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2012

Einen Bogen hatte ich um die 2012er Bordeaux Subskription gemacht, mit Ausnahme des großartigen Trotanoy. Kein großer und vor allem ein sehr uneinheitlicher Jahrgang. Sicher kein Jahrgang, den man in Subskription kaufen musste. Inzwischen kommen die abgefüllten Weine in den Handel. Der Jahrgang präsentiert sich besser als befürchtet mit einigen, interessanten Schnäppchen. Hier mein Bericht von der großen UCB Verkostung auf der Prowein 2015.

Montrose wirkte 2016 noch sehr streng mit präsenten, massiven Tanninen. Braucht Zeit, dürfte aber Potential haben – WT88+. Phelan Ségur war 2016 gefällig, aber etwas brav – WT87.

Pichon Baron war 2016 noch ein mächtiger Brocken mit viel Kraft und Alkohol, der noch einige Jahre braucht, um deutlich mehr zu zeigen, hat aber großes Potential – WT95+.

In Top Form zeigte sich 2017 auf der Alpina Auslese der sehr gut gelungene Leoville Poyferré – WT94.

Branair Ducru zeigte sich 2016 gut entwickelt mit röstiger, offener Nase, wirkte charmant und gefällig, aber auch mit Substanz – WT91. Der sehr elegante, aber auch druckvolle Palmer zeigte 2017 seine große Klasse, die er sicher noch zwei Jahrzehnte behalten dürfte – WT95.

Der Carmes Haut Brion bestätigte in 2015 mehrfach seine grandiose Form als einer der Preis-/Leistungssieger des Jahrgangs, könnte sogar noch zulegen – WT94+. Und genau das hat er 2016 und auch 2017 wieder bereits gemacht – WT95. Großartige Struktur, Klasse und Tiefgang mit der klassischen Pessac-Aromatik zeigte 2015 der Haut Brion, ein großer Wein, der gut altern und noch zulegen wird – WT97+. Eine erstaunliche Fülle zeigte 2015 der La Mission, der wie ein Pessac aus Pomerol wirkte. Trank sich einfach wunderbar mit reifer Frucht, die fast 15% Alkohol kaum spürbar - WT95+. In traumhafter Frühform zeigte sich 2015 der Pape Clement, einer der besten Weine dieses Gutes, die ich je im Glas hatte. Dürfte noch zulegen und gut altern – WT96+. Auch 2016 im Val Roseg auf 2200m Höhe mehrfach auf diesem Niveau, wobei hier die Tannine noch etwas reifer wirkten – WT96+.

Zugänglich und easy drinking mit schöner Frucht 2016 der Faugères – WT91. Der Saintayme war 2016 ein unkomplizierter Spaßwein auf hohem Niveau mit süßer Beerenfrucht und Röstaromatik – WT89.

Ganz selektiv habe ich jetzt einzelne Weine nachgekauft, an die ich mich in der nächsten Zeit intensiver heranwagen werde. Und dann passiert mir das hier. Erst vergesse ich, eine meiner Top- Empfehlungen zu kaufen. Und dann kaufe ich in Überschwang und Torschlusspanik den falschen Wein, La Croix statt Croix de Gay. Und jetzt? Korken raus und probiert. Heiliges Kanonenrohr, ist das ein geiles Zeugs. Nicht so offen und voller Röstaromatik wie der Croix de Gay. Dieser La Croix ist feiner, eleganter, aber auch stimmiger und sehr nachhaltig. Ein großer, klassischer Pomerol, locker auf WT94 Niveau, mehrfach 2015, 2016 und auch 2017 wieder, kann noch zulegen. Ich bin platt und begeistert. Ende gut, alles gut. Le Gay zeigte sich 2016 mehrfach in erster, bestechender Frühform. Fleischig mit reifer Frucht, generöser Röstaromatik, guter Mineralität, feinster Bitterschokolade und erstaunlich reifen, weichen Tanninen. Einfach herrlicher Trinkfluss. Locker WT94+ mit guter Zukunft. Erstaunlich zugänglich zeigte sich 2015 der hoch aromatische Trotanoy mit saftiger, pflaumiger Frucht, Bitterschokolade, Trüffeln, Kaffee und Lakritz. Sehr elegant und stimmig, die deutlichen Tannine gut verpackt, kann noch zulegen – WT95. Auch 2017 auf diesem Niveau – WT95.

Der Nectar des Bertrands aus Côte de Blaye hatte 2015 wunderbare Frucht, Kraft, Harmonie, gut eingebundenes Holz und kräftige, aber reife Tannine. Wird gut altern und könnte sicher noch zulegen – WT91+.

Der Prieuré Sainte-Anne aus Côte de Bordeaux war 2015 ein feiner, kleiner, erstaunlich kräftiger Wein mit etwas kurzem Abgang – WT85.

Der Smith Haut Lafitte Blanc war 2017 sehr fein mit Minze, apfeliger Frucht und schönem Schmelz – WT93. Frisch und finessig 2017 der Valandraud Blanc – WT91.

2012 gilt für Burgund als hochwertiges Jahr mit kleiner Ernte.

Kraft und Freude 2016 der Corton von Bouchard mit superber Frucht – WT93. Der Moulin-à-Vent Domaine des Vignes du Tremblay von Paul Janin war 2015 ein blitzsauberer Beaujolais mit feiner Beerenfrucht und guter Statur – WT85.

Der Corton Charlemagne von Bouchard überzeugte 2016 mit Kraft, Struktur und Feuerstein – WT94. Ein faszinierendes Ensemble aus Feuerstein und Zitrusfrucht mit rassiger Säure und perfekter Struktur in erster jugendlicher Fruchtphase war an Sylvester 2014 im Dal Mulin der Corton Charlemagne von Benjamin Leroux – WT94+. Der Chablis Montée de Tonnerre 1er Cru von Louis Michel & Fils zeigte sich 2016 seit der eher etwas kargen Jugend sehr gut entwickelt mit präziser Struktur, reifer Zitrusfrucht, feiner Kräuternote und viel Feuerstein, aber auch mit erstem, feinem Schmelz - WT91+. Der Chablis Grand Cru Valmur von Raveneau überzeugte Ende 2016 mehrfach mit mineralischer Präzision und würziger Fülle – WT95.

