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2014

Allgemein wird 2014 als gutes, aber nicht großes Bordeaux-Jahr beschrieben.

Hier geht es zu meinem Bericht von der UCB 2014 Verkostung, auf der während der Prowein 2017 die fertig abgefüllten Weine vorgestellt wurden.

Der Nectar des Bertrands aus Côte de Blaye hatte 2015 als Fassprobe eine irre, saftige, pflaumige Frucht, soviel Sex-Appeal, solch ein Druck am Gaumen, selbst nach der kurzen Zeit im Holz schon eine gute Struktur, liegt irgendwo zwischen 2009 und 2010. Mit den weiteren 12 Monaten im Fass wird er noch etwas an Struktur gewinnen, die Charakteristik aber bleibt. Ein früh trinkbarer, großartiger Wein mit immenser Trinkigkeit, der aber sicher auch gut altern kann. Das gibt bei mir WT93+. Und da ich von diesem sehr preiswerten Wein selbst große Mengen gekauft habe, war er bei mir 2016 und 2017 schon sehr häufig im Glas, stets mit Begeisterung und locker WT93-94.

Der Chablis Montée de Tonnerre von Durup war 2016 mineralisch, knackig mit viel Feuerstein und Zitrusfrüchten – WT91. Der Chablis 1er Cru Vaillons von Fèvre wirkte Ende 2016 etwas kompakt und grasig mit hoher Säure – WT90.

Der Chateau Les Bertrands Cuvée Prestige Blanc war 2016 ein blitzsauberer Wein aus 100% Sauvignon, nicht sonderlich komplex, aber gut zu trinken – WT87.

Erstaunlich schlank war 2016 der ohne Holz in Beton ausgebaute Chateauneuf-du-Pape La Bernardine von Chapoutier mit feiner Würze, Kräutern und Lakritz, der sich schon voll trinkreif zeigte und mit den üblichen Wuchtbrummen der Region wenig gemein hat - WT92.

Frisch, aber nicht sonderlich komplex 2016 der La Ciboise Blanc von Chapoutier – WT86. Der Condrieu Invitare von Chapoutier erinnerte 2016 in seiner blumig, floralen Art an eine große, blühende Blumenwiese mit feiner Mineralität, guter Säure und erwas Fruchtsüß -WT90. Der Hermitage Blanc Chante Alouette von Chapoutier war 2016 zu Anfang etwas verhalten und leicht oxidativ mit Trockenfrüchten mir markanter Bitternote im Abgang Baute aber zum Essen im Glas enorm aus und dürfte recht langlebig sein – WT91.

Sehr fein, schlank, mineralisch 2016 der Sancerre Les Caillots von Jean Max Roger – WT89.

Zu Unrecht in Verruf geriet der Jahrgang frühzeitig dank Wetterkapriolen und Kirschessigfliege in Deutschland. Bei Winzern, die es können, sind sehr gute Weine entstanden. Völlig anders als nach den ersten Fassproben präsentierten sich 2016 die fertigen Weine, die mit guter Statur und Säure gut altern können und das Potential für einen neuen 2008er Jahrgang haben.

Der Achkarrer Schlossberg Weissburgunder GG von Heger sehr kräftig mit reichlich Holz, aber durchaus auch burgundisch mit Fülle und Schmelz – WT90. Der Schlossberg Grauburgunder GG vom Weingut Franz Keller überzeugte 2017 mit großartiger Struktur, salziger Mineralität, Eleganz, kühler Frucht und geradezu burgundischer Pracht und Fülle – WT92. Furztrocken, sehr mineralisch, spannend und völlig un-badisch 2015 der Riesling Varnhalt Klosterbergfelsen von Sven Nieger – WT89. Sehr elegant mit feinem Schmelz bei nur 12% der gelungene Henkenberg Weissburgunder GG von Salwey – WT93.

Elegant und geschmeidig, saftig, 2016 mehrfach der Rothlauf Silvaner GG von Rudolf May – WT92.

