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2010

2010 ist ein großer Bordeaux-Jahrgang, sicher voll auf Augenhöhe mit 2009. Nur haben die Weine ein deutlich intensiveres Tanningerüst, das nach langer Lagerung schreit. 2009er kauft man für sich selbst, 2010er für die Nachfahren.

Erstaunlich schlank und fein für den Jahrgang zeigte sich 2017 der Phelan Ségur – WT91.

Lynch Bages zeigte sich 2017 ausgewogen, straff mit toller Struktur und Zukunft – WT94+.

Beychevelle hatte 2015 eine offene, üppige Frucht, ließ aber am Gaumen Strutur und Konturen erkennen – WT91. War das die Höhe? Der Gloria zeigte sich Ende 2016 auf 2200m Höhe als offener Charmeur mit wunderbarer Frucht – WT93. Der Leoville Poyferré war 2013 auf Sylt ein irres Zeugs, herrliche, nicht überladene Frucht, Cassis, reife Brombeere, der Bleistift von Mouton, reife, süße Tannine, wunderbare Struktur, sehr elegant und die für Bordeaux heftigen 14% nicht spürbar, in dieser  jugendlichen Fruchtphase süchtig machender Traumstoff pur - WT98+. Prächtig entwickelt zeigte sich Ende 2016 in Pontresina der Talbot mit viel Zedernholz, Leder und reifen Tanninen, der sich nahtlos an die großen Talbots aus 1982 und 1986 anschloss und noch zulegen könnte – WT95.

Ein feinduftiger, eleganter Preis-/Leistungssieger 2014 der Tayac Cuvée Nicolas – WT89.

Ausone verband 2012 in unnachahmlicher Art Feinheit, Rasse, Eleganz und Klasse mit enormer Kraft und Dichte. Jetzt schon mit Hochgenuss antrinkbar – 98+/100. Dürfte in ein paar Jahren die 100/100 erreichen, ein absoluter Legenden-Kandidat. Vor Kraft kaum laufen konnte 2017 der erstaunlich konzentrierte Valandraud, der noch ein paar Jahre braucht, bis er sich richtig öffnet – WT94+.

Clinet zeigte 2017 enorme Kraft, Struktur und Substanz, in ein paar Jahren wird der groß – WT95+.

Der Nectar des Bertrands aus Côte de Blaye war 2015 wieder ein großer Wein mit unglaublicher Dichte, nicht so opulent und frühreif wie der dekadente 2009er, springt nicht so aus dem Glas. Er hat deutlich mehr Struktur und ein massives Tanningerüst, ein klassischer 2010er halt. Gehört für etliche Jahre weggelegt, und aus den heutigen 90+/100 können in 5-10 Jahren durchaus bis zu 94/100 werden. 2016 nur marginal offener – WT91+. Hatte 2017 zwar immer noch stramme Tannine, aber auch eine tolle Struktur. Ein Langstrecken-Nectar, sehr minzig und Cabernet-betont mit enormer Zukunft – WT92+.

Der d´Aiguilhe aus Côte des Castillon war 2017 ein kräftiger Wein mit reifer, heißer Frucht und viel Alkohol – WT91.

Der Prieuré Sainte-Anne aus Côte de Bordeaux war 2013 im Berens am Kai ein gut gemachter, kleiner Merlot – WT87.

Der kräftige Pape Clement Blanc hatte 2017 bereits eine reife Farbe, dazu Trockenfrüchte. Der große Spaß blieb aus – WT90.

Ein großes Burgunderjahr mit sehr langlebigen Weinen, die deutlich mehr Struktur, Säure und Tannine aufweisen als 2009.

Elegant und finessig mit feiner Himbeernase, am Gaumen mit guter Frucht und Fülle 2014 der Chambolle Musigny von der Domaine Arlaud – WT90. Ein Hospice de Beaune Corton Cuvée Docteur Peste abgefüllt von Bichot war 2012 erstaunlich zugänglich, sehr fruchtig und elegant, dürfte aber noch zulegen – WT92+. Sehr fruchtig mit viel Weihnachtsgewürz 2013 der Pommard Poutures von Philippe Delagrange - 89/100. Der Echezeaux von Faiveley war 2016 blaubeerig, kräftig und erst stückweit verschlossen, entwickelte sich aber mit zunehmender Luft und wurde immer feiner – WT93. Kräftig und dicht 2014 bei Stappen von Hubert Lignier der Hospice de Nuits Nuits St. Georges 1er Cru Les Didiers mit reifen Schwarzkirschen und deutlichem Rückgrat - WT94. Finessig, burgundisch im besten Sinne mit verschwenderischer Waldfrucht und schöner Fülle 2013 der erstaunlich zugänglich wirkende Volnay Caillerets 1er Cru von Lucien le Moine - WT92+. Ein feines Fruchtspiel roter und blauer Beeren hatte 2015 der Beaune Les Grèves von der Domaine de Montille, Eleganz pur, cremige Textur mit reifer Säure und guter Mineralität im Hintergrund - WT91. Schlichtweg atemberaubend 2015 der noch so junge Musigny von Mugnier, der mit „schwereloser Kraft“, unglaublicher Eleganz, Finesse und Feinheit beeindruckte – WT97+. Der Nuits-Saint-Georges Clos de la Marechale von Mugnier war 2013 bei Stappen ausgewogen, harmonisch mit kalkiger Mineralität und feiner Kräuternotebevorzugen, muss aber das Straffe des Jahrgangs noch ablegen – WT91+.

In Helsinki hatte ich im Sommer 2014 die Chance einer Ankunftsprobe der DRC Weine.