Der Chateauneuf-du-Pape von Guigal war 2016 offen und charming mit süßer Frucht, aber auch Kraft und Substanz – WT92. Der Chateau d´Ampuis von Guigal war 2016 fast in der LaLa Liga, würzig, kräftig und mit enormem, aromatischem Druck – WT95. Der Côte Rotie Brune et Blonde von Guigal wirkte 2016 offen, reif und gefällig – WT90. Easy drinking, Waldbeeren 2016 der moderne, etwas poliert wirkende Croze Hermitage von Guigal – WT87. Der Hermitage von Guigal war 2016 ein sehr spannender, ausrucksstarker und vielschichtiger Wein – WT93. Erstaunlich offen und reif, reichhaltig mit traumhafter Würze zeigte sich 2016 der La Mouline von Guigal, dürfte noch zulegen – WT95+. Einfach sexy der erotisch-exotische La Turque von Guigal – WT97+. Der sicher langlebigste der drei LaLas dürfte der kernige, speckige, enorm kräftige und druckvolle La Landonne von Guigal sein, der sicher erst in 5-10 Jahre alles zeigt – WT97+.

Offen und einfach betörend 2017 auf der Alpina Auslese Clos de Beauvenir von La Nerthe – WT93.

Die Großen Gewächse aus 2012 sind inzwischen alle verfügbar. Kein einfaches Jahr war 2012 für die deutschen Winzer. Aber dort, wo gut gearbeitet und spät gelesen wurde sind große Weine entstanden. Nur brauchten diese Weine einfach Zeit. Unglaublich, wie sich diese Weine innerhalb von Monaten veränderten und zulegten. Sehr gut war der Jahrgang für deutsche Rotweine.

Die Walporzheimer Gärkammer von Adeneuer war 2014 ein spannender, mineralischer Spätburgunder mit pflaumiger Frucht – WT89.

Kräftig und etwas rustikal 2014 der Grauburgunder A von Franz Keller – WT88. Der Malterer von Huber war 2016 burgundisch mit feinem, fruchtigem Schmelz – WT92.

Reife Fülle zeigte 2017 das Ihringer Winklerberg Spätburgunder GG von Heger – WT91. Trotz aller Kraft 2016 sehr fein und finessig der Bienenberg Spätburgunder GG von Huber – WT93. Erstaunlich offen und geradezu vollbusig zeigte sich 2016 der Sommerhalde Spätburgunder GG von Huber – WT95. Der Spätburgunder A von Franz Keller war 2016 noch jung und kernig mit viel Potential – WT91+.

Ein Volkacher Karthäuser Weißburgunder GG vom Juliusspital war 2014 trotz heftiger 14% sehr fein und elegant mit frischer, traubiger Nase, die eorme Kraft am Gaumen und im Abgang gut verpackt – WT92. Der Julius-Echterberg Silvaner GG von Wirsching war 2014 sehr fein und nachhaltig mit guter Säure und erdiger Mineralität – WT90.

Selten hatte ich für so wenig Geld soviel Wein im Glas wie mit dem filigranen, luftig-leicht mineralischen und doch so nachhaltigen Drhoner von Adam, einfach ein perfektes "Möselchen" - 92/100. Enorme Trinkigkeit zeigte 2013 bei Steinheuer der Dhroner Hofberg feinherb von Adam, harmonisch trocken mit herrlicher Mineralität – WT93. Bonbonhaft 2013 die Nase des Saarburger Rausch GG von Geltz Zilliken, am Gaumen furztrocken mit guter Mineralität und Länge, aber alles andere als aufregend – WT89. Schlank mit rassiger Säure, aber auch etwas mager mit wenig Substanz wirkte 2013 die Brauneberger Juffer Sonnenuhr GG von Fritz Haag – WT89. Die Juffer Sonnenuhr Spätlese #7 von Fritz Haag wirkte 2016 reif, weich, aromatisch mit reifer Säure – WT91. Gut gefiel mir 2013 Röttgen GG von Heymann Löwenstein, der für das Gut erstaunlich trocken und säurebetont ohne Boytritis war. Massiver, hefiger Spontistinker, brauchte viel Zeit und Luft und baute enorm im Glas aus. Ein Wein mit enormer Substanz – WT92. So elegant, filigran und tänzerisch 2015 dieses so überaus feine Kaseler Nieschen GG von Kesselstatt -WT93.Noch viel zu jung 2013 bei und mit Michelangelo Saitta das Scharzhofberger GG von Kesselstatt. Gut entwickelt zeigte sich 2017 mit saftiger, gelber Frucht und guter Mineralität das elegante Wehlener Sonnenuhr GG von Kesselstatt – WT92. Rassig, mineralisch, schlank mit deutlicher Säure und Zitrusfrüchten. Schreit nach ein paar Jahren Reife und hat enormes Potential - WT89+. Nur ein paar Wochen drauf kamen da stattdessen WT93 ins Glas. Ein Röttgen Kabinett feinherb vom Weingut Knebel hatte 2013 jugendliche Primärfrucht, grüner Apfel, Birnenmost, knackige Säure, kaum spürbare Süße. schöne Schiefermineralität und gute Struktur, dürfte mit den Jahren noch zulegen - WT89. Etwas mehr Kraft und Fülle hatte 2013 die Niederberg Helden GG von Schloß Lieser, wirkte aber auch recht rustikal – WT89. Ist um Lichtjahre von dem weg, was von Lieser 2011 als Brauneberger Juffer Sonnenuhr GG gefüllt wurde. Der Ritsch (großes Gewächs, aber kein GG, da nicht im VDP) von Carl Loewen war 2013 ein hoch spannender, absolut stimmiger Moselriesling mit betörender Frucht und großartiger Schiefer-Mineralität, lang und kraftvoll am Gaumen - WT94. Ein immer noch so junger Gigant war 2016 mehrfach und auch 2017 mehrfach wieder der Erdener Prälat Alte Reben Reserve von Loosen, der mit enormer Struktur, Kraft und Präzision Maßstäbe für das setzte, was an der Mosel im trockenen Bereich möglich ist – WT97. Sehr würzig mit cremiger Textur 2017 der Ürziger Würzgarten Alte Reben Reserve von Loosen – WT94. Sehr balanciert, cremig, mineralisch und lang am Gaumen 2017 die Wehlener Sonnenuhr Alte Reben Reserve von Loosen, die sicher noch zulegen kann – WT93+. Der Maximin Herrenberg Alte Reben von Carl Loewen hatte 2014 einen kräftigen, mineralischen Auftritt, superbe Frucht, hoher Extrakt, enormer Tiefgang, große Zukunft - WT92+. 2015 noch etwas offener – WT93+. Bei einer Spezialabfüllung des Maximin Herrenberg, für deren nur 1200 Flaschen eine alte Korbpresse in Betrieb genommen worden war, lag wohl unsere Erwartungshaltung zu hoch. Der Wein war dichter, komplexer und zeigte mehr Fülle als der Ritsch, wirkte aber durch die 14g Restzucker erstaunlich reif und etwas diffus. Spontan fühlte ich mich an große Weine von Zind Humbrecht erinnert, mit denen man mich in ihrer Jugend auch jagen kann. Dieser Wein hier dürfte in 10 Jahren mal ein absoluter Knaller werden. Ich habe mir nicht nehmen lassen, 1% der Ernte (12 Flaschen) zu erwerben. Der Koberner Riesling von Materne & Schmitt war im Stil eher Wachau als Mosel, sehr kräftig, alkoholreich (13,5%) und fast etwas barock – WT87. Ein rassiger, filigraner, animierender Wein 2015 mehrfach und auch 2016 wieder die Saarburger Rausch Auslese** trocken von Molitor – WT94+. Zeigte sich 2017 noch etwas komplexer – WT95. Perfekter Sushi-Begleiter 2012 auf Sylt der feinherbe, mineralisch-fruchtige Schiefersteil von Molitor – WT91. Einfach genial 2013 die Zeltinger Sonnenuhr Spätlese von Markus Molitor, obwohl sie in diesem, für Molitor embryonalem Zustand eigentlich derzeit „Rohmaterial“ war. Aber dieser harmonisch trockene Wein mit seiner irren, glasklaren Frucht, der gewaltigen Kraft und Substanz trotz nur 12% Alkohol zeigt sich absolut stimmig und macht einfach schon an. Eigentlich eine Art Pflichtkauf, ein Riese, den es einzukaufen und dann einzumauern lohnt. In 5-10 Jahren kommen da sicher mal WT95+ ins Glas.  Eigentlich noch viel zu jung war 2014 eine Scharzhofberger Spätlese von Egon Müller mit süßer Frucht, hoher Mineralität und viel Spannung – WT93+. Einfach himmlisch 2016 in ihrem jugendlichem Überschwang mit herrlichem Schmelz die sehr mineralische Graacher Himmelreich Auslese von JJ Prüm – WT94.

