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2009

Ein großer Bordeaux-Jahrgang ist 2009. Frucht satt, hoher Alkohol, viel Hedonismus, einfach üppige, dichte Weine, die aber auch verdammt teuer waren.

Calon Ségur war 2012ein junger, dichter Wein, aber nicht so hitzig, der schmeckte endlich mal nach Bordeaux mit feiner, junger Röstaromatik – 94-96/100. Überzeugt hat mich auch der sonst so kontrovers beurteilte Cos d´Estournel. Gut, die junge Variante einer alten Rioja-Gemüsenase war es nicht unbedingt. Aber am Gaumen zeigte der erstaunlich balancierte, sehr minzige Cos sogar Frische – 95-97/100. Mit Und dann kam mit Montrose kam 2012 bei unserer Ankunftsprobe der erste Wein des Abends ins Glas, bei dem unter der dichten Frucht eine sehr deutliche Mineralität erkennbar war. Dieser Montrose war für mich eindeutig der Wein der Probe, bei aller Dichte und Kraft sehr komplex, lang und groß – 96-99/100.

Sehr schön 2012 die Nase des kräftigen Clerc Milon, etwas verschlossen am Gaumen, dabei aber nicht so dick wie die anderen dieses Flights, wirkte balanciert mit viel Finesse – 93-96/100. 2016 mit viel Muskeln und röstiger Fülle, aber stückweit verschlossen – WT91+. Eine geradezu heiße Nase zeigte 2012 der Grand Puy Lacoste. Üppig, süß, dicht und heftig am Gaumen, nein, das war nicht GPL wie ich ihn kenne und liebe. Allerdings entwickelte er sich rasch im Glas und wurde weicher und gefälliger – 91-95/100. War der Lynch Bages 2012 fehlerhaft? Hitzig die Nase, Rumtopf aus säuerlichen Früchten, völlig daneben, sehr alkoholisch und in dieser Form/Phase untrinkbar. Auf eine Bewertung, die sicher nicht über 85/100 hinausgegangen wäre, habe ich verzichtet. Einfach sexy und hedonistisch schön 2015, dabei süß, füllig, dicht und kräftig. Aber man merkte auch, dass er sich derzeit wie viele 2009er wieder etwas verschließt – WT95+. Wirkte 2017 üppig, füllig mit (zu)viel spürbarem Alkohol. Würde ich noch eine Weile weglegen – WT93+. Pédesclaux zeigte sich 2012 frühreif, fruchtig und gefällig, nicht sehr konzentriert, schokoladig und noch geprägt von junger Röstaromatik und stark getoastetem Holz – 90/100. Eine üppig-dichte Neue Welt Nase hatte der Pichon Baron, der am Gaumen heftig, massig und alkoholisch wirkte. Erinnerte mich eher an einen jungen Port als an Bordeaux – 89-95+(?)/100. Überhaupt nichts anfangen konnte ich 2012 mit der Pichon Comtesse, die in der Nase seltsam nach Banane roch und am Gaumen breit, grob und etwas diffus wirkte – 88-?/100. Die Comtesse hatten wir wohl in einem schlechten Stadium erwischt. Einfach Klasse war 2012 die wunderbare Charakternase des Pontet Canet, am Gaumen war das im jetzigen Stadium ein sehr dichter, gelungener Amarone, der mit Bordeaux herzlich wenig zu tun hatte – 92-97/100. 2014 superbe Frucht, cremige Textur, darunter massive Tannine und eine sehr präzise Struktur. Eine durchaus gelungene Mischung aus Bordeaux und Kalifornien mit leider reichlich Alkohol - WT96. Kam 2017 mit WT96+ ins Glas, braucht aber wohl zur vollen Entfaltung noch ein paar Jahre.

Etwas diffus fand ich 2015 den üppig süßen, eher etwas kalifornisch wirkenden Beychevelle, dem es zumindest in diesem Stadium an Struktur fehlte – WT89. Der dichte Branaire Ducru hatte 2012 eine einfach geile, röstige Nase, wirkte am Gaumen aber bei aller Harmonie etwas streng mit deutlichen Tanninen – 91-94/100. 2015 war er deutlich offener mit viel Druck, Substanz und der geilen 2009er Frucht – WT94. Ducru Beaucaillou fiel 2012 schon von der etwas aufdringlichen, nuttigen, süßen Nase her ab. Auch am Gaumen war das für mich im jetzigen Stadium just too much – 91-95/100. Einfach ein Traum 2012 die reif wirkende, offene fast burgundische Nase des Gruaud Larose mit junger Röstaromatik, auch am Gaumen war das ein sehr gefälliger, balancierter, eleganter Gruaud – 93-96/100. Sehr gut gefiel mir 2012 der ausgewogene Léoville Barton schon mit der sympathischen, von Zedernholz und Tabak geprägten Nase. Ein sicher langlebiger Wein mit deutlichen Tanninen, aber im Gegensatz zu vielen anderen sehr ausgewogen, elegant mit gutem Säurespiel. Auch der Alkohollevel liegt hier noch im Rahmen – 92-94+/100. Deutlich dichter, kräftiger und opulenter war 2012 Léoville Poyferré mit leichter Strenge in der Nase und insgesamt moderner, üppiger Stilrichtung – 91-93/100. Mehr anfreunden konnte ich mich da 2012 mit Léoville las Cases. Der hatte eine elegante, feine Nase mit superber Frucht, am Gaumen wohldefiniert und bei aller Kraft Eleganz pur – 93-96/100.

Früh getrunken gehört Cissac, der 2013 mit saftiger, dunkler Frucht, weichen Tanninen und wenig Säure unkomplizierten Trinkspaß bot - 88/100. Verschlossen zeigte sich Poujeaux noch 2012, doch 2013 blühte er voll auf, eine Fruchtphase par Excellence mit dekadent leckerer Röstaromatik - 93/100. Auch 2015 mehrfach in dieser bestechenden, von jugendlicher Röstaromatik geprägten Frühform – WT93.

Schon gut trinkbar war 2012 der gefällige Cantenac-Brown mit weicher, vanilliger Nase, am Gaumen eher schlank, fein, mit gutem Säuregerüst – 90-91/100. Konnte das im Glas daneben wirklich der hoch gelobte(94 bei Parker) 2009 Giscours sein? Animalischer Stinker in der Nase, wirkte kernig, unreif und bitter mit deutlicher Paprikanote – 87-90/100. Eine dichte, röstig-rauchige Nase hatte Palmer 2012. Ein dickes, fettes Teil, das mit Palmer, wie er früher einmal war und mit Margaux stilistisch nichts zu tun hatte – 92-97/100. Immer noch stückweit verschlossen 2017, aber mit deutlich mehr Struktur, ich würde ihm noch ein paar Jahre geben – WT94+. Sehr üppig 2012 die kalifornisch wirkende Nase des Rauzan-Ségla, am würzigen, fülligen Gaumen mit viel Weihnachtsgewürzen, Backpflaumen, Zimt, der diesjährige Nürnberger Elisen(lebkuchen)wein, machte aber enormen Trinkspaß – 93-96/100. Der Tayac Cuvée Nicolas bereitete 2012 mit feiner Röstnote, pikanter Frucht, guter Säurestruktur und Margaux-typischer Eleganz einfach unglaublichen Trinkspaß – WT88. 

Brown war 2013 rund, saftig und unkompliziert mit reichlich süßer Frucht - WT89. 2012 und 2013 habe ich Haut Bergey probiert, einen Wein mit viel Substanz, der aber noch etwas Ladehemmung zeigte – WT91+. Deutlich offener 2015 – WT93.

Eindeutig zu früh war es 2012 noch für den außerweltlichen Ausone, bei dem die Einzelteile noch nicht so richtig zusammen passten. Wirkte süß, dicht, alkoholisch und füllig, und tat in seiner aggressiven Babyspeck-Opulenz fast weh am Gaumen – 95+/100. Canon-la-Gaffelière war 2011 und 2012 so süß, so scheinbar reif, so sexy mit fantastischer Frucht, reifer Schwarzkirsche, Cassis, Brombeere, aber auch sehr würzig in der Nase mit Veilchen, mit enormem Druck und Länge am Gaumen und toller Struktur, dabei aber auch sehr elegant, jetzt in einer einfach unwiderstehlichen Frühform – 96/100. Zeigte sich 2017 mehrfach etwas ziviler, aber immer noch einfach sexy mit genialem Trinkfluss – WT95. Nicht warten musste man dagegen beim Chapelle d´Ausone, einem gefälligen, schönen Zweitwein, der aber nur entfernt an die Dramatik und Dichte des Grand Vin erinnert – 91/100. Der Clos Dubreuil Cuvée Anna war 2013 ein wuchtig-alkoholisch-üppiges Geschoss, dekadent die Nase, brandig der Gaumen, ein brachialer Wein mit Rumtopffrüchten und etwas Eukalyptus – WT90. Fleur du Casse war 2012 ein nettes, fruchtiges, harmloses Weinchen ohne viel Rückrat, dem an den großen Jahrgang wahrlich nicht anmerkte – 83/100. Ein feiner, kleiner, voll trinkbarer Wein mit junger Röstaromatik 2013 im Berens am Kai der Jean Faure – WT88. . Ein gewaltiges Kaliber war 2011 der La Mondotte, der jetzt schon mit viel Genuss antrinkbar war, seine volle Klasse aber erst in gut 10 Jahren zeigen wird. Parkers 100 Punkte mögen dann durchaus drin sein, für dieses Meisterwerk, dass messerscharfe Konturen und eine gewaltige Struktur mit hedonistischer Frucht verbindet, mächtige, aber reife Tannine, enorme Dichte und Länge, sehr komplex, mineralisch, dabei überhaupt nicht dick, sondern erstaunlich frisch und elegant wirkend – 98+/100. Der hedonistisch-schmelzige, sehr elegante, stimmige Virginie de Valandraud war 2013 mindestens auf Augenhöhe mit dem Grand Vin, aber für deutlich weniger Geld – WT94. Und da war er auch 2017 wieder. Ist das der neue 99er? Immer noch ein schlauer Kauf – WT94.