Der DRC Corton war ein sehr junger Wein mit präziser, rotbeeriger Frucht und hoher, jahrgangstypischer Säure. Und ganz offen gesagt, ich war enttäuscht. Klar war da eine noble Eleganz, die aber eher an einen arroganten Adligen erinnerte, der außer Titel nicht viel vorzuweisen hatte. Für einen Corton war mir dieser Wein zu leichtfüßig mit zuwenig Tiefgang, entwickelte sich zwar im Glas, aber konnte mich nicht richtig überzeugen – WT91. Eine Klasse über dem Corton der schon erstaunlich zugängliche, warm-würzige DRC Echezeaux, der den Tiefgang besaß, den ich beim Corton vermisste. Da stimmte einfach alles, Frucht, kräuterige Würze, Mineralität, Eleganz, Länge. Ein großer, einfach stimmiger Echezeaux mit schon gutem Trinkfluss und viel Zukunft – WT94+. Kräftiger, dichter mit präsenteren, im jetzige Stadium bissigeren Tanninen und deutlicher Säure der DRC Grands Echezeaux. Gewaltiges Rückrat, viel Substanz und Tiefgang, wahrscheinlich in 10+ Jahren im Vergleich zum Echezeaux der größere Wein, aber da ist viel Geduld gefragt – WT92+ mit Potential für 95 und mehr. Begeistern konnte ich mich dann wieder für den DRC Romanée St. Vivant. Einfach ein großer kompletter Burgunder, der durch seine absolut stimmige Erscheinung, seine Eleganz und Finesse begeistert. Sehr feine, rotbeerige Frucht, präzise Struktur, hohe Mineralität. Natürlich waren auch dort massive, mundbeschlagende Tannine, aber die waren gut verpackt. Den Anmut einer bezaubernden Prinzessin hatte dieser Romanée St. Vivant, in den ich mich spontan verlieben konnte – WT95+ mit Potential für 97, vielleicht sogar mehr. Sehr gut gefiel mir auch der DRC Richebourg, ein breitschultriger Powerwein mit enormer Struktur, Länge Kraft und Tiefgang, aber auch mit Charme, für mich so eine art John Wayne aus Burgund. Superbe Frucht mit viel blauen Beeren und einem Hauch Minze, ebenfalls massive Tannine für ein langes Leben. Dürfte sich zügig für längere Zeit verschließen – WT94+ mit Potential für 96 und auch mehr. Großes Kino der DRC La Tâche. Zeigt deutlich mehr Süße und Fülle als der Richebourg, sehr würzig, eine unbeschreibliche Eleganz, druckvolle Aromatik und trotz aller Kraft eine geradezu seidige Struktur, verbunden mit unendlichem Abgang – WT96+ mit Potential für 98-99. Und dann dieser DRC Romanée Conti. Finesse pur und fast schwerelose Eleganz, unglaublich diese süchtig machende Nase, die deutlich zeigt, dass hier eine Legende heranwächst, ein klarer WT100 Kandidat. Wie eine Essenz aller DRC Weine mit der femininen Elegant des Romanée St. Vivant, der Kraft des Richebourg und und der würzigen Süße des La Tâche. Und das alles eher mit leisen Tönen, aber so harmonisch, so unendlich stimmig. Auch ohne Blick aufs Etikett ein Riese.

Auch große Weiße Burgunder gab es in 2010 mit sehr guter Struktur und eigentlich hohem Alterungspotential. Allerdings scheinen viele Weine trotzdem schnell zu reifen.

Sehr schlank 2015 der Meursault Charmes von Bernstein, in der Nase Pastis und Birnenschnaps, am Gaumen mineralisch und puristisch – WT94. Der Meursault Sous la Velle von Anne Boisson war 2013 sehr puristisch mit viel Feuerstein und hoher Säure, wurde mit viel Luft etwas würziger – WT88. Der Chevalier Montrachet La Cabotte von Bouchard zeigte 2016 wenig Holz, aber saftige Fülle und feinen Schmelz – WT96. Der Le Montrachet von Bouchard war 2016 sehr mineralisch mit genialer, präziser Struktur und deutlich spürbarem Holzeinsatz. Noch so blutjung mit unglaublicher Länge, aber auch sehr elegant und finessig, geradezu tänzerisch am Gaumen. Und dann kam mit viel Luft diese einfach geile Frucht und der Montrachet wurde etwas runder – WT98. Ein perfekter, sauber gemachter Saufburgunder war 2013 der Bourgogne der Domaine Bzikot, mit guter Struktur, feiner Fucht, Zitrus, erstem, süßem Schmelz und guter, balancierender Säure – 88/100. Der Meursault Charmes von Comte Lafon überzeugte 2015 mit der jahrgangstypischen, präzisen Struktur gepaart mit guter Säure und intensiver Mineralität, noch so jung und zupackend – WT95. Erstaunlich reif zeigte sich 2015 schon der Chablis La Forest 1er Cru von Dauvissat, ein feiner, floraler Schmeichler, der eigentlich getrunken gehört – WT92. Sehr schlank und etwas mager 2013 der Chablis 1er Cru Fourchaume von Durup – WT88. Der DRC Montrachet machte mich 2014 auf der Arrivageprobe eher etwas ratlos. Zugenagelt mit massiver Säure, die beinahe ein Loch in die Zunge brannte, Zitrusfrüchte, auch die nicht von der reifsten Sorte. Klar könnte ich den jetzt schön schreiben mit balanciert und konzentriert, mit Mörderpotential. Bei den jetzt noch verbliebenen 2027 Flaschen wird das eh keiner rauskriegen. Aber ganz ehrlich: wenn ich den jetzt blind glasweise in einem Restaurant serviert bekäme, würde ich fragen, ob ich nicht was anderes haben dürfte. Rassig mit steiniger Minerlität und präziser Struktur 2016 der Chablis 1er Cru Vaillons von Fèvre – WT93. Der eigenwillige, hoch spannende Batard-Montrachet von Jean Joel Gagnard hatte 2016 eine kräftige Farbe, wirkte etwas oxidativ mit unglaublicher Power und Länge. In der Aromatik so eine Art weißer Ausone, lakritzig, sehr kräuterig, stoffig, sehr harzig, leicht ölig, aber auch mit feinem Tannenhonig und Orangenzesten – WT97. Wirkte 2017 noch etwas frischer und offener – WT97. Der St. Aubin von Langoureau hatte 2013 in der Nase Pink Grapefruit, am Gaumen rassige Säure, kalkige Mineralität, sehr gute Struktur – 88/100. Sehr schön trank sich 2015 der elegante, mineralische, nussige Puligny Montrachet Les Folatieres von der Domaine Leflaive, der sicher noch einige Jahre altern kann, aber jetzt eigentlich schon alles zeigt – WT93. Struktur, Rückgrat und Zukunft hatt 2017 der nussige, mineralische Corton Charlemagne von Louis Latour – WT93+. Der Chassagne Montrachet 1er Cru en Virondot von Marc Morey zeigte 2013 erstaunliche Fülle und Schmelz – WT92. Der Chassagne Montrachet La Romanée von Paul Pillot war 2013 schlichtweg atemberaubend und erinnerte mich in seiner Klarheit, seiner Finesse, Eleganz und seinem Tiefgang an ganz große Weine von Ramonet. Ein noch so blutjunger, für Jahrzehnte gemachter Wein, sehr fein, hoch elegant, filigran, kaum spürbares Holz, wunderbare Frucht, hohe Mineralität, Finesse und Mineralität pur, kommt meinen Vorstellungen für einen richtig großen, Weißen Burgunder sehr nahe – 95+/100 mit viel Luft nach oben. Ein Wein für Eleganztrinker war 2013 der Puligny Montrachet Village von Ramonet, schlank, mineralisch und ausdrucksstark, da kommt noch mehr – 89+/100. Der Puligny Montrachet Les Enseigneres von Ramonet zeigte 2013 aus einer hervorragenden Dorflage faszinierende 1er C ru Qualität – 92/100. Der Chablis 1er Cru les Butteaux von Raveneau startete 2016 sehr verhalten und brauchte viel Luft, legte dann aber enorm zu. Intensive, kalkige Mineralität, gute Säure, präzise Struktur und gewaltige Zukunft – WT94. Der Chablis Forêt 1er Cru von Raveneau zeigte 2015 viel Biss, Struktur und tiefgründigere Mineralität – WT93. Erstaunlich zugänglich, fast mollig 2015der Chablis Le Clos von Raveneau, in diesem Stadium zwar sehr mineralisch, kräftig, focussiert, jung wirkend mit viel Druck, aber auch eine ungewöhnliche Art Schmuse-Raveneau – WT95. Der Chablis 1er Cru Vaillons von Raveneau war 2016 spontan offen und zeigte bei aller, großartiger Struktur eine erstaunliche Fülle und wirkte frisch und knackig – WT94.