Der Saar Riesling von Van Volxem zeigte 2013 deutlich mehr Rasse und Struktur und wirkt deutlich trockener als in den Vorjahren, ohne dass dies den Trinkfluss dieses hochkarätigen „Saufweins“ stört – WT90. Ein rassiger, hochklassiger, sehr mineralischer Weißburgunder mit dem Schmelz und der Fülle von 2011 und der Struktur und der Säure von 2010 war 2013 der Weißburgunder von Van Volxem – 91/100. Das Gottesfuß GG wirkte 2013 für Van Volxem erstaunlich trocken (was für die gesamte Palette gilt, und den Weinen gut steht) mit hoher Mineralität und rassiger Säure, aber irgendwo wirkte dieser Wein auf hohem Niveau auch etwas harmlos – WT91. Deutlich spannender, tiefgründiger, mineralischer und komplexer Altenberg Alte Reben GG – WT93. Solo getrunken brillierte der Altenberg ein paar Tage vorher im Saittavini, ebenso wie der saftige Volz. Erstaunlich offen und zugänglich trotz straffer Mineralität 2015 der Scharzhofberger von Van Volxem aus der Magnum, aber da kommt noch mehr – WT92+. Der Saarburger Rausch Kabinett von Zilliken war mir in seiner Jugend einen Touch zu süß, aber 2017 zeigte er sich sehr animierend mit feiner Schiefer-Mineralität und gutem Süße-/Säurespiel – WT91.

Schlank, rassig, mineralisch mit reifen Zitrusfrüchten, viel Substanz und Kraft2013 mehrfach das Felsenberg GG von Dönnhoff, im jetzigen Stadium deutlich offener als die zwei Wochen vorher getrunkene, jugendlich brilliante Hermannshöhle – WT93. Letztere legte im Verlaufe von 2014 immer mehr zu, das ist „mineralic explosion“ vom Feinsten – WT94+. Zeigte sich 2017 etwas weicher und offener, aber immer noch mit prägnanter Säure – WT95. Spannend 2014 auch der mineralische, feine Höllenpfad von Dönnhoff, der jetzt schon GG Qualität ins Glas bringt – WT93. Sehr mineralisch, furztrocken, finessig und mit enormem Tiefgang 2014 der Weissburgunder von Dönnhoff – WT90. Eine ganze Klasse drunter im direkten Vergleich 2012 Hermannsberg GG von Gut Hermannsberg, das im direkten Vergleich eher weichgespült wirkte. Kein GG, sondern eher ein NG (nettes Gewächs) – WT91. Nochmal zur Hermannshöhle GG von Dönnhoff. Die hielten im Oktober 2013 einige am Tisch für eine Fälschung, denn der Wein roch und schmeckte wie ein kleiner, feiner Sauvignon Blanc. Des Rätsels Lösung war simpel. Die Hermannshöhle war einfach noch zu jung. In den folgenden Wochen habe ich diesen Wein mehrfach nachverkostet. Er veränderte sich fortlaufend und zeigte sich erst 6 Wochen später so, wie man das von ihm erwartete. 2014 dann mehrfach intensive Mineralität, "Liquid Rocks", immense Strahlkraft und Brillianz, puristisch schöne Frucht und perfekte Struktur, ist absolute Weltklasse und jetzt in erstem, perfektem Trinkstadium – WT95. Einfach höllisch gut 2014 der Höllenpfad von Dönnhoff, für mich locker auf GG Niveau – WT93. Ausnehmend gut gelungen in 2012 die Weine von Emrich-Schönleber. Das Frühlingsplätzchen GG war 2013 typisch fruchtbetont und wirkte trotz seiner Jugend und der deutlichen Säure animierend und einfach fröhlich – WT94. Rassig, im positiven Sinne Schlank mit herrlicher, pikanter Frucht 2015 auf Sylt aus der Magnum und mehrfach aus der 1tel – WT94. Halenberg GG war 2013 das mineralischere Gegenstück dazu, enorm tiefgründig und komplex, erst ganz am Anfang, aber schon mit größtem Vergnügen antrinkbar – WT95. Wer so etwas spucken muss ist wirklich zu bedauern. Auch 2015 auf Sylt war dieser Halenberg mehrfach in bestechender Frühform – WT95. 2013 vor einer anderen Probe hatte ich noch die Chance, von der Nahe zwei Weine von Schäfer-Fröhlich zu probieren. Kupfergrube GG wirkte sehr schlank, filigran mit feiner Frucht und hoher Mineralität, etwas kurz im Abgang, entwickelte sich im Glas - WT92+. Das Felseneck GG lag deutlich darüber, die reifere Frucht, mehr aromatischer Druck. Ein intensives, zu Anfang sehr verschlossen wirkendes Konzentrat, das mit genügend Zeit und Luft im Glas förmlich explodiert, gewaltige Länge, ein großer, sehr spannender Wein, der erst in einigen Jahren richtig zeigt, was er drauf hat und noch deutlich zulegen kann - WT95+. Sehr elegant mit saftiger, pikanter Frucht und kräftiger Säure 2017 das noch so jugendliche Frühlingsplätzchen von Schäfer-Fröhlich – WT93. Halenberg GG von Schäfer-Fröhlich war 2015 ein großartiger Wein mit Saft und Kraft in erster Trinkreife – WT94+. Aus einer weiteren Flasche 2015 war das ein im besten Sinne kerniger, kräftiger Wein, komplex, zupackend, sehr lang – WT96. Auch 2016 auf Sylt wieder auf diesem Niveau – WT96.

