig wirkte 2015 der Chablis 1er Cru Mont Mains von Raveneau, sehr mineralisch, Feuerstein, Zitrusfrucht, tolle Struktur und Präzision – WT94.

Der Hermitage von Chave war 2016 ein gewaltiges Konzentrat, aber erstaunlich offen, würzig und süß mit für Chave untypischer Opulenz – WT97. Zeigte sich 2017 auf der Alpina Auslese weich, gefällig mit reifer, roter Frucht – WT93. Sehr nachhaltig, würzig und druckvoll zeigte sich 2017 auf der Alpina Auslese der Côte Blonde von Rostaing – WT94.

Süße, würzige Fülle mit üppiger, pflaumiger Frucht zeigte 2010 der Beaucastel, erstaunlich frühreif mit wenig Säure, ein Beaucastel zum jung trinken, aber wohl nicht für längere Lagerung – 93/100. 2013 in der Nase die große Jahrmaktsbude mit Zimtwaffeln und Weihnachtsgewürz, am Gaumen offen mit feinem Schmelz – WT95. Der Chateauneuf-du-Pape La Folie von Bosquet des Papes war 2010 sehr süß, dicht, kräuterig und würzig, entwickelte mit der Zeit eine ungeheure Komplexität und Länge am Gaumen – 92+/100. Clos des Papes fand ich 2010 sehr überzeugend, bei alller Kraft sehr elegant und komplex, auch wenn noch etliche Jahre Warten angesagt waren – 97+/100. Nicht auf diesem Niveau zeigte er sich 2013 – WT94. Der Chateauneuf-du-Pape Cuvée Chaupin von La Janasse zeigte 2014 bei aller intensiver Süße eine gute Struktur – WT95. Der Chateauneuf-du-Pape Cuvée Vieilles Vignes der Domaine de la Janasse war 2010 schon ein gewaltiges Geschoss, überbordende, satte, reife und sehr süße Frucht, sehr würzig, mineralisch, aber eben damals auch extrem üppig und ausladend - 96+/100. Sehr würzig, füllig, zugänglich wirkte 2010 der Chateauneuf-du-Pape Cuvée Reservé von Pegau, eine fleischige Kräuterorgie, die sicher in ein paar Jahren noch mehr zeigt – 93+/100. Sehr tiefgründig, aber auch burgundisch fein mit süßer Frucht 2016 zweimal der Chateau Rayas Cuvée Reservé – WT97. Der Chateauneuf-du-Pape Collection Charles Giraud von der Domaine Saint Prefert war 2012 ein Mörderteil, wie kann solch gewaltiger Extrakt, soviel Kraft und soviel Alkohol mit solcher Eleganz und Finesse, ja fast mit spielerischer Leichtigkeit ins Glas kommen? Herrliche Frucht, die Kräuter der Provence, Würze, Lakritz, hohe Mineralität, verpackt in cremige Textur mit langem Abgang. Da konnte ich auch zu nachtschlafender Zeit Parkers 100/100 voll nachvollziehen. Gut möglich, dass das der beste, junge Chateauneuf war, den ich je im Glas hatte.

Chateau La Nerthe Blanc Clos de Beauvenir hatte deutlich spürbares Holz, war sehr kräuterig, Anis, Lakritz wie die Weinversion eines Pastice, wirkte mit guter Säure angenehm frisch und nicht zu alkoholisch, wird über die nächsten Jahre zulegen – 90+/100. Etwas unausgewogen wirkte 2012 die kräftige, weiße Cuvée Barberini von der Domaine de la Solitude mit zuviel Säure für zuwenig Frucht – 87/100.

Der Riesling Hengst Grand Cru von Barmès Buecher hatte 2009 eine feinduftige, kräuterige und florale Nase, am Gaumen weißer Pfirsich, Honigmelone und wiederum feine Kräuter, reife, aber pikante Säure – 92/100. Sehr gefällig und voll da 2010 ein Schlossberg Riesling von der Cave Vinicole Kientzheim - WT89. Wie aus einem Granitblock gemeißelt stand 2014 bei King auf Sylt der gewaltige Clos Ste. Hune vor uns. Erstaunlich, was dieses puristische, sehr mineralische Monument schon für einen Trinkfluss hatte - WT96. Furztrocken 2014 der blutjunge Cuvée Frederique Emile von Trimbach, der in diesem Jahr mit seiner kräuterigen Zitrufrucht, seiner Mineralität und seiner messerscharfen Präzision dem Clos St. Hune sehr ähnelt. Bringt in 5-10 Jahren deutlich mehr ins Glas als die heutigen WT91+. 2015 gefiel er mir aus der Halben auf Sylt weniger gut, mineralisch, Trockenfrüchte, in der Anmutung eher friesisch-herb -WT87.

Coulée de Serrant zeigte sich 2010 auf der einen Seite fett und kräftig, auf der anderen kompakt und etwas verschlossen, ein Wein, der sicher Zeit braucht und sich noch entwickeln wird – WT89+.

Der Marius aus Côtes de Catalanes war 2012 offener und zugänglicher als seinerzeit der 2005er, aber nicht minder spannend mit süßer, reifer, dunkler Frucht, mineralisch, lakritzig – 93/100.

Aus der Provence 2011 der ziemlich rare (6610 Flaschen) Momentum de Roquefort, eine leicht ekzentrische Cuvée aus Syrah, Grenache und Cinsault, sehr süß, etwas ausladend und dick mit Fülle und wiederum süßem Schmelz. Ein Glas davon finde ich prickelnd, vielleicht auch zwei und mache dafür gerne 92/100 locker.

Ein sehr guter Jahrgang in Deutschland, wenn auch vielleicht nicht der beschworene Jahrhundertjahrgang. Insbesondere die Weißen sind üppig, hedonistisch, aber manche auch etwas breit. Für eine lange Zukunft fehlen eigentlich Struktur und Säure. Ein Jahrgang, der jetzt und in den nächsten Jahren genossen gehört, in der Spitze aber auch noch länger halten dürfte.

Unkomplizierter, animierender Trinkgenuss 2011 ein Ahrweiler Rosenthal Spätburgunder von Adeneuer mit pflaumiger Frucht und Süße, cremiger Textur und burgundischer Fülle – 92/100. Der Silberberg GG von Kreuzberg zeigte 2014 gute Kirschfrucht, frische Kräuter, wirkt etwas blumig und poliert, im Abgang Röstnoten – WT91. Sehr burgundisch wirkte 2013 im Rüen-Thai der Dernauer Pfarrwingert Spätburgunder GG von Meyer-Näkel, beerig, schmelzig, sehr komplex mit viel Tiefgang – 94/100.

Die Chardonnay Spätlese trocken von Bercher war 2009 erstaunlich fein mit frischer Frucht, Melone, und gut eingebundenem, unaufdringlichem Holz – 89/100. Der bei aller Nachhaltigkeit 2009 sehr feine Achkarrer Schlossberg Weißburgunder GG von Heger konnte mit seiner delikaten Frucht voll überzeugen – WT90. Der Ihringer Winklerberg Chardonnay*** Spätlese trocken von Heger hatte 2009 eine frische, pikante, reintönige Frucht, am Gaumen viel feinen, nussigen Schmelz und ging, ohne irgendwie dick zu sein, runter wie Öl – WT92. Der Malterer von Huber war 2014 immer noch sehr jung mit für das Jahr erstaunlich guter Struktur und Säure, frische Biskuitrolle, ein Hauch Vanille, exotische Früchte und geröstete Mandeln, nur dezent spürbares Barrique, Kraft und Fülle, erst ganz am Beginn der Trinkreife – WT93+.

Noch viel zu jung 2016 der betörende Wildenstein Spätburgunder R von Huber, Burgund auf badische Art mit unglaublicher Eleganz und Finesse, enormer Tiefgang, gewaltige Länge und großartige Zukunft – WT94+. Auch 2017 aus der Magnum sehr elegant mit feinem, burgundischem Schmelz – WT94+. Perfekt gereift mit schöner Fülle 2014 der Spätburgunder A von Franz Keller – WT92.

Die Essinger Rossberg Riesling BA von Frey hatte 2011 grandioser Fülle, Honigsüße, feinem Schmelz, aber auch guter, balancierender Säure – 93/100.