2014 hatte ich auf einer Arrivage-Probe die Gelegenheit, alle weißen Ramonet-Weine zu probieren. Erstaunlich gut gelungen mit gelben Früchten, rauchiger Mineralität und viel Druck und Substanz der einfache Bourgogne Blanc – WT89. Der Chassagne Montrachet Village wirkte zu Anfang sehr verhalten in der Nase und etwas wässrig am Gaumen, baute aber enorm aus und entwickelte eine feine, nussige Mineralität, braut noch Zeit und wird dann ein guter Wein auf WT91 Niveau. Erstaunlich offen zeigte sich der St. Aubin 1er Cru Les Charmois mit toller Frucht und schöner Fülle, sehr balanciert mit knackiger, aber harmonischer Säure und guter Länge – WT91. Ein feiner, eleganter Wein der Puligny Montrachet Village, zugänglich, aber auch mit sehr hoher Säure, wirkte am Gaumen wie der Biss in einen grünen Apfel – WT90+. Der Puligny Montrachet Les Enseigneres hatte eine sehr feinduftige Nase, war am Gaumen jung, bissig, aber mit viel Substanz. Da kommt in ein paar Jahren noch deutlich mehr – WT92+. Der Chassagne Montracht 1er Cru Les Morgeots war kräftig, füllig mit guter Mineralität – WT91+. Deutlich mehr Klasse, Rasse und Fülle zeigte der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Chaumées, auch der mit hoher Säure, dazu intensive, kalkige Mineralität und großartige Länge – WT93+. Weich, hoch aromatisch, weniger mineralisch, etwas breiter, fast buttrig mit schöner Frucht der Chassagne Montrachet 1er Cru Boudriotte – WT92. Noch recht unfertig wirkte der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Caillerets mit Ziegelstein-Mineralität, hat gewaltige Substanz – WT92+. Der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Vergers wirkte deutlich zugänglicher und trinkreifer als der Caillerets, ohne dessen Komplexität, aber mit viel Kraft im Abgang. Auf hohem Niveau ein netter Sauf-Ramonet – 91+. Auf Grand Cru Niveau zeigte sich der Chassagne Montrachet 1er Cru Les Ruchottes. Reife Frucht, viel Schmelz und Süße, gute Mineralität, vor allem im Abgang, perfekter Spagat aus Zugänglichkeit, Mineralität, Kraft und Abgang, ein sinnlicher, großer Wein. Dabei täuscht die Zugänglichkeit, den bei diesem Wein kommt innerhalb der nächsten 5-7 Jahre noch deutlich mehr als die heutigen WT94+. Einfach sexy und voll trinkbar wirkte der Puligny Montrachet 1er Cru Champs Canets, sehr fruchtig, aber auch komplex mit viel Tiefgang – WT93. Der Bienvenues Batard Montrachet Grand Cru zeigte sich maskulin und zurückhaltend mit enormer Kraft, deutliche, kräuterige Note, hohe Mineralität, da sind einige Jahre Lagerung angesagt – WT93+. Erstaunlich reif wirkte dagegen in der Nase und am Gaumen der Batard Montrachet Grand Cru, der deutlich oxidativer ausgebaut scheint. Am Gaumen Gewicht, Klasse und Rasse, die hohe Säure gut maskiert durch die süße Frucht. Scheint derzeit durch eine Babyspeck-Phase zu laufen und dürfte gut altern und dabei deutlich zulegen - WT94+. Als großen Riesling unter den Ramonets könnte man auch den Chevalier Montrachet Grand Cru aus Ramonets kleinster Lage bezeichnen. Ein sehr feiner, sehr eleganter Wein mit hoher Säure und messerscharfer Präzision, wirkt deutlich frischer und jugendlicher als der Batard und wird sehr lang und gut altern. Das Holz durch die gewaltige Substanz nicht spürbar. Bei diesem Riesen im werden ist noch reichlich Luft nach oben - 95+. Und dann der Höhepunkt dieser Arrivageprobe, der Montrachet Grand Cru. Ein gewaltiges, aber absolut stimmiges Konzentrat, bei dem cremige Textur die hohe Säure überdeckt. Mit Länge, Rasse, Klasse und traumhafter Frucht ist dieser große Wein vielleicht auf dem Weg zur Perfektion.

Blutjung 2015 der Côte Rotie Rose Pourpre von Pierre Gaillard mit intensiver Schwarzkirsche, etwas gebratenem Speck und immer noch fordernden Tanninen – WT92+. Absolut irre 2016 der Hermitage Blanc Ex Voto von Guigal, der mit seinem Pfauenrad an Aromen, seiner Komplexität, seiner Kraft und Dichte, seiner Mineralität natürlich ein unglaublich großer, weißer Hermitage ist, aber auch gerne den Titel eines „Weißen Ehren LaLa“ tragen darf – WT99. Der Côte Rotie Côte Blonde von Rostaing überzeugte 2016 mit seiner wunderbaren Mischung aus Eleganz, betörender Frucht und Nachhaltigkeit, dürfte noch zulegen – WT97+.

Rund, elegant, nachhaltig 2017 der Hermitage Blanc Blanche aus der JL Chave Selection – WT92.

Beaucastel war 2014 kräftig, zupackend, dicht mit jugendlicher Kirschfrucht und würziger, kräuteriger, lakritziger Aromatik – WT95. Domaine du Pegau Da Capo war 2014 dicht, konzentriert, mit explosiver Aromatik und unglaublichem Tiefgang, lakritzig, würzig, ein T-Bone Steak vom Holzkohlengrill, superbe Frucht und reichlich Alkohol. Nur spürte man letzteren nur in den Beinen, den diese hedonistische Aromenbombe kam so elegant, fast grazil angeschlichen. Der hatte was von einer großen, edlen Raubkatze, und die WT100 verdient er voll.

Schlank und druckvoll 2017 Clos de Beauvenir von La Nerthe – WT92+.

Sehr jung 2015 noch der Riesling Hengst von Josmeyer mit reifer Zitrusfrucht, rassiger Säure und einem Hauch von Restsüße – WT91. Furztrocken 2012 der biologisch erzeugte Riesling Kottabe von Josmeyer, knackige, aber reife Säure, sehr mineralisch, statt des Standard-Pfirsich Pampelmuse und Pink Grapefruit – WT88.

Eine wunderbare Quittennase hatte 2016 der sehr eigenständige, ungewöhnliche Les Chalasses Vieilles Vignes von Jean-Francois Ganevat aus Côtes de Jura – WT92.

Elegant, aber auch mit „wilder“ Frucht und guter Säure 2017 der Trevallon – WT94.

In Deutschland kleine Ernte, große Weine mit langer Zukunft.