Dekadent lecker 2014 der Domaine de l'Eglise mit Kaffee und Mokka ohne Ende, dazu mit für 2009 erstaunlich gutem Rückgrat - WT92. Erstaunlich zugänglich wirkte 2012 der Lafleur, aber unter der superben Frucht mit einem Hauch von Exotik lauern massive Tannine für ein langes Leben – 97+/100. Der Pensées de Lafleur wirkte 2012 schon so zugänglich, weich und rund wirkend mit guter Frucht und schönem Schmelz – 91/100.

Der Nectar des Bertrands war 2013 und 2014 einfach sexy, ohne in irgendeiner Form aufdringlich zu sein – WT94. Zeigte sich 2015 mehrfach etwas kompakter und verschlossener auf WT92-93 Niveau. 2016 war er aus der Magnum wieder voll da,  mit Saft, Kraft, Fülle, Schmelz und betörender Frucht satt. Einfach sexy und so eine Art Valandraud für Schlaue - WT95. 

Ein saftiger Spaßwein auf hohem Niveau mit süßer Frucht, junger Röstaromatik, voll und lang am Gaumen war 2013 der d´Aiguilhe, der noch zulegen kann - 90+/100. 2014 und 2015 offener und saftiger mehrfach aus der 1tel und der ½, wirkt schon erstaunlich reif – WT92. Auch 2016 mehrfach auf diesem Niveau. Der Grand Village war 2012 einen stoffiger Wein mit Substanz und Potential – 89/100. Eine Klasse drüber war der „G“, Erstjahrgang eines neuen, ambitionierten Projektes der Guidauneaus aus Fronsac. Ein geschmeidiger Wein mit dicht gewirkter Frucht, kraftvoll und lang am Gaumen – 91/100.

Aile d´Argent war 2014 modern, holzlastig, langweilig und ausdruckslos – WT86. Der Blanc de Lynch Bages hatte 2011 eine frische, generöse Nase mit exotischen Früchten und einem Hauch Minze, auch am Gaumen war er frisch mit feinem Schmelz, dabei schlank mit wenig Holz und guter Balance, kein konzentrierter Überflieger, aber ein sehr schön jung zu trinkender wein, der einfach sexy wirkte – 90/100.

Für Burgund gilt 2009 analog zu Bordeaux als großes Jahr, sowohl für die roten als auch für die weißen Weine.

Sehr druckvollen 2015 der Nuits St. Georges Les Petits Plets von der Domaine de l' Arlot, der mit wunderbarer, dunkler Frucht und viel Kraft erst am Anfang stand, aber schon enormen Spaß machte - WT92. Jede Menge Charme, Kraft und Fülle hatte 2015 der wunderbare Chambertin von Henri Boillot, bei dem mit den Jahren auch noch mehr kommen dürfte – WT94+. Der Pommard Les Cras von Michel Bouzereau war 2014 im Gogärtchen kräftig mit fruchtiger Fülle und schon gut trinkbar – WT90. Ein Monthélie-Les Duresses von Comte Lafon hatte 2012 absolute Grand Cru Qualität. Frisch, fruchtig, spannend, ein Hauch Exotik, tolle Kirschfrucht, seidige Fülle am Gaumen – 92/100. Mit saftiger Frucht und enormem Druck überzeugte 2016 der mineralische Volnay Santenots-du-Milieu von Comte Lafon – WT94. Superb 2015 die Frucht des Bonnes Mares von Comte de Vogüe aus der Magnum mit viel Struktur und Potential – WT95+. Saftig, offen mit reifen Tanninen und schöner Frucht 2017 der Vosne Romanée Les Suchots von Confuron-Coteditot – WT93. Der Latricières Chambertin von Drouhin-Laroze zeigte 2011 feines Spiel roter und blauer Beeren mit erster Fruchtsüße, sehr harmonisch, aromatisch und ausgewogen am Gaumen, kaum spürbares Holz, gutes Gerüst reifer, weicher Tannine, eher auf der eleganten, leichteren Seite, wird noch zulegen – 91+/100. Der Vosne Romanée Aux Malconsorts von Dujac, zeigte 2016 in allererster Reife für das sonst eher üppige Jahr eine großartige Struktur und noble Eleganz – WT93+. Traumhaft schön und sehr balanciert, 2014 der sehr elegante, animierende, im positiven Sinne schlanke Gevrey Chambertin Clos Saint-Jacques von Silvie Esmonin – WT94. Der Corton Clos de Cortons Faiveley war 2014 mit traumhafter, jugendlicher Frucht, Himbeere, Erdbeere mit schöner Fruchsüße, enorme Kraft und Länge am Gaumen und viel Tiefgang, aber auch feiner Schmelz in dieser jugendlichen Fruchphase einfach geil und süffig, ein Wein mit enormer Zukunft – WT95. Der Echezeaux von Faiveley hat 2014 burgundische Pracht und Fülle, reife Beerenfrüchte, die an große kalifornische Pinots erinnern, am Gaumen mineralisch, elegant und mit guter Struktur -WT94. Noch sehr jung, aber sehr elegant und finessig 2013 der Clos de Vougeot von Mongeard-Mugneret aus der Halben, der erst ganz am Anfang stand – 92+/100. Mit beeriger Frucht tänzelte 2014 bei Stappen der elegante Volnay 1er Cru En Champans von der Domaine de Montille über unsere Gaumen - WT92. Der Echezeaux von Mugneret-Gibourg zeigte 2014 im Dal Mulin die Saftigkeit des Jahrgangs, die Klasse der Lage und dazu eine geradezu luftige, tänzerische Eleganz, blieb ewig am Gaumen – WT96. Der Clos de la Roche Vieilles Vignes von Ponsot zeigte 2015 aus der Magnum eine üppige, moderne Stilistik mit viel Holz und saftiger Frucht mit viel Fruchtsüße, aber auch genug Substanz für eine längere Entwicklung – WT95+. Offen, stimmig mit guter Frucht 2017 der Volnay Clos des 60 Ouvres von La Pousse d´Or – WT91.

Ein Corton Charlemagne von Henri Boillot hatte 2012 eine sensationelle, explosive, sehr mineralische und generöse Nase mit spürbarem Holz, das aber gut mit der traumhaften Frucht harmonierte. Am Gaumen sehr kräftig mit druckvoller Aromatik, sicher noch am Anfang, aber es fällt verdammt schwer, diesen Wein jetzt nicht zu trinken – 95/100. Sehr finessig, elegant, mineralisch mit präziser Struktur war 2016 der Bienvenue Batard Montrachet von Louis Carillon, ein großer, noch so frischer, junger Burgunder mit viel Zukunft - WT95. Der Puligny Montrachet Les Combettes von Louis Carillon war 2013 im D´Vine füllig, weich mit cremiger Textur, feiner Vanillenote und guter Säure – WT90. Kraft und Freude brachte 2013 der Puligny Montrachet von Jean-Louis Chavy ins Glas. Leicht buttrig und nussig, mit der Fülle des Jahrgangs, aber auch mit gutem Rückrat, brachte dieser Wein viel Trinkspaß – 90/100. Sehr mineralisch, würzig mit reifer Zitrusfrucht 2013 der Meursault Non Filtré von Coche-Bizouard, der sich fantastisch in Glas und Karaffe entwickelte – WT91. Mineralisch-würzig und voll trinkbar 2013 der Meursault Perrières von Comte Lafon – WT94. Noch so jung 2013 der Chablis Les Clos von Droin, sehr mineralisch, Feuerstein, reife Zitrusfrüchte, tolle Struktur – WT94. Einfach nur geil 2013 der hedonistische Beaune Clos des Mouches Blanc von Drouhin, gebrannte Mandeln, Fülle, Schmelz, ein perfekter „Touristen-Burgunder“ auf 1er Cru Niveau – 92/100. Ein Rully von Vincent Dureuil-Janthial war 2013 kräftig mit viel Holz, aber auch etwas ungelenk – WT86. Der Meursault Charmes Cuvée de Bahèzre de Lanlay vom Hospice de Beaune, abgefüllt von Lucien le Moine, war 2014 und 2015 mehrfach aus der Magnum ein richtig großer, weißer Burgunder, sehr würzig, mineralisch mit feinem, nussigem Schmelz, komplex, druckvoll und lang mit einfach traumhafter Trinkigkeit - WT96. Würzig, vanillig, generös, aber auch etwas süß 2016 der Meursault von Janotsbos – WT92. Sehr nachhaltig und mineralisch 2013 der Meursault Les Tillets von Jobard-Morey – 90/100. Recht offen mit feiner, schmelziger Frucht zeigte sich 2017 der Corton Grancey von Louis Latour - WT92. Sehr kräftig, kernig, würzig mit erdiger Mineralität und kräftiger Säure der Meursault Charmes von Matrot – WT93. Rassig, schlank, am Gaumen sehr animierend 2016 der Corton Blanc von Lucien Le Moine mit präziser Zitrusfrucht, Raffinesse und hoher Säure. Immer noch sehr jung wirkend – WT94+. Der Corton Charlemagne von Lucien Le Moine hatte 2013 eine gewaltige Fülle und enormen, aromatischen Druck, wovon jetzt wohl noch ein Teil Babyspeck war, der die enorme Mineralität etwas überdeckte. Aber wir hatten locker 94/100 und enormen Trinkspaß im Glas. Der Meursault Perrières von Lucien Le Moine hatte 2016 zwar eine reife Farbe, wirkte aber insgesamt noch jung in der Anmutung. Ein sehr kräftiger, würziger Wein, der viel Luft brauchte und enorm im Glas ausbaute, sehr komplex, mineralisch mit toller Länge – WT94. Für den Jahrgang schlank 2013 bei Stappen der kalkig-mineralische Chassagne-Montrachet Les Embrazées von Thomas Morey - 90/100. Der Chassagene Montrachet Les Chevenottes von Jean-Marc Pillot ging 2013 in seiner unglaublich komplexen, druckvollen Aromatik und seiner Fülle schon in Richtung Batard. Sehr weich, schmelzig mit cremiger Textur und toller Länge, zu richtiger Größe fehlte ihm vielleicht etwas der Biss – 94/100. Der Puligny Montrachet Les Combettes von Jacques Prieur hatte 2015 die Premox-Pest.