Präzise, schlank, mineralisch mit reifer Zitrusfrucht 2016 der Nonnenberg von Breuer – WT93. Auch der Schlossberg von Breuer der 2016 mit straffer Mineralität, guter, aber reifer Säure, puristisch schöner Frucht und diesem perfekten Spagat aus Kraft, Eleganz und Länge brilliert – WT94+. Sehr frisch und animierend 2015 der Seligmacher von Eva Fricke – WT93. Fruchtig, offen und jetzt schon herrlich zu trinken 2013 der Drachenstein von Künstler – WT92. Die sehr elegante, nachhaltige Hölle GG von Künstler zeigte 2013 unglaubliche Präzision, Struktur, Mineralität und dürfte über lange Jahre zulegen – WT93+. Hochheimer Stielweg Alte Reben von Künstler war 2013 füllig, kräftig, fruchtig und leicht barock – WT92. Kostheim Weiß Erd GG von Künstler war ein fantastischer Wein mit Kraft, Fülle, aber auch Eleganz und betörender Frucht. Sehr elegant und finessig – WT93. 2014 in der Vogelkoje das St. Nikolaus GG von Spreitzer – 92+. Das Kiedricher Gräfenberg GG von Weil hatte 2017 eine schöne Fülle, war zugänglich und voll da – WT94.

Mächtig, stoffig mit viel Substanz und Zukunft 2016 der Reichestal Spätburgunder GG von Künstler – WT92+.