Sauber gemacht, mineralisch, sehr gut zu trinkenden 2013 der Caspar C Spätburgunder vom Deutzerhof – 89/100.

Erstaunlich fein 2013 der Feuerberg Grauburgunder GG von Bercher – WT90. Kaum zu glauben 2015 der Henkenberg Grauburgunder GG von Salwey. Irritierend erst die sehr reif wirkende Farbe à la Orange Wein, am Gaumen furztrocken, burgundisch mit schöner Fülle, mineralisch, komplex – WT94. Harte Kost war 2014 auf Sylt der unfiltrierte Hard Chardonnay von Ziereisen. Holz und Vanille ohne Ende, wurde mit Luft fruchtiger und frischer mit feiner Mineralität – WT87.

Mit schöner Frucht und präziser Struktur sehr gut gelungen 2017 das Ihringer Winklerberg Spätburgunder GG von Heger – WT93. Der Schlossberg Spätburgunder „R“ von Huber hatte 2013 eine traumhafte, offene, süße, aber nicht überladene Frucht in der Nase, am Gaumen der sehr gelungene Spagat von süßem Schmelz und großartiger Struktur, die kräftigen Tannine sind derzeit gut verpackt, sorgen aber sicher für ein längeres Leben – WT94. Der Kirchberg Spätburgunder GG von Salwey war 2015 sehr kräftig, nachhaltig und sehr mineralisch. Trank sich schon sehr gut, könnte aber noch zulegen – WT93. Der Pinot Noir Tschuppen von Ziereisen hatte 2014 reife Schwarzkirsche, gute Säure, Struktur und Rückgrat, reife Tannine – WT89+.

Sehr kraftvoll 2015 mit tiefer Farbe das Centgrafenberg GG von Fürst mit Minze, kräuteriger Herbe, Fülle und guter Struktur – WT93.

Erst ganz am Anfang 2016 die Juffer Sonnenuhr AGK #9 von Fritz Haag, wunderbare Honigsüße und Fülle mit großartiger, balancierender Säure – WT93+. Eine Eitelsbacher Karthäuserhofberg Auslese aus der Magnum hatte 2014 Kraft, Fülle und Süße, intensive Mineralität und hohen Extrakt, das alles aber bei nur 8% Alkohol. Ein großartiger Auftakt und alles andere als ein Süßwein, denn die Süße wurde perfekt durch die rassige 2010er Säure balanciert, kann und wird sicher noch zulegen – WT93+. Gut gereift und sehr balanciert zeigte sich 2016 das Scharzhofberger GG von Hövel – WT92. Jugendlich, knackig, frisch, mineralisch und bereits sehr gut zu trinken 2012 ein Wehlener Sonnenuhr GG von Kesselstatt – 90+/100. Das Scharzhofberger GG von Kesselstatt hatte 2014 mehrfach eine straffe Säure, hohen Extrakt, Schiefermineralität, öffnete sich im Laufe des Jahres zunehmend und hat eine lange, spannende Zukunft – WT92+. 2016 sehr tiefgründig mit guter Mineralität bei für diesen hohen Extrakt geradezu lächerlichen 11,5%. Gross!! - WT95. Mit herrlicher, fruchtiger Fülle, viel Schiefer, toller Struktur, dezenter Honigsüße, aber durch die knackige Säure 2013 harmonisch trocken wirkend das Zeltinger Himmelreich Kabinett von Molitor – WT93. In gleicher Liga 2013 Zeltinger Sonnenuhr Kabinett GK von Molitor mit perfektem Süße-/Säurespiel – WT92+. Aus der Doppelmagnum war 2016 die Zeltinger Sonnenuhr Auslese** feinherb ein fantastischer Wein mit enormer Kraft, Spannung, Länge und großartiger Struktur, der durch die massive 10er Säure trocken wirkte. Dürfte sich mindestens ein Jahrzehnt weiter entwickeln und ausbauen – WT94+. Erstaunlich trinkbar wirkte 2012 die Wehlener Sonnenuhr Spätlese von JJ Prüm, allerdings mit intensiver, leicht apfeliger Säure, die analytisch sicher irgendwo im stratosphärischen Bereich lag. Aber sie wurde duch die reife Frucht und die schöne Süße gut abgepuffert, sicher ein Wein für 30 Jahre – 91+/100. Einfach genial 2012 Schloss Lieser Brauneberger Juffer Sonnenuhr GG mit seiner verspielten, feinen Art, der hohen Mineralität und der animierenden Säure, und das aus diesem Jahrgang, kann und wird noch zulegen – 92+/100. Der der sehr würzige, mineralische Alte Reben von Van Volxem fing 2013 im Rüen-Thai gerade an, sich richtig zu entfalten und wird sicher noch zulegen – 91+/100. Die rassige Goldberg Spätlese von Van Volxem zeigte 2015 deutlich, wie überragend so eine finessige, sehr mineralische Spätlese aus so einem säurestarken Jahr wie 2010 auch und gerade zum Essen sein kann - WT94. Beeindruckte 2015 mit tiefer Mineralität und feinem Schmelz – WT92+. Volz war 2015 im direkten Vergleich mit kühler, exotischer Frucht und perfekter Struktur der ausdrucksstärkere – WT93+.

Schlank, erstaunlich reif wirkend mit schöner Mineralität, Zitrusnoten und etwas Honig 2015 das Goldloch GG von Diel – WT92. Nicht anfreunden konne ich mich 2016 mit dem Pittermännchen GG von Diel. Das war eher ein etwas freudloses Bittermännchen. Noch ganz am Anfang war 2013 die die grandiose Herrmannshöhle GG von Dönnhoff mit ihrer messerscharfen Präzision, der unerhörten Mineralität und der feinen Extraktsüße – WT95. Machte 2014 einen etwas verschlosseneren Eindruck, hat aber gewaltiges Potential – WT94+. Faszinierend 2015 die Nase mit einfach geiler, präziser Frucht, am Gaumen massive Säure, aber auch Spannung und Klasse – WT96. Auch 2016 mehrfach mit mineralischer Brillianz und messerscharfer Präzision auf diesem Niveau – WT96. Wirkte 2017 straff, zupackende, etwas verschlossen, aber mit riesigem Potential – WT94+. Der Halenberg GG von Emrich-Schönleber zeigte 2012 eine wunderbare, vielversprechende, betörende Nase und wird sicher mal ein großer Wein. Aber dazu muss sich die kräftige, typische 10er Säure erstmal abschleifen – 87+/100. 2015 und 2016 zeigte er sich mehrfach auf Sylt absolut großartig – WT94. Der Meddersheimer Rheingrafenberg Riesling Kabinett von Harald Hexamer war 2011 ein brillianter, spannungsgeladener, mineralischer Wein mit (nicht entsäuert) großartiger Säure, perfektes Süße-/Säurespiel, Zukunft ohne Ende – 90+/100. In Topform zeigte sich 2016 mehrfach das rassige, mineralische Felseneck GG von Schäfer-Fröhlich, das noch eine lange Zukunft hat – WT95. Mineralisch, straight, präzise der Halenberg GG von Schäfer-Fröhlich – WT94.