2013 hatte ich die Chance, die Ramonet-Weine auf einer großen Ankunftsprobe zu verkosten. Schon der einfache Bourgogne Blanc war sehr jung, sehr mineralisch, erstaunlicher Tiefgang, braucht Luft und Wärme, entwickelt sich enorm, viel Fleisch – 89/100. Ein sehr fruchtiger Charmeur mit Orangenmarzipan der am Gaumen etwas kurze St.Aubin 1er Cru Les Charmois – 89/100. Nussige Mineralität und Fülle zeigte der Chassagne Montrachet Village – 89/100. Kraft und Fülle satt zeigte der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Morgeots, aber wenig Finesse, wirkte ziemlich fett – 90/100. Klasse, Rasse, kalkige Mineralität und enormer Tiefgang beim sehr eleganten, komplexen Chassagne Montrachet 1er Cru Les Chaumées - WT93. Im direkten Vergleich war der Chassagne Montrachet 1er Cru Boudriotte fruchtbetonter, fülliger, aber nicht mit der Rasse des Chaumées und wirkte einfältiger – 91/100. Schlank, fruchtig und mit Kiesel-Mineralität der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Caillerets – 91/100. Eine feine, reife Frucht, Pfirsich, Aprikose und einen Hauch Exotik zeigte der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Ruchottes, der sehr nussig wirkte mit cremiger Textur – 93/100. Eine florale Nase hatte der Puligny Montrachet 1er Cru Champs Canets. Wirkte zunächst etwas verhalten, stoffig, kräftig mit viel Potential, baute im Glas aber enorm aus und entwickelte eine cremige Textur, dürfte sich aber in ein paar Jahren deutlich besser präsentieren – 93+/100. War jetzt der Bienvenues Batard Montrachet Grand Cru, von dem es mal gerade 2400 Flaschen gibt, ein Quantensprung? Wirkte etwas verhalten mit guter Substanz, aber nicht besser als die besseren 1ers aus Chassagne und Puligny. Für den Namen und das Preisniveau derzeit eher enttäuschend, also warten und hoffen – 92+/100. Um Welten darüber unser Exemplar der 3600 Flaschen Batard Montrachet Grand Cru. Mehr Frucht, mehr Druck, mehr Komplexität, mehr Länge, sehr würzig im langen Abgang, ein großer Wein mit gewaltigem Potential – 94+/100. Mal gerade 600 Flaschen gibt es aus der kleinsten der Ramonet-Lagen. Der Chevalier Montrachet Grand Cru war ein sehr feiner, eleganter, tänzelnder Schmeichler mit enormer Substanz, der Zugänglichkeit nur vortäuschte. Derzeit verhaltener als der Batard. Ein großer Wein, der seine Klasse erst in 5-10 Jahren wirklich zeugen wird. Dann kommen statt der heutigen 93+/100 sicher 96 und mehr ins Glas. Spannend wird in 10 Jahren für die wenigen Glücklichen, die dann noch Flaschen besitzen der Vergleich zwischen Chevalier und dem Montrachet Grand Cru. Der war an diesem Abend die absolute Spitze, stoffig, kräftig, geradezu opulent, aber mit toller Struktur. Enorme Länge und Dichte bei einem Weltklassewein, der aus den verbliebenen 1199 Flaschen in den nächsten Jahren sicher noch zulegen wird – 96+/100.

Der Batard-Montrachet von Sauzet war 2013 im Montrachet in Puligny ein in jeder Beziehung großer Wein, so eine Art weißer Chambertin mit gewaltigem Auftritt am Gaumen und ebenso gewaltiger Länge – 96/100.

Der Saint Joseph l´Olivaie von Pierre et Jerome Coursodon war 2013 nicht nur in der beinahe purpurnen Farbe blutjung. Superbe, kühle Frucht, Schwarze Oliven, Pfeffer, Minze, einfach Syrah vom Feinsten mit kräftigen, aber reifen Tanninen, macht trotz seiner Jugend schon gewaltigen Trinkspaß und hat in seiner Kategorie das Zeugs zum Preis-/Leistungssieger – WT94.

Schwierig zu verkosten war 2012 bei Extraprima in Mannheim der Beaucastel Hommage Perrin, bei dem man das gewaltige Potential nur erahnen konnte – 93+/100. Der Chateauneuf- du-Pape Les Origines von der Domaine Grand Veneur war 2012 rauchig, sehr fruchtig mit seidenweichen, süssen Tanninen, ein herrlicher Wein mit hohem Genussfaktor - 95/100. Einfach sexy 2016 im 485 Grad dieses Cuvée Laurence von Pegau mit süßer, würziger Frucht, Garrigue, rauchigen Noten und gewaltiger, druckvoller Fülle, bleibt trotzdem stimmig und dürfte gute Zukunft haben – WT96+.

Sehr nachhaltig und spannend 2012 ein Condrieu von Pierre Gaillard - 91/100.

Unglaublich kräftig, dicht und lang 2013 der weiße Grange des Pères – WT92. Veralten und auf hohem Niveau leicht breit wirkend 2017 der Trevallon – WT92.

Großer Jahrgang für deutsche Weine.

Der Frühburgunder Hardtberg GG von Kreuzberg war 2012 einfach erotisch, sexy mit süßer Frucht, Herzkirsche, Brombeere, kräuterige Würze, Vanille und verhaltener Mineralik – WT90. Ahr vom Feinsten, burgundische Eleganz mit schöner Schiefer-Mineralität und 2016 auf dem Punkt der Dernauer Pfarrwingert Spätburgunder GG von Meyer-Näkel – WT94.  Mineralisch, elegant mit burgundischer Pracht und Fülle und sehr guter Struktur 2015 im Landhaus Mönchenwerth die Gärkammer GG von Stodden – WT92. Sehr verhalten und subtil 2013 im Husarenquartier der Recher Herrenberg von Stodden – 89/100. Der Recher Herrenberg Spätburgunder Lange Goldkapsel von Stodden war 2015 schlichtweg genial – WT95. Das Herrenberg Spätburgunder GG von Stodden überzeugte 2016 auf Sylt mit prägnanter Schiefernote, pikanter Frucht und feinem, burgundischem Schmelz. Prächtig entwickelt zeigte sich 2016 der Spätburgunder Alte Reben von Stodden, der mit seiner Kraft, seiner Fülle und seinem Tiefgang locker als großer Burgunder durch geht – WT95.

Der sehr mineralische Ihringer Winklerberg GG von Heger wirkte 2012 etwas belanglos - 87/100. Sehr dicht und druckvoll 2013 der Graue Burgunder GG Malterdinger Bienenberg von Huber – 91/100. Der kräftige Malterer von Huber war 2012 mehrfach noch sehr jung, aber mit superber Frucht – WT91+. Wird noch zulegen und dabei auch komplexer werden. Dann kommen noch 2-3 dazu. Sehr fein, würzig, schmelzig und einfach lecker, aber nicht sonderlich komplex 2011 ein Weißburgunder und Chardonnay von Johner – 89/100. Der 2009 Weißburgunder Selektion „S“ von Franz Keller war 2011 weich gefällig, charmant mit cremiger Textur und reifer, süßer Frucht, voll da – 91/100. Der 2009 Grauburgunder Selektion „S“ war 2011 kräftig, erdig, mineralisch, komplex, zu Anfang dem Weißburgunder unterlegen, baut aber enorm aus und ist im Finale der größere, spannendere Wein – 92/100.

Mit einfach geiler Frucht punktete 2012 und 2013 im Husarenquartier der offene Spätburgunder Alte Reben von Huber – 92/100. Auf dem Punkt 2017 der Spätburgunder A von Franz Keller mit betörender Frucht, seidiger Eleganz und einer feinen Schokonote – WT94. Nicht ohne Charme 2012 der breitschultrige Hey Jude Pinot Noir von Jürgen von der Mark, mehr Kraft als Finesse, aber sehr nachhaltig am Gaumen –WT90. Der Heidelberger Herrenberg Blauer Spätburgunder RRR von Seeger hatte 2014 kühle, dunkle Frucht, ging stilistisch Richtung Musigny, bei allem Holz sehr fein und, dürfte noch zulegen – WT92+.

Großartig 2012 auf Sylt der Eschendorfer Lumpp Silvaner GG von Horst Sauer – WT92.

Schlank, elegant mit pikanter Frucht und rassiger Säure war 2012 der Baccharacher Hahn GG von Toni Jost – WT90.