Das Zum Schwarzen Herrgott GG von Battenfeld-Spanier war 2014 kräftig, füllig, sehr mineralisch mit erstaunlich reifer Säure – WT91. Hatte 2015 auf Sylt deutlich zugelegt und dürfte das weiter tun – WT92+. Erstaunlich aromatisch für einen Gutswein 2014 mehrfach ein Weissburgunder & Chardonnay von Becker-Landgraf – WT88. Spannend 2014 die Aulerde von Ruppert Deginther, wunderbare Nase mit leichtem Spontistinker, fruchtige Fülle, feine Mineralität, kräftige Struktur und Säure – WT92. Sehr schwierig 2014 die Aulerde von Dreissigacker, mostiger, alter gärender Apfel, etwas flüchtige Säure, in der Form kein großer Genuss – WT85. "Weissburgunder to the limits" war 2014 der sehr ausdrucksstarke, kräftige Einzigacker, mit dem Jochen Dreissigacker eindrucksvoll zeigt, was man aus dieser oft so belanglosen Traube rausholen kann – WT92. Beim Kirchspiel von Dreissigacker gefiel mir 2014 die sehr feine, elegante Nase, der füllige Gaumen kam da nicht mit – WT90. Zeit und Luft brauchte 2014 Morstein von Dreissigacker, ein sehr schlanker, eleganter, finessiger Wein mit enormem Druck – WT92+. Straff, füllig mit toller Frucht 2014 Morstein vom Weingut Flick – WT91. Sehr überzeugend 2014 mehrfach die Aulerde GG von Groebe – WT91. Noch ganz am Anfang 2014 das Kirchspiel GG von Groebe mit Spontinase, am Gaumen enormes Potential zeigend, das wird mal ein großes Kirchspiel – WT92+. Sehr fein, elegant und finessig 2016 auf Sylt – WT93. Eher etwas einfach gestrickt 2014 der Riesling ‚S’ Aulerde vom Weingut Hirschhof – WT87. Sehr schlank, rassig mit toller Struktur 2015 die noch viel zu junge Abtserde von Keller – WT93+ mit reichlich Luft nach oben. Wirkte 2015 auf der Abtserde-Vertikale aus der Magnum mit noch erheblich zuviel Babyspeck fast opulent wirkt. Die muss einfach noch zu sich finden. Struktur und Säure sind unter der Fülle reichlich vorhanden (WT92++). Da kommen sicher mit den Jahren noch 3-5 Punkte dazu. Noch so primärfruchtig 2015 der blutjunge G-Max von Keller, der eher wie eine Fassprobe wirkte. Mindestens 5, eher 10 Jahre weglegen und dann staunen! Zeigte 2016 etwas mehr, sehr druckvoll, aber sicher noch 5 Jahre von der Trinkreife entfernt – WT94+. Sehr jung, sehr schlank, intensive Mineralität, messerscharfe Präzision 2013 der Hipping GG von Keller, der fräste sich geradezu in den Gaumen - WT92+. 2016 war das der leicht fülligere, etwas kräftigere Zwilling des genialen 2011ers, dessen Klasse er durchaus mal erreichen kann – WT94+. Der Hubacker GG von Keller überzeugte 2014 schon mit guter, typischer Fülle – WT94. Wirkte 2015 auf hohem Niveau erst etwas verhalten – WT93+. Zeigte sich dann aber 2015 auf Sylt in bestechender Frühform – WT95. Sehr fein, elegant, aber auch etwas zurückhaltend trotz deutlichen Extraktes und enormer Kraft am Gaumen 2013 das Kirchspiel GG von Keller. Wird sicher noch zulegen, braucht aber lange – WT93. Auch zuletzt mehrfach in 2014 blutjung, aber mit gewaltigem Potential – WT93+. Beim ebenfalls blutjungen Morstein GG von Keller waren 2014 reichlich Frucht, Süße, Fülle und Kraft, dazu eine tolle Struktur und Potential für lange Jahre – WT93+. Noch deutlich zu jung 2014 das Pettenthal GG von Kühling-Guillot – WT90+. Das Zeug zum Preis-/Leistungssieger hatte 2013 der Pfeddersheimer Chardonnay von Pfannebecker aus Rheinhessen. Der hatte von der leicht exotischen Frucht über das Nussige, die cremige Dichte, das gut integrierte Holz und die frische Säure alles, was ein sehr guter Chardonnay braucht, nur eben nicht den Preis – 90/100. Das Kirschspiel vom Weingut Seehof zeigte 2014 eine schöne Nase, war aber am Gaumen etwas kurz und dürftig – WT87. Morstein Alte Reben von Seehof war 2014 sehr fein, schlank und elegant, wirkte aber zu Anfang etwas dünn, baute im Glas aus – WT89. Habe ich in 2014 schon besser getrunken. Etwas plump wirkte 2014 vor allem zu Anfang die Aulerde GG von Wittmann. Sehr kräftig mit Fülle und Reife, aber auch mit störender Boytritis, die diesen Wein etwas ungelenk machte, entwickelte sich im Glas – WT89. Etwas unfertig 2013 bei Steinheuer noch die Nase des Brunnenhäuschen GG von Wittmann, aber was für ein Riese am Gaumen, dabei eher mit leisen Tönen, sehr finessig und filigran, großes Potential – WT94+. Eine traumhaft verspielte Nase hatte 2013 das Kirchspiel GG aus der großartigen Kollektion von Wittmann, floral mit weißen Blüten und auch Früchten. War 2014 sehr zugänglich mit fruchtiger Fülle, wirkte aber auch etwas gemacht – WT88. Kurz danach auf Sylt aber wieder in Bestfoprm, sehr elegant und finessig – WT93. Der La Borne von Wittmann war 2015 ein großer, absolut stimmiger Wein mit endlosem Abgang – WT97. Best Morstein GG von Wittmann ever? Über 20mal habe ich diesen faszinierenden Wein bisher getrunken, der immer mehr zulegt. 2015 auf Uwe Bendes Riesling Probe meine bisher beste Flasche, groß mit explosiver Aromatik und irrem Druck, dazu eine kräftige Säure. Der hat Rasse und Klasse, heute WT95+, morgen 96-97? Großartig das Brunnenhäuschen GG, mit dem uns Sebastian Bordthäuser 2013 bei Steinheuer in Bad Neuenahr verwöhnt hatte – WT94. Ein Kirchspiel zum Verlieben war 2014 beim Kräftemessen Rheinhessen im D´Vine das Kirchspiel von Katharina Wechsler, so fein, so finessig, so elegant und absolut stimmig, für mich der Sieger des Flights – WT94.

Der Morstein Spätburgunder Felix von Keller war 2015 Burgund vom Feinsten, superbe, filigran-elegante Nase mit so unglaublich feiner Frucht – einfach nur riechen, riechen und riechen – am Gaumen enorme Kraft, das Holz noch deutlich spürbar. Baute immer mehr im Glas aus, so elegant, so finessig. Auch hier wieder diese „schwerelose Kraft“. Ging dann irgendwann wieder im Glas zu, die Tannine stärker im Vordergrund, nur um etwas später noch offener voll durchzustarten. Veränderte sich laufend, dieser so vielschichtige Wein und zeigte immer neue Facetten, große Zukunft – WT97+.

Die Kraft und die Herrlichkeit war 2013 und 2014 mehrfach ein schon erstaunlich zugänglicher Gaisböhl GC von Bürklin Wolf, klar war das ein kräftiger Pfälzer, kein filigranes Möselchen. Aber er hatte was, dieser noble Großbauer in der Brokatweste - WT92. Legt weiter zu, in 2014 mehrfach – WT93. Der extrem junge, dichte Idig GG von Christmann war für mich 2013 ein Remake des sich derzeit hervorragend trinkenden 2004ers. Hat enormes Potential, entwickelt mit viel Zeit (hatten wir) und Luft diese traumhafte, typische Idig-Nase und war schon sehr gut antrinkbar – WT95. Brauchte 2015 viel Luft, um sich halbwegs zu öffnen – WT93+. Die Kallstadter Saumagen Auslese von Koehler-Ruprecht trocken überzeugte 2015 mit kalkiger Mineralität und guter Struktur, dürfte eine gute Zukunft haben und zulegen – WT93+. Jung und etwas verhalten 2016 der Kallstadter Saumagen Kabinett trocken – WT89. Ein Riesling Mandelgarten Spätlese feinfruchtig von Müller-Catoir war Ende 2013 sehr elegant mit Pfirsich Rhabarber, Ananas, mit gut eingebundener Restsüße, gut balanciert durch knackige Säure, eben fein und fruchtig, was besser klingt als halbtrocken – WT92. Sehr süffig, gefällig und süß 2015 der Chardonnay R von Rebholz aus der Jeroboam, dem etwas Struktur und Mineralität fehlten – WT88. Groß und sich langsam öffnend 2013 der mineralische Kastanienbusch GG von Rebholz - WT93+. 2017 kräftig und rustikal, zeigte noch längst nicht alles – WT92+. Zeigt erst in 3-5 Jahren richtig, was er drauf hat. Der Kalkofen GG von Winning war 2013 und 2014 zwar ein Weinbaby, aber mit großartigen Anlagen, sehr mineralisch mit präziser Struktur und superber Frucht – WT92+ mit Potential für deutlich mehr. Sehr gelungen 2013 der Ruppertsberger Reiterpfad Von Winning mit einer betörenden Hollunder und Cassisnase, immer mehr Weinbergpfirsich, am Gaumen würzig mit schöner Mineralität und guter, reifer Säure - WT92. Schlichweg genial 2015 der Sauvignon Blanc 500 aus dem Hause von Winning, der dekantiert aus großen Burgundergläsern über sich hinaus wuchs und neben Pracht und Fülle auch feinen burghundischen Schmelz entwickelte. – WT94. Ungeheuer viel Holz hat das Ungeheuer GG aus dem Hause von Winning gesehen und war dadurch 2013 schwierig zu verkosten. Hat durch das Holz viel von der Primärfrucht verloren und wirkte etwas plump, trotz mit der Zeit aufkommender, floraler Noten. Massive Säure, enorme Kraft, im jetzigen Stadium eher Wachau als Pfalz – WT92.