Fruchtige Fülle, hohe Mineralität und knackige Säure 2014 beim eleganten Stielweg Alte Reben von Künstler - WT91. Erstaunlich gut 2013 der Hattenheimer Mannberg 1.G von Langwerth von Simmern mit toller Struktur - WT91. Noch taufrische 2016 das perfekt strukturierte Gräfenberg GG von Weil mit toller Säure und einer Mega-Zukunft – WT95+.

Beim geschmeidigen, mineralischen Kirschgarten GG von Philipp Kuhn mit seiner herrlichen Kirschfrucht war 2014 der Name Programm - WT91. Verschlossen dagegen 2015 der Hochheimer Reichesthal Spätburgunder R von Künstler, der noch wenig raus ließ.

Erstaunlich reif wirkte 2015 der kantig-kernige, sehr kräuterige, vielschichtige CO von Battenfeld-Spanier – WT93. Enorme Kraft zeigte 2015 das Pettenthal GG von Battenfeld-Spanier, das aber nicht nur in der Farbe schon sehr reif und etwas oxidativ wirkte. Das war entweder nicht die beste Flasche, oder wir erwischten den Wein in einem unglücklichen Stadium – WT90? Die Aulerde von Dreissigacker war 2012 leicht barock mit guter Säure und Struktur 2012 schon sehr gut trinkbar – WT92. Etwas feiner von Dreissigacker 2012 der Geyersberg – WT91. Beim Kirchspiel GG von Groebe war 2014 mehrfach bei aller Finesse verdammt viel Dampf dahinter – WT93. Sehr jung mit präziser Struktur und nach 2-3 Jahren Lagerung schreiend 2012 das Nackenheimer Rothenberg 1.G von Gunderloch – WT90+. Sehr mineralische und komplex 2013 der Riesling Pettenthal vom Weingut Huff – 90/100. Babyspeck pur 2012 die Abtserde GG von Keller. Die wirkte erstaunlich zugänglich, und selbst die prägnante 2010er Säure machte einen reifen Eindruck. Zusammen mit der salzigen Mineralität und der saftigen Frucht wurden Erinnerungen an große Wachauer Rieslinge wach – 93+/100. 2014 und 2015 ein brillianter Riesenwein, der trotzdem längst noch nicht alles zeigte – WT95+. Ein Gigant 2015 auf der Abtserde-Vertikale aus der Magnum, bei dem einfach alles stimmt mit einer derzeit bereits geradezu irren Nase. Dieser Wein hat einfach Potential für Perfektion und könnte in 5-10 Jahren mal die WT100 erreichen. Auch aus der 1tel 2015 mehrfach auf diesem Niveau. Letzteres galt auch für den ultrararen G Max von Keller, der 2012 und 2014 natürlich im Glas schon immensen Spaß machte, aber ebenfalls nur einen Bruchteil dessen zeigte, was er drauf hat – 92+/100. Die barocke Fülle des Hubacker von Keller kombiniert mit der knackigen 10er Säure ergaben 2014 eine spannende Kombination mit großem Potential – WT93+. Zeigte 2016 schon deutlich mehr, hat aber immer noch gewaltiges Potential – WT95+. Spielerisch-elegant, sehr gefällig und mit der knackigen 10er Säure animierend war 2016 das Kirchspiel GG von Keller – WT93. Sehr jung mit großem Potential 2014 das Felseneck GG von Schäfer-Fröhlich – WT93+. Zeigte 2015 auf Sylt schon deutlich mehr – WT94. Wirkte aus einer weiteren Flasche 2015 erstaunlich offen und zugänglich, dabei sehr druckvoll mit feiner Kräuternote und gewaltiger Länge – WT96. Der zu Anfang so verschlossene, kräftige Oelberg GG von Kühling Guillot zeigte sich 2013 bei Ivo & Co erstaunlich offen und zugänglich – WT93. Einfach nur sprachlos machte 2012 in der Wiin Kööv der Rothenberg wurzelecht von Kühling-Gillot. Das ist ein Riese im Werden, der erst im nächsten Jahrzehnt richtig brilliert. Zeigte 2015 in der Sansibar aus einer sensationellen Doppelmagnum schon deutlich mehr, aber noch längst nicht alles – WT94+. Komplex und mit herrlicher Frucht 2015 und 2016 auf Sylt aus der Magnum der Orbel von St. Antony – WT92. Noch etwas drüber 2016 auf Sylt das Pettenthal GG von St. Antony, reife Fülle, perfekt balanciert durch die stramme 10er Säure – WT93. Der Morstein Alte Reben vom Weingut Seehof punktete 2013 mit glockenklarer, feiner Frucht, intensiver Mineralität, straffer Säure und sehr guter Struktur. Baute enorm im Glas aus und dürfte nicht nur noch zulegen, sondern auch gut altern – WT91+. Sehr schön 2013 auf Sylt mit aromatischer Fülle die offene Aulerde GG von Wittmann – WT92. Filigran, sehr ausgewogen, geradezu sinnlich 2012 die Morstein Auslese von Wittmann. Die gewaltige 2010er Säure ergänzt die jugendliche Süße dieses Weines derart perfekt, dass er voll trinkreif wirkte und einen immensen Spaß macht – 93/100. Zuletzt 2013 immer noch sehr jung, aber einfach ein Prachtstück – WT94. Das Morstein GG von Wittmann zeigte sich 2016 auf Sylt immer noch so blutjung mit großartiger Struktur – WT94.

Ziemlich mickrig 2012 auf Sylt das Pechstein GG von Bassermann-Jordan, vielleicht zu früh – WT86. Fantastisch 2015 der Pechstein GC von Bürklin-Wolf, großartige Struktur, intensive Mineralität, jetzt in erster Reife trotz der 10er Säure mit cremiger werdender Textur, gewaltige Länge – WT94+. Sehr mineralisch mit knackiger Säure 2012, 2013 und 2014 auf Sylt der Kalkofen GC von Bürklin-Wolf mit gewaltigem Potential, würde ich ein paar Jahre weglegen – WT93+. Der Idig GG von Christmann hatte 2012 reifen Weinbergpfirsich in der Nase, prägnante Säure am Gaumen, im positiven Sinne schlank, sehr elegant und erstaunlich zugänglich wirkend. Aber das täuscht. 2010 ist ein Langstreckenjahrgang. Wer die Weine 5 Jahre liegen lässt, hat mehr davon – 92+/100. Ein feinfruchtiger, schlanker, frischer Holundercocktail war 2011 der Sauvignon Blanc von Mosbacher, der sich wohltuend von all diesen alkoholischen Cloudy Bay Kopien abhebt – 88/100. Sehr jung, sehr mineralisch, sehr schlank, sehr pikante Frucht und gute Säure hatte 2011 der Ungsteiner Riesling vom Weingut am Nil – 87+/100. Straff, fordernd, mit großem Potential(WT95) in 5 Jahren 2017 das Ganz Horn GG von Rebholz – WT90+. Sehr gelungen 2014 der Kallstädter Saumagen von Rings mit kalkiger Mineralität, reifen gelben Früchten, knackiger Säure und im zarten Schmelz Raffaelos von Ferrero – WT92. Der Sauvignon Blanc 500 des Weingutes von Winning hatte 2012 messerscharfe Konturen, sehr geradlinig mit puristischer Frucht, rassig, zupackend – 91+/100. Eine sehr kühle Frucht hatte 2013 bei Stappen aus der Magnum der noch sehr junge Jesuitengarten von Winning, dazu eine enorm kalkige Mineralität, die ihn im besten Sinne burgundisch erscheinen ließ, dürfte eine große Zukunft haben – WT94+.