Der Silvaner Crossover vom Weingut Bickel-Stumpf war 2009 mit fruchtig-erdiger, intensiver Aromatik, ungewöhnlich, aber durchaus spannend – 89/100.

Das Marienburg GG von Clemens Busch explodierte 2010 förmlich am Gaumen , mit sehr feiner Frucht, reifer Mirabelle, und endlosem Abgang – 93/100. Jugendlich knackig, cremig und mineralisch 2011 der Marienburg Rothenpfad von Clemens Busch – WT90+. 2011 hatten wir mit dem Eitelsbacher Karthäuserhofberg Riesling halbtrocken einen sehr erfrischenden Apero im Glas, der durch die straffe Säure harmonisch trocken wirkte – 87/100. Die Eitelsbacher Karthäuserhofberg Auslese S war 2009 auf Sylt sehr mineralisch, man lutschte förmlich an einer Schiefertafel, gute, aber reife Säure, Zitrusfrüchte, Grapefruit, tolle Struktur und Länge – 93/100. Rassig mineralisch, furztrocken 2012 auf Sylt die Eitelsbacher Auslese trocken mit feinem Petrolton - 90/100. Die Brauneberger Juffer Sonnenuhr Spätlese #7 von Fritz Haag war 2011 ein klassischer Haag, finessig, elegant, animierend, tänzerisch mit delikater Frucht und feinem Süße-/Säurespiel – 92/100. Uhlen L von Heymann Löwenstein war 2009 ein faszinierendes Weinbaby, hohe Mineralität, saftige, nachhaltige Fülle, dabei ziemlich fett mit edler Rustikalität – 93+/100. Der Uhlen R von Heymann Löwenstein überzeugte 2012 mit sehr mineralischer Schieferwürze und sehr langem Abgang – WT94. Mineralisch, immer noch frisch und mit enormem Tiefgang zuletzt 2013 und 2014 mehrfach Scharzhofberg GG von Kesselstatt – WT93. 2015 mit tiefem Goldgelb reif und auf dem Punkt – WT93. Wirkte 2017 etwas breiter und süßer, aber das kann sich wieder geben – WT92. Sehr erfrischend, fein und animierend 2013 der Riesling Für Feen und Elfen von Nick Köverich - 88/100. Die Erdener Prälat Auslese von Loosen war 2012 halt ein typischer 7er, ein junges, fettes, etwas breites und sättigendes Teil, dem es an balancierender Säure fehlte. Die Zeit mag einen Teil davon richten – 86+/100. Die Erdener Prälat Auslese Goldkapsel von Loosen war 2008 schlank, rassig, mit konzentrierter Frucht und intensiver Fruchtsüße, viel Honig, aber auch einer prägnanten Mineralität, ein komplexes, vielschichtiges Weinbaby, das sicher noch zulegen wird – 93+/100. Etwas einfach gestrickt 2009 die Wehlener Sonnenuhr Auslese von Loosen – 89/100. Die Maximin Grünhäuser Abtsberg Spätlese war 2011 ein sehr feiner, mineralischer Wein, recht süß, aber durch die gute Säure auch mit betörendem Süße-/Säurespiel – WT91. Spannend und stimmig 2015 mehrfach auf Sylt aus der Magnum Graacher Domprobst Kabinett von Molitor – WT89. Die Graacher Himmelreich Spätlese feinherb von Molitor war 2009 Schiefer pur von der Nase bis zum langen Abgang, würzige Frucht, dezente Süße, knackige Säure und erstaunlich cremige Textur. Ein großartiger Terrorwein, der noch am Anfang stand – 91+/100. Sehr fein, sehr elegant, fast etwas verspielt wirkende 2016 die Niedermenninger Herrenberg Auslese trocken** von Molitor – WT94. Sehr mineralisch 2012 die noch viel zu junge Wehlener Sonnenuhr Spätlese von Molitor. Man lutscht förmlich am Schiefer, gute Süße/Säure-Balance – 90/100. Überzeugte 2016 mehrfach mit genialem Trinkfluss – WT93. Noch 5-10 Jahre weglegen würde ich die sehr füllige, 2015 getrunkene Zeltinger Sonnenuhr Auslese trocken* von Molitor, die sicher noch deutlich gewinnen wird – WT90+. Hatte 2016 mehrfach deutlich zugelegt – WT92+. So stimmig und mineralisch 2015 aus gleich zwei DM´s die Zeltinger Sonnenuhr Auslese** trocken von Molitor, die mit der reifen 2007er Säure schon sehr zugänglich wirkte, aber genügend Substanz für lange Jahre hat – WT96. Die Graacher Himmelreich Spätlese halbtrocken von Molitor war 2014 sehr kernig und mineralisch, wirkte harmonisch trocken – WT94. Enorm druckvoll 2014 die rassige Zeltinger Sonnenuhr Auslese* trocken von Molitor mit hoher Schiefermineralität – WT92. Hochkarätig, sehr elegant mit betörender Frucht 2013 der Scharzhofberger Kabinett von Egon Müller – WT91. Auch 2016 bei Jörg Müller wieder so luftig-elegant – WT91. Die Scharzhofberger Spätlese von Egon Müller war 2014 bei King in Keitum elegant, mineralisch mit guter Säure, aber auch erstaunlicher Fülle – WT92. Deutliche Restsüße zeigte 2011 der Ockfener Bockstein 1. Gewächs des Saar-Weingutes von Othegraven, sehr reif wirkend mit Petrolnoten, nicht ohne Charme, aber die jugendliche Spritzigkeit hat der längst verloren – 87/100. Die Bernkasteler Badstube Spätlese feinherb von JJ Prüm war 2009 ein perfekter, schwereloser Sommerwein, der aber für feinherb erstaunlich süß war und eher als klassische Spätlese durchging – 89/100. Die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm war 2013 aus der Magnum und 2014 sehr stimmig mit guter Säure und feinem, süßem Schmelz – WT93. Grandios 2017 die noch so unerhört frische Wehlener Sonnenuhr Auslese mit für 2007 erstaunlich rassiger Säure und perfektem Süße-/Säurespiel – WT96. Die Wehlener Sonnenuhr Auslese Goldkapsel von JJ Prüm war 2009 so unerhört extraktreich und nachhaltig, so mineralisch und mit dekadenter, süßer, aber trotzdem purer Frucht – WT95+. Perfekt trank sich 2013 und 2014 mehrfach der harmonisch trockene Riesling QbA von Schloss Lieser - WT90. Legte 2014 weiter zu, rassig, klare Frucht, sehr gute Säure, sehr stimmig und harmonisch trocken – WT92. Schon eher Spätlese-Qualität hatte 2012 die Brauneberger Juffer Kabinett von Schloss Lieser, ein recht kräftiger Wein mit viel Süße – 90/100. Ein sehr balancierter Traum mit perfektem Süße-/Säurespiel war 2013 die Lieser Brauneberger Juffer Sonnenuhr Spätlese - WT95. Die Scharzhofberger Spätlese von Egon Müller hatte 2015 als Begleiter eines sehr würzigen Gerichtes einen kraftvollen Auftritt mit verhaltener Süße und feiner Bitternote – WT94. Der Altenberg Alte Reben von Van Volxem aus der Magnum schmeckte 2012 bei Jörg Müller wahrscheinlich so wie die großen Saarweine um 1900, an denen sich Europas Königshäuser delektierten, ein Traum mit gut eingebundener, leichter Restssüße - 94/100. Die Scharzhofberger 1. Lage von Van Volxem war 2011 ein Gigant im Werden, sehr mineralisch, gute Säure, perfekt eingebundene, dezente Restsüße – WT92+. Spannend 2011 der sehr mineralische Scharzhofberger Pergentsknop von Van Volxem, ein Wein mit deutlicher Süße und immenser Strahlkraft, der aber noch zu sich finden muss. Fünf weitere Jahre Lagerung sind da eigentlich Pflicht, dann kommen auch deutlich mehr als 90+/100 ins Glas. Offener, aber auch noch sehr jung zweimal 2013 bei Jörg Müller die Magnum Scharzhofberger von Van Volxem mit intensiver Schiefermineralität, dezenter, gut eingebundener Restsüße, hohem aromatischem Druck und guter Länge – WT93. Der Volz von Van Volxem hatte 2010 Schiefer ohne Ende, Kraft und Fülle, noch ganz am Anfang einer langen Trinkphase – 92+/100. Das Piesporter Schubertslay GG von den Vereinigten Hospitien wirkte 2008 ganz schön mager, mit kompakter, stahliger Frucht – 84/100. Die Wolfer Goldgrube Spätlese feinherb von Vollenweider war 2009 ein harmonisch trocken wirkender Wein cremiger Textur, animierender Frucht – 90/100.