Der Paulessen von Andreas Bender war 2010 auf Sylt ein klassisches, fruchtig-trockenes, erfrischendes Möselchen mit sehr sympathischen 10% Alkohol – 86/100. Der Hofpäsch war das edelsüße Pendant dazu, recht süß, aber auch mit guter, balancierender Säure – 88+/100. Ein süchtig machender Traum 2013 mehrfach der noch so junge Marienburg Rothenpfad GG von Clemens Busch, der sicher noch zulegen kann und wird – WT93+. Mineralisch, balanciert mit knackiger Säure 2015 der Marienburg Fahrlay GG von Clemens Busch – WT93. Rassig, mineralisch 2012 der Eitelsbacher Riesling Alte Reben - 92/100. Sehr gut 2012 auf Sylt das Eitelsbacher Karthäuserhofberg GG – WT-92. Das Saarburger Rausch GG von Geltz-Zilliken hatte 2012 eine feine, traubige Rieslingfrucht mit dezenter Extraktsüße, gute Säure - WT90. Besser und geschliffener 2012 auf Sylt – WT91. Fein, fruchtig, elegant und mineralischen 2011 Brauneberger Kabinett vom Weingut Fritz Haag – 85/100. Fruchtig-pikant 2013 das Piesporter Goldtröpfchen Kabinett von Reinhold Haart, das in seiner Fülle schon eher Spätlesecharakter hat - WT91.Sehr elegant, filigran 2012 auf Sylt das Piesporter Goldtröpfchen GG von Reinhold Haart – WT92. Rassig-mineralisch 2013 auf Sylt der Enkircher Steffensberg von Immich-Batterieberg – WT92Prächtig entwickelt hat sich 2014 das schon häufig getrunkene Scharzhofberger GG von Kesselstatt. Herrliche Frucht mit hoher Extraktüße, feine Kräuternote, salzige Schiefermineralität, feiner Schmelz im langen Abgang, aber da kommt noch mehr – WT93. Brauneberger Juffer Kabinett von Schloss Lieser wirkte 2011 durch die knackige, perfekt balancierende Säure harmonisch trocken. Ein sehr saftiger, mineralischer Riesling mit hohem Extrakt und niedrigem Alkohol, dazu noch ein perfekter Essensbegleiter – 90/100. Jung hat mir 2011 das sehr kräftige, kompakt wirkende Brauneberger Juffer Sonnenuhr GG von Schloss Lieser überhaupt nicht gefallen – 86+/100. Zuletzt 2013 offener, deutlich besser, aber noch längst nicht auf dem Niveau dessen, was hier seit 2011 als GG ins Glas kommt – 92/100. Das Lieser Niederberg Helden GG war 2012 auf Sylt kräftig und rustikal – WT89. Der Maximiner Herrenberg Alte Reben von Carl Loewen begeisterte 2013 aus der Doppelmagnum mit superber Frucht, salziger Mineralität und gewaltiger Struktur begeisterte. Bei allem aromatischen Druck zeigte er dazu eine beschwingte Leichtigkeit und Finesse – WT93+. Thörnischer Ritsch Riesling Auslese Lange Goldkapsel von Carl Loewen war 2011 ein sehr extraktreicher Wein mit guter Säure und (zu)viel Babyspeck, ganz schön dick und eher BA als Auslese, Birnendicksaft pur mit etwas wenig Finesse – 92+/100. Die Bernkasteler Lay Auslese** von Molitor wirkte 2016 furztrocken, sehr mineralisch, im positiven Sinne karg, war dabei so präsent, so dicht, so fordernd und zupackend - WT96. Die Graacher Domprobst Spätlese von Molitor wirkte 2015 harmonisch trocken mit intensiver Mineralität – WT91. Ein Zeltinger Sonnenuhr Riesling Kabinett von Markus Molitor war 2012 fruchtig, mineralisch, ziemlich süß, viel Extrakt, wenig Alkohol(7,5%), kann und wird sicher noch zulegen – 89/100. Und das hatte sie 2015 getan, sehr viel stimmiger, rassiger – WT90. Grosse Klasse 2014 die Zeltinger Sonnenuhr Kabinett Fuder 6 von Molitor, von der Kraft und dem aromatischen Druck her ein großer, trockener Wein mit hohem Extrakt und filigraner Finesse – WT93. Die Zeltinger Sonnenuhr Versteigerungsspätlese von Molitor war 2014 elegant, luftig mit feinem Süße-/Säurespiel, reifer, weicher Säure und Entwicklungspotential für Jahrzehnte – WT92+. Die Bernkasteler Badstube Kabinett war 2011 noch sehr jung mit der für jüngere Prümweine oft so typischen Hefenase, aber auch etwas dünn – 84/100. Die Graacher Himmelreich Spätlese von JJ Prüm war 2016 offen, erstaunlich schlank und sehr mineralisch – WT93. Eine Wehlener Sonnenuhr Kabinett von JJ Prüm war 2012 jung, aber voll trinkbar mit hohem Extrakt und feinem, schmelzigen Süße-/Säurespiel – 91/100. Überzeugte auch 2016 wieder – WT91. Erstaunlich zugänglich und frühreif 2011 mehrfach die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm mit kräftiger, aber sehr reifer Säure und erstaunlicherweise ohne die sonst übliche Hefenase junger Prüms – WT92+. Zeigte sich auch 2016 offen, aber erstaunlich schlank – WT93. Großartig 2013 bei Stappen die Wehlener Sonnenuhr Auslese Goldkapsel von JJ Prüm, perfektes Süße-/Säurespiel, Traumfrucht, ewiger Abgang - WT95. Frisch, fruchtig, mineralisch und den Gaumen animierend als perfekter Apero zuletzt 2013 eine Zeltinger Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm, die voll trinkbar war – WT90. Eine Mühlheimer Sonnenlay Spätlese trocken vom Günther Steinmetz war 2011 rassig, fein, mineralisch, erinnerte in der Aromatik an einen schlanken Sauvignon Blanc und hat gewaltiges Potential – 88+/100. Das Eitelsbacher Karthäuserhofberg GG von Tyrell war 2011 sehr frisch, mineralisch, beschwingt und fröhlich, viel knackige Säure – 91/100. Eine Wehlener Sonnenuhr Kabinett Wegeler trank sich 2011 sich wie Limo oder Apfelsaft, ein leckeres, fruchtiges, restsüßes Kabinettchen mit weicher, apfeliger Säure – 85/100. Definitiv noch etwas zu jung war 2012 aus der Doppelmagnum der Riesling Altenberg Alte Reben Erste Lage von Van Volxem. Babyspeck satt, hohe Extraktsüße, wirkte dadurch etwas süß und diffus, muss erst noch zu sich finden und braucht sicher noch eine Weile 89+/100. 2015 aus der Magnum mineralisch, finessig, aber auch noch leicht restsüß wirkend. Sicher besser in 3-5 Jahren, wenn sich die angestrebte, „harmonische Trockenheit“ eingestellt hat – WT92+. Harmonisch trocken mit wunderbarem Trinkfluss wirkte 2016 auf Sylt Gottesfuß alte Reben von Van Volxem – WT93.

Spektakulär 2017 auf Sylt aus der Magnum und wenige Tage danach noch mal aus der 1tel der Graacher Himmelreich*** Pinot Noir von Molitor mit sensationeller Nase, am Gaumen mit Kraft, Druck, Mineralität und gewaltiger Länge, aber auch mit Finesse – WT97.

Traumhaft balanciert 2012 das Dellchen GG von Dönnhoff, sehr mineralisch, nachhaltig, aber auch elegant, nur ist das in 2009 kein filigranes Dellchen mehr, wie in früheren Jahren, das ist ein ausgewachsener Dell! Bleibt ewig am Gaumen und kann noch zulegen – 94+/100. Großartig 2015 mehrfach die Hermannshöhle GG von Dönnhoff mit unglaublicher, mineralischer Brillianz, sowohl aus 1tel als auch aus Magnum – WT95. Auch 2016 aus der Magnum wieder auf diesem Niveau. Zeigte sich 2017 offen mit betörender Frucht – WT95. Erstaunlich trinkreif wirkte 2012 der Halenberg GG von Emrich-Schönleber aus der Doppelmagnum, dabei mineralisch und rassig – 94/100. Wirkte 2013 bei Steinheuer etwas vorlaut und offensichtlich mit süßer Frucht und leichten Honigtönen – WT92. Zuletzt 2016 mehrfach, auch aus der Magnum, gut gereift, offen, fruchtig, schmelzig – WT93. Zeigte 2017 bei aller Mineralität und Struktur eine saftige Frucht und eine cremige Textur, gut balanciert durch kräftige, aber reife Säure. Extraktsüße macht diesen Wein gefällig und bringt das volle Verwöhnaroma - WT94. Der Weißburgunder von Emrich-Schönleber war 2011 sehr zugänglich, saftig mit feinem Schmelz, erdig, mineralisch mit viel Finesse - 88/100. Schlank, fein, mineralisch, rassig mit süsser Aprikose 2012 der Von den Steinterassen von Gut Hermannsberg - 90/100. Die Meddersheimer Rheingrafenberg Spätlese von Hexamer war 2010 ein frischer, fruchtiger, saftiger, süßer und leckerer Wein mit traubig-junger Frucht – WT88. Spannend 2012 der Vergleich von Felsenberg GG und Halenberg GG von Schäfer- Fröhlich, der erste hat den Winzer(„Fröhlich“) und den Namen(„Felsenberg“) im Glas mit strotzender Mineralität(92/100), der zweite noch etwas würziger mit feiner Kräuternote einen Tick dichter und besser – 93/100. Das mineralisch-präzise Felseneck GG legte immer mehr zu. 2013 aus der Magnum in der Vogelkoje ein sehr mineralischen, knackigen Grapefruitsaft - WT95. 2015 rassig-mineralisch, trocken mit seiner großartigen Struktur – WT95. Auch das Halenberg GG hatte sich 2015 gut gemacht mit superber Frucht und dezenter Extraktsüße – WT94. 2017 war es dann mehrfach locker auf Felseneck-Niveau. Enorm kräftig mit tiefgründiger, salziger Mineralität, sehr präziser Struktur, die eher exotisch angehauchte Frucht fast etwas schüchtern, fordernd am Gaumen, eher etwas karg als schmusig, aber mit so viel Druck – WT95.

Der Nonnenberg von Breuer war 2015 aus der Imperiale noch sehr frisch, mit schöner Frucht und intensiver Mineralität, für das eher fülligere, reifere Jahr erstaunlich schlank mit sehr präziser Struktur. Erinnerte an die großen Breuerschen Nonnenbergs aus der ersten Hälfte der 90er und hat sicherlich noch viel Potential – WT93+. Der Wild Thing von Hammond wirkte 2010 deutlich saftiger, traubiger, süßer, aber auch spannender und fordernder als das Vorgängerjahr – WT91.Der Schlossberg von Kesseler hatte 2013 auf Sylt deutlich mehr Fülle als Finesse und wirkte ganz schön dick – WT90. Der Chardonnay von Künstler war 2010 erstaunlich rassig, schlank, feinduftig, floral und mineralisch – 89/100. Die Hattenheimer Hassel Spätlese trocken von der Georg Müller Stiftung aus der Doppelmagnum war 2014 weich, cremig, füllig mit reifen, gelben Früchten – WT90. Sehr jugendlich 2011 der Schloss Vollrads Kabinett feinherb mit dem typischen Gummibärchen-Touch der Reinzuchthefe, knackige Säure, ein gefälliger, etwas poliert wirkender Saufwein – 83/100.