Ein Top-Kabinett 2015 der Schubertslay von Julian Haart mit hohem Extrakt, rassiger Frucht und knackiger, aber reifer Säure – WT93. Gelbfruchtig, erstaunlich offen das Josephshöfer GG vvon Kesselstatt – WT90. Feinfruchtig, elegant mit Schwarzer Johannisbeere und Hollunder 2016 das Nieschen GG von Kesselstatt – WT91+. Sehr kräftig und druckvoll mit Langstreckenpotential 2016 das Scharzhofberger GG von Kesselstatt – WT93+. Eher etwas verhalten 2017 das mineralische, kompakte Lieser Niederberg Helden GG – WT92+. Blutjung 2016 noch der Ürziger Würzgarten GG Alte Reben von Loosen, die große Schieferparade mit superber Frucht, genialer Struktur und Präzision, lange Zukunft – WT93+. Zeigte 2017 schon deutlich mehr – WT94. Groß und noch so jung war 2017 auf Sylt die Zeltinger Sonnenuhr Auslese trocken*** von Molitor mit kräftigem Goldgelb, satter, reifer, gelber Frucht, intensiver, aber reifer Säure, toller Schiefermineralität, dazu jede Menge Druck und enorme Länge, wird noch zulegen – WT95+. Erstaunlich trinkreif wirkte 2016 auf Sylt mehrfach die Saarburger Auslese*** trocken von Molitor mit gelungenem Spagat aus Finesse und Druck – WT94+. Zeigte mehrfach danach 2016 in der Casa Mattoni noch deutlich mehr, rassig, mineralisch mit der Finesse der Saar – WT96. Der rassig-mineralische Scharzhofberger Kabinett von Egon Müller war 2016 mehrfach ein großartiger Wein mit perfektem Süße-/Säurespiel – WT93. Der Karthäuserhofberg Kabinett von Tyrell war 2015 ein feiner, mineralischer Sauf-Kabinett mit wenig Alkohol – WT88. Der Weißburgunder von Van Volxem zeigte 2015 die geniale Trinkigkeit des Jahrgangs – WT90. Der Volz von Van Volxem verband 2016 geschickt das Filigrane der Saar mit aromatischer Fülle – WT93. Eine erstaunliche Fülle zeigte 2016 der rassige Saarburger Rausch Kabinett von Zilliken – WT90.

Eine überraschend schöne, alkoholfreie Alternative 2015 der Rivaner Traubensaft von Molitor, sehr balanciert mit wunderbarer Frucht und nur verhaltener Süße.

Das Dellchen GG von Dönnhoff hatte 2016 wieder die nötige Fülle – WT92. Offem, sehr mineralisch, straff und kernig 2016 das Felsentürmchen GG von Dönnhoff – WT93. In bestechender Frühform 2015 und auch 2016 wieder die Hermannshöhle GG von Dönnhoff, vielleicht nicht ganz so kernig wie 2013, dafür saftiger – WT94+. Wirkte 2017 etwas brav und nicht auf dem Niveau von 2013 und 2015 – WT94. Mit pikanter Frucht, mineralisch, rassig und im besten Sinne fröhlich 2016 das Frühlingsplätzchen GG von Emrich-Schönleber – WT93. Ein formidabler, dichter, derzeit etwas kompakter Langstreckenläufer 2016 das Halenberg GG von Emrich-Schönleber – WT94+. Mit geradezu urwüchsiger Kraft überzeugte 2015 der Felsenberg GG von Schäfer-Fröhlich, aber auch mit präziser Struktur, intensiver, salziger Mineralität und der Fruchtsüße einer reifen Orange – WT95.Was für genialer 14er in 2015 mehrfach dieses Felseneck GG von Schäfer-Fröhlich. Gut, die junge Sponti-Nase roch eher nach Schäfer als nach Fröhlich, aber auch das gibt sich nach einiger Zeit in der Karaffe(!). Glockenklare Frucht, unglaubliche Brillianz, intensive Mineralität, als ob ein Eck vom Felsen (kommt daher der Name?) reingerieben wäre, kräftige, aber reife Säure und eine unglaubliche Trinkigkeit - WT96. Brillierte auch 2016 mehrfach mit schönerer Nase auf diesem Niveau. Die Felseneck Spätlese von Schäfer-Fröhlich zeigte sich 2016 sehr frisch, mineralisch und rassig, aber ohne den erwarteten Babyspeck. Perfekte Säure balancierte die nicht übermäßige Süße so, dass der Wein eher harmonisch halbtrocken wirkte. Eine faszinierende Spätlese mit gewaltigem Potential – WT93+. Offen, füllig und sehr trinkig 2016 das Kupfergrube GG von Schäfer-Fröhlich – WT92. Sehr gut gelungen auch der Weißburgunder ‚S’ von Schäfer-Fröhlich, präzise, mineralisch und schlank – WT91.