Spontan erinnerte der No1 Maushöhle Spätburgunder von Fußer mit seiner reifen Beerenfrucht und der bei aller Nachhaltigkeit geradlinigen, eleganten Art 2016 auf Sylt an Pius „weltbesten“ Pflaumenkuchen – WT93. Sicher ein Weingut, dass man sich merken sollte. Ruppig, röstig, leicht polternd kam 2016 der Melandor Pinot Noir von Metzger ins Glas, üppig, füllig, einfach ein geiler, hedonistischer wein zum jetzt aus vollen Gläsern genießen – WT94.

Die Composition Reif von Josephus Mayr überzeugte 2015 und auch 2016 wieder mit reifer, cremiger Frucht, enormem Druck und gewaltiger Länge - WT92. Ein feiner, eleganter, frischer und sehr gefälliger Wein war 2015 der Terre di San Leonardo – WT87.

Ein prächtiges Geschoss 2015 die Nova Domus Riserva der Cantina Terlan. Frisch die an Sauvignon Blanc erinnernde Nase, feiner, vanilliger Schmelz am Gaumen, aber auch gute Säure - WT92. Auch 2016 mit Kraft und Fülle auf diesem Niveau – WT92. Die Terlaner 1 Grande Cuvée der Cantina Terlan war 2015 auf Sylt teuer wie die Sünde. Wir haben uns reichlich Mühe gegeben, diesen Wein zu ergründen, der sicher alles andere als schlecht war. Sehr kräftig, auch etwas alkoholisch wirkend, leicht salzige Mineralität, gute Frucht und Fülle, etwas Brioche. Aber der große Kick blieb aus - WT92.

Kernig, spannend und mit viel Potential 2016 der Bramaterra von Le Pianelle – WT91+.

Der Ampeleia überzeugte 2015 mit kühler Frucht, feiner Kräuternote und der Eleganz des Cabernet Franc – WT93+. Der Lodovico von Biserno zeigte 2017 die üppige Fülle des warmen Jahres und braucht sicher noch etwas – WT94+. Guidalberto wirkte 2014 sehr gefällig – WT90. Schon sehr offen mit schöner Frucht 2015 mehrfach der Terra di Monteverro, der bisher beste Terra des Gutes, dürfte noch zulegen – WT93+. Der Verruzzo di Monteverro war 2014 ein unkomplizierter, aber auch unspektakulärer, sehr fruchtiger, süßer Saufwein – WT86. Heftig, kräftig, üppig und schokoladig 2016 der Mossone mit der Wucht des Jahrgangs, dürfte von ein paar Jahren Lagerung profitieren – WT93+. Der Saffredi setzte 2015 und 2016 mehrfach in Kraft und Fülle auf den großen 2011er noch leicht eins drauf. Ein hedonistischer Saffredi für den hemmungslosen Genuss – WT95. Sassicaia zeigte Ende 2016 mit kräftiger Fülle wie warm der Jahrgang war. Schon erstaunlich zugänglich, aber sicher mit guter Zukunft – WT93+. Traumhaft balanciert und sehr elegant mit präziser Struktur und feiner, dunkler Frucht 2015 der Solaia, der noch zulegen dürfte – WT95+. mit Noch ganz am Anfang 2015 im Engadin der Redigaffi von Tua Rita mit reifer, dunkler Frucht. Schwarzer Olive, Praline aus Bitterschokolade, Kakaopulver, Kräutern und einem Hauch Minze, für solch einen gewaltigen Wein erstaunlich elegant, sehr lang am Gaumen – WT96+.

Cremig, elegant, gefällig und nicht mehr so dick und holzlastig wie in früheren Jahren 2016 der Cervaro della Sala von Antinori – WT92. Mit viel süßem Babyspeck ausgestattet 2014 der füllige Gaja & Rey – WT91+. Eigentlich schwer vorstellbar, dass der Monteverro Chardonnay noch weiter zulegt, aber dieser schier unglaubliche 2012er war 2015 wie vom anderen Stern – WT97. Überzeugte auch 2016 mehrfach auf hohem Niveau, sehr kraftvoll, komplex und mineralisch – WT96. Frisch, fröhlich und leicht, ein klassischer Sommerwein 2014 der Vermentino von Monteverro – WT86. Sehr gelungen 2013 der Roero Arneis von Vietti mit schöner Kräuter-/Lakritznase und Anis, gute Länge – WT90.

Der Grüne Veltliner Black Edition von Ebner-Ebenauer war 2014 in der Sansibar ein sehr feiner Wein mit eher burgundisch wirkender Aromatik – WT92. Kräftig, sehr würzig mit hoher Mineralität und glockenklarer, Frucht ohne Boytritis 2014 der Grüne Veltliner Vinothek von Knoll, der noch längst nicht alles zeigt – WT93+. Der Hochstermetzberg Sauvignon Blanc vom Weingut Maitz aus der Südsteiermark hatte 2015 in der Casa Mattoni sehr feine, kühle Frucht, Quitte, Steinobst, würzig mit frischen Kräutern, elegant und doch so nachhaltig mit feinem, nussigem Schmelz und guter Mineralität am Gaumen. Ein absolut stimmiger Wein - WT94. Frisch, im positiven Sinne leichtfüßig und elegant mit weißen Blüten und feinem Pfefferl mehrfach 2013 im Saittavini der Grüne Veltliner Der Ott - WT92. Der Grüne Veltliner Fass 4 von Ott war 2014 mehrfach ein frischer, fröhlicher, würziger und animierender Wein – WT88. Der Rote Veltliner Smaragd von Rudi Pichler war 2014 auf Sylt sehr kräuterig mit einer dicken Prise Anis, hatte die Fülle eines großen Chardonnay und wirkte reifer, als der Jahrgang vermuten ließ – WT94. Der Grüne Veltliner Lösling von Strobl war 2014 kräftig und sehr mineralisch, wirkte aber etwas gewollt und nicht gekonnt – WT88. Der Sauvignon Blanc Zieregg von Tement wirkte 2015 auf Sylt kühler, schlanker, mineralischer als der üppige Superstar aus 2011er, dem er wohl längerfristig die Rücklichter zeigen wird- WT94+. Ein schlichtweg genialer Wein war 2016 der GrünerVeltliner Weitenberg von Veyder-Malberg aus der Wachau. Was hier von 60jahre alten Reben völlig boytritisfrei geerntet wird, entspricht nicht dem, was hier sonst so als Smaragd geerntet wird. Der Weitenberg scheint wie aus einer anderen Welt, aus höheren Sphären. So fein, so elegant und finessig, absolut trocken mit präziser, gelber Frucht, feiner, pfeffriger Würze, salziger Mineralität, alles so stimmig, so balanciert, nie laut wirkend. Sicher mit großer, langer Zukunft – WT95+. Sehr vielschichtig und spannend 2017 der Alte Reben Nussberg Gemischter Satz von Wieninger – WT92.