Der Klosterberg Pinot*** von Molitor war 2007 elegant, schmelzig und auf hohem Niveau langweilig – WT88. Der Klostergarten Pinot von Molitor war 2014 ein junger, faszinierender Wein, erinnerte an gute Vosne Romanées, brauchte Luft ohne Ende und hat eine große Zukunft – WT93+.

Der Burgberg Riesling GG von Diel wirkte 2011 kühl, verhalten, etwas abweisend mit stahliger Frucht und floralen, kräuterigen Noten, gute Säure, aber er sang einfach nicht – 87/100. Faszinierend 2011 das Dellchen GG von Dönnhoff. Enorm hat sich dieser Wein gemacht. Aus dem einst so filigranen, schüchternen Dellchen ist ein richtiger Dell geworden, mineralisch, kräftig, komplex und enorm lang – 94/100. Auch 2013 mehrfach auf diesem Niveau. Die Hermannshöhle GG von Dönnhoff war bereits 2009 mehrfach ein hoch mineralischer Traumstoff, der in einer explosiven Mischung Alles von Allem hatte, Überfluss in perfekter Harmonie und dabei mit unglaublicher Frische und Leichtigkeit – Weltklasse!!! – WT97. 2017 zeigte sich die Hermannshöhle zwar immer noch frisch mit guter Säure, aber auch erstaunlich füllig und geradezu üppig – WT94. Noch taufrisch mit toller Säure und großer Zukunft 2012 die Oberhäuser Brücke AGK von Dönnhoff – 92+/100. Der Halenberg GG von Emrich Schönleber war 2011 mehrfach ein sehr feiner, hoch eleganter, sehr mineralischer Wein, puristisch schön und Präzision pur, bleibt ewig am Gaumen – 94+/100. Voll da 2015, dabei so präzise, so mineralisch mit toller Struktur. Und das in dem Jahrgang! Ein großer Wein, der sicher gut altert – WT95. Erheblich zu jung 2010 aus der Magnum Halenberg R von Emrich-Schönleber. Cremiger, eleganter, feiner als der 2006er ist das ein sehr konzentrierter, komplexer, faszinierender Wein, der später in Proben und als hochwertiger Essensbegleiter brillieren wird – WT91+ mit reichlich Potential nach oben. Das sehr mineralische Nackenheimer Rothenberg GG von Gunderloch hatte sich 2013 prächtig entwickelt mit guter Zukunft – WT95. Der Riesling S von Poss war 2010 ein wunderbarer Wein mit cremiger Textur und herrlicher Fülle – 90/100. Riesling pur 2013 bei Jörg Müller das für das Jahr so unglaublich präsente, sehr mineralische Felseneck GG von Schäfer-Fröhlich, das unglaublich in Glas und Karaffe ausbaut - WT96. Das Schloss Böckelheimer Kupfergrube GG von Schäfer-Fröhlich wirkte 2009 sehr verhalten mit nobler Eleganz, zurückhaltend und distinguiert mitkühler Frucht, sehr mineralisch – WT90+.

Mit Kraft, fruchtiger Fülle, Länge und puristischer Struktur überzeugte 2016 der Berg Roseneck von Breuer – WT92. Erst ganz am Anfang einer langen Genussreife 2012 auf Sylt der in den Jahren davor mehrfach noch verschlossener getrunkene Schlossberg von Breuer, wie aus Stein gemeißelt, mit gelben Früchten und viel Grapefruit – WT91+. Der Schloss Johannisberg Silberlack GG war 2009 ein sehr eleganter, feiner und harmonischer Wein, Zitrusfrüchte, reife Säure, sehr harmonisch und stimmig – 90+/100. Noch recht jung, sehr mineralisch mit messerscharfer Präzision und toller Struktur 2011 die Hochheimer Hölle 1. Gewächs von Künstler, sehr frisch mit knackiger Säure, große Zukunft – 92+/100. Die seit 2009 mehrfach getrunkene Hölle GK von Künstler war 2013 und 2014 mehrfach wieder wuchtig, kräftig und doch mit so präziser Struktur, mit unglaublicher Mineralität. Im Gegensatz zu so vielen 2007ern noch blutjung und mit großer Zukunft - WT95+. 2015 ein Monument mit erstem, süßem 2007er Schmelz – WT96. Das Kirchenstück Goldkapsel von Künstler war 2012 und 2013 weicher, schmelziger als die Hölle des Weinguts, aber auch sehr mineralisch mit hoher Extraktsüße, dabei sehr fein und elegant - 92/100. Eine glockenklare, reife Frucht hatte 2010 der Rüdesheimer Berg Kaisersteinfels Alte Reben Spätlese trocken von Leitz, hoch aromatisch und mit cremiger Textur, dabei sympathisch niedrig(12,5%) im Alkohol – 91/100. Der Kiedricher Gräfenberg 1.G von Weil wirkte 2016 etwas breit und unharmonisch – WT87. Viel Fülle, Reife und Opulenz zeigte 2016 die auch etwas korpulent wirkende, sehr süße Kiedericher Gräfenberg Auslese von Weil – WT94. Einflüssiger Traum 2017 der sehr balancierte Eiswein von Schloss Vollrads mit sehr guter Säure – WT97.

Absolut stimmig 2013 und 2014 zweimal der 2007 Hochheimer Reichesthal R Spätburgunder von Künstler mit intensiver Mineralität und feinem Schmelz, trotz 14,5% sehr elegant – WT92. 2016 auf Sylt deutlich reifer mit leicht rosiniger Frucht, weich, kräftig und schmelzig – WT92.