Ein großer Wein war 2014 der aus Begeisterung mehrfach aus 1tel und ½ getrunkene Pinot Noir von Friedrich Becker mit superber Frucht, Mineralität, Tiefgang, toller Struktur und Länge, große Zukunft – WT95.

Grandios 2013 der Weissburgunder Marienglas Untertürkheimer Gips GG von Gerhard Aldinger mit schmelziger Fülle, erdiger Mineralität, sehr nachhaltig mit gutem Abgang – WT92. .Der Neipperger Schloßberg Weissburgunder hatte 2014 eine erstaunlich reife Farbe und war erdig-mineralisch mit feinem, fruchtigen Spiel und kräftiger Fülle – WT89.

Der Pinot Noir Barthenau Vigna S. Urbano von Hofstätter war 2014 sehr kräftig mit deutlicher Säure und guter Frucht, nur mit der burgundischen Finesse haperte es (noch) – WT88+. War 2016 ein spannender Pinot, der mit Burgund nichts gemein hat. Kraft ohne Ende, konzentrierte Schwarzkirsche, im Abgang die Bittermandel eines Super Tuscans - WT92.

Frisch, Sauvignon-betont, sehr gut gemacht 2013 der Manna von Franz Haas aus Südtirol - WT89. Der St. Michael Sauvignon Blanc St. Valentin mit 2011 straffer Struktur, Eleganz, sehr schöner, präziser Frucht und würziger Kräuternote, kann noch zulegen – 90/100.

Kein besonderes Jahr war 2010 in Piemont. So hat Bruno Giacosa beschlossen, keine Barolos unter eigenem Label abzufüllen.

Der San Germano Monferrato von Marchesi Alfieri war 2014 im Sattavini die Glühweinvariante von Pinot, zu dick, zu süß und mit 15% zu alkoholisch – WT83. Jung, bissig, spannend 2016 zweimal der Barbaresco Asili von Ca’ del Baio – WT90. Der Barolo Bussia von Parusso hatte 2016 in der Nase erst frisch gepressten Orangensaft, dann ein großes Kräuterbett, im Abgang eine immer intensivere Bitternote. Klar, das war Campari, aber nicht Orange sondern Campari Pfirsich - WT89.

Deutlich besser sah es in der Toskana aus. Ein kühleres Jahr ermöglichte finessige, elegante Weine.

Erstaunlich offen mit feinem Schmelz, aber nicht sehr komplex 2016 der Brunello von Altesino – WT90. Der Pino di Biserno war 2014 röstig, gefällig, schmelzig – WT92. Traumhaft schön und balanciert mit herrlicher, schmelzig-süßer Frucht, aber auch guter Struktur und Frische 2016 der Maurizio Zanella von Ca' del Bosco - WT93. Il Caberlot aus diesem kühleren Jahr war 2014 Eleganz pur – WT94. Ein zugänglicher, hedonistischer Traum mit feiner Bittermandelnote war 2013 der Ampelaia von Elisabetta Foradori, offen ausgeschenkt in Johannes Kings neuer Essboutique aus der Jeroboam - 93/100. Finesse pur mit eleganter, kühler Frucht 2015 der Il Caberlot – WT94. Beim Casanova di Neri Tenuta Nuova kam 2015 aber bei aller Kraft und Nachhaltigkeit eine erstaunliche Eleganz und Grazie ins Glas. Ein faszinierendes Aromenbündel, dessen druckvolle Aromatik die präsenten Tannine gut überdeckt - WT97. Schien sich 2016 wieder etwas zu verschließen, da sind wohl 10 Jahre warten angesagt – WT95+. Enorm kraftvoll 2014 der Auftritt des großartigen Guado Al Tasso, der noch deutlich in den nächsten Jahren zulegen dürfte – WT93+. Im Frühjahr 2013 konnte ich erneut die 2010ern von Monteverro probieren, dem dritten Jahrgang dieses neuen Superstars aus der Toskana. Sehr spannend 2015 der würzige, reinsortige Monte delle Vigne Cabernet Franc Riserva – WT92. Der 2013 und 2014 häufig getrunkene Terra di Monteverro legt ebenfalls auf die Vorgänger noch eins drauf mit größerer Dichte und toller Struktur – 93+/100. Blühte in 2014 richtig auf. Einmalig 2014 aus der Magnum – WT94. Und meine beste Flasche 2015 in Zermatt, die wir alle blind für den Grand Vin hielten – WT95. Mörderpotential hat Monteverro, allerdings mit einer guten und einer schlechten Nachricht. Fangen wir mit der Schlechten an. Er ist verhaltener und sprang 2013 nicht so aus dem Glas wie seine Vorgänger. Ein stimmiger, riesengroßer Wein mit irrer Struktur und Länge, aber auch mit massiven, mundbeschlagenden Tanninen. Potentialtrinker können sich da heute schon durchaus an bis zu 94+/100 erfreuen. Geduldige, und das ist die gute Nachricht, werden nach ein paar Jahren Lagerung mit mindestens 3 Punkten mehr belohnt. Als Fassprobe war Monteverro 2011 einer der größten Jungweine, die ich je im Glas hatte. 2015 zeigte er bei perfekter Struktur mehrfach erste Trinkreife – WT96. Und war dann 2017 in perfektem Trinkstadium – WT96. Sehr gut gelungen auch Tinata, die Rhone-Cuvée von Monteverro - 94+/100. Weniger anfreunden konnte ich mich 2014 mit Ornellaia, der mir einfach zu konzentriert und zu heftig war – WT90+(?). Der Poggio Valente von Le Puppile wirkte 2015 mit feiner, rotbeeriger Frucht und spielerischer Eleganz burgundisch – WT91. Sehr fein 2016 der elegante Camartina von Querciabella mit pikanter Kirschfrucht – WT93. .Sassicaia war 2016 mehrfach in betörender Jungweinphase. Schwarze Johannisbeere, etwas Leder, hohe Mineralität, puristische Struktur mit massiven, aber reifen Tanninen. Ein großer Pauillac aus Italien, der sich bald wieder verschließen wird und erst in 15+ Jahren alles zeigen wird. WT95+ mit Potential für 2-3 mehr.