Ein geiles Gerät war 2015 die Wallufer Walkenberg Spätburgunder Spätlese trocken von J.B. Becker, die gerade erst anfängt, sich zu öffnen. Da ist soviel Kraft, soviel Druck, so eine fruchtige Fülle und so eine irre Länge. Chancenlos in Jungweinproben macht der die Konkurrenten ab Alter 10 alle platt - WT93+. Sehr ausdrucksstark und burgundisch mit fruchtig-samtiger Fülle 2013 das Reichestal 1.G von Künstler – WT93. Der Rothenberg Spätburgunder vom Dreamteam Leitz & Becker war 2013 samtig, seidig, elegant mit feiner, eher subtiler Frucht, sehr mineralisch und dann am Gaumen enorm druckvoll und einen gewaltigen Spannungsbogen aufbauend – WT94. 2014 die reife, saftige Kirschfrucht noch präsenter mit feiner Fruchtsüße, immer noch deutliche Tannine und große Zukunft – WT94.

Blutjung 2016 der C.O. von Battenfeld-Spanier mit irrer Dichte und feiner, cremiger Frucht – WT94+. Saftige, sehr kraftvoll, komplex und füllig 2011, 2012 und 2013 die Aulerde GG vom Weingut K.F. Groebe mit guter Frucht und leichtem Sponti-Stinker – 92/100. Aus jüngeren Reben der Lage Abtserde stammte der A von Keller, doch das war 2012 alles andere als ein Zweitwein. Sehr mineralisch, nachhaltig, elegant, noch sehr jung mit knackiger Säure, fast noch etwas bissig am Gaumen, dabei rassig und animierend, wird sich noch weiterentwickeln – 91+/100. Die Abtserde von Keller war 2012 mehrfach ein sehr eleganter, nachhaltiger, komplexer, mineralischer, aber noch viel zu junger Wein – 93+/100. 2014 sehr jung und zugänglich zugleich, elegant, tänzelnd, aber auch sehr nachhaltig mit viel Substanz – WT94+. 2015 auf der Abtserde-Vertikale aus der Magnum noch geprägt von enormem Babyspeck und hoher Extraktsüße, doch stimmen Mineralität, Struktur und Säure. Die Abtserde muss einfach noch erwachsen werden, dann passier hier deutlich mehr - WT95+. Ähnlich kurz danach 2015 aus der 1Tel. Mit geradezu barocker Fülle, mit süßer, reifer Frucht, würzigem Schmelz und viel Mineralität tranken wir 2013 im Rüen-Thai den Hubacker von Keller – 93/100. In sensationeller Form 2015, da stimmte alles – WT95. Aus einer anderen, sehr kühl gelagerten Flasche 2015 Deutlich schlanker, frischer, säurebetonter, wohl in einer Art Übergangsstadium war – WT92+. Das Kirchspiel GG von Keller explodierte dekantiert und aus größeren Gläsern 2011 förmlich in der Nase und am Gaumen mit süßem Fruchtextrakt, wobei die Frühreife diesen Weines wie bei vielen 2009ern schon irritierte – 92/100. Sehr fein, elegant und spielerisch 2014 bei Jörg Müller, ebenso im Berens am Kai aus der Magnum – WT93. 2015 aus der Doppelmagnum zwar noch blutjung, aber auch elegant und finessig, machte schon viel Spaß – WT93+. Ähnlich 2015 auf der Müller-Hochzeit mit feiner Minznase aus der Imperiale. Noch so blutjung mit toller, präziser Frucht und genialer Struktur das eigentlich noch nach ein paar Jahren Lagerung schreiende 2009 Morstein GG von Keller – WT95+. Groß 2012 mit Ivo vor seinem Ivo&Co Oelberg GG von Kühling-Gillot, tiefgoldener Farbe in unsere Gläser fließt. Dabei ist er alles andere als reif, sondern noch blutjung. In der komplexen Nase reifer Pfirsich, aber auch orientalische Früchte und eine enorme Mineralität, was sich am Gaumen mit gewaltigem Tiefgang und leicht ölig wirkender, cremiger Textur fortsetzt, endloser Abgang, große Zukunft - 95/100. Großes Kino 2012 der ungemein stoffige, komplexe Pettenthal Riesling GG von Kühling-Gillot, frisches Backwerk in der Nase, sehr mineralisch mit langem Abgang der kräftige Gaumen. Immer noch verdammt jung, aber da kamen schon mal gut und gerne 95+/100 ins Glas. Auch 2013 auf diesem Niveau. Nach oben ist da für die nächsten Jahre noch viel Luft. Wenig später ließ ich mich im Marli bei diesem Ausnahmewein zu 97/100 hinreißen. Der Riesling Pettenthal GG von St. Antony war 2012 ein kräftiger, kerniger, sehr mineralischer Wein mit intensiver Pfirsichnote - 91/100. Spannend, vielschichtig und mit enormem Tiefgang 2012 der Siefersheimer Heerkretz GG von Wagner-Stempel – 92/100. Der Siefersheimer Riesling Porphyr von Wagner-Stempel war 2012 ein herrlich saftiger, mineralischer Wein - 90/100. Edel-rustikal mit knackiger, apfeliger Frucht 2013 auf Sylt der Siefersheimer Heerkretz GG von Wagner-Stempel – WT92. Erstaunlich schlank für den Jahrgang 2011 die Aulerde GG von Wittmann, ein eleganter, finessiger Wein, wunderbare Honignase mit Wildkräutern, trocken am Gaumen, trotzdem mit feinem Schmelz und luftiger Frische – 92/100. Zeigte sich 2013 etwas kräftiger und üppiger – WT92. Das Brunnenhäuschen GG von Wittmann wirkte 2012 auf Sylt offen und erstaunlicherweise voll trinkbar, im jetzigen Stadium ein herrlicher, hedonistischer Saufwein auf hohem Niveau – 94/100. Ähnlich noch zweimal 2013, auch aus der Magnum, mit der würzig-cremigen Fülle stiegen meine Bewertungen auf WT95. 2015 zeigte sich das Brunnenhäuschen eher etwas schwierig, schien in einer Art Übergangsstadium zu sein – WT93+. 2016 bei Jörg Müller war es wieder voll da, einfach charming – WT95. Überrascht hat mich 2014 der elegante, feine Chardonnay S von Wittmann – WT90. Die Kraft und die Herrlichkeit war 2015 der La Borne von Wittmann in großartiger Form – WT96. Beim Morstein GG von Wittmann war 2014 der jugendliche Babyspeck verschwunden, und der Morstein wurde „Tout Finesse“, ein großartiger, sehr eleganter, mineralischer und sehr feiner Wein – WT93. Zeigte 2015 bei aller Cremigkeit eine wunderbare, kühle Frucht und hatte eine sehr gute Struktur – WT96. Kam 2017 mit absolut großartiger, saftiger Frucht und dazu Kraft und Fülle ins Glas – WT96. In einem perfekten Trinkstadium befand sich 2014 der großartige Chardonnay ‚S’ von Wittmann – WT93.

Der Bürgel Spätburgunder von Keller hatte 2015 dieses Filigrane, dieses Betörende und Elegante großer Weine von der Côte de Nuits zeigt. Schleicht sich förmlich auf Samtpfötchen an und zeigt dann mit der rassigen, aber reifen Säure eines großen Rieslings die wohl manikürten Krallen - WT95. Sehr fein und burgundisch im besten Sinne mit betörendem Spiel roter und blauer Beeren 2013 der Frauenberg Spätburgunder von Keller. Erwartet hatte ich ein Kellersches Extraktmonster, aber das war ein ausgesprochen eleganter, subtiler Wein, der tatsächlich aus Burgund stammen könnte – 95/100.

Ein Forster Pechstein GG von Acham-Magin war 2011 saftig, süß, opulent, aber auch etwas poliert. Trank sich sehr gut, aber mir fehlten Komplexität und Spannung – 88/100. Burgundisch und ausdrucksstark mit kalkiger Mineralität 2014 der Jesuitengarten von Buhl – WT93. Großartig 2012 und 2013 der Hohenmorgen GC von Bürklin-Wolf mit reifen, gelben Früchten, cremiger Textur und burgundischer Pracht und Fülle, sehr mineralisch und nachhaltig im Abgang, baut unglaublich im Glas aus mit sehr langem Abgang - WT95. Noch sehr jung 2013 auf Sylt das Jesuitengarten GC von Bürklin-Wolf mit schöner Frucht, präziser Struktur, kalkiger Mineralität und guter Säure, wirkte mit seiner wohldefinierten Fülle im besten Sinne burgundisch, langes Leben – WT94+. Auch 2016 mehrfach brilliant, rasig, mineralisch, druckvoll, präzise und immer noch so jung – WT95+. Trotz mehrstündigem Dekantieren war das Kirchenstück GC von Bürklin-Wolf 2014 auf Sylt aus der Magnum noch ein Weinbaby, aber mit faszinierenden Anlagen – WT94+ mit Potential für deutlich mehr in 5-10 Jahren. Mehrfach danach auf diesem Niveau etwas offener aus der 1tel, so unglaublich druckvoll, sehr mineralisch, komplex und mit enormem Tiefgang - WT94+. Auch 2015 wieder auf diesem Niveau. Zeigte 2016 und 2017 zögernd etwas mehr, ein großer, kompletter Riesling für die Ewigkeit – WT95+. Mit etwas Geduld wird auch das ein Riesenwein. Da habe ich schnell noch mal nachgekauft. Jung und rassig mit enormem Tiefgang präsentierte sich 2013 aus der Magnum und 2014 auf Sylt auch Pechstein GC von Bürklin-Wolf – WT93. Zeigte sich 2015 offener und länger – WT94. Fruchtig, mineralisch, nachhaltig 2012 in St. Moritz das Wachenheimer Gerümpel PC von Bürklin-Wolf – WT91. Zeit brauchte der dafür umso langlebigere Idig GG von Christmann, der Anfang 2011 noch ziemlich verschlossen wirkte – WT90+. Schon Mitte 2011 dann in bestechender Frühform, offen, saftig, elegant, kräuterig und mineralisch, brachte enormen Trinkspaß und erinnerte an 2005 – 94/100. 2014 und 2015 offen, füllig und im besten Sinne saftig – WT94. 2016 mehrfach würzig, kräftig, edel-rustikal – WT94. Jede Suche wert 2016 der geniale Kallstadter Saumagen Kabinett trocken von Koehler-Ruprecht, der für einen Kabinett nicht nur eine erstaunliche, fruchtige Fülle zeigt, sondern auch enorme Kraft, viel aromatischen Druck und das alles mit erstaunlicher Finesse – WT93. Zu jung 2016 wohl noch die Kallstadter Saumagen Auslese trocken, die zwar eine beeindruckende Länge zeigt, aber derzeit mit cremiger Fülle etwas süßlicher und derzeit leicht unausgewogener wirkt als der Kabi, aber das wird sich in ein paar Jahren geben – WT91+. Die Kallstadter Saumagen Auslese trocken R zeigte sich 2016 als eine Art 2007er mit mehr Rasse, Spannung und Säure. Auch das ein Mörderwein, der noch 5-10 Jahre oder sogar mehr weggelegt gehört – WT94+. Die Kallstadter Saumagen Auslese trocken RR setzte 2016 auf den R noch mal deutlich eins drauf, aber auch hier gehört Phantasie dazu, die wahre Größe dieses Weines heute schon zu erfassen – WT95+. Beide Weine, 2009 R und RR, landen irgendwann mal zwischen WT97 und WT99.