Grandios 2016 der CO von Battenfeld-Spanier, der mit seiner Komplexität, seinem Tiefgang, seiner kräftigen, sehr druckvollen Aromatik und seiner gewaltigen Länge überzeugte – WT97. Kraft, enorme Fülle und erste Reife zeigte 2015 das Kirchenstück GG von Battenfeld-Spanier mit schöner Fruchtsüße und feiner, im Abgang herber Kräuternote – WT92. Zu heftig war mir 2014 auf Sylt mehrfach trotz hohem Niveau der 2007 Christ Riesling – WT90. Gut gelungen 2009 der Bechtheimer Hasensprung von Dreissigacker. Fülle, Kraft, Mineralität, hohe Extraktsüße, reife Birne, nur mit der Eleganz haperte es etwas – 88/100. Der Höllenbrand Riesling von Dreissigacker war 2010 aus der Magnum cremig, füllig und erstaunlich reif mit reifer, weicher Säure – 90/100. Die Aulerde GG von Groebe zeigte sich 2016 mehrfach noch so jugendlich frisch mit wunderbarer Frucht, so stimmig und balanciert mit guter Säure – WT94.  Etwas weniger Finesse zeigte die Abtserde GG von Keller 2012 auf Sylt in der Abtserde-Vertikale im direkten Vergleich, dafür mehr Kraft und Fülle, gewaltigem Extrakt und hoher Mineralität, auch hier großartige Länge – 95+/100. 2013 im Berens am Kai und 2014 ein absolut stimmiger, perfekt balancierter Riesling, bei dem von der feinfruchtigen Nase über den Gaumen bis zum endlosen Abgang einfach alles stimmte. Blutjung, aber sehr nachhaltig, Eleganz pur, dabei komplex mit enormem Tiefgang – WT96+ mit noch reichlich Luft nach oben. Mein Toppfavorit 2015 auf der Abtserde Vertikale aus der Magnum, ein großer, kompletter, recht fülliger Wein mit enormem Tiefgang, der für 2007 eine erstaunlich gute Säure zeigte. Wird sicher noch etwas zulegen und hat Potential für 15+ weitere Jahre- WT97+. Der häufiger und stets viel zu früh (z.B. 2009 auf Sylt, WT93+) getrunkene G-Max war 2014 immer noch ein blutjunger Wein aus einem Guss, der sehr verhalten begann mit dezenter Nase, in der sich ein feiner Karamellduft entwickelte, und der enorm im Glas ausbaute, überzeugte eher mit leisen Tönen und scheint noch sehr weit von der Reife weg – WT95+. Auch 2016 war er elegant mit feiner, süßer Frucht und enormer Substanz, baute im Glas zwar enorm aus, aber hätte wohl noch die halbe Nacht gebraucht, um alles zu zeigen – WT95+. Der stets leicht barock füllige Hubacker GG zeigte 2014 zu Anfang eine leichte Spontinase, dazu reife, gelbe Früchte. Am Gaumen füllig, viel Druck mit feiner Fruchtsüße, für 2007 sehr gute Struktur, erst ganz am Anfang, WT96+ mit Potential für 2-3 mehr. Auch aus der Doppelmagnum 2014 auf diesem Niveau und einfach göttlich. 2015 auf Sylt geiles, reifes, üppig-barockes Zeugs mit für 2007 erstaunlich guter Struktur und Säure – WT96.Sehr elegant, sehr würzig 2013 und 2014 das feine Kirchspiel GG von Keller - 94/100. Ein erst 2011 abgefüllter Niersteiner Riesling von Kühling -Gillot 2012 auf Sylt mit schmelziger Fülle, viel Mango, cremiger Textur, aber auch leicht irritierender Restsüße, bringt vielleicht in ein paar Jahren noch mehr als die ja auch nicht gerade schlechten 90/100. Mit kräftigem Goldgelb floss 2012 der Niersteiner Pettenthal 1. Gewächs von Kühling-Guillot ins Glas. Sehr mineralisch, erdig, reingeriebener Felsen, unbändige Kraft, gewaltige Länge, etwas irritierende Süße, insgesamt noch etwas ruppig und kantig wirkend, dürfte sich weiter entwickeln und noch großes Potential haben – 94+/100. 2013 war das ein extrem mineralischer Wein mit feiner Extraktsüße und toller Länge, der zu den langlebigeren 2007ern gehören sollte – WT95. Der Heergretz GG von Wagner-Stempel wirkte 2010 etwas poliert und unharmonisch mt zu hoher Restsüße – 87/100. Beim Höllberg GG von Wagner-Stempel störte mich 2009 die etwas aufgesetzt wirkende Süße - WT88. 2010 aus der Magnum sehr jung mit knackiger Säure, salziger Mineralität und hoher Extraktsüße – 90/100. Ein extrem aromatisches Geschmacksmonster mit gewaltigem Extrakt und hoher Extraktsüße war zuletzt 2013 und 2014 mehrfach bei Jörg Müller das schon häufig getrunkene Brunnenhäuschen GG von Wittmann - 96/100. Der Morstein GG von Wittmann zeigte 2009 noble, präzise Frucht, hohe Mineralität, knackige Säure, nicht so offensichtlich wie manch anderer 2007er, sehr jung mit viel Potential und nach ein paar Jahren Lagerung schreiend – 92+/100. 2010 mehrfach ein brillianter, mineralischer, puristisch schöner und eigenständiger Wein mit reintöniger Frucht und immenser Strahlkraft – WT93+. Aus dem kurzen dem Winterschlaf meldet er sich 2015 mit Bravour zurück. Eine Zeitlang war er etwas müde, wie viele andere 2007er auch. Doch jetzt ist er wieder voll da, geradezu taufrisch mit erstaunlicher Säure, die die 2007er Fülle perfekt balanciert – WT95. Der Riesling Alte Reben 150 Tage von Wittmann aus der VDP-Versteigerung war 2010 in der ersten Anmutung dem Morstein nicht unähnlich, wirkte aber zunächst zurückhaltender und verschlossener. Erst unmerklich und dann immer deutlicher wurde dieser Wein konzentrierter, dichter, engmaschiger, ohne den schwierigen Spagat zwischen Filigranität und Kraft zu verlieren. In der Nase immer mehr reifer Apfel, aber nicht der aus der Supermarkt-Box, sondern von einem alten, knorrigen Baum, der alles in die letzten Früchte packt – 96/100. Zeigte sich 2015 auf Sylt etwas reifer, aber mit ähnlicher Faszination – WT96. 2016, wieder auf Sylt, sehr fein, mineralisch, feine Kräuternoten, noch so jung wirkend mit viel Druck und Potential – WT96.

Saftig und stoffig 2013 auf Sylt der Sonnenberg GG von Friedrich Becker – WT92. Sehr präsent, stimmig, mineralisch mit feinem, süßem Schmelz und mit für 2007 erstaunlich schlanker, präziser Struktur 2014 im Nagaya der Gaisböhl GC von Bürklin-Wolf – WT93. Brilliant, rassig, druckvoll, präzise, in erster Reife, aber auch sehr saftig 2016 der Jesuitengarten GC von Bürklin-Wolf – WT96. Das Kirchenstück GC von Bürklin-Wolf war 2017 so erstaunlich fein und eher schlank, so elegant und stimmig, lang am Gaumen, ein großer Wurf – WT96. Lange hat der Idig GG von Christmann zur Entfaltung gebraucht und für viel Frust gesorgt. 2011 war er endlich rechtzeitig dekantiert um Klassen besser, saftig, mit satter, aber präziser Frucht, mineralisch, gute Säure und Struktur, Idig pur – 93+/100. Voll da 2014 auf Sylt – WT94. Und noch eine Ecke drüber 2015 in Zermatt mit sehr guter Struktur – WT95. Wunderschön 2013 die rauchige, mineralische, angenehm herbe Nase des Gimmeldinger Mandelgarten GG von Christmann, der reifer als der Idig wirkte, aber weniger Tiefgang und einen kürzeren Abgang besaß – 89/100. Der zu Anfang etwas ruppige Ruppertsberger Reiterpfad GG von Christmann machte sich 2011 enorm im Glas, besonders zum Essen, und entwickelte sich zum charmanten Galan mit cremiger Textur, blieb aber um Längen vom Idig entfernt – 90/100. Der Steinbuckel GG von Knipser war 2009 ein erdiger, sehr mineralischer Riesling mit Muschelkalk ohne Ende – 91/100. Die Kallstadter Saumagen Auslese trocken R von Koehler-Ruprecht hatte mir 2016 zuviel fruchtige Fülle und wirkte zu Anfang verdammt üppig, entwickelte sich aber im Glas und wurde balancierter – WT95. Ziemlich daneben 2016 die – für Fehltöne berüchtigte - Kallstadter Saumagen Auslese trocken RR mit fauligen Noten. Da habe ich mir eine Bewertung erspart. Besser, aber auch nicht ganz fehlerfrei war dieser Wein ein paar Wochen vorher auf Sylt gewesen. Üppig, fruchtig, füllig, mineralisch, kräuterig, lang – WT94. Nicht auszudenken, wie so etwas aus einer der wenigen, richtig guten Flaschen schmecken müsste. Der Chardonnay R von Rebholz kam 2009 erstaunlich fein und elegant daher, reintönige, exotische Frucht, gute Säure, kaum spürbares, gut eingebundenes Holz und schöne Länge – WT89+. Sehr würzig und in erster Reife 2015 das Kastanienbusch GG von Rebholz – WT94. Eine Venniger Doktor Riesling Spätlese von Thomas Zöller war 2009 in Lissabon die etwas rustikale Pfälzer Variante eines restsüßen Mosel-Rieslings – 87/100.

Der Spätburgunder von Friedrich Becker kam 2010 harmlos und nett ins Glas, legte dann aber mit warm-würziger Frucht deutlich zu – 88/100. Der Spätburgunder St. Paul von Friedrich Becker war 2013 kräftig mit guter Struktur und Säure, aber auch mit feinem, süßem Schmelz – WT93. Der Idig Spätburgunder GG von Christmann war mit seiner üppigen, rustikalen Fülle Pfalz und Spätburgunder pur - WT89. In erster Trinkreife 2014 der Pinot Noir vom Hirschhorner Hof, warm-würzige Nase mit großem Beerencocktail, mineralisch, erster, feiner Schmelz, gute, balancierende Säure – WT92. Erstaunlich fein und elegant trotz aller Kraft 2011 der Spätburgunder Spätlese trocken von Rebholz, mehr Burgund als Pfalz, mehr Pinot als Spätburgunder, mit guter Säurestruktur und feiner, reifer Frucht – 90/100.