Überragend 2013, 2014 und 2015 mehrfach der nur in kleinen Mengen produzierte Monteverro Chardonnay. Ein rassiger, extraktreicher Riese mit sehr gut eingebundenem Holz und gewaltiger Struktur, perfekter Spagat zwischen kalifornischer Fruchtfülle und Kraft auf der einen und burgundischer Eleganz und Finesse auf der anderen Seite, sehr lang am Gaumen, 95+/100 mit Potential für 1-2 mehr. 2016 auf Sylt kräftig, heftig mit viel Holz, Länge, aber auch viel Charme – WT95.

Der Etna Bianco von Firriato hatte 2012 in der floralen Nase Wildblumen und Kräuter, extrem mineralisch, man lutscht am Lavabrocken, sehr trocken, deutliche Säure - 89/100.

Der Grüne Veltliner 1. Lage Reserve von Schloss Gobelsburg war 2011 pfeffrig, würzig, erstaunlich zugänglich mit Kraft, Fülle und Struktur, sehr nachhaltig am Gaumen und in bestechender Frühform, legt sicher noch zu – 90+/100. Der Grüne Veltliner Hirsch vom gleichnamigen Weingut war 2011 ein Sommerwein pur, pfeffrig, frisch, fröhlich, fruchtig mit Zitrus und Grünen Äpfeln, angenehm leicht mit gerade 11,5 % Alkohol, ohne dabei flach zu wirken – 87/100. Der Grüne Veltliner Frauengarten von FX Pichler war 2012 ein frischer, fruchtiger, leichter Wein mit feiner, pfeffriger Würze und guter Säure – 88/100. Wuchtig, kräftig, pfeffrig-würzig und fast etwas barock 2013 der noch sehr junge Grüne Veltliner Smaragd Kellerberg von F.X. Pichler. Der gehört die nächsten 3-4 Jahre in dieser jugendlichen Form genossen. Wer kann, legt die Hälfte der Kiste danach für 10 Jahre weg und freut sich anschließend über einen gereiften Riesen, der in Blindproben große Montrachets auf die Plätze verweist – 96/100. Der Grüne Veltliner Vinothek von Knoll war Ende 2012 aus der Magnum keiner der so oft aus der Wachau kommenden, extraktsüßen Boytritis-Brummer, sondern ein sehr feiner, eleganter, rassiger Wein mit schöner Würze, sehr nachhaltig, die 14% gut verpackt und nicht spürbar – 93/100. Der Gloria von Kollwentz war 2013 sehr mineralisch, schlank und elegant – WT92. Der Wiener Gemischte Satz vom Weingut Mayr war 2013 auf Sylt frisch, fröhlich und unkompliziert – WT87. Sehr elegant und burgundisch 2010 auf Sylt der Grüne Veltliner Ried Spiegel von Loimer – WT91. 2014 hatte ich von Ott den Grünen Veltliner Qveuvre im Glas, der zusammengefaßt sehr gewöhnungsbedürftig ist. Trüb in der reifen Farbe, moussierend, leicht muffig die ausdruckslose Nase, die auch nach längerer Zeit nicht mehr hergibt. Auch am Gaumen außer Kraft ziemlich belanglos. Frucht Fehlanzeige, die rassige Würze des Grünen Veltliners Fehlanzeige. Dieser Wein ist nicht schön, aber selten. Deutlich besser gefiel mir 2014 von Ott der Rosenberg, sehr würzig mit klarer, Frucht – WT92. Topfrisch 2012, würzig, mit dem berühmten Pfefferl und sympathischen 12% der großartige GV Federspiel von Rudi Pichler - 90/100. Jung, frisch, mineralisch, würzig und elegant 2015 der Rothenberg Reserve von Pichler-Krutzler, bei dem aber im jetzigen Stadium die Süße stört. Könnte in 5-10 Jahren mal richtig groß werden – WT91+. Der Riesling Smaragd Kellerberg vom Tegernseerhof mit reifem Steinobst und cremiger Fülle wirkte 2012 im frühen Stadium auf hohem Niveau noch etwas ungelenk und alkoholisch wirkte – 90+/100. Die Umathum TBA war 2016 ein ziemlich fülliger Marillenlikör, dem bei aller Süße einfach die Säure fehlte – WT89.

Gehaltvoll und komplex 2013 der Quinta dos Carvalhais - WT90. Kräftig und würzig mit dunkler Frucht 2016 der Dona Maria Vinho Regional Alentejano Grande Reserva – WT91. Der 23 Barricas von Herdade de Grous hatte 2013 an der Algarve und 2014 auf Sylt cremige, dunkle Frucht und süßen Schmelz, bei aller Kraft erstaunliche Grazie und Finesse, ein großartiger Saufwein auf hohem Niveau – WT91. Sehr burgundisch, elegant und schmeichlerisch 2014 der Charme von Niepoort – WT93. Auch 2015 sehr elegant mit einer betörenden, feinen Himbeernase, am Gaumen mit burgundischer Pracht und Fülle. Ein Charmeur, bei dem der Name Programm ist - WT92.

Frisch, fruchtig, leicht vanillig 2013 der Barranco Longo - WT88. Wie ein buttrig, üppiger Neue Welt Chardonnay mit tropischen Früchten wirkte 2013 der Cova da Ursa – WT90. Als großer, noch extrem junger Meursault ging 2013 an der Algarve der Redoma Branco Reserva von Niepoort mit seiner straffen Mineralität und der kräuterigen Würze durch - WT93+. Sehr komplex und balanciert 2013 der Soalheiro Alvarinho Reserva.- WT90.

Sehr delikat mit reifer Himbeere und Orangenschale 2012 der Malanser Pinot Noir von Cottinelli, feiner süßer Schmelz, elegant und schmeichlerisch am Gaumen – WT90. Der zuerst 2012 auf dem Gut mit Daniel Gantenbein und danach 2014 und 2015 mehrfach getrunkene Gantenbein Pinot Noir hatte eine betörende, feine rotbeerige Frucht, reife Himbeere, süßen Schmelz, war so feingliedrig mit seidiger Eleganz, blieb ewig am Gaumen – WT95. Wirkte 2016 mehrfach blutjung, schlank, mit präziser Struktur und guter Säure, sehr viel Potential – WT94+. Enorm kräftig mit viel Potential 2015 der Pinot Noir Rhein – WT91+. Röstig, würzig, beerig 2012 der Olymp Pinot Noir von Stäger – WT92. Der Sassigrossi hatte 2013 frische Frucht, weißen Pfeffer, dezent süßen, schokoladigen Schmelz und eine wunderbare Struktur – WT92.