Der Hadorne von Jürgen Leiner war 2011 ein fruchtiger, vanilliger, leicht süß und etwas weichgespült wirkender Spaßwein – 87/100. Der Riesling Im Sonnenschein GG von Rebholz war 2013 und 2014 mehrfach ein spannendes Gewächs mit reifer Zitrusfrucht, kalkiger Mineralität und frischer, leicht salziger Meeresbrise - WT93. Der Weissburgunder Im Sonnenschein GG von Rebholz baute 2016 schön im Glas aus, wurde immer druckvoller, komplexer und länger – WT92. Der Kastanienbusch GG von Rebholz überzeugte 2015 mehrfach mit reifer Frucht, cremiger Textur, schöner Fülle und feiner Kräuternote – WT93-94. Ein saftiger, pflaumiger, fülliger Wein mit guter Fruchtsüße war 2011 an Bord von Air Berlin der Tur Tur von Markus Schneider, süffig im besten Sinne und für einen Airlinewein erstaunlich gut gelungen – 85/100. Kalkofen GG von Winning zeigte 2011 schon alles was es drauf hat, reife, gelbe Früchte, cremige Textur, leicht barocke Fülle, gute, aber sehr reife Säure, möglich, dass der trotzdem altern kann, aber bei dieser Zugänglichkeit wird er die Chance wohl kaum bekommen – 93/100. Legte 201 enorm zu mit rassiger Säure, intensiver Mineralität und superber, präziser Frucht – WT95. In diesem Jahr besonders gelungen der Langenmorgen GG des Gutes von Winning, zuletzt 2013 und 2014 mehrfach sehr mineralisch, trocken mit gewaltigem Spannungsbogen am Gaumen - WT94.

Auf der eleganteren Seite war 2015 der Pinot Noir von Friedrich Becker, der sich in einfach bestechender Frühform zeigte, mineralisch, filigran mit guter Säure und im besten Sinne burgundisch. Aber da war auch eine enorme Substanz und Kraft. Ein Wein, der sicher noch zulegen wird und gut altern kann – WT94+. Zeigte sich 2017 noch etwas stimmiger, das Holz inzwischen gut verdaut – WT94. Gut trinkbar war 2014 der Idig Spätburgunder GG von Christmann, kräuterig, floral, etwas verhalten, kommt an den weißen Idig nicht dran – WT88. Langstreckenpotential zeigte 2013 der Spätburgunder Kirschgarten GG von Knipser – WT91+. Das Cuvée X von Knipser hatte 2015 mehrfach in der Nasse Zimtpflaumen und feine Kräuterwürze, am Gaumen schokoladiger Schmelz, Röstnoten, aber auch kräftige Tannine. Wird sich über Jahre weiter entwickeln - WT94+. Auf gleichem Niveau 2015 der Spätburgunder RdP von Knipser mit pflaumig-kirschiger Frucht, saftig mit samtiger Fülle, feinem, schokoladigem Schmelz, dezenten Röstnoten und enormem Druck, kann noch zulegen – WT94+.

Das Durbacher Plauelrain GG von Laible war 2014 auf Sylt erdig-mineralisch mit cremiger Textur – WT91.

Der Lämmler GG von Aldinger war im Dezember 2013 in der Vogelkoje der perfekte Weinachtswein mit Weihnachtgewürz ohne Ende - WT92. 

Ein sehr gefälliger Zechwein 2011 der Mova von Kokkalis, voll da und gut trinkbar mit reifer, dunkler Frucht, aber auch mit etwas viel Alkohol für die schwache Brust – 85/100. Ein absoluter Knaller war 2014 der Trilogia, ist das Christos Kokkalis Meisterstück? Der hatte so eine geile Frucht, eine herrliche Süße, betörende Röstaromatik und wunderbaren Schmelz, aber auch eine großartige Struktur. Ganz großes Kino und der Andi aus der Schweiz meinte spontan „nünenünzg“. Lassen wir es erst mal vorsichtig bei WT96. Mehrfach auf diesem Niveau in 2015 und 2016.

Der Löwengang Chardonnay von Lageder hatte 2014 in der reif wirkenden Nase Trockenfrüchte, am frischeren Gaumen feine Kräuternoten und gute Säure – WT89.

Schlichtweg atemberaubend 2011 der Lamarein vom Unterganzerhof. Mindest gleich gut wie alles, was ich bisher an Lamarein getrunken habe – 98/100. Groß, komplex mit superber Frucht, Kraft und Länge 2015 aus der Magnum vom Unterganznerhof die Composition Reif - WT95.

Der Manna Schweizer von Franz Haas war 2011 frisch, fruchtig, in der Nase vom Sauvignon dominiert, im leicht bitteren Abgang vom Traminer – 84/100. Spannend, immer noch jung mit toller Struktur 2013 auf(!) dem Vierwaldstättersee die Nova Domus Riserva aus der Magnum – WT93+.

Der Bricco dell'Uccelone von Giacomo Bologna war 2013 ein moderner Barbera-Stil mit süßer, dunkler Frucht, gut eingebundenem, aber präsentem Holz, Lakritz und gerösteten Maroni, der perfekt zur herzhaften Küche des Val Roseg passte und mit Raclette, Wildspieß und Co richtig aufblühte - WT93. Sehr jung und etwas verschlossen mit präsenten Tanninen, aber viel Potential 2014 der Barbaresco von Gaja – WT91+. Auf hohem Niveau etwas weichgespült und harmlos wirkte 2015 der gefällige, voll trinkreife Barbaresco Asili von Giacosa – WT90. Der Barolo Le Rocche de Falletto von Giacosa war 2015 schon gut antrinkbar mit Rosenblättern und teeriger Mineralität, die massiven Tannine gut maskiert, aber da kommt noch deutlich mehr – WT92+. Erstaunlich zugänglich wirkte 2017 der Barolo Monprivato von Mascarello, sehr fein, weich und betörend elegant, ein großes Rosenfest – WT93. Der Barolo Bussia von Parusso hatte 2014 eine enorm druckvolle Aromatik, sehr würzig, Rosenblätter, teerige Mineralität und bissige Tannine mit hoher Säure. Eigenständig, nicht so weichgespült wie viele moderne Barolos und sicher nicht everybodys Darling, aber mir gefällt er – WT91. Der Cannubi Boschis von Sandrone zeigte sich 2015 sehr offen, geradezu üppig mit süßer Frucht in moderner Stilistik und hohem Spaßfaktor – WT95. Auch 2016 wieder auf diesem Niveau – WT95. Eine spannende Neuenddeckung war für mich 2015 in Pontresina der Sommo Clivo von Torre San Quirico aus der Lombardei, ein hochklassiger Nebbiolo, der mit betörendem Rosenduft verzauberte – WT94.

Sehr gefällig mit süßer, würziger Frucht 2016 der Avignonesi-Capannelle 50 & 50 – WT91. Trotz schlankerer Konturen 2014 sehr kräftig mit superber, intensiver Frucht und enormem Tiefgang der immer noch jugendliche und sehr frische Il Caberlot, würzig, mineralisch mit etwas Lakritz und bei aller Kraft sehr elegant – WT94. Ein Weinbaby mit faszinierenden Anlagen war 2017 der sehr dichte, lange Granato von Foradori – WT93+. Bitterschokolade, Weihnachtsgewürz, Zimtsterne, Dominosteine, Spitzkuchen, dekadent süßer Schmelz, so war 2013 der Guado al Tasso, für mich just a little bit too much - WT92. Üppig, füllig, vollbusig und schon gut trinkbar 2014 der Lupicaia, bei dem aber noch deutlich mehr kommt – WT93+. Erstaunlich zugänglich mit faszinierender, süßer Aromatik 2013 der Masseto, ein gewaltiges Konzentrat, das mit den Jahren noch zulegen wird, aber mit legendären Massetos wie 2001 und 2004 nicht mit kann – 94+/100. Monteverro war mehrfach 2012 feiner, eleganter, mit mehr Säure und enormer Finesse als die pure Sünde aus 2008, entwickelte aber großartig im Glas. Auf Sicht wird das der größere Wein – 95+/100. Das zeigte er mehrfach in 2013, zuletzt auf der Monteverro-Gala in Luzern – 96/100. Gut 40mal habe ich 2012, 2013 und 2014 den Terra di Monteverro getrunken. Dieser „kleine“ Monteverro ist derzeit ein ganz großer, pure, seidige Sünde in Rot, sehr würzig mit fantastischem Preis-/Leistungsverhältnis – 93/100. Sehr stimmig, würzig mit wunderbarer Frucht der bei allem aromatischem Druck 2013 und 2014 feine und elegante Tinata, jetzt einfach in bestechender Form – WT95. Und das setzte sich 2015 und 2016 nahtlos mehrfach fort – WT95. Auch 2017 hatte dieser immer noch so jugendliche, würzige Tinata einen genialen Trinkfluss – WT95. Konzentriert und dicht war 2016 der Petrolo Galatrona, der sicher noch etwas braucht – WT92+. Röstig-schmelzig und mit viel jugendlichem Charme war zuletzt Ende 2012 der voll trinkbare Zweitwein von Sassicaia, der Guidalberto (WT91), mit dem man perfekt die 10-12 Jahre überbrücken kann, bis der in 2009 ebenfalls sehr gelungene, aber derzeit noch verschlossene Sassicaia soweit ist. Nicht sonderlich komplex, aber würzig und gut zu trinken 2016 der Brunello von Vasco Sassetti – WT89. Solaia war 2014 aus gleich zwei Flaschen sehr würzig mit reifen Beeren in After Eight mit einem Hauch Lakritz, seidig-weiche Tannine und ein geiler Trinkfluss - WT96. Sehr gefällig 2015 der nicht sonderlich komplexe Terrabianca Campaccio – WT89. Gut gelungen mit viel Kraft, dunkler Frucht und noch deutlichen Tanninen 2013 der Tignanello, dem man noch ein paar Jahre Reife gönnen sollte – WT92+. Eine wahre Merlot Orgie 2015 der Redigaffi von Tua Rita, vollbusig, üppig, schmelzig, schokoladig, hedonistisch süß und doch nicht breit und ausladend, sondern mit klaren Konturen und großartiger Struktur - WT96.