Ein Aldinger Merlot Cuvée M war 2009 schokoladig mit viel Schmelz – WT90. Sehr kräftig, maskulin, immer noch mit präsenten Tanninen 2014 Der Schwarze Löwe Lemberger GG von Graf Adelmann – WT91.

Der Megas Oenos von Skouras, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Saint George von 60 Jahre alten Reben, ausgebaut in neuen, französischen Barriques war 2011 reif, weich, schmelzig und zugänglich mit junger Röstaromatik, Schokolade, aber auch guter Säure – 90/100.

Sehr offene, extrem schokoladig und von jugendlicher Röstaromatik geprägt war 2009 auf Sylt der Lamarein, einfach hedonistisch schön, ein geiles, üppiges Spaßteil zum hemmungslos saufen – WT95.

2011 auf Sylt der Löwengang Chardonnay von Lageder, der endlich mal etwas aus sich raus ging und etwas mehr Frucht, Kraft und Fülle zeigte – 91/100. von der Cantina Terlan, eine Cuvée aus Chardonnay, Pinot Bianco und Sauvignon Blanc. Der erste Eindruck 2011 bei einer Terlaner Riserva Nova Domus war zuviel Holz und zuwenig Luft, entwickelte sich aber, wurde etwas fruchtiger, vanillig, mineralisch, kräuterig mit guter Säure, blieb aber insgesamt etwas eindimensional mit deutlicher Holznote – 87/100.

Kräftig und erst ganz am Anfang 2016 der San Leonardo mit viel Substanz – WT94+.

Sehr gutes Weinjahr im Piemont mit früh trinkbaren, sehr aromatischen Weinen.

Wie eine modernere, offenere Variante des 2004ers wirkte 2013 und 2014 der superbe, sehr elegante, nachhaltige Barbaresco Asili Riserva von Giacosa. Kann ein Barbaresco sexy sein? Der hier war es – WT97. Der Barolo Falletto von Giacosa wirkte 2012 erstaunlich zugänglich, kräuterig, kernig, lakritzig, aber auch mit geradezu verschwenderischer Süße, groß – 93+/100. Die enorme Zugänglichkeit und die gute, dunkle Frucht täuschten mehrfach auch 2013 und 2014, Zedernholz, Rosen, Menthol, Lakritz und präsente, aber reife Tannine, wird noch deutlich zulegen – WT94+. Lief 2016 langsam zur Hochform auf – WT95. Sehr zugänglich 2013 und 2014 der schlichtweg traumhafte Barolo Cannubi Boschis von Sandrone, der die klassische Barolo-Aromatik vom großen Rosenbeet über die frisch geteerte Straße bis hin zum Kräutergarten mit geradezu burgundischer Eleganz und Finesse verbindet - WT97. Erstaunlich zugänglich 2012 im Saittavini der Barbaresco Gallina von La Spinetta, ein Traumwein mit hohem Suchtfaktor - 93/100. Kräftiger dichter und langfristig mit noch mehr Potential der zupackende Starderi mit strammem Tanningerüst 93+/100. 

Nicht begeistern konnte ich mich 2014 für die sehr verhalten und verschlossen wirkende Biondi Santi Riserva – WT88+. Der Biserno IGT war 2011 mehrfach ein moderner, breitschultriger, kräftiger, saftiger Wein, geprägt von jugendlicher Röstaromatik, Bitterschokolade, pflaumiger Frucht und frisch aufgebrühtem Espresso. Macht durchaus schon enormen Spaß, muss aber sicher noch zu sich finden und das viele Holz verdauen, ein Wein mit Potential – 93+/100. Mit reicher, betörender Nase, Kraft, Fülle und Schmelz überzeugte 2017 der Lodovico von Biserno – WT95. Sehr schön 2012 im Manne Pahl auf Sylt der Pli von Candialle – WT91. Offen, zugänglich und einfach sexy 2017 der Granato von Foradori – WT93. Geradezu spektakulär 2013 in Luzern der Eneo von Montepeloso, der fruchtige Süße mit großartiger Struktur verband. Solch einen guten Eneo hatte ich noch nie im Glas - WT94. Sehr würzig, kräftig mit viel Potential 2014 der Lupicaia – WT94. Masseto war Ende 2013 aus der Magnum ein bei aller Kraft und Dichte erstaunlich offener, einladender Masseto-Stil mit reifer, süßer Schwarzkirsche, sehr würzig, auch ein Hauch Rhone, dazu Bitterschokolade, kräftige, aber weich wirkende Tannine. Ein „Crowd Pleaser“ auf allerhöchstem Niveau, der trotz seiner Zugänglichkeit gut altern dürfte – WT97. Geradezu spektakulär 2013 der Eneo von Montepeloso, der fruchtige Süße mit großartiger Struktur verband. Solch einen guten Eneo hatte ich noch nie im Glas - WT94. Fülle, Kraft und süßer Schmelz 2014 beim Ornellaia, Pralinen mit altem Balsamico – WT95. Zeigte sich 2016 in bestechender Form. Saftig, hedonistisch mit reifer Schwarzkirsche, Sattelleder, Lakritz, Minze, feine Kräuter, schlägt perfekt die Brücke zwischen Maremma und Napa – WT95. Beim Guardiavigna von Podere Forte war 2013 das Forte Programm. Ein sehr üppiger, mir zu alkoholischer (15%) Wein mit cremiger Textur, schokoladig – WT92. Der Brunello di Montalcino von Poggio di Sotto war 2016 noch so jugendlich, zeigte längst nicht alles, war aber so hoch aromatisch und dabei burgundisch im besten Sinne mit einer feinen Kräuternote und seidiger Eleganz, die Säure des Sangiovese nicht störend – WT94+ . Erstaunlich offen, zugänglich und gefällig wirkte 2014 der Brunello di Montalcino Riserva von Sassetti – WT92. Nett, gefällig, aber doch recht brav 2009 der Rosso di Montalcino von Sassetti – WT86. Erstaunlich zugänglich 2015 im Val Rosegg der hochklassige Sassicaia – WT95. Auch 2016 offen und zeigte nebst feiner Mineralität eine dezente, für einen jungen Sassicaia erstaunliche Opulenz und trank sich einfach "saugut" – WT95. Zeigte sich auch 2017 erstaunlich offen – WT94. Ein Traum 2015 der Solaia mit seiner prächtigen, süßen, minzigen Frucht, seiner Mineralität, seiner großartigen Struktur und seiner finessigen Leichtigkeit - WT97.

Nicht viel anfangen konnte ich 2011 mit dem Masseria Maime von Tomaresca aus Apulien. Der trank sich ganz ordentlich, war sehr kräftig, lakritzig mit dunkler Frucht, rustikal in der Anmutung mit viel Tannin. Möglich dass da noch mehr mit den Jahren kommt. Ich hatte aber eher den Eindruck, dass da ein potentiell sehr schöner Landwein vergewaltigt wurde, um im internationalen Konzert mitspielen zu können – 85/100.

Der sehr würzige Mille et Una Notte von Donnafugata wirkte 2013 wie eine Art La Mouline für jeden Tag – WT92.