Der Malanser Pinot Gris von Bohner war 2013 sehr kräftig, nachhaltig und lang mit spannender Lakritz- und Kräuternase – WT90. Mit dem 2012, 2013 und 2014 mehrfach auf gleichem Niveau getrunkenen Gantenbein Chardonnay kam der erste große „Meursault“ von Gantenbein ins Glas. Ein klarer Stilwandel war das mit diesem Jahrgang bei den weißen Gantenbeins, weg von den dicken, fetten Geschossen, hin zu rassigen, klassischen, burgundischen Stil, schlank im positiven Sinne, mineralisch, würzig und mit präzisen Konturen – 95/100. Legte 2015 mehrfach weiter zu – WT96. Auch 2016 mehrfach aus 1tel und Magnum auf diesem Niveau – WT96. Einfach dekadent lecker mit süßem Schmelz mehrfach in 2012 und 2013 der Chardonnay von Hermann, so eine Art weißer ‚H’ – WT92. Gefiel mir 2015 noch eine Ecke besser – WT93. 2016 Immer noch so jung, aber mit deutlich mehr Komplexität, geht mit seiner Würze auch als großer Meursault durch. Soviel aromatischer Druck, und das mit bescheidenen 12,5 % Alkohol. Groß! – WT95. Gelungene Speisenbegleitung 2013 in Bad Ragaz der frisch fruchtige Pinot Blanc von Möhr-Niggli - 88/100. Der sehr kräftige Viognier von Möhr-Niggli hatte 2012 Veilchen und Mirabelle, sehr vielschichtig mit guter Mineralität – WT92. Kernig-kräftig 2016 mit reifer, gelber Frucht, viel Holz und feinem Schmelz 2016 der Chardonnay von Studach – WT94. Mit der leicht barocken, kernigen Struktur des Winzers überzeugte der 2010 Gianbasttista Blauburgunder des Gutes von Tscharner, der kräftig auftrat mit guter Struktur, Fülle, feinem Schmelz und sicher noch guter Zukunft – WT93.

Sehr kräftig und würzig 2016 und auch 2017 wieder auf Muottas Muragl der Anima Negra Son Negre, der hier in der traumhaft frischen Bergluft richtig aufdrehte und mit seiner Kraft und Dichte lang am Gaumen blieb – WT94. Der Arbossar von Terroir al Limit begeisterte 2016 mit einem unglaublichen Spagat aus urwüchsiger, intensiver Mineralität und geradezu burgundischer Eleganz – WT95.

Der Altagracia von Araujo war 2015 ein Parade-Kali mit süßer, würziger, dunkler Frucht und mit reichhaltiger Röstaromatik, viel Kaffee und Mokka, einfach geiles Zeugs - WT95. Wunderschön 2015 auf Sylt der prächtige, burgundische Talley Vineyard Pinot Noir mit seiner superben Frucht von Au Bon Climat – WT93. Ein einfach runder, sehr gut zu trinkender Pinot war 2015 der Pinot Noir de Villiers Vineyard Mount Harlan von Calera. In der Nase Veilchen, am kraftbetonten Gaumen feiner Schmelz und eine enorme Trinkigkeit – WT94. Üppig und etwas prall 2014 der Dao Mayote – WT90. Sehr überzeugend mit saftiger Frucht und guter Struktur 2016 der The Griffin von Robert Foley – WT93. Der Far Niente Cabernet Sauvignon hatte 2014 süße Brombeere, aber auch frische und erstaunliche Struktur und gute Säure, jetzt in dieser jugendlichen Phase einfach unwiderstehlich – WT94. Auch 2016 aus der Magnum auf diesem Niveau. Etwas verhaltener 2014 der noch so blutjunge Harlan mit puristischer Frucht und gewaltiger Statur und Substanz, der aber alle Anlagen für einen großen Harlan hat - WT98. Saftig und süffig 2014 der Hess Select Cabernet Sauvignon – WT88. Etwas ratlos machte 2017 der sehr verschlossen wirkende Chateau Montelena, der wenig Frucht zeigte. Scheint in einer etwas dumpfen Phase zu lieben, sollte aber später sicher deutlich über WT90 liegen. Solide, aber nicht aufregend 2016 der Ramey Claret – WT90. Der Ridge Monte Bello zeigte sich 2017 als Langstreckenläufer mit großartiger Struktur, der längerfristig deutlich mehr zeigen wird – WT93+. Sehr beeindruckend mit genialer Struktur der komplette Screaming Eagle, der in 5-10 Jahren mal zu den größten Weinen dieses Gutes gehören wird – WT97+. Der Screaming Eagle Second Flight war 2016 ein dichter, kräftiger Wein mit deutlichem Tanningerüst, zeigte viel Länge und großes Potential, blieb aber bei aller Kraft sehr elegant – WT94.

Eigenständige wirkte 2014 der Stony Hill Chardonnay. Frisch, mineralisch mit knackiger Säure, reifem Apfel und Zitrusfrüchten, sehr balanciert und erstaunlich leichtfüßig, gäbe auch einen guten Chablis ab - WT92.

Der Penfolds Yattarna ging 2013 mit seiner kalkigen Mineralität und seiner perfekten Struktur ohne weiteres als großer Burgunder durch - WT95.

Gut gefiel mir 2013 in der Vogelkoje der Cloudy Bay Chardonnay mit kühler, distinguierter Frucht, guter Säure und erstaunlicher Struktur – WT90.

Der zu Anfang etwas kompakte, maskuline Lady May von Glenelly zeigte sich zuletzt 2016 als echte Comtesse aus Südafrika mit dem Charme des Originals – WT94. Der fruchtig-füllige Kanonkop Paul Sauer wirkte 2015 auf Sylt mehrfach mit seiner üppigen Frucht und den heftigen 14.5% sehr kalifornisch, war würzig, füllig, aber auch mit guter Struktur – WT92. Ein Raats Cabernet Franc wirkte 2014 irgendwie langweilig und ziemlich breit – WT88. Komplex und sehr druckvoll 2016 der dabei erstaunlich elegante Columella von Sadie – WT94. Eine weitere Flasche Ende 2016 ein grandioser Wein, der schlicht sprachlos machte und auch an die nördliche Rhone gepasst hätte, bei aller Nachhaltigkeit so frisch, so perfekt balanciert - WT96.

2010 Gilt als schwieriges Jahr in der Champagne, was einige der besten Winzer nicht daran hinderte, mit strikter Auslese sehr gute Champagner zu machen.

Der Chartogne-Taillet Les Orizeaux zeigte sich 2016 kräftig und nachhaltig mit guter Frucht, nussig, mineralisch mit dicker Brotkruste, aber auch schon erstaunlich offen – WT93. Der Lez Chemins d'Avez von Larmandier-Bernier war natürlich 2016 noch sehr jung, aber mit gewaltigem Potential. Traumhaft balanciert mit reichlich Kraft, Fülle und Länge, aber auch mit Eleganz und kalkiger Mineralität – WT94+.

Überraschend gut 2013 der 2010 Pinot Noir Sekt vom Weingut Franz Keller. Eigentlich graust es mich schon, wenn ich nur den Begriff Sekt höre. Aber das hier ist ein ganz feiner Stoff. In seiner fruchtigen Spritzigkeit und seinem durchaus vorhandenen Tiefgang lässt der so manchen Rosé Champagner alt aussehen - 90/100. Und der 2014 getrunkene Chardonnay Sekt Dosage Zero vom Weingut Franz Keller lässt mit seiner brillianten Frucht, seiner Rasse und Komplexität lässt er so manchen Champagner alt aus sehen – WT92.

Elegant, finessig und sehr schön zu trinken 2016 und 2017 der Antica Fratta Essence Brut Rosé von Franciacorta – WT92.