Sehr gut gefiel mir 2015 mehrfach der Seligmacher von Eva Fricke. Unglaublich, was da mit bescheifdenen 12% an Aromatik ins Glas kommt – WT93. Durchaus GG Qualität hatte 2016 der elegante, mineralische Domdechaney Riesling trocken von Künstler – WT92. Sehr spannend mit enormer Zukunft 2016 der erste Jahrgang Schlossberg GG von Künstler – WT93+. Sehr präzise und elegant mit guter Säure und salziger Mineralität 2016 das Kiedricher Gräfenberg GG von Weil – WT93+.

Eine große Zukunft dürfte der 2016 mehrfach verkostete, sehr kräftige Frauenberg GG von Battenfeld-Spanier haben, der aber noch ein paar Jahre weggelegt gehört – WT92+. Sehr fein mit viel Potential 2016 die Aulerde GG von Groebe – WT93+. Sehr verspielt, finessig mit wunderbarer Aromatik 2016 das Kirchspiel GG von Groebe – WT94. Fein, würzig, schlank 2016 das Rothenberg GG von Gunderloch – WT91. Sehr mineralisch 2015 der Hipping Alte Reben von Huff, ein großartiger Wein mit präziser Struktur und für € 20 ein echter GG Schreck – WT93. Das Hubacker GG von Keller war 2015 einfach Hubacker pur mit der klassischen, barocken Fülle, mit traumhafter, süßer Frucht, kräftiger, aber reifer Säure und einfach unglaublicher, süchtig machender Trinkigkeit. Den in großen Schlucken trinken zu dürfen machte einfach glücklich. Ein großer, kompletter Wein, für den es jetzt geizige WT96 gibt. Der Morstein GG von Keller, "best Morstein ever" war 2016 mit diesem irren Spagat aus stoffiger Kraft und filiganer Eleganz so eine Art weißer Cheval Blanc - WT96+. Pettenthal Kabinett von Keller hört sich so harmlos an. Aber kaum spürbare 42g Restzucker, bestens abgepuffert durch rassige 11,2%0 Säure ergeben einen so unglaublich stimmigen, druckvollen, enorm trinkigen Wein. Das ist kein Kabinett, das war 2015 mehrfach ein echtes Kabinettstück - WT95. Sehr guter Trinkfluss 2017 beim Morstein Alte Reben von Seehof – WT94. Viel Holz, aber auch reife, gelbe Frucht und feinen Schmelz hatte 2016 der Thörle Chardonnay Reserve – WT90. Der Name war 2016 wieder Programm beim einfach verdammt leckeren Leckerberg GG von Winter – WT93. Schlichtweg genial trank sich 2016 gut ein Dutzend Mal der Morstein GG von Wittmann, jetzt in bestechender Jungweinphase, aber mit großer Zukunft – WT95.

Zu einer spannenden Verkostung hatte Philipp Wittmann in kleinem Kreise ins D´Vine geladen. Im ersten Teil gab es die Guts- und Ortsweine des neuen Jahrgangs 2014. All diese Weine haben wir in einem kurzen Stehkonvent probiert. Deshalb meine knappen Bewertungen, die sicher nicht in Stein gemeißelt sind, nur als Anhaltspunkt nehmen, insbesondere die Punkte. Insgesamt hat mir aber Philipp Wittmanns 2014er Palette ausnehmend gut gefallen. Die Weine zeigten sich insgesamt sehr stimmig mit sehr schöner Frucht, reifer Säurte und bereits wunderbarer Trinkigkeit. Da wächst ein großer Jahrgang heran. Das gilt für Wittmann, aber wohl auch für Rheinhessen insgesamt, wo der Wettergott erst zur Blüte und dann speziell zur Ernte sehr gnädig war und so das Einbringen perfekt gereiften Traubenmaterials ermöglichte. Philipp Wittmann spricht in diesem Zusammenhang von „Glück gehabt“. Wie schön, dass wir dieses „Glück“ in den nächsten Jahren trinken dürfen.

Gleich der erste Wein war ein Volltreffer. Ich war eigentlich noch nie ein großer Scheurebe-Fan, doch inzwischen haben einige Winzer diese jetzt knapp hundert Jahre alte Neuzüchtung im Griff und erzeugen daraus sehr interessante, trockene Weine. Diese sehr aromatische Scheurebe trocken von Wittmann gehört dazu. Mit ihrer wunderbaren, animierenden Frucht und der guten Säure ist dieser Wein eine perfekte Sauvignon Blanc Alternative – WT92.

Floral, schlank, mit erdiger Mineralität der Westhofener Silvaner trocken, der einige in unserer Runde sehr begeisterte, mein Ding war er nicht unbedingt, ich fand ihn recht verhalten – WT87. Sehr fein und elegant der Weisse Burgunder trocken – WT88.

Weich, cremig, aber auch mit guter Säure und nicht überladen oder fett der Westhofener Weisse Burgunder & Chardonnay trocken – Fassprobe – WT89. Die Reserve-Weine von Wittmann ersetzen auf höherem Niveau die bisherigen ‚S’ Weine. Sehr überzeugend der Weisse Burgunder Reserve – Fassprobe –, sehr burgundisch mit toller Struktur und animierender Säure – WT92+. Cremig, kräftig mit guter Fülle, aber wiederum nicht fett oder überladen der Chardonnay Reserve – Fassprobe – WT91+. Beide Reserve-Weine könnten noch deutlich zulegen und sind sicher ein kluger Kauf. Sehr mineralisch mit feiner Frucht und guter Säure der für einen einfachen Gutsriesling sehr gut gelungene Riesling trocken – WT89. Noch eine ganze Ecke darüber der aus den Lagen Brunnenhäuschen und Morstein stammende Westhofener Riesling trocken, ein hochklassiger Riesling, der mit seiner animierenden Trinkigkeit jetzt schon enormen Spaß macht, aber durchaus noch zulegen dürfte – WT92+. Exemplarisch zeigte dieser Wein sehr deutlich Philipp Wittmanns Streben nach einem qualitativ hochwertigen Unterbau mit den Ortsweinen zu seinen großen Gewächsen.

Sehr spannend aus einer neu gepachteten Lage, dem Niersteiner Orbel, der sehr ausdrucksstarke, körperreiche, mineralische Niersteiner Riesling trocken mit sehr präsenter Frucht – WT93+. Den fand ich richtig Klasse, da kommt sicher noch deutlich mehr. Zeigte sich auch 2016 aus inzwischen eigenen Beständen auf diesem Niveau. Und last not least war da noch die Fassprobe von Wittmanns Versteigerungswein, dem La Borne Riesling trocken aus einer kleinen Parzelle am oberen Ende der Lage Morstein, die einen guten Ausblick auf das gab, was von den noch nicht abgefüllten, Großen Gewächsen zu erwarten ist. Mit dem La Borne, von dem es nur etwa 500 Liter geben wird, wächst ein großer Wein heran mit erhabener, aristokratischer Eleganz, kühler Frucht, kalkiger Mineralität, schlank und sehr präzise am Gaumen mit sehr guter, reifer Säure – WT95+.

Sehr würzig, kräftig mit guter Säure 2016 der Pechstein GG von Acham-Magin, ein Charakterstoff mit großer Zukunft – WT93+. Sehr gut hat mir auf der VDP Tour 2016 die Palette des Gutes Reichsrat von Buhl gefallen, bei dem sich gewaltiges getan hat. Nachverkostet habe ich 2016 noch mal das Pechstein GG. Ein spannender, rassiger, furztrockenener, sehr mineralischer Wein mit viel Zukunft, der eindrucksvoll zeigt, was derzeit bei Buhl abgeht. Wenn jetzt noch die irritierende Gummibärchennase der Reinzuchthefe in den nächsten Jahrgängen durch Spontanvergährung verschwindet, dann wird das richtig großer Wein - WT92+. So unglaublich stimmig und in bestechender Frühform war 2015 der saftige Pechstein GC von Bürklin-Wolf, dem die kalkige Mineralität und die "Agrumes" einen Hauch von Burgund verliehen, gepaart mit der knackigen, aber reifen Säure eines großen Rieslings - WT95. Enormes Potential hat der 2016 mehrfach verkostete, glockenklare Idig GG von Christmann – WT94+. Der Kallstadter Saumagen Kabinett trocken von Koehler-Ruprecht war 2016 so spannend, so packend, so mineralisch mit präziser Frucht – WT90+. Das setzte sich 2016 mit der hochklassigen Kallstadter Saumagen Spätlese trocken fort. Auch das ein hoch spannender Wein mit kräuterig-lakritziger Nase, der straffen, kalkigen Mineralität der Lage und der knackigen 14er Säure – WT93+. Noch mal deutlich drüber 2016 die Kallstadter Saumagen Auslese trocken, ein Riese im Werden – WT94+. Großartig 2016 mehrfach das furztrockene, sehr mineralische, enorm druckvolle Saumagen GG von Kuhn – WT94+. Straff mit guter Frucht 2016 der Nussriegel von Rings – WT90. Das sehr mineralische, etwas karge Kastanienbusch GG von Rebholz begann 2017, sich etwas zu verschließen – WT92+. Der Steinacker Riesling von Rings hatte 2015 eine etwas polierte, duftige Nase, sehr gute, steinige Mineralität und war schon recht zugänglich – WT90. Mineralisch, rassig und sehr druckvoll mit Langstreckenpotential 2016 der Saumagen von Rings – WT92+. Sehr feinfruchtig, elegant und lang 2016 der Kastanienbusch Köppel GG von Wehrheim – WT92.

Als durchaus feiner, gut trinkbarer, frischer Landwein ging 2015 auf Sylt der Sylter Sölring durch – WT85.

Ein eher schwieriges, zu kühles und zu nasses Jahr in Piemont.

Erstaunlich schlank und elegant 2017 der Gaja&Rey Langhe Chardonnay mit sehr guter Säure, Zitrusfrucht und guter Mineralität. Noch mit Entwicklungspotential – WT92+.

Aus kühlerem Jahr schlank, sehr stimmig und bereits gut trinkbar 2017 der Sauvignon Blanc Kranachberg vom Sattlerhof – WT92.

Nur die Popcornnase irritierte 2016 beim Blaufränkisch von Heinrich, kühle Kirschfrucht, feine Mineralität, gute Säure und ein für bescheidene 12% erstaunlicher Extrakt, könnte noch zulegen – WT88+.

Saftig mit intensiver Fruchtigkeit, aber auch kühler Frische 2017 der 23 Barricas von der Herdade de Grous – WT92.

Traumhaft 2016 über 10mal die verführerische, feinduftige Nase des Gantenbein Pinot Noir mit verschwenderischer Beerenfrucht, der Gaumen so stimmig, so elegant mit enormem Tiefgang und auch gewaltigem, gut verpacktem Druck. Das ist großer Pinot Noir mit enormer Zukunft – WT96+. Zeigte sich auch 2017 wieder zweimal auf diesem Niveau. Der Eichholz Pinot Noir von Grünenfelder war 2016 kräftig mit feinem Spiel roter und blauer Früchte, dürfte sich über längere Zeit entwickeln – WT93+. Schon zugänglich mit süßem Schmelz, aber noch viel Potential 2016 der Pinot Noir ‚H’ von Hermann – WT93+. Trotz aller Kraft wirkte der Monolith von Obrecht schon erstaunlich offen mit guter Säure- und Tanninstruktur – WT93+. Sehr gut gefiel mir 2015 in Zermatt der himbeerig-elegante, sehr feine Klettgau Pinot Noir von Markus Ruch aus Schaffhausen -WT90. Genialer, schon erstaunlich zugänglicher Stoff war mehrfach in 2016 und auch 2017 wieder der Studach Pinot Noir, schlank und puristisch mit guter Zukunft – WT94+.

Fruchtig, präzise, kein spürbares Holz der Chardonnay Gräba von Davaz – WT91. Frisch, etwas verhalten und sehr geradlinig 2016 der Chardonnay Passion von Donatsch – WT91. Der Chardonnay Unique von Donatsch war 2016 ein noch viel zu junges, sehr konzentriertes Weinbaby, qualitativ auf ähnlichem Level wie 2013, aber derzeit ist noch Warten angesagt. Was beeindruckte, war auch hier die straffe Mineralität und die Geradlinigkeit. Corton Charlemagne lässt grüßen. Da kommen sicherlich mal WT96 oder sogar etwas mehr ins Glas. Der Gantenbein Chardonnay hatte 2016 mehrfach Kraft und Druck ohne Ende, blieb dabei aber so fein, so elegant in totaler Harmonie. Dazu betörende Frucht, Finesse und erster, feiner Schmelz, dürfte noch zulegen – WT95+. Zeigte 2016 auf dem Gut noch mehr und blieb auch 2017 auf diesem hohen Niveau – WT96+. Der Gantenbein Riesling zeigte sich 2016 sehr jung mit strammer Säure, sehr mineralisch, absolut trocken wirkend, rassig und brilliant mit viel Potential – WT93+. In erstaunlicher Frühform zeigte sich 2016 mehrfach der zugängliche, cremige, animierende, röstige Chardonnay von Hermann, der aber mit guter Struktur und Säure gut altern dürfte – WT92+. Sehr mineralisch und fruchtig 2015 der Chardonnay Bovel von Marugg – WT90. Der 2014 Studach Chardonnay war 2016 schlank mit wenig Holz, aber gewaltigem, aromatischem Druck. Erst ganz am Anfang, heute WT93+, in 5 Jahren durchaus 2-3 mehr. Blitzsauber und gut gelungen 2016 in 2500m Höhe ein Trimminser Chardonnay von Joos – WT90. Der Frisch und animierend 2015 und 2016 der Brisig von Tscharner – WT90.

Cremige Textur und feine Holznote zeigte 2016 der Merlot Bianco Rovere von Brivio – WT88.

Fruchtig, elegant und burgundisch 2015 der Louro von Rafael Palacios – WT89.

In Kalifornien gilt der Jahrgang als groß.

Rauchig 2016 die Nase des De Sante The Old Vines, Zitrusfrüchte, feine Kräuternote, sehr mineralisch und frisch, aber trotz bescheidener 12% Alkohol durchaus auch mit Kraft. Geht als eine hypothetische Mischung aus einem weißen Bordeaux und einem Chablis durch – WT93. Schlank 2017 der Chateau Montelena Chardonnay, sehr frisch, leicht stahlige Frucht, Kiwi, Limette, florale Noten, wenig Körper, gute Säure, bleibt gut am Gaumen haften. Kann, muss und wird gut altern – WT90+.

Zwei rassige, frische Sommerweine aus Südafrika verschönerten 2015 unseren Terrassenabend, der Reyneke Sauvignon Blanc aus organischem Anbau Nähe Stellenbosch und der Chenin Blanc von Beaumont aus dem Bot River Valley bei Hermanus. Der Reyneke mit etwas mehr Tiefgang und wohl langlebiger(WT89), der Beaumont knackiger und bissiger(WT88). Auf den sehr guten 13er legte der komplexe, geschmeidige Cartology von Alheit 2015 noch eins drauf – WT93. Der Radio Lazarus Single Vineyard Chenin Blanc von Alheit aus einer Parzelle bei Stellenbosch mit über 100jährigen Reben war 2016 bei Olaf im Weinraum ein großartiger Chenin Blanc mit Frische, wunderbarer Frucht, Mineralität, feinem Schmelz, aber auch enormem Tiefgang und Länge. Ein Wahnsinnsstoff, locker WT95. 

Der Penfolds Bin 311 Chardonnay war 2015 frisch und animierend ohne spürbares Holz mit Zitrusfrüchten und guter Säure – WT91. Der Penfolds Reserve Chardonnay Bin A war 2015 kraftvoller mit tropischen Früchten, Fülle und viel Holz – WT92.