Fordernd 2009 der Riesling Loibenberg Smaragd von Alzinger, sehr präzise Frucht, Zitrus, weißer Pfirsich, gewaltige, salzige Mineralität – 91+/100. Dicht, kräftig, edel-rustikal, sehr mineralisch mit reifer Marille und präziser Struktur 2012 der Riesling Loibner Steinertal Smaragd von Alzinger - WT92. Der Grüne Veltliner Ried Lamm von Bründlmayer war 2011 kräftig, pfefferig, würzig, schmelzige Fülle und tolle Struktur, am Beginn einer langen Trinkreife – 93/100. Der Small Hill von Hillinger war 2009 ein kleines, fruchtig-leichtes Sommerweinchen, nicht besonders ausdrucksstark – 79/100. Der Grüne Veltliner Honivogl von Hirtzberger war 2009 ein wunderschöner, pfeffrig-würziger, mineralischer Honivogl mit süßem Extrakt und spürbarer Boytritis, aber er wirkte auf hohem Niveau etwas alkoholisch und klobig – 93/100. Legte 2010 mit fantastischer, würziger Kraft und Fülle zu – WT94. 2015 aus der Magnum sehr würzig, pfeffrig, kräuterig mit wohldosierter Frucht, cremiger Textur, irrem Tiefgang und gewaltiger Länge – WT96. Die Grüner Veltliner Vinothekfüllung von Knoll war 2013 erstaunlich schlank, mineralisch, nur im Abgang dann druckvoll – WT94. Der Loibner Loibenberg Riesling Smaragd von Knoll war 2009 sehr fein, floral und mineralisch in der Nase mit reifer Frucht, am Gaumen dieser perfekte Spagat zwischen Eleganz und Kraft mit sehr guter Länge am Gaumen – 94/100. Der Gloria von Kollwentz zeigte trotz Reife 2013 noch deutliches Holz, fruchtigen Schmelz und feine Mineralität – WT91. Der Tatschler von Kollwentz wirkte 2010 kräftig, üppig und cremig – WT90. Rund reif und schmelzig mit exotischer Frucht und reifer Säure 2010 die Kracher BA – 90/100. Würzig-frisch, ziemlich kräftig und nachhaltig 2009 der Grüne Veltliner Alte Reben von Markowitsch – 88/100. Der Grüne Veltliner Der Ott war 2009 noch ein Weinbaby mit satter, reifer Frucht, mächtiger Säure, toller Struktur und guter Länge, ein Wein mit immenser Strahlkraft – 93+/100. Der Chardonnay von Pasler war 2009 ein sehr frischer, reintöniger Chardonnay aus dem Stahltank mit klarer Frucht und gutem Gaumenfluss – 88/100. Der Dürnsteiner Hollerin Riesling Smaragd von F.X. Pichler war 2009 ein erstaunlich eleganter, frischer, sehr feiner Wein mit kühler Steinobstfrucht, guter Säure und hoher Mineralität – WT91. Erheblich zu jung schien 2008 der Riesling Unendlich von F.X. Pichler zu sein. Sehr helle Farbe, frisch wirkend mit sehr süßer, würziger Frucht. Auch am Gaumen der Eindruck etwas diffuser, deutlicher Süße. Da passen die einzelnen Teile noch nicht richtig zusammen – WT92+. Der Grüne Veltliner Kellerberg Smaragd von FX Pichler war 2010 fetter und mit weniger Rasse und Klasse als 2006 – 92/100. Der Grüne Veltliner Loibenberg Smaragd von F.X. Pichler war 2009 ein sehr kräftiger, nachhaltiger, sehr mineralischer Terroir-Wein mit wunderbarer Länge am Gaumen – 93/100. Der Grüne Veltliner Smaragd Hochrain von Rudi Pichler war 2011 sehr extraktreich, mineralisch, pfeffrig, kräuterig, komplex und füllig – 93/100. Vom Neusiedler See 2011 ein im kleinen Eichenfaß ausgebauter Chardonnay Lehmgruben von Paul Rittsteuer, nussiger Schmelz, leicht oxidativ, sehr süffig – 91/100. Was man aus Sauvignon Blanc mit genug Holz alles machen kann, zeigte 2015 sehr beeindruckend eine "Wuchtbrumme" namens Sauvignon Blanc Privat vom Sattlerhof – WT94. Der Grünen Veltliner Creation vom Tegernseerhof. war 2012 ein mächtiges Teil mit 15,5% Alkohol und spürbarer Restsüße, einfach zu dick, zu süß und zu alkoholisch – WT86. Auch 2013 in der Vogelkoje war er zu dick, zu füllig, zu alkoholisch und zu üppig – WT87. Aus Erfahrungen mit anderen Weinen ähnlicher Machart weiß ich, dass sich das in 10 Jahren völlig anders darstellen kann. Der Grüne Veltliner Höhereck vom Tegernseerhof war 2009 auf Sylt würzig, kräuterig, tabakig – 87/100. Der Grüne Veltliner Kellerberg vom Tegernseerhof war 2010 sehr mineralisch, furztrocken, reife Marille, Kräuter – WT89. Eine Rarität war 2015 auf Sylt dieser fantastische, immer noch taufrische, eigentlich noch zu junge, extrem komplexe Zieregg Sauvignon Blanc IZ Reserve von Tement mit enormem Tiefgang, der Sauvignon Blanc bis zum Limit treibt– WT96+. Einfach göttlicher Nektar 2010 eine Scheurebe TBA von Umathum, großer Honigcocktail mit frischen Blüten und etwas Litschi, cremig und ganz schön fett, aber auch mit sehr guter, balancierender Säure – WT95. Kraftvoll und sehr lang mit pfeffriger Würze und reifer, gelber Steinobstfrucht 2010 der Grüne Veltliner Alte Reben von Weinrieder, am Gaumen erdig-mineralisch mit markanter Bitternote im Abgang, die heftigen 14% Alkohol gut verpackt – 91/100.

Der Pinot Noir Hundred Cases von Christian Fischer konnte 2014 im Berens am Kai vor Kraft kaum laufen. Satte, schwarzkirschige Frucht, pfeffrige Würze, immer noch mächtige Tannine und gute Säurestruktur. Könnte in 20 Jahren mal was ganz Großes werden - WT92+. Kräftig und stoffig, etwas ungelenk 2014 auf Sylt der Pinot Noir Dürr von Kollwntz – WT90. Süße Frucht und intensive Säure hatte 2014 auf Sylt der Steinzeiler von Kollwentz – WT90. Eine weitere Flasche 2014 bei Jörg Müller deutlich jünger, hoch aromatischer, seidig-schmelziger Kirschsaft mit feiner Bittermandelnote – WT93. Der Blaufränkisch Neckenmarkt Alte Reben von Moric wirkte 2014 wie ein richtig großer, druckvoller Burgunder - WT94. Der Batonnage von den Wild Boys of Batonnage war 2011 ein total überdrehter, durchgeknallter, völlig ausgereizter Wein, extrem kräftig und Lang mit gewaltigem Spannungsbogen. Ein Glas mit gut und gerne 95/100, mit mehr hätte ich Probleme.

Conceito war 2009 in Lissabon sehr fruchtig und elegant mit Grapefruit, Limone und einem aromatischen Schuss Sauvignon, brauchte viel Luft und entwickelte sich sehr schön im Glas – WT90.

Großes Rotweinkino 2013 der dichte Júlio B. Bastos Alicante Bouschet mit superber Frucht und perfekter Tannin- und Säurestruktur, ein Wein für Jahrzehnte - WT95. Der Charme von Niepoort war 2011 ein Charmeur im besten Sinne mit burgundischer Pracht und Fülle, mit süßer Kirschfrucht, Würze, sehr weichen, aber präsenten Tanninen und sehr guter Länge am Gaumen – 94/100. Dunkle Früchte, viel Weihnachtsgewürz, Vanille und Zedernholz zeigte 2011 der mineralische Vinha Paz Reserva aus Portugal. Ein sehr mineralischer, kräftiger wein mit guter Tanninstruktur, der erst ganz am Anfang steht – 91+/100.