Fülle Kraft und reife, dunkle Frucht, aber auch Frische und Ansätze von Charme zeigte 2017 der Chryseia – WT92.

Verhalten startete 2014 der Nossa Calcario von Filipa Pato aus Barraida in Portugal im Glas. Ein sehr eleganter, stimmiger Wein, der immer mehr zulegte und feiner, burgundischer und nussiger wurde – WT91.

Kräftig mit leicht barocker Struktur 2016 der Pinot Noir Grand Cru von Boner – WT92. Sehr kräftig mit schöner Beerenfrucht und deutlichen Röstnoten 2015 der Pinot Noir Uris von Davaz – WT92. Sehr stoffig mit reifer Kirschfrucht, feiner Kräuterwürze und viel Substanz wirkte 2015 der Pinot Noir Unique von Donatsch, noch etwas rustikal mit enormer Kraft. Da kommt noch mehr - WT94+. Erinnerte 2016 in Bad Bubendorf an große Neue Welt Pinots – WT95. Den einige Wochen vorher abgefüllten Gantenbein Pinot Noir konnte ich im März 2014 auf dem Gut probieren. Etwas fülliger und süßer als der 2011er, aber mit der gleichen genialen Struktur. Zeigte sich 2015 über 10mal in erster (Früh)reife so fein, so gefällig, so hoch aromatisch mit feiner Frucht, derzeit ein unwiderstehlicher Schmuse-Ganti. Aber von der Struktur her ist er nicht weit vom 11er weg. Da könnte also noch deutlich mehr kommen – WT95+. Wirkte auch 2016 mehrfach zugänglich mit burgundischer Pracht und Fülle, dazu feinem Schmelz – WT95+. Sehr balanciert und elegant 2015 der Pinot Noir Eichholz von Grünenfelder, der noch zulegen kann – WT92+. Der noch sehr jung wirkende H von Hermann braucht Ende 2014 sehr viel Luft zur Entfaltung – WT91+. Würzig, finessig mit feiner Röstaromatik 2015 der Pinot Noir Reserve von Manfred Meier, der sicher noch zulegen kann – WT91+. Sehr großes Potential und eine gute Struktur zeigte 2015 der bisher vielleicht beste Pinot Noir Rhein – WT92+. Im besten Sinne kernig, eigenständig war 2015 der Studach Pinot Noir, frische Waldbeeren und eine feinherbe Kräuternote, am Gaumen würzig, enorme Kraft gepaart mit sublimer Eleganz. Kräftige Tannine und eine gute Säurestruktur deuten langes Leben an - WT93+. Zeigte 2016 mehrfach schon mehr – WT94+.

Ein feiner Sommerwein 2013 im Zwissighus der Fläscher Riesling-Silvaner von Adank, leicht, frisch und absolut trocken – WT87. Viel Spaß machte 2013 auch ein Sauvignon Blanc Ueken von Fehr & Engeli aus dem Aargau, schlank, mineralisch mit feiner Stachelbeere – WT90. Großartig 2015 in Pontresina der kraftvolle Chardonnay Unique von Donatsch mit reifer, gelber Frucht, feiner Minze und Kräuternase, nussig mit cremiger Textur und hohem Suchtpotential - WT95. Der Gantenbein Chardonnay zeigte sich 2015 mehrfach noch etwas verschlossen, besitzt aber gewaltiges Potential, mehr Biss als 11, stilistisch näher an 10, heute WT93+, in 2 Jahren locker WT95. Zeigte sich auch 2016 zwar fein, reif, schlank und sehr stimmig, aber mit weniger Biss als früher und dürfte immer noch durch eine etwas verschlossene Phase laufen – WT94+. Sehr spannend 2014 der Gantenbein Riesling, von dem eine kleine Anzahl versuchsweise trocken ausgebaut wurden. Daniel Gantenbein spricht tiefstapelnd von seinem kleinen Grossen Gewächs. Absolut trocken, sehr mineralisch (Schieferböden!) mit präziser Struktur, puristisch schöner Frucht und immenser Strahlkraft. Voll da mit dekadent fruchtigem Schmelz und Fülle Ende 2014 und 2015 der Chardonnay von Hermann – WT92. Einen genialen Trinkfluss hatte 2016 in Pontresina häufig(!) der harmonisch trocken wirkende Riesling von Hermann – WT92. Süffig im besten Sinne war 2015 der Trimmiser Chardonnay von den Familien Peter und Crispin Joos mit feinem, nussigem Schmelz - WT90. Der Chardonnay Ruofanära von Marugg aus dem Barrique war 2015 sehr röstig mit viel Vanille und feiner Frucht, sehr druckvoll, nachhaltig und schmelzig - WT91. Kräftig und trocken 2013 der Riesling-Silvaner von Obrecht – WT88.

Schlanker, eleganter und stimmiger als der etwas üppig geratene 11er wirkte 2015 der gut gelungene Flor de Pingus – WT93.

Spannend zeigte sich 2015 der As Sortes von Rafael Palacios, der inzwischen das Barrique voll verdaut hat und sich sehr frisch, kräuterig und mineralisch gab – WT92.