Der Cervaro della Sala von Antinori wirkte 2012 und 2013 trotz viel Holz ansprechend, vielschichtig und elegant – WT92. Sensationell Ende 2012 in Pontresina der Monteverro Chardonnay, ein großartiger, enorm druckvoller, komplexer, mineralischer Chardonnay, der am Gaumen nicht mehr aufhört, erst der zweite Jahrgang und schon Weltklasse - 96/100. Noch mehrfach auf diesem Niveau in 2013 und 2014 getrunken, auch aus der 1/2. War 2016 enorm druckvoll, mineralisch mit gewaltiger Länge am Gaumen, wurde dabei immer eleganter und feiner mit cremiger Textur, eine Art perfekter Spagat zwischen Alter und Neuer Welt mit hohem Suchtfaktor - WT96. Zeigte 2017 immer mehr Komplexität und Tiefgang, dürfte weiter gut altern – WT96. Frisch, elegant, floral mit cremiger Textur 2012 der Lidia Chardonnay von La Spinetta – WT91. 2013 auf Sylt war er weich, schmelzig, elegant, hatte aber schon einiges von seiner Frische verloren – WT89.

Noch recht jung, aber enorm druckvoll mit feiner Mineralität und viel Tiefgang 2012 der gewaltige Grüne Veltliner Ried Lamm von Bründlmayer – 94/100. Der Weissburgunder Salzberg von Heinrich war 2012 sehr fein, sehr fruchtig, intensive, parfümiert wirkende Nase mit Waldmeister, Lindenblüten und einer frisch geöffneten Tüte Gummibärchen, filigrane, betörende Frucht, am Gaumen sehr elegant, eher ein Leichtgewicht, das mit dem wuchtigeren, roten Salzberg nur den Namen geinsam hat – 91/100. Einfach unendlich schmeckte 2013 in der Braui der Grüne Veltliner Honivogl Smaragd von Hirtzberger. Brilliantes Goldgelb, straffe, mineralische Nase mit reifen, gelben Früchten, gute Struktur am Gaumen, deutliche Extraktsüße, sehr würzig, viel Kraft, Volumen und Länge, dürfte gut altern – 95+/100. Mit der Vinothekfüllung Loibner Grüner Veltliner hatte ich 2013 und 2014 einen Traumstoff bester Knollscher Güte im Glas, vielleicht nicht ganz so opulent wie früher, mit deutlich mehr Struktur, mit gewaltiger, pfeffriger Mineralität, superber Frucht, enormem Druck am Gaumen und irrer Länge, Zukunft ohne Ende, nur von den 14% hätte ich gerne einen weniger - WT96+. 2015 würzig, füllig, pfeffrig – WT94. 2016 Füllig, kräftig und sehr würzig mit cremiger Textur, sehr druckvoll und mit leicht barocker Struktur, die perfekt zum Etikett passt. Der Bischof ist vorne drauf, sein Dom in der Flasche. Ein großer Wein, der noch zulegen dürfte – WT95+. Noch sehr jung wirkte 2013 der Riesling Kellerberg Smaragd von F.X. Pichler, der eine schöne, zugängliche, nussig-würzige Nase besaß, am Gaumen aber etwas unruhig wirkte. Das sollte sich mit der Zeit geben – 92+/100. Mächtig, heftig, kräftig 2011 der Grüne Veltliner M von F.X. Pichler. Das war schon großer Stoff mit reifer, würziger Marille und gewaltiger Substanz, aber wer da geduldig ist und den 10+ Jahre weglegt, bekommt mal einen großen Montrachet ins Glas – 95+/100. Und auf dem Weg dahin war er 2016 aus der Magnum schon ein Stück weiter mit cremiger Textur und erster, burgundischer Pracht und Fülle – WT97. Der Grüne Veltliner Rosenberg von Ott – hatte 2012 auf Sylt eine intensive Extraktsüße, durch die er wirklich restsüß und unbalanciert wirkte, sollte sich mit den Jahren legen, seinerzeit nur begrenzter Genuss 86+/100. Der Grüne Veltliner Der Ott war 2011 frisch fruchtig, würzig, einfach lecker – 90/100. Frisch mit feinem Schmelz 2015 der Imperial von Schloss Halbturn aus dem Burgenland, eine Cuvée aus Sauvignon Blanc und Chardonnay – WT90. Nicht in bester Form 2016 der hoch gelobte Tiglat Chardonnay von Velich mit wenig Charme und Druck – WT92. Deutlich besser kurz danach 2016 auf Sylt – WT93.

Den Elegy von Heinrich fand ich 2014 im Saittavini elegant, aber auch etwas schmalbrüstig – WT88. Sehr nachhaltig mit pflaumig-kirschiger Frucht und guter Struktur 2014 mehrfach der finessige Blaufränkisch Weinberg von Pichler-Krutzler – WT92. Sehr eleganten und perfekt balancierte 2014 der Steinzeiler von Kollwentz – WT91. Sehr mineralisch, kräftig 2015 der Markowitsch M1 mit großartiger Struktur – WT95. Saftig, schokoladig mit süßer Frucht und viel Holz und mit moderner, internationaler Stilistik 2011 der 2009 Merlot Unplugged von Hannes Reeh – 92/100. Samtig mit feinem, süßem Schmelz und sehr elegant 2014 der Pinot Noir Grand Select von Wieninger – WT92.

Die Herdade de Grous Reserva war 2013 geprägt von überbordender, süßer Frucht, Brombeere und Pflaume, da war einfach Wollust im Glas – WT92. Der Batuta von Niepoort war 2016 kräftig mit reifer, süßer Frucht – WT90. Mit dem Charme von Niepoort kam 2013 an der Algarve mehrfach ein süchtig machender, roter „Burgunder“ ins Glas, Eleganz pur - WT95. Burgundisch, finessig auch im Sommer 2013 auf Sylt – WT94. Eher etwas simpel gestrickt fand ich 2013 den Pintas Charakter von Wine&Soul – WT88.

Burgundisch mit dezentem Holzeinsatz 2013 an der Algarve der Conceito Branco, sehr mineralisch mit Honigmelone und gerösteten Mandeln – WT91. Wuchtig und kräftig 2013 der Quinta do Manoella, der in seiner teerigen Mineralität an einen jungen La Mission erinnerte – WT90.

Der No3 vom Weingut Bachtobel war 2012 ein prächtiger, sehr feiner Pinot mit wunderbarem Spiel roter und blauer Beeren, gutes Säuregerüst und schöne Länge – WT92. Der Pinot Noir Grand Cru von Bohner hatte 2014 eine tiefdunkle Farbe, Beerenfrüchte in Bitterschokolade, war sehr kräftig am Gaumen, aber auch zu wuchtig mit zuviel Holz – WT90. Rauchig mit Barriquenoten, noch viel zu jung 2013 der Pinot Noir Unique von Donatsch – WT92+. Etwas weiter, aber immer noch sehr kraftvoll und jung 2015 im El Paradiso – WT93+. Zeigte sich 2016 auf Muottas Muragl reifer und zugänglicher mit burgundischer Pracht und Fülle – WT95. Ein schmelziger, burgundischer Traum in Rot, sehr offen und inzwischen reif wirkend war 2013, 2014, 2015 und zuletzt 2016 häufig der Gantenbein Pinot Noir – WT95. Sehr fein und elegant 2015 der Pinot Noir Eichholz von Irene Grünenfelder – WT93. Auch 2015 2mal wieder auf diesem Niveau. Sehr spannend und im besten Sinne burgundisch Ende 2012 ein Pinot Noir Barrique von Möhr-Niggli - 91/100. Offen und zugänglich 2015 der Pinot Noir Rhein – WT93. Der Gianbattista von Tscharner war 2014 mit der barocken Fülle des Winzers so eine Art formidabler „Chambertista“ – WT94. Zeigte sich auch 2015 wieder auf diesem Niveau.