Der Pinot Noir #2 vom Schlossgut Bachtobel war 2011 sehr fein, elegant, eher etwas auf der leichten Seite, filigran, aber sehr aromatisch – 89/100. Der Pinot Noir #3 von Bachtobel legte da Weihnachten 2014 im El Paradiso bei aller Eleganz mit mehr Druck und feinem, süßem Schmelz noch mal eins drauf – WT91. Der Malanser Pinot Noir von Boner zeigte 2009 schönes Spiel roter und blaubeeriger Frucht, am Gaumen kraftvoll mit dem spürbaren Boner-Holzeinsatz – 89/100. Platinum von Brivio war 2010 ein modern gemachter Wein mit sehr schöner Nase, sehr kräftig, noch recht verschlossen – 92/100. Ein Knaller 2014 der Castello Luigi mit satter Kirschfrucht und dekadentem, schokoladigem Schmelz. In seiner Jugend konnte man mich mit diesem Wein, der einfach von allem zuviel hatte, jagen. Jetzt nach sieben Jahren passt da alles besser zusammen und ich laufe diesem Wein hinterher - WT96. Der Pinot Noir Unique von Donatsch zeigte 2011 eine enorme Kraft, aber auch viel burgundische Pracht und Fülle mit süßer, beeriger Frucht und gewaltiger Länge – 95/100. 2014 in Gianottis Weinbar war er rauchig, würzig mit feinen Barriquenoten, guter Frucht und langem Abgang – WT94. Finessig, elegant mit schöner Beerenfrucht 2016 der Eichholz Pinot Noir – WT92. Prächtig entwickelt hatte sich 2012 der Gantenbein Pinot Noir, der in seiner dekadent leckeren, schokoladigen Art auch von Lindt-Sprüngli kommen könnte – WT94. Suchtstoff pur 2014 im El Paradiso aus der Magnum der schon oft auf gleichem Niveau in den Vorjahren getrunkene H von Hermann – WT93. Der Mattmann Pinot Noir hatte 2011 aus der Magnum traumhafte, kräuterige, seidige Fülle, süße, rotbeerige Frucht, eher internationaler als burgundischer Pinot-Stil, aber sehr lang am Gaumen und nur kurz im Glas – 92/100. Der Syrah von Mercier war 2012 jung, aggressiv, würzig, pfeffrig und sehr dicht, wirkte wie aus dem Konzentrator – WT90. Der Pinot Noir Rhein war 2015 weich, schmelzig und voll da – WT92. In 2200m Höhe im El Paradiso zeigte der Pinot Noir Les Rissieux der Domaine de la Rochette alles, was er drauf hat, ein generöser, schmelziger, nachhaltiger Burgunder vom Feinsten – WT94. Der Ronco die Ciliegi Riserva der Azienda Mondo Sementina war 2010 schlank, elegant, sehr mineralisch mit schöner, aber nicht aufgesetzter Süße – WT92. Der Merlot Riserva Tre Api der Tenuta Bally & von Teufenstein hatte 2010 in der Nase Weichselkirschen, röstige Kaffeearomen, am Gaumen süß, aber auch mit etwas bissigen Tanninen und sehr guter Säurestruktur, ein Langstreckenläufer mit sehr gutem Entwicklungspotential – WT91+. Sassi Grossi war 2010 ein sehr spannender, facettenreicher Wein, zu Anfang mit laktischer Yoghurt-Himbeernase, am Gaumen und zunehmend auch in der Nase schokoladig, behielt bei allem Schmelz eine wunderbare Struktur und war erst am Anfang einer langen Entwicklung – 93+/100. Der Rubra Merlot Riserva der Fratelli Valsangiacomo hatte 2010 eine wunderbare Minznote, Jod, salzige Mineralität, Frische, wenig Schokolade, eher schlank, rassig und im positiven Sinne rustikal mit Ecken und Kanten, ein eher etwas femininer, harmonischer Stil – 90/100. Der Castello Luigi von Zanini war 2016 deutlich ziviler und stimmiger – WT95.

Der RieslingxSilvaner von Boner trinkt sich sicher nicht nur in 1893m Höhe gut, hier aber 2009 wohl besonders. Gute Frucht, kräftig, viel Holz vor der Hütte, schmelzige Fülle und tolle Länge am Gaumen – 90/100. Ein Solo Müller-Thurgau Reserve Lagencuvée Barrique von der Brunner Weinmanufaktur war 2009 in der Braui ein erfrischender, sommerlicher Tropfen mit Holunder ohne Ende in der Nase, dazu etwas Stachelbeere, Melone und viel Lychees. Am Gaumen feine, würzige Süße, viel Muskat und eine knackige, fordernde Säure - WT89. Kraft und Fülle, dazu Trockenfrüchte und einen leicht oxidativen Touch zeigte 2016 in Pontresina der 2007 Chardonnay Unique von Donatsch – WT92. Der Gantenbein Chardonnay hatte 2012 den Babyspeck früherer Jahre verloren und präsentierte sich erstaunlich schlank und finessig – WT93. Deutlich burgundischer und finessiger 2016 bei Steinheuer – WT95.Reif, kräftig und cremig Ende 2012 der Weissburgunder von Georg Schlegel, der es locker auch mit würzigen Speisen aufnahm - WT90.

Eher modern in der Stilistik 2013 der Alion aus dem Vega Sicilia Stall, dichte, dunkle Frucht, schwarze Oliven, Kaffee, Leder, generöse Süße, Kraft und Fülle – WT92. Schlichtweg sprachlos machend 2015 der Son Negre von Anima Negra aus Mallorca(!). So komplex, so vielschichtig mit traumhafter Frucht, mediterranen Kräutern und Lakritz, mit burgundischer Eleganz und ewiger Länge - WT97. Clos Erasmus hatte 2010 eine erstaunlich helle Farbe und reichlich Babyspeck, so süß, so konzentriert, ein irres Frucht- und Aromenpaket, das noch zu sich finden muss – WT93+.Undurchdringlich und Schwarzpurpurn 2010 der Contador von Benjamin Romeo. In der Nase eine schöne Cassis-Hollundermischung, Weihnachtsgewürze, für Contador erstaunlich fein und leichtfüßig, noch sehr jung mit strammem Tanningerüst – 94+/100. Flor de Pingus wirkte 2013 geradezu erschlagend und mächtig, einfach zu dick und zu alkoholisch, heftig, kräftig und sehr süß. Sicher wird der sich noch ändern, wandelt sich noch einiges vom überzähligen Babyspeck in Muskeln und Sehnen – WT90+. Gefällig mit reifer Frucht und moderner Stilistik 2015 der Torrent Negre von Gelabert – WT88. Der PSI war 2009 ein klassischer Sissek, generöse pflaumige Frucht, samtig und weich mit reifen Tanninen und viel süßem Schmelz und aromatischem Druck am Gaumen – WT92. Easy drinking war 2014 der Remelluri Reserva mit süßer, offener Frucht und feinem, offenem Schmelz - WT92. Der Roda I Reserva kam 2014 nett, gefällig, würzig und international wirkend ins Glas, baute aber enorm aus und wurde dichter und kräftiger – WT91.

Dominus war mir 2010 zu diffus, zu süß, zu üppig. Gut, der wurde von seinem eigenen Babyspeck schier erdrückt und wird sicher noch etwas zulegen und an Struktur gewinnen – 92+(?)/100. Dunn Howell Mountain war 2012 in einer bestechenden Fruchtphase. Nein keine übersüße, marmeladige Frucht, da war schon Struktur und Tiefgang in diesem herrlichen Cocktail aus Cassis, schwarzer Johannisbeere, Brombeere und Blaubeere. Und massive Tannine versteckten sich auch darunter. Das war wohl eher so eine Art Fruchtphase, wie man sie von großen Bordeaux kennt. Wer diesen Dunn hat, sollte sich jetzt eine oder mehrere Flaschen gönnen, bevor er sich wieder verschließt und aus den derzeitigen 94+/100 für 1-2 Jahrzehnte 5 weniger werden. Harlan war 2014 ein gewaltiges, dichtes Konzentrat mit süßer Frucht, etwas wild und ungestüm noch, aber auch mit toller Struktur und Frische, wenn da in 5-10 Jahren die Einzelteile richtig zueinander gefunden haben, könnte der nicht nur noch deutlich zulegen, sondern sich auch um ein perfektes Rating bewerben – WT97+. Heitz Martha´s Vineyard, der wie zuvor nur 74 und 85 ein Sonderetikett trägt, war 2013 ein jugendlicher Knaller mit Minze, Eukalyptus, Süße, Kradt, Länge und großer Zukunft - WT96+. Chateau Montelena war 2012 auf der großen Vertikale in der Braui ein großer, ausgeglichener, absolut stimmiger Wein mit toller Frucht und Süße, der sich mit 2005 über lange Zeit ein spannendes Kopf- an Kopfrennen liefern dürfte – 97/100. Blind hatte ich 2012 beim Mount Eden Vineyards Pinot Noir eher auf einen Schweizer Blauburgundergetippt. Ruppig, rustikal, sehr kräftig, alkoholreich wirkend, aber nicht ohne Charme – WT90. Große Bordeaux mit kalifornischer Frucht waren 2014 in der Sansibar der kräftige, druckvolle Nickel&Nickel State Ranch (WT92) und der feinere, elegantere, längere Nickel&Nickel Ranch Cavin Vineyard – WT93. Opus One war 2011oOffen, süß, fett, opulent, sogar mit Marzipan-Anklängen in der üppigen Frucht, noch volle Babyspeck, viel Holz und Vanille – 92+/100. Phelps Insignia war 2013 ein dickes, dichtes, üppiges, opulentes Geschoss mit etwas überreifer, süßer, marmeladiger Frucht, die im jetzigen Stadium alles andere überdeckt. In 10 Jahren könnte das ein Riese sein – WT94+. Der Rhys Pinot Noir Santa Cruz Mountains Horseshoe Vineyard hatte 2016 eine enorme Kraft und immer noch präsente Tannine, aber auch wunderbare Frucht, Fülle und Finesse, sehr lang am Gaumen – WT95. Schlichtweg atemberaubend 2016 der Rudd Oakville Estate, der die kalifornische Frucht, Kraft und Fülle mit bemerkenswerter Struktur rüberbrachte, kann noch zulegen – WT97. Screaming Eagle war 2010 auf der großen Screaming Eagle Vertikale einfach noch zu jung, laktisch die Nase, in der Wahrnehmung eher roter Traubensaft als Wein. So eigentlich nicht bewertbar. Erst ein letzter Schluck, später noch der Flasche entrissen, zeigte, was für ein gewaltiges Potential in diesem Wein mit seiner konzentrierten, süßen Frucht steckt. Wird sich in ein paar Jahren sicher mal bei 95+/100 ansiedeln. 2016 war das ein gewaltiges Fruchtkonzentrat, opulent und kraftvoll, und dabei doch so finessig mit geradezu seineidiger Eleganz. Ein Meisterstück, das irgendwann mal die magischen WT100 knacken könnte – WT98+. Möglich, dass der Screaming Eagle Second Flight 2016 durch eine schwierige Phase lief. Er hatte eine pfeffrig-würziege Nase, etwas astringierend, am Gaumen generöse Fülle, wirkte aber auch etwas konstruiert – WT88. Spottswoode war 2010 auf der Farnsburg eine durchaus faszinierende, dicke, kalifornische Weinsau, üppig, dekadent, süß, Fülle ohne Ende, kann man fast mit dem Löffel nehmen – 94/100.

Sehr schön und fein 2010 die Nase des Chardonnay Chloe von Dumol. Am Gaumen fand ich diesen Wein etwas sehr süß und aufdringlich. Aber vielleicht sollte man es damit machen wie mit dem gleichnamigen Parfüm, nur riechen, nicht trinken – 90/100. Wirkte 2011 auf der american Beauty wuchtig, viel Holz, Vanille, Kraft, wenig Finesse – 88/100. Der Gary Farell Russian River Chardonnay hatte 2010 viel satte, exotische Frucht, aber auch eine erstaunlich gute Säure und Frische – WT91. Der Grigich Hills Fumé Blanc war 2010 trotz heftiger 14,1% erstaunlich leitfüßig und elegant mit Grapefruitnoten und Zitronengras – WT90. Beim Heitz Chardonnay ist wohl jemandem beim in Kalifornien erlaubten Zusatz von Säure der ganze Sack ins Fass gefallen. Hatte 2011 deutlich mehr Säure als 2008, schlank, geradezu bissig mit stahliger Frucht, da hilft auch warten nicht – 85/100. Der Kistler Hyde Vineyard Chardonnay zeigte 2015 süße Karamellbonbons, kandierte Früchte, gute Mineralität, auch die Säure stimmte. Nur wirkte dieser Kistler arg üppig und auch zu holzlastig. Das geht deutlich besser, aber da die Kistlers sehr gut altern, kommt da wohl noch deutlich mehr – WT91+. Der Kistler Chardonnay Les Noisetiers wirkte 2010 jung, reife, erotische Frucht, aber auch gute Säure und viel Biss, gute Struktur und viel Zukunft – 93+/100. 2016 war der war immer noch frisch mit wenig spürbarem Holz, nussig, mineralisch, elegant und sehr stimmig, die iommer noch gute, balancierende Säure garantiert ein längeres Leben – WT95. Probleme hatte ich 2010 zumindest zu Anfang mit der etwas faulig und mit einem gewaltigen Stinker versehenen Nase des Vine Hill Road Chardonnay von Kistler. Aber das ist nicht ungewöhnlich. Die Kistler Chardonnays haben ein gewaltiges Alterungspotential und wirken früh oft etwas diffus. Dieser hier entwickelte sich mit Zeit und Luft im Glas, wurde nussiger, schmelziger, rauchiger und würziger mit guter, reifer Säure – 92+/100. Mehr Kraft als Eleganz zeigte 2010 der monströse Kongsgaard Chardonnay, diesem Archetypus der kalifornischen Wuchtbrumme. Explosiv die Nase mit reifer Frucht, mit gerösteten Mandeln und feinen Honignoten, am Gaumen ein noch etwas unausgewogen wirkendes Schwergewicht mit langem Abgang, baut sehr gut im Glas aus, kann aber sicher noch 2-3 Jahre bis zur vollen Entfaltung brauchen – 92+/100. Der Chardonnay Belle Côte von Peter Michael war 2010 sehr fein die elegante, leicht rauchige, von reifen, tropischen Früchten und viel Ananas geprägte Nase, am Gaumen ritt dieses ganz schön fette Teil dann eine volle Attacke mit langem Abgang. Gute Säure und Mineralität ließen aber kein Gefühl von Dicke oder Schwere aufkommen – 94/100. Der Chardonnay Carrière von Peter Michael brachte 2013 mit guter Säure den perfekten Spagat zwischen fruchtiger Frische und vanilliger Holzsüße – WT94. Der Mount Eden Vineyards Chardonnay war 2014 auf Sylt aus der Magnum ein dicker, buttriger, holzlastiger Mangosaft – WT87.

Der Riesling Eroica Chateau St. Michelle von Loosen stammte aus dem amerikanischen Bundesstaat Washington. Etwas 2009 verhalten in der Nase, sehr mineralisch, stahlige, kühle Frucht, kräftige Säure, trotz 16g Restzucker harmonisch trocken wirkend, ein spannender Wein, der noch deutlich mehr zeigen wird – 87+/100.

Der Johner Pinot Noir Reserve Gladstone aus Neuseeland war 2008 noch jugendlich frisch mit würziger Sauerkirsche, pikant am Gaumen, wiederum mit viel Frische statt alkoholischer Neue Welt Fülle – 91/100.

Sehr guter, weil kühlerer Jahrgang in Südafrika mit langer Vegetationsperiode.

Beeindruckend 2015 auf Sylt der Luddite Figjam in der Cape Winemakers Guild Edition, Apotheker Lakritze mit Bitterschokolade, Kraft, Struktur und Länge - WT95. Auch der pfeffrig-würzige, breitschultrige Luddite Shiraz, der trotz aller Kraft mit guter Säure erstaunlich balanciert wirkte, konnte 2016 überzeugen – WT93.

Der Blaauwklippen Sauvignon Blanc aus Stellenbosch in Südafrika war 2007 bei Lufthansa ein gut trinkbarer, typischer Allerwelts Sauvignon Blanc. Aber was will man in der Economy im Plastikbecher schon Verlangen - WT80.

Der der schlanke Gratien Blanc de Blancs zeigte 2016 auf Sylt Tiefgang und schönen Trinkfluss – WT91.

Großes Portweinjahr.

Was für ein geniales Tröpfchen in perfekter, hedonistischer Frühform 2014 und auch 2015 wieder auf Sylt der Graham, der in unnachahmlicher Art süchtig machenden Schmelz und Eleganz verbindet – WT97. Auch 2016 im Wine Live wieder Hedonismus pur – WT97. Elegant, weich und gefällig, sehr stimmig 2015 der Niepoort Vintage – WT94.