Sehr guter Jahrgang in Kalifornien.

Mindestens auf Special Select Niveau 2015 der Caymus Cabernet, ein cremiger Cassis Cocktail in bester Caymus-Art und mit allem, süchtig machendem Schmelz dieser Erde. Unwiderstehlich jetzt, aber mit genügend Substanz für 2-3 weitere Jahrzehnte -WT96. Noch sehr jung wirkte 2016 der mächtige Jonata La Sangre de Jonata, ein Syrah mit 3% Viognier aus dem kalifornischen Santa Ynez Valley. Nördlich Rhone mit kalifornischer Frucht, aber nicht überladen – WT95. So jung, aber schon so unglaublich animierend der Pinot Noir Le Caprice von Peter Michael aus dem Sonoma Valley in Kalifornien. Da war diese gewaltige, reife, süße kalifornische Frucht aus roten und blauen Beeren, da war enorme Substanz und Kraft, und auch wenn das alles beinahe die Frische einer Fassprobe hatte, war da schon viel Sex-Appeal – WT94+. Chateau Montelena war 2017 mit seiner wunderbaren Beerenfrucht alles andere als ein Blockbuster, eher der große Finessenmeister, könnte mit den Jahren durchaus noch zulegen – WT93+. Schwierig 2015 auf Sylt der Phelps Pinot Noir, dichte, schwarzkirschige Frucht, enorme Kraft, aber durch den hohen Alkohol (14,5% sind mir für Pinot zuviel) auch etwas ungelenk wirkend – WT87. In grandioser Frühform zeigte sich 2015 und auch 2016 wieder der Ridge Monte Bello mit reifer, aber präziser, kalifornischer Frucht und der Struktur eines großen Pauillac, hat sicher 30 Jahre Zukunft – WT95+. Der üppige, opulente Screaming Eagle mit seiner süßen Frucht und der verschwenderischen Aromatik hatte 2016 einfach von allem reichlich. Für mich ist das der neue 97er, für Robert Parker wohl auf, denn der zückte sofort seine 100/100. Ich halte mich da noch etwas bedeckt und hoffe, dass die Einzelteile dieses potentiellen Riesen noch etwas mehr zusammenwachsen – WT97+.

Sehr fein und elegant 2015 der Bien Nacido Chardonnay von Au Bon Climat – WT90. Sehr elegant mit feinem Schmelz, getoastetem Holz, weißen Früchten und frischen Backwaren überzeugte 2016 der Hildegard von Au Bon Climat, eine eher ungewöhnliche Cuvée aus Pinot Gris und Pinot Blanc, abgerundet durch Aligoté, die dem damaligen Corton Charlemagne aus der Zeit Karls des Großen nachempfunden sein soll – WT93. Schwierig 2015 zu Anfang der Aubert Chardonnay Lauren Vineyard mit viel Holz, Vanille und Kraft, aber ohne Frucht, dafür mit heftigen 16% Alkohol. Ich hätte ihn fast abgehakt, aber diesem Wein taten Luft und sogar etwas Wärme gut. Da tauchte doch sogar plötzlich noch immer mehr Frucht auf und der Aubert wurde deutlich gefälliger – vorsichtige WT92+ in der Hoffnung, dass er sich in 5-7 Jahren besser präsentiert. Voll da mit cremiger Textur, süßer Frucht, Schmelz und Vanille 2015 mehrfach der Beringer Chardonnay Private Reserve – WT92. Etwas üppig, vanillig, holzbetont war 2016 der Dumol Chardonnay Clare mit seiner exotischen Frucht, aber auch mit Finesse und Klasse – WT95. Sehr fein mit toller Frucht 2016 der Montelena Chardonnay – WT93. Mehr Burgund, vielleicht sogar Chablis als Kalifornien 2017 der erstaunlich schlanke, rassig-mineralische Rhys Horseshoe Vineyard Chardonnay mit feiner Zitrusfrucht – WT95. Erstaunlich fein und elegant trotz nicht spürbarer 14,5% Alkohol 2015 der Ridge Monte Bello Chardonnay. Feine Frucht, Quitte, Weißer Pfirsich, Baby Ananas, dazu eine große Tüte geröstete Haselnüsse, feiner Schmelz, das Holz gut verpackt und kaum spürbar -WT93. Der Screaming Eagle Sauvignon Blanc war 2016 etwas dick, üppig und kräftig mit zuwenig Finesse – WT88. Bei aller Kraft und Holz erstaunlich balanciert 2015 der Shafer Red Shoulder Ranch – WT92. Der Stony Hill White Riesling von Stony Hill Vineyard in St.Helena Napa Valley war 2014 mehrfach schlank, rassig mit delikater Frucht (Melone), feiner Mineralität und knackiger Säure, mit nur 0.9 Restzucker absolut trocken und mit nur 12% Alkohol erfreulich leicht - WT91.

Durchaus spannend war 2016 der Mayer Pinot Noir aus dem Yarra Valley in Australien. Das war klar neue Welt mit sehr süßer, offener Frucht, aber alles andere als simpel – WT91.

Eine Nordrhone-Nase hatte 2016 aus der Magnum der Granite von Mullineux, rauchig, Veilchen, speckig, aber auch floral und feinduftig, am Gaumen schlank mit viel Spannung – WT93.

Der Hope Marguerite Chenin Blanc Barrel Reserve von Beaumont aus war, das Holz ließ grüßen, 2016 eigentlich nicht Chenin Blanc typisch, sondern überzeugte eher mit burgundischer Fülle, rund, geröstete Mandeln, aber auch gute Säure und Frische – WT92. Füllig, sehr holzbetont 2015 ein Buitenverwachting Chardonnay aus Südafrika – WT87. Ein ziemlich fettes Teil war 2015 der Chrystallum The Agnes Chardonnay mit deutlichem Holzeinsatz, wirkte aber durch die gute Säure bei aller Fülle durchaus auch finessig - WT90. Der überaus gelungene Palladius von Sadie zeigte sich 2016 floral mit weißen Früchten, dazu ein perfekter Spagat aus Kraft, Fülle, Eleganz und Frische, dazu mit feinem (extrakt-)süßem Schmelz im langen Abgang – WT94. Frisch und stimmig mit guter Zitrusfrucht und Säure zeigte sich 2015 im Engadin der Thelema Sauvignon Blanc – WT88.