Sehr kräftig, holzbetont, aber auch mit viel Charme 2012 in Muottas Muragl der Chardonnay Unique von Donatsch - 93/100. Deutlich weiter und mehr zeigend, das Holz besser integriert 2015 zweimal im Sommer und Weihnachten im El Paradiso – WT95. Der Gantenbein Chardonnay, der letzte der alten Machart war 2013 mehrfach nussig, mineralisch, leicht buttrig, vanillig und – wenn man schon häufiger den grandiosen 2010er mit der neuen, burgundischen Stilistik im Glas hatte – ehrlich gesagt auf hohem Niveau auch etwas plump – 92/100. Anfang 2014 hatte ich das Gefühl, dass er ganz langsam anfängt, seinen Babyspeck zu verlieren und dafür an Struktur und Komplexität gewinnt – WT93. Im Sommer 2014 zeigte er sich ungemein finessig, würzig und wurde am Tisch für einen großen Meursault Genevrières gehalten wurde – WT95. Auch 2015 wieder auf diesem Niveau. Schlank, filigran, aber auch cremig mit wunderbarer Frucht 2011 der Sauvignon Blanc von Irène Grünenfelder. Noch sehr jung, schreit nach begleitendem Essen und kann sicher noch zulegen – 89+/100. Der Fläscher Chardonnay von Christian Hermann war 2011 ein noch recht jugendlicher, frischer, sehr vielschichtiger und eleganter Wein mit präziser Frucht, guter Mineralität und sehr gut integriertem, nicht offensichtlichen Holz – 92/100. Das Jeninser Guldistückli von Obrecht war 2011 in der würzigen Nase furztrocken, auch am Gaumen sehr würzig, eher halbtrocken mit guter Säure – 88/100. Der Chardonnay von Studach war 2014 kerniger und kräftiger als die seines Gönners und Vorbilds Gantenbein, aber nicht mit deren burgundischem Schmelz - WT93.

Eine flüssige Droge war 2012 der Aalto PS. Jugendliches Purpur, perfekte Proportionen, süßer Schmelz ohne Ende, superbe Frucht, hohe Mineralität und dabei so unglaublich balanciert. Da ist nichts Dickes, nichts Schweres, einfach Hedonismus in seiner schönsten Form – 96+/100. Sehr süß war 2013 der Aalto, gefällig, mineralisch, aber ohne "Griff", wirkte etwas überzogen und aufdringlich - 89/100. Flor de Pingus überzeugte 2012 mit dunkler, süßer Frucht, Würze und guter Struktur – WT95. In den Jahren danach mehrfach getrunken, legte immer mehr zu. Zeigte sich zuletzt 2015 und 2016 mehrfach hedonistisch, üppig, füllig – WT96.

Sehr gut gefiel mir 2017 auf der Alpina Auslese der gefällige, fruchtige Rioja Altos de Lanzaga von Telmo de Rodriguez – WT92. Rauchig, würzig, aber auch etwas offensichtlich süß 2017 der Toro Pago la Jara von Telmo Rodriguez – WT88. Schlichtweg atemberaubend 2014 der Pedra de Guix von Terroir al Limit, der blind als großer, reifer, holzbetonter Chardonnay durchging. Sehr komplex mit enormem Tiefgang und gewaltiger Länge, mineralisch mit feinen Kräuternoten, weißen Früchten und unerhörtem, aromatischem Druck – WT95. 

Trotz seiner Jugend und natürlich noch deutlichen Tanninen wirkte Chateau Musar aus dem Libanon 2016 schon erstaunlich offen, sehr würzig mit roten und dunklen Früchten und feiner Kräuternote, wird sich über längere Zeit weiterentwickeln und sicher noch zulegen – WT92+.

Das war 2010 eine echte Premiere in meinem Glas, ein ägyptischer Wein von den Sahara Vineyards, ein Caspar Chenin Blanc. Floral die Nase mit reifer Melone und etwas Litschi, mineralisch, erdig und auch fruchtig am Gaumen mit erstaunlicher Frische, dabei sehr nachhaltig – 87/100.

Atemberaubend 2017 der Araujo Eisele Vineyard, der trotz dichter, dunkler, schmelziger, süßer kalifornischer Frucht die Araujo-typische Eleganz zeigte – WT97. Der Sonoma Coast Pinot Noir Reuling Vineyard von Aubert war für mich 2015 zu marmeladig in der Frucht, zuviel süßes Holz, Röstaromen satt, Finesse eher Fehlanzeige, dafür mindestens 15% Alkohol – WT89. Der Isabelle Pinot Noir von Au Bon Climat war 2013 und 2014 ein wunderbarer, fülliger Schmuse-Pinot mit feinem Schmelz, aber auch Tiefgang – WT93. So fein, so unglaublich seidig, die massiven Tannine gut verpackt, 2015 der Bond St. Eden, der in seiner Finesse an die größten Araujo-Jahrgänge erinnerte - WT97. Gutes Alterungspotential dürfte der 2014 in der Sansibar getrunkene, kräftige, dichte Buccella haben – WT92+. Tiefdunkel 2014 der Caymus Special Selection mit dekadent süßer Frucht und reichlich Röstaromatik, gute Tannine für eine längere Zukunft – WT96. Der Cabernet Sauvignon von Forman zeigte 2015 zwar saftige, kalifornische Frucht und war mit gut 14,5% Alkohol am oberen Limit dessen, was ich von diesem Winzer gewohnt bin, zeigte aber gleichzeitig eine bemerkenswerte Frische und Eleganz. Im jetzigen Stadium ist da noch viel Babyspeck, aber da wächst mal ein Klassiker heran – WT95. Ein Mörderteil war Harlan, der in seiner jugendlich saftigen, aber auch rassigen Art einfach schon alles zeigt, was er drauf hat und in der jetzigen Phase einfach unwiderstehlich ist 2mal in 2014 – WT99. Offen, modern gemacht und uninspirierend fand ich 2015 den Heitz Trailside – WT88. Großartig dagegen 2015 der komplexe, druckvolle Heitz Cabernet Sauvignon – WT93. Erstaunlich zugänglich mit feinem, süßem Schmelz 2015 der La Jota Cabernet Franc – WT92. Noch viel zu jung 2014 der Ridge Lytton Springs Zinfandel, sehr fruchtig, sehr exotisch, mit Zimt, Weihnachtsgewürz und feinem, süßem Schmelz – WT90+. Der Rivers-Marie Cabernet Sauvignon Corona Vineyard war 2012 kräftig, fruchtig, opulent, süß, dicht, reichlich viel Holz, eigentlich von allem genau das Quäntchen zuviel, das einen guten Wein von einem großen unterscheidet – 93/100. Mächtig in jeder Beziehung war 2015 der Saxum James Berry Vineyard. Sehr würzig, Kirschkern, satte, kirschige Frucht, Lakritz, gewaltige Extraktsüße – kein Wunder bei 16% Alkohol – wuchtig und lang am Gaumen, dabei aber durchaus Finesse zeigend – WT95. Stimmig und ausgewogen mit Struktur und Klasse zeigte sich 2016 der mineralische Screaming Eagle mit (für Kalifornien) geradezu puristisch schöner Frucht. Hat große Zukunft und dürfte sich über lange Jahre weiter entwickeln und zulegen – WT96+. Der Screaming Eagle Second Flight war 2016 erstaunlich elegant, schlank und balanciert mit viel Finesse, aber wenig aromatischem Druck – WT91.

Der Alpha Omega war 2014 sehr vanillig, holzig, üppig und aufdringlich, Frucht kaum spürbar – WT87. Der Araujo Sauvignon Blanc war 2011 sehr frisch mit pikanter, etwas parfümiert wirkender, typischer Frucht, aber leider auch mit den bei vielen Sauvignon Blancs aus der Neuen Welt typischen 14% Alkohol – 88/100. Erstaunlich fein, elegant, burgundisch 2013 der Santa Barbara Chardonnay von Au Bon Climat - WT90. Den Heitz Sauvignon Blanc fand ich 2011 einfach nur klein, dünn und säuerlich – 84/100. Mit exotischer Frucht, Kraft, Fülle, aber auch guter Struktur überzeugte 2016 der Kongsgaard Chardonnay – WT94.. Der Chardonnay Cuvée Indigene von Peter Michael war 2016 aus der Magnum alles andere als schmächtig. Reichlich Aprikose und etwas Pfirsich, natürlich viel Holz, süßer Schmelz und sehr langer Abgang - WT93.

Nicht sehr inspirierend 2017 von Chateau Montelena der Late Harvest Sauvignon Blanc, der eher halbtrocken wirkte und die Frucht auch als Trockenfrucht lieferte – WT87.

Der Penfolds Chardonnay Reserve Bin 09A Adelaide Hills besaß 2012 eine erstaunliche Säure und Frische, das Holz nur dezent als Vanille in der nussigen Nase spürbar, am Gaumen schlank, elegant und rassig mit viel Tiefgang, mineralisch, weißer Pfirsich, reife Zitrusfrüchte, geröstete Haselnüsse – 91/100.

Der Marlborough Sauvignon Blanc von Salomon & Andrew war 2010 frisch, fröhlich, fruchtig mit erfrischender Leichtigkeit – 88/100.

Ein mächtiges, heftiges Teil war 2015 der Luddite Shiraz, der sicher noch ein paar Jahre liegen muss – WT88+. Der Vergelegen Cabernet Sauvignon Reserve war 2016 richtig gut, ging als gut (an)gereifter Bordeaux durch mit Schwarzer Johannisbeere, Pflaume, Zedernholz, einem Hauch Minze und viel Tabak und kann noch zulegen – WT92+.

Großes Portweinjahr.

Das ist der beste Port, den ich je gemacht habe, meinte Dirk Niepoort 2011 zum Niepoort Vintage Port. Wirkte konzentriert, dicht und lang, da explodierte jeder einzelne Tropfen am Gaumen, keinerlei Überreife(alle überreifen Trauben wurden im Weinberg rausgeschnitten), bemerkenswerte Frische, sehr präzise, junge Frucht, entwickelt sich enorm im Glas, ein Weinbaby mit fantastischen Anlagen 95-98/100. Dürfte sich inzwischen für längere Zeit verschlossen haben. Elegant und gefällig mit kandierten Beerenfrüchten 2016 der Quinta do Pego LBV – WT90. Der geradezu rassig wirkende Taylor setzte Weihnachten 2014 auf Muottas Muragl und 2015 auf Sylt mit besserer Struktur und Frische auf den 2007er noch eins drauf – WT97. Und so zeigte sich dieser perfekt balancierte, große, schon erstaunlich offene Port auch 2016 zweimal auf Sylt